US-Strafzölle für die EU ab Juni schaffen andere Verhandlungsbedingungen

Mit dem Inkrafttreten der Strafzölle für die EU durchkreuzt Trump die Hinhaltetaktik der Politik in Paris, Berlin und Brüssel.

© Ludovic Marin/AFP/Getty Images

Paris, Berlin, die EU in Brüssel und so weiter haben sich noch immer nicht auf den Stil des US-Präsidenten eingestellt. Sie verharren weiter in der Erwartung, dass sich Änderungen geltender Bedingungen dadurch verhindern lassen, dass man sie durch endlose Verhandlungen immer wieder hinausschiebt.

Doch Donald Trump bringt Bewegung in die Dinge, indem er wien angekündigt handelt, aber trotzdem immer wieder auf das Erstaunen seiner Partner trifft, dass so etwas möglich ist. Iran-Deal, Nordkorea, Jerusalem, die Handelsgefechte mit China. Und nun die EU.

Mit dem Inkrafttreten der Strafzölle für die EU durchkreuzt Trump die Hinhaltetaktik der Politik in Paris, Berlin und Brüssel. Jetzt müssen die EU-Mandarine zu Stuhle kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Gegenaktionen wirksam sind und neue Ideen Platz greifen, bleibt bisher ohne Nahrung. Was die EU verlautbart, riecht nach grauer Salbe.

Unkonventionelle Ideen, die es durchaus gibt, wie etwa WELT online berichtet, traut wohl niemand der EU zu:

«Dennis Snower, der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel, fordert die EU auf, einseitig Zölle abzubauen, so wie es China in der zurückliegenden Woche vorgemacht hat. „Man muss aus der Not eine Tugend machen. Die EU sollte als Reaktion auf Trumps Strafzölle ihre Zölle im gleichen Ausmaß verringern“, sagt Snower.»

Macrons Ruf nach der WTO um Hilfe gegen Trump und das Echo aus Berlin unterstreichen die Hilflosigkeit der Mandarine der EU. Mit internationalen Organisationen kommt Trump niemand bei.

Das alte Establishment überall muss erst noch lernen, dass immer im Vorteil ist, wer handelt. Die alte Diplomatenweisheit, so lange geredet wird, passiert nichts, erweist sich eins ums andere Mal als Irrtum. Sie stimmte in Wahrheit schon immer nur dann, wenn der Stärkste im Spiel selbst vom Status Quo mehr hatte als von Veränderung.

Aus dem Krisenmodus kommen Paris-Berlin-Brüssel nicht mehr raus: Trumps Zollfront, Italiens EU-kritische neue Regierung, eine unkalkulierbare Linksregierung in Spanien, die nach Griechenland riecht – und nur noch ein Jahr bis zu den Wahlen zum EU-Parlament. Ein halbes Jahr Ratsvorsitz Österreich: Mit einem Sebastian Kurz, der seine Spuren hinterlassen will.

Die Dinge bewegen sich. Und das ist gut so.

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Kommentare ( 43 )

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Was wäre denn, wenn der TTIP- Vertrag seinerzeit zustande gekommen wäre. Hätte ihn Trump gekündigt oder wäre er vielleicht mit dem Ergebnis für die USA zufrieden gewesen?

Lese gerade in der Autobiografie von Hans Werner Sinn. Er schreibt wie deutschenfreundlich er die Amerikaner erlebt hat, erinnert an die amerikanische Unterstützung bei der Wiedervereinigung (Frankreich war z.B. dagegen) und und für wie kurzsichtig er es hält, wenn unsere Kanzlerin nach Trumps Wahl die Verlässlichkeit Amerikas postwendend anzweifelt. Merkel macht einfach alles kaputt und Helfer hat sie leider genug. Staatschefs kommen und gehen, unsere Zerstörerin bleibt. Deutsche Gründlichkeit und systematisch aufgebauter Machterhalt made in DDR. Ach so Zölle. Nun, wenn die EU-Zölle meist höher sind als umgekehrt, dann verstehe ich die Aufregung nicht.

Wenn Merkel jetzt die arrogante anti amerikanische Stimmung vieler Deutscher ausnutzt und mit den USA bricht und sich Verbrecher Regimes andient ist das eine weitere von dieser Frau angezettelte Katastrophe.
Macht die das mit Absicht oder hat sie vollkommen die Orientierung verloren?

Die positive Deutung ist die der verlorenen Orientierung.

Chinesische Zölle auf deutsche Autos sind exorbitant. Ich glaube 70 %. Da hört man nix.

