Wisslers Wünsche: Enteignung… Enteignung… Enteignung…

Die Parteivorsitzende der Linken, Janine Wissler, hat daran erinnert, dass sie die privaten Krankenhaus- und Pflegekonzerne, die Immobiliengesellschaften und den öffentlichen Nahverkehr verstaatlichen wollen. Die Daseinsvorsorge gehört für Frau Wissler in öffentliche Hand.

picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

In Berlin regieren Grüne, SPD und Linke in trauter Sozialismus-Seligkeit. Die Grünen hoffen, nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus diesmal unter ihrer Führung so weiterregieren und Berlin endgültig in die tiefste Verwahrlosung treiben zu können. Was einmal kritische Medien und einmal Kunst in Berlin war, wird nur noch rotgrüne Propaganda sein. Gleiches wünschen sich die drei sozialistischen Parteien im Farbspektrum von Rot, Dunkelrot und Grün auch für den Bund.

Die Instrumentarien rotgrüner Politik sind in der Hauptsache Verbote und Enteignungen. Die Parteivorsitzende der Linken, Janine Wissler, hat gerade noch einmal gegenüber der Funke-Mediengruppe daran erinnert, dass die Linke – wahrscheinlich in einem ersten Schritt – die privaten Krankenhaus- und Pflegekonzerne, die Immobiliengesellschaften und den öffentlichen Naheverkehr verstaatlichen wollen. Die Daseinsvorsorge gehört für Frau Wissler in öffentliche Hand.

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Das klingt sehr schön und zaubert ein Bild vor unsere Augen, wie ein divers verfasster öffentlicher Dienst, in dem die Stellen nicht nach Fähigkeit und Kompetenz, sondern nach Ethnie, Geschlecht und sexueller Präferenz via Quote besetzt werden, den öffentlichen Nahverkehr erfolgreich organisiert, wie man es Tag für Tag in Berlin beobachten kann, so erfolgreich, dass selbst ein grüner Stadtrat feststellen musste, dass er trotz Staus mit dem Auto schneller zur Arbeit kommt. Interessant ist, dass diese Feststellung nicht zu dem Vorhaben führt, den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern, sondern die Autos aus der Stadt zu verbannen.

Wer sich an die Wohnungsprobleme und die Reglementierung des Anspruchs auf Wohnraum in der DDR erinnert, als der Staat bestimmte, wieviel Wohnraum einem Menschen zukommt, der sieht Wisslers Wohnraumbewirtschaftung mit großen Erwartungen entgegen. Übrigens, selbst wenn Sie in der DDR ein Haus bauen wollten und durften, wurde Ihnen Typ und Größe des Hauses vorgeschrieben. Die einzige Rettung, der staatlichen Regulierungswut zu entkommen, bestand darin, ein Haus zu kaufen, das man dann etwas freier umbauen konnte, weil es dann nicht unter Neubau, sondern unter Ausbau fiel. Doch diesen Ausweg werden die Roten sicher verlegen, denn auch sie haben aus der Geschichte gelernt – und wollen es diesmal besser machen. Und wenn man sie lässt, dann werden sie es auch besser machen.

Damit bei der Einführung des neuen Sozialismus, den man nun klimaneutrale Gesellschaft nennt, nichts schief gehen kann, will die Vorsitzende der Linken unsere „unvollständige Demokratie“ (O-Ton) weiterentwickeln. Auch das ist nicht neu, denn Linke hielten schon immer die bürgerliche Demokratie für unvollständig, die erst als sozialistische Demokratie ihre Vollendung erreichte.

Die neue, schöne Welt der Rotgrünen wird die alte der Gängelung, der Verbote und der Enteignung sein – und das um so viel besser als beim letzten Mal.


