Ungarns Außenminister Szijjártó beschwert sich bei Bayerns Innenminister Herrmann

Das Europameisterschaftsspiel Deutschland-Ungarn hat ein diplomatisches Nachspiel. Ungarns Außenminister hat sich beim bayrischen Innenminister über den Regenbogenflaggen-Flitzer beschwert. Er unterstellt "politisch künstlich erhöhte Spannung" und "organisatorische Mängel".

IMAGO / PuzzlePix
Ungarns Außenminister Péter Szijjártó

Ungarns Außenminister Péter Szijjártó hat dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann einen Brief geschrieben. Es geht darin um den Vorfall kurz vor dem Anpfiff des Fußball-Länderspiels Deutschland-Ungarn in München am 23. Juni, als während der ungarischen Hymne vor dem Spiel ein Mann mit einer Regenbogenfahne aufs Spielfeld rannte. Es komme zwar vor, schreibt Szijjártó, dass ein Fan auf das Spielfeld rennt, aber dass dies während der Nationalhymne eines der Teilnehmer geschehen sei, sei „empörend“. Es sei „kaum zu erklären, dass die Veranstalter – trotz der vor dem Spiel politisch künstlich erhöhten Spannung – auf einen solchen Zwischenfall sichtlich unvorbereitet waren“.

Screenprint via Facebook / Szijjártó Péter

Szijjártó bittet, ihn über die Bestrafung der Person und die Untersuchung der organisatorischen Mängel zu informieren. Eine Antwort des bayrischen Innenministers sei „in Arbeit“, berichtete ein Sprecher des Ministeriums auf TE-Anfrage. Zum „Sachverhalt“ teilte er mit:

„Gegen die Person, die vor Beginn des Ungarnspiels mit der Regenbogenfahne auf das Spielfeld rannte, wurde ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen eines Vergehens des Hausfriedensbruchs eingeleitet. Die Entscheidung über das Strafverfahren obliegt der Justiz.

Für die Sicherheit im Stadion ist grundsätzlich der Veranstalter zuständig, in diesem Fall die UEFA. Zur Unterstützung bei den Fußball-EM-Spielen stehen in der Fußball-Arena München auch ausreichend Polizeikräfte zur Verfügung. Diese kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn sich ein Gefahrenszenario abzeichnet, das der Veranstalter mit den eigenen Sicherheitskräften nicht bewältigen kann. Wenn der Veranstalter selbst nicht tätig wird, ist es in der Regel nicht Aufgabe der Polizei, an dessen Stelle sein Hausrecht auszuüben. Im Übrigen sind die gemeinsamen Sicherheitsmaßnahmen in einem abgestimmten Sicherheitskonzept festgeschrieben. Selbstverständlich wird die Störaktion seitens des Veranstalters und der Polizei nachbereitet. Bei Bedarf wird das Sicherheitskonzept fortgeschrieben.“

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Kommentare ( 21 )

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Simone
1 Jahr her

„Die Entscheidung über das Strafverfahren obliegt der Justiz.“ Echt?

Mindreloaded
1 Jahr her

Eine Überheblichkeit wie vor 80 Jahren! Wie es ausging haben wohl viele wieder vergessen!

gorbi
1 Jahr her

Gastfreundschaft für ausländische Gäste , die in D Fussballspielen ??
Das war mal. Überall wo es nur ging , Regenbogenfarbe um die Gäste zu provozieren und zu beleidigen. Selbst Hr Söder meinte ,eine Regenbogenmaske tragen zu müssen. Erbärmlich.

Dorothe
1 Jahr her
Antworten an  gorbi

Aber gorbi, Gastfreundschaft gilt doch nur für die geschenkten Menschen. Die vielfach ohne Pässe, oftmals knapp unter 18 Jahren alt, und nicht selten mit einer Kultur im Gepäck, auf die w i r uns einstellen müssen. Kürzlich wurde ein Artikel veröffentlich, der uns erklärt wie man Stichwunden versorgt. Sie sehen also, die neuen Gäste sorgen sogar für unsere Bildung.

Proll27
1 Jahr her

Die Ungarn verdienen unseren Respekt für die Entscheidung, die Kindererziehung bei den Eltern zu belassen. Der gesunde Menschenverstand hat sich nach Südost-Europa zurückgezogen. Möge er von dort aus wieder nach Mitteleuropa einsickern.

Oblongfitzoblong
1 Jahr her

Hier handelt es sich um Gratismut. In Katar wird man aus demselben Grund herrschaftsfreundliche Demonstrationen durchführen, wenn überhaupt. Wir sind so gut, wir sind so gute Menschen!

olympos
1 Jahr her
Antworten an  Oblongfitzoblong

In Katar werden alle ihre … halten. Schmiergeld. Neuer wo bist du? Ungarn sind ein nettes Volk, ueber Deutschland ist jedes Wort, Attrape.

elly
1 Jahr her

 „politisch künstlich erhöhte Spannung“ und „organisatorische Mängel“.
Beides sind Fakten und keine Unterstellungen.

Wilhelm Roepke
1 Jahr her

Ungarn hat recht und ich bin mir nicht sicher, ob der Flitzer nicht Unterstützer bei Polizei, UEFA, Verein oder Stadtverwaltung hatte.

Biskaborn
1 Jahr her

Das ganze Thema wird unter den Tisch gekehrt, da kann sich selbst der ungarische Außenminister einschalten. Man wird ihm sicher die Bestrafung mitteilen, die aber später klammheimlich, wie immer sie auch ausfällt, umgewandelt wird in einen kapitalen Freispruch. Warum, der Mann hat für die gute Sache gekämpft.

hoho
1 Jahr her
Antworten an  Biskaborn

Es wird keiner bestraft. Der Richter wird feststellen dass es für was Gutes gemacht wurde und sonst nichts passiert ist. Es ist nicht immer so aber immer öfter. Besonders wenn die Opfer/Täter Kombo stimmt. Die da oben kümmert es nicht Mal wie das aussieht und was sich manche von uns denken, das zeigt der Vergleich wie Hanau und Würzburg behandelt werden. Wenn irgendwann jemand sich doch wehrt und zwar mit Methoden die vorbei an der fast vollkommen durchseuchten Justiz gehen, dann wird das natürlich das Narrativ von Aufmarsch der Rechte bestätigen. Das ist ein fortgeschrittener Zerfall des Systems – genau… Mehr

Frank v Broeckel
1 Jahr her

Liebe Ungarn, Wenn die deutsche Polizeigewerkschaft GdP die AfD Mitglieder innerhalb der deutschen Polizei aus dem einfachen Grund pausenlos schikaniert, weil diese Leute sogar ausnahmslos sämtliche (!) abgedrängten Dschihadisten und Islamisten, Araber und andere Vorderasiaten und auch sämtliche Nordafrikaner als Ihre eigenen neuen Nachbarn begrüßen WOLLEN, DANN finden die Visegrad Staaten und ich selbst dieses Verhalten der deutschen Polizeigewerkschaft GdP auch weiterhin äußert löblich! Halten Sie diese muslimischen Pilger auf Ihren mühseligen Pilgerreisen in das gelobte Land Westeuropa NIEMALS selbst auf, sondern übergeben diese Leute wirklich schnellstmöglich an Mitglieder der deutschen Polizeigewerkschaft GdP, die ja OHNEHIN sogar sämtliche dieser muslimischen… Mehr

Christoph Mueller
1 Jahr her

Das Verfahren gegen den Regenbogenflagge-Flitzer wird selbstverständlich wegen Geringfügigkeit eingestellt. Oder erwartet irgendjemand etwas Anderes?