Zahl der Muslime in Deutschland auf sieben Millionen verdoppelt

In Deutschland leben inzwischen sieben Millionen Muslime, berichtet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die Zahl der Menschen, die aus 23 islamisch geprägten Herkunftsländern stammen, ist damit in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

IMAGO / Sven Simon

Bei einer Gesamtbevölkerung von 82,7 Millionen Personen in Deutschland entspricht der Anteil der Muslime nun 8,5 Prozent, dokumentiert das BAMF in seiner Publikation. Noch bei der letzten vergleichbaren Hochrechnung für das Jahr 2019 lag er bei 6,7 Prozent (5,6 Millionen Muslime). Innerhalb von nur fünf Jahren ist der Anteil also um 1,8 Prozentpunkte gewachsen, das sind 1,4 Millionen Muslime mehr – und ein Zuwachs um die gesamte Bevölkerung von München (etwa 1,5 Millionen Einwohner). Im Tagesdurchschnitt kamen somit 767 Muslime nach Deutschland.

Die wesentliche Ursache laut dem BAMF: Besonders nach dem Ende der COVID-19-Pandemie zogen ab 2022 deutlich mehr Menschen aus islamisch geprägten Ländern nach Deutschland. Die Nettozuwanderung aus diesen Ländern trieb die Zahl der Muslime nach oben.

Vor 26 Jahren lebten 3,2 Millionen Muslime in Deutschland

Die langfristige Entwicklung macht die Dimension des Anstiegs deutlich: Um die Jahrtausendwende, im Jahr 2000, lebten in Deutschland nach damaligen Schätzungen 3,1 bis 3,2 Millionen Muslime. Bis 2010 war die Zahl auf 4 Millionen gestiegen. 2015, mitten in der damaligen Flüchtlingswelle, lag sie bereits bei 4,7 Millionen. Die BAMF-Zahlen zeigen damit eine Verdopplung der muslimischen Bevölkerung innerhalb von gut zwei Jahrzehnten.

Die Verteilung bleibt regional stark unterschiedlich. In den fünf östlichen Bundesländern ohne Berlin liegt der Anteil der Muslime jeweils unter 4 Prozent und im Schnitt nur bei 1,9 bis 2,0 Prozent. Deutlich höher sind die Werte in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Dort erreicht der Bevölkerungsanteil der Muslime 11,9 bis 13,2 Prozent. Diese Konzentration ergebe sich aus der Arbeitsmigration der vergangenen Jahrzehnte und aus den aktuellen Migrationswellen.

Im BAMF-Bericht wird betont: Nicht alle Menschen aus den 23 Herkunftsländern sind praktizierende Muslime, und es gibt auch Konversionen sowie Auswanderung. Dennoch bestätigt sich ein klarer Trend: Der islamische Bevölkerungsanteil wächst schneller als der der Gesamtbevölkerung.

7,5 Millionen Katholiken weniger

Die Zahl der Christen in den beiden großen Kirchen Deutschlands – der römisch-katholischen Kirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) – ist seit dem Jahr 2000 dramatisch gesunken: Während zur Jahrtausendwende noch mehr als die Hälfte der Bevölkerung den beiden Konfessionen angehörte, liegt der gemeinsame Anteil Ende 2025 bei nur noch 44 Prozent.

Die konkreten Zahlen: Im Jahr 2000 zählte die katholische Kirche 26,817 Millionen Mitglieder, die Evangelische Kirche 26,614 Millionen – zusammen etwa 53,4 Millionen. Bis zum Jahr 2010 war die katholische Mitgliederzahl auf 24,651 Millionen und die evangelische auf 23,896 Millionen gesunken. 2015 lagen die Werte bei 23,762 Millionen Katholiken und 22,272 Millionen Evangelischen. Ende 2025 hatte die katholische Kirche nur noch 19,220 Millionen Gläubige, die Evangelische Kirche 17,4 Millionen, also insgesamt 36,62 Millionen. Das entspricht einem Verlust von 16,8 Millionen Mitgliedern in nur 25 Jahren. Quellen für diese Angaben sind die offiziellen Statistiken der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Kirchenamts der EKD, die jährlich die Mitgliederzahlen aus den Melderegistern und Landeskirchen erfassen. Unabhängige Auswertungen wie jene der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) bestätigen die Werte.

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