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Kommentare ( 93 )

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Imre
29 Tage her

Hallo Herr Mai. Es ist Ihr gutes Recht, eine private Alterspflege bzw. Gesundheitspflege zu mögen. Habe allerdings erst dieses Wochenende geradezu eine schauderhafte Beschreibung eines solchen Rehafalles in einer stark beworbenen südöstlichen Region zur Kenntnis bekommen. Durch Engagement /fachkundige Beratung in der Verwandtschaft konnte, bei einem Wechsel der Einrichtung, in relativ kurzer Zeit eine erfreuliche Besserung des Betroffenen erreicht werden. Vorher war er als „nichttherapierbar“ aus der privaten „Erfolgsklinik“ entlassen worden! Neoliberale Glücksverheißungen treffen wohl doch in erster Linie nur oft für das Management zu. Damit will ich keinem engagierten Arzt, auch in einer Privatklinik, zu nahe treten, aber manche… Mehr

FKR
1 Monat her

Ich „freue“ mich schon auf die Intershops,nachdem die Stalinisten den Börsenhandel verboten haben. Übrigens ein Blick nach Venezuela reicht aus,Sozialismus in realtime. Da braucht man die DDR nicht als Argument.12 Jahre und alles ist kaputt, denn die DDR hat auch nur bis zum 13.August 1961 existiert. Die große Frage ist dann, wer in Europa das mitmacht? Skandinavien? Das Baltikum? Benelux? Die Wisegradstaaten? Dann heißt es „Kevin allein zu Haus“

Morioon
1 Monat her

Rot wie Blut sind ihre Fahnen
Rot von Blut ist ihre Spur
Rot von Blut sind auch die Bahnen
Die zieht die rote Diktatur
Um ihre Ziele zu erreichen
Hemmt sie niemals ein Gewissen
Wenn auf dem Berg von vielen Leichen
Sie ihre rote Fahne hissen
In Deutschland steh´n ihnen zur Seite
TV und grüne Heilsverkünder
Auf dass sie uns ein Land bereiten
Wo Demokraten sind die Sünder
So wird das Morden niemals enden
Bis dass das Volk einst aufbegehrt
Dann klebt auch Blut an dessen Händen
Der heute Merkels Reich verehrt
(Modifiziert nach Zellers Zeitung)

Last edited 1 Monat her by Morioon
Iso
1 Monat her

Es gibt auch ganz viele Bürger die für sich jede Verantwortung ablehnen, verwahrlosen, und Die Linke wählen. Ich finde, dass man ihnen das ermöglichen soll, allerdings so, dass ich nicht dafür zahlen muss. Lasst uns getrennte Wege gehen, und schauen, wohin es uns führt.

Juri St.
1 Monat her

Selbst nichts auf die Kette bringen, aber anderen wegnehmen, was diese sich erarbeitet oder erspart haben. Pfui!

Jan des Bisschop
1 Monat her

Worin ist der Deutsche am besten? Im Träumen sagt Heine. Er träumt sich eine gerechte, fridliche, wohlhabende Gesellschaft und wählt deshalb, Rot, DunkelRot und Grün. Selbst die Schwarzen träumen einen ähnlichen Traum. Leider sind die meisten Menschen, die einen dieser Träume bereits ausgeträumt haben tot oder sie wurden mundtot gemacht. denn die könnten den Träumern erklären, dass derartige Träume bisher immer in der totalen Katastrophe gemündet haben. Sich der aktuellen Probleme mit realen Lösungen anzunehmen ist schmerzhaft, aber möglich, sie mit Träumen zu bekämpfen katastrophal..

chino15
1 Monat her

Sozialistisches Gesundheits- und Verkehrssystem, Planwirtschaft im Wohnungsbau und anderswo kenne ich bereits aus 22 Jahren Kindheit und Jugend in der DDR. Brauche ich nicht schon wieder.

89-erlebt
1 Monat her
Antworten an  chino15

Aber eine laute Mehrheit aus dem Westen will unbedingt DDR live, mit grünem Mäntelchen.

Or
1 Monat her

Das traurige ist ja. Die Berliner WOLLEN diese Zustände. Denn sie wählen und bestätigen damit diese Hasardeure.

