Schlimme Szenen bei Lanz. SED/Linke-Schwerdtner redet sich um Kopf und Kragen, macht den Kanzler der zweiten Wahl für die Krawalle verantwortlich. Ausgerechnet ein Sozialdemokrat ist am Ende der einzig Vernünftige in der Runde. Wie konnte es nur so weit kommen?
Screenshot ZDF / Lanz
Es ist das erwartbare Spätabend-Menü: Berliner Koalitions-Roulette, radikale Strömungen bei den Linken, Clan-Verbindungen und Trump-Midterms – serviert mit der üblichen Lanz-Mischung aus moralischer Entrüstung und Mainstream-Gästeliste.
Ines Schwerdtner, Chefin der Partei SED/Die Linke, gibt dabei eine geradezu erbärmliche Figur ab. Für die Krawallmacher, Plünderer und Gewaltverbrecher vom Wochenende backt sie heute die große Opferrolle, komplett mit Zuckerguss aus Armut, Frust und Rassismus.
Die Linken-Keule fliegt weiter, denn Schwerdtner holt jetzt erst richtig aus. „Vielen wurde gesagt: Ihr seid nichts wert, und das ist dann das, was dabei herauskommt“, warnt sie. Der Kanzler der zweiten Wahl führe eine „rassistische Debatte“ und sehe Migranten „als Menschen zweiter Klasse“. Schwerdtner: „Wir müssen als Politiker die sozialen Ursachen bekämpfen, und das ist der Punkt.“ Sogar das alte, längst totgeglaubte „Stadtbild“ kramt sie wieder hervor, um es frisch entstaubt dem Kanzler um den Hals zu hängen. Kurzum: Merz ist an allem schuld.
Lanz lässt ein Straßeninterview des TikTokers Aron Morhoff einspielen, der Migranten am Sonnabend an Ort und Stelle befragt hatte. Sie sagen es ganz offen in die Kamera. Sie wollen nur Randale machen, Geschäfte plündern, Stress.
Sabine Rennefanz, Kolumnistin bei der Illustrierten „Der Spiegel“, schlägt sich auf die Seite der Linken: „So groß waren die Randale gar nicht. Ich hab, ehrlich gesagt, noch mehr befürchtet.“ Sie sehe in den Krawallen „blanken Nihilismus und ne Zerstörungslust“, was aber nichts mit der Herkunft der Gewalttäter zu tun habe. Sie pauschal als Migranten abzustempeln, ist für Rennefanz blanker Rassismus und noch dazu „zu schwammig“. Dort zeige sich ein Spiegel unserer Gesellschaft. Rennefanz: „50 Prozent sind da sowieso migrantisch, also: Das sind unsere Jungs!“
Schwerdtner rechtfertigt ihren umstrittenen Video-Aufruf, in dem Sie kürzlich die linke Jugend dazu anstachelte, sich zu organisieren und auf die Straße zu gehen. Wenn Medien oder Polizei sie angreifen würden, sei sie zur Stelle: „Ich stelle mich schützend vor Euch“, ruft Schwerdtner im Einspieler. „Da sitzt eine deutsche Spitzenpolitikerin und warnt vor der deutschen Polizei“, empört sich Lanz, und auch Ex-Polizist Fiedler ist fassungslos: „Sie können doch nicht vor der Polizei warnen. Das können sie doch nicht ernst meinen.“
Fiedler macht aus seiner Antipathie für den möglichen Koalitionspartner keinen Hehl. Was Schwerdtner hier von sich gebe, sei symptomatisch für die ganze SED/Die Linke. „Sie haben ein riesengroßes grundsätzliches Problem mit unseren Sicherheitsbehörden.“ Schwerdtner antwortet mit einer Gegenattacke. Man müsse den Verfassungsschutz „besser demokratisch kontrollieren“, denn der sei „unterwandert auch von rechts“. Bei diesem Stichwort nennt sie im selben Atemzug den Mann, der einst Merkels Migranten-Mimikry nicht mittragen wollte und dafür prompt gefeuert wurde. Schwerdtner: „Hans-Georg Maaßen war mal der Chef des Verfassungsschutzes, wir wissen welche Probleme das hatte.“
Absolute Güte und ein Füllhorn an Verständnis hingegen zeigt Schwerdtner, sobald es um die Berliner Linke und deren Verbindungen zur organisierten Kriminalität und ins Clan-Milieu geht. Die Interview-Panne der Bürgermeisterkandidatin Elif Eralp nennt sie „eine Information, die sehr privat ist“. Der Spiegel habe die internen Anmerkungen, wonach Eralp zugibt, sie habe Angst vor islamistischen Extremisten wie Ibrahim Ibrahim, nicht drucken dürfen: „Daraus eine Titelgeschichte zu machen, finde ich infam.“ Dass hingegen kürzlich sogar interner Mailverkehr der AfD veröffentlicht wurde, findet Schwerdtners volles Verständnis.
Ein Abend der üblichen Erkenntnisse also: Nichts ist, wie es scheint, und was besonders schlimm erscheint, schon gar nicht.
Stichwort schlimm: Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent und Leiter des ZDF-Studios Washington, war auch da. Wir haben es nicht geschafft, ihm wirklich zuzuhören, aber vermutlich glaubt er, dass Kamala Harris weiterhin gute Chancen hat, die Wahl von vor zwei Jahren zu gewinnen. Und Joe Biden sei geistig topfit. So weit das Neueste aus Washington.





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