Der Handelsverband Deutschland versucht mit einer Umfrage einen hoffnungsfrohen Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft abzubilden, doch die erdrückende Wirtschaftsstimmung spürt auch der Einzelhandel.
picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Das Weihnachtsgeschäft beginnt und damit die umsatzstärkste Zeit im Jahr für viele Einzelhändler. Laut einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland planen die 2.000 Befragten im Durchschnitt 262 Euro für ihre Weihnachtseinkäufe auszugeben. Das ist beinahe exakt so viel, wie vergangenes Jahr, da waren es 263 Euro.
Grund zur Freude? Nur begrenzt, über die Hälfte der Nicht-Lebensmittelhändler rechnen mit einem schlechteren Weihnachtsgeschäft, als noch vor einem Jahr. „29 Prozent der Händler gehen davon aus, dass sich die Kunden auch in schwierigeren Zeiten nicht die Freude am Weihnachtseinkauf nehmen lassen. Und immerhin beinahe ein Viertel ist sich sicher, dass der Kauf von Geschenken nicht unter der schlechten Stimmung leiden wird“, schreibt der Verband über seine Umfrage bei 300 Unternehmen. Anders ausgedrückt: um ein Viertel der Händler glaubt, dass der Weihnachtsumsatz sie aus der Krise noch retten kann. Knapp drei Viertel bewerten demnach die Lage eher schlecht.
„Viele Handelsunternehmen sehen sich vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts mit steigenden Kosten für Energie, Personal und ausufernder Bürokratie konfrontiert. Das trägt nicht zu einer optimistischen Einschätzung der Geschäftslage bei. Doch die Kundinnen und Kunden sind in Weihnachtsstimmung und planen mit im Vergleich zum Vorjahr stabilen Geschenkausgaben. Es gibt Anzeichen dafür, dass Weihnachten der Krise trotzen kann“, so Verbands-Präsident Alexander von Preen.
Gesamtstimmung der Wirtschaft wirkt sich auf Weihnachtsgeschäft aus
Diese vorsichtige Hoffnungsmeldung fällt in eine Zeit, in der beinahe täglich neue Insolvenzen und Stellenabbau verkündet werden. Diese beziehen sich indirekt auf den Einzelhandel, verlieren doch immer mehr Menschen ihre Arbeit, sind von Lohnkürzungen und steigenden Lebenshaltungskosten betroffen. Das bekommt der Einzelhandel zu spüren, wo das Geld der Kundschaft für ein Mehr als das Notwendige immer öfter nicht reicht.
BMW hat erneut seine Prognose nach unten revidiert. Inzwischen geht das Automobilunternehmen von einer Gewinnmarge zwischen -0,5 bis 0,5 Prozent aus. Vergangenes Jahr konnte der Konzern noch eine Marge von 5,3 Prozent erzielen. Dies liegt zum Teil am BMW-Abfindungsprogramm, welches darauf abzielt 8.000 Stellen abzubauen und die Mitarbeiter freiwillig zum gehen zu motivieren. Dies wird aufgrund des großen Andrangs nun im vierten Quartal finanziell schon zu spüren sein, viele Abfindungen bewegen sich im sechsstelligen Bereich, berichtet das Manager Magazin.
Wer um seinen Job bangt, wird auch zu Weihnachten weniger ausgeben.





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