Und solang Berlin nicht das Geld, der anderen Bundesländer ausgeht, wird sich daran nix ändern.

eisenherz
1 Monat her
Antworten an  Or

Nicht nur die Berliner wählen jedes Mal die ZUSTÄNDE. Ein bekannter Verhaltensforscher hat die Erklärung dafür mal auf einen kurzen biologischen Nenner gebracht: Alle Lebewesen, so auch der Mensch, die streben immer instinktiv nach Sicherheit. Bevorzugen immer den Zustand, der ihnen maximale Sicherheit verspricht, Nahrung, Kleidung, Wohnung e.t.c. Stellen wir uns angesichts dessen mal die Frage, ob die eingesperrten Tiere im Zoo wirklich unglücklich, weil sie eingesperrt sind? Alles was sie brauchen wird ihnen geboten: Schutz vor ihren Feinden in der Natur, täglich ausreichend Nahrung, eine Wohnung, medizinische Betreuung, die ZUSTÄNDE eben, die ihnen Sicherheit versprechen. So, und nun lassen… Mehr

Beobachterin
1 Monat her

Auch der Verfassungsschutz dürfte ihr ein Dorn im Auge sein, den es zu entfernen gilt. Von marx21 hat sich Wissler vermutlich nur zähneknirschend und aus taktischen Überlegungen heraus verabschiedet. „Entrismus Charakteristische Strategie für trotzkistische Vereinigungen ist der Entrismus. Darunter versteht man die taktische, meist verdeckte Unterwanderung einer demokratischen Organisation oder Partei. Ziel der Trotzkisten ist es, ihre Positionen innerhalb der „Wirtsorganisation“ durchzusetzen und die Organisation so für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. In Deutschland ist das Netzwerkwerk marx21, eine offen extremistische Struktur innerhalb der Partei DIE LINKE., trotzkistisch ausgerichtet.“ Quelle: https://www.verfassungsschutz.bayern.de/linksextremismus/definition/ideologie/trotzkismus/index.html Verständlich, dass der Kampf gegen Rechts dabei nicht zu kurz… Mehr

Last edited 1 Monat her by Beobachterin
Deutscher
1 Monat her

Fakt ist: Nie haben Bahn, Post und Fernsprechnetz schlechter funktioniert als seit der Privatisierung.

Donostia
1 Monat her
Antworten an  Deutscher

Fernsprechnetz funktioniert im Festnetz ausgezeichnet zu günstigeren Konditionen als vor der Privatisierung. Post funktioniert auch. Beide vereint, dass sie im Wettbewerb stehen. Bei der Bahn ist dies eher nicht der Fall bzw. sind individuelle Mobilität beim Kunden eher gefragt als Massentransport.

Deutscher
1 Monat her
Antworten an  Donostia

Sie tun ja grad so, als gäbe es beim Wettbewerb nur Gewinner. Schauen Sie genauer hin.

Teide
1 Monat her
Antworten an  Deutscher

Sie haben nie im Leben in den 70er/80er Jahren einen Anschluß beantragt. Ja beantragt, nicht bestellt. Sagenhafte drei Telefonmodelle zur Auswahl. Grau, Grün, Orange. Verlängerungsschnur kostet extra Gebühren pro Monat. Wer kennt heute noch das Telefonbänkchen? Das hatte damals jeder, weil die Schnur so kurz war. Dann konnte man sich ein Tastentelefon aussuchen. „Dallas“ hieß das gute Stück. 4 DM im Monat Mietgebühr. Nach Leuten die sich im Ausland ein anderes Telefon gekauft und angeschlossen hatten wurde mit Funkpeilwagen gesucht. Das hat einem eine Menge Ärger eingebracht. 23 Pfennig für ein Ortsgespräch, 8 Minuten. Ferngespräche (alles mit Vorwahl) kosteten schnell… Mehr

Deutscher
1 Monat her
Antworten an  Teide

„Sagenhafte drei Telefonmodelle zur Auswahl. Grau, Grün, Orange.“

Das waren ja wirklich drastische Mängel!