Man sollte doch endlich aufhören von „Strafzöllen“ zu reden! Es ist keine Strafe, sondern es handelt sich um die Einführung bzw. Erhöung von Zöllen, wobei bisher, wie man überall nachlesen kann, die Zölle von der EU auf US-Waren höher sind als die US-Zölle. Es wäre auch eine sinnvoll journalistische Arbeit, die verschiedenen Zölle auf die verschiedenen Waren, wobei auch die Verflechtung der Produktion und der Besitz- bzw. Teilhabetitel beachtet werden muss, darzulegen. Dann könnte man Bilanz ziehen und auf dieser Grundlage darüber reden.
„Strafzölle“ ist vollkommen unangebracht und Stimmungsmache, die ganz sicher nicht hierhergehört, weil sie das Miteinander, das Verhältnis vergiftet.

Sie machen mir Spass! Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass sich ein Journalist der MSM der Mühe unterzieht, im Internet oder gar in einem Fachbuch nachzusehen, was es mit Zöllen allgemein und mit der speziellen gegenseitigen Zöllesituation zwischen den USA und der EU und insbesondere mit Deutschland auf sich hat. Wir leben im postfaktischen Zeitalter und da heißt es, Haltung zu zeigen und ein Zeichen zu setzen. Die Bezeichnung Strafzölle bedient wahrscheinlich die überwiegenode Meinung bzgl. Trump bei den Deutschen.

Frankreich war nie unser Freund. Ist nicht unser Freund und wird es niemals sein. Siehe die Baum Aktion von Macron im Garten des Weissen Hauses. Frankreich benutzt Deutschland. Das ist alles.
Wir sind allein.

Die Strafzölle könnten auch hierzulande zu einem Regierungswechsel beitragen, denn ist die Not erst groß wird man Schuldige suchen und da wäre Frau Merkel am naheliegensden, denn Trump ist angetreten sein Land zu früherer Größe und wirtschaftlichem Erfolg zu verhelfen und unsere Regierungstruppe macht gerade das Gegenteil und es wird sich zeigen wer sich auf Dauer hält, der Erstgenannte vermutlich länger, denn der ist Generalist von Haus aus und unsere Reingeschmeckten und Angelernten verstehen vielleicht etwas von sozialistischer Umverteilung, wie aber das gesamte Volksvermögen erwirtschaftet und gehalten werden muß, davon wollen sie nichts wissen, denn marxistische Idiologen sehen nur ihren… Mehr

Nichts hinzuzufuegen :
Aus dem Krisenmodus kommen Paris-Berlin-Brüssel nicht mehr raus: Trumps Zollfront, Italiens EU-kritische neue Regierung, eine unkalkulierbare Linksregierung in Spanien, die nach Griechenland riecht – und nur noch ein Jahr bis zu den Wahlen zum EU-Parlament. Ein halbes Jahr Ratsvorsitz Österreich: Mit einem Sebastian Kurz, der seine Spuren hinterlassen will.

Die Dinge bewegen sich. Und das ist gut so.

Deutschland zu erst. Sagt zwar keiner, aber Politik und Wirtschaft handeln so. Allerdings gibt es einen großen Unterschied zur Trump. Er sagt Amerika und meint dessen Bürger. Merkel sagt Deutschland und meint die Welt. Deutschland als Vorreiter für Europa, Klima, Humanität und Menschenrechte ( was immer darunter auch jeder verstehen mag?) Energiewende, Eurorettung, usw.. Alles das dürfen vorwiegend die Deutschen bezahlen, denen es am wenigsten nutzt oder sogar schadet. Es sind vor allen die Malocher, die unsere Staatskassen füllen und mit ihrem Verzicht die Welthandelsüberschüsse Deutschlands erst zulassen. Welthandelsüberschüsse, die sie oft zusätzlich selber noch mit vorher bereits mehrfach versteuerten… Mehr

Europa ist besonders gegenüber Asien doch nicht mehr wettbewerbsfähig. Mir fallen da konkret Medizinprodukte aus Südkorea im Vergleich ein. Dort muß man keine Abgaben an ein überflüssiges Konstrukt wie die EU zahlen. Die Strafzölle werden die Situation für die EU noch verschärfen. Die EU-Mandarine schaufeln sich durch ihren Starrsinn ihr eigenes Grab und das ist doch eine gute Nachricht.

„Die Dinge bewegen sich. Und das ist gut so.“ Danke Präsident Trump. Endlich ein Präsident, der Dinge anpackt und macht, was er angekündigt hat. Für die USA ist er das Beste, was passieren konnte. Ich wäre froh, wenn auch ich Präsident Trump wählen könnte.

I had a dream:

Die EU-Kommission schmeisst Deutschland aus der EU.

Oh happy day, oh happy day, …

Forget it! Never ever,