Wachsende Verzweiflung in Suhl wegen straffälliger Asylbewerber

Die thüringische Kleinstadt Suhl findet seit Jahr und Tag keinen Frieden mehr. Die dortige Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für Asylbewerber liefert ständig neue Berichte von Randale, Gewaltausbrüchen und Kriminalität. Der Oberbürgermeister sucht verzweifelt nach Auswegen. Am liebsten würde er das Wohnheim ganz schließen.

IMAGO / Karina Hessland
Oberbürgermeister André Knapp (Suhl)

Suhl kommt nicht zur Ruhe – wobei es nicht die Suhler sind, von denen der Unfrieden ausgeht. Das Problem ist eine einige hundert Mann starke Einrichtung, zu deren Errichtung die kreisfreie Stadt durch das Land und letztlich durch die Politik der aktuellen Bundeskanzlerin verpflichtet wurde. Das Erstaufnahmezentrum in Friedberg hat inzwischen einen Ruf weg: Aufstände gegen Quarantäne-Maßnahmen, terrorisierte Busfahrer und unsichere Nachbarschaften sind anscheinend direkte Folgen der Einquartierung von gut 500 Asylbewerbern in der Kleinstadt im südlichen Thüringen.

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Schon im letzten Oktober wurde über eine hohe Anzahl verschiedener Delikte im Umfeld des Asylzentrums berichtet, darunter Sachbeschädigung, Körperverletzung, Drogenmissbrauch und Hausfriedensbruch. 540 Migranten wurden damals in der Einrichtung in Friedberg beherbergt, von denen im gesamten Jahr 2020 mehr als zweihundert Straftaten begangen wurden. Mehr als hundert Mal musste die Polizei im letzten Jahr am Ort sein.

Im ersten Halbjahr 2021 waren es dann vor allem Ladendiebstähle, die mit den Asylbewerbern verbunden wurden. 70 Prozent aller 168 Fälle, die es überhaupt in Suhl gab, gingen auf das Konto von »Flüchtlingen«. In einem Brandbrief an den thüringischen Innenminister sprach Oberbürgermeister André Knapp (CDU) nun von einem »gigantischen Ballast für das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung«. Der OB fordert ein klares Durchgreifen des Staates gegen straffällige Asylbewerber. Der Rechtsstaat müsse handeln.

Knapp bittet »inständig« um eine zweite Einrichtung

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In der Vergangenheit hatte es immer wieder Gewaltausbrüche wegen der coronabedingten Quarantäne gegeben. André Knapp will Randalierer und Gewalttäter nun jeweils innerhalb weniger Stunden in andere Unterkünfte bringen lassen. Und ja, es ist wahr, man hat keine Maschinen ins Land gelassen, sondern Menschen. Aber die Randale und Störmanöver, die sich meist direkt gegen die Einrichtungsmitarbeiter richten, zeigen, dass Kommunikation und Sprache nur ein Aspekt der sich stellenden Probleme sind. Es geht zum Teil um fundamental andere Wertesysteme.

Auch Busfahrer der Städtischen Nahverkehrsgesellschaft berichten von respektlosen und aggressiven Asylbewerbern, die häufig betrunken oder bekifft sind und die Fahrer beleidigen, bedrohen oder auch anspucken. Seitdem gibt es Wachleute in den Bussen. Einige Fahrer hatten sich wegen der täglichen Attacken krankgemeldet.

Laut Knapp sind es etwa hundert alleinreisende junge Männer, die hauptsächlich für Kriminalität und Randale verantwortlich zu machen sind. Diese Gruppe möchte Knapp gerne in zwei Hälften teilen und so »kriminelle und gewaltbereite Gruppen« aufbrechen. Ein Umgang wie mit aufsässigen Schülern. Knapp wünscht sich dafür »inständig« eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) im Freistaat. Zuvor hatte der OB gar eine Petition beim Erfurter Landtag eingereicht, in der er die Schließung der Friedberger Einrichtung forderte. Neben Knapp hatten auch 1.900 Bürger den Aufruf unterschrieben.

Knapps Brandbrief ist ein bisschen wie eine Enzyklika oder EU-Resolution formuliert: »Im Wissen darum, dass Abschiebungen rechtlich kompliziert und zeitlich aufwendig sind, muss es darum gehen, Straftäter und Störer innerhalb von Stunden aus der EAE als Einzelpersonen in Einrichtungen in der Peripherie Thüringens zu verlegen, nicht zuletzt, um die gruppendynamischen Prozesse innerhalb der Problemnationalitäten aufzubrechen.« Mit »schnellem Reagieren« will Knapp »die Delikthäufigkeit in Suhl reduzieren und über die Haftanordnung der Gerichte hinaus deutlich machen, dass der Rechtsstaat handlungsfähig ist«.

Eine Frage des Prinzips: Wie ist mit Straftaten während des Asylverfahrens umzugehen?

Oberbürgermeister mit klaren Worten
Eine Kleinstadt in Angst? Oder überängstliche Provinzler?
Doch aus solchen Zeilen spricht vor allem die Verzweiflung angesichts nicht integrierbarer Zuwanderer, die Knapp offenbar der Abschiebehaft zuführen würde. Doch dank der rot-rot-grünen Schummelregierung besitzt Thüringen keine solche Einrichtung. Zur Not kann man Abschiebehaftplätze in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nutzen. Der Thüringer Innenminister Georg Maier (SPD) möchte auch keine neue Flüchtlingsunterkunft in seinem Land errichten. Trotzdem findet er Knapps Vorschlag mit der Umverlegung gut. Aber wohin soll nun verlegt werden, wenn keine andere Unterkunft zur Verfügung steht? Auch der Minister weiß, dass es »Bewohner mit langen Vorstrafenregistern« gibt, die andere Insassen in kriminelle Machenschaften hineinzögen.

Inzwischen bewachen Polizisten die Einrichtung rund um die Uhr. Zusätzliche Streifen in den umliegenden Wohngebieten gibt es schon seit einiger Zeit. Kann das die Lösung sein? Deutschland importiert täglich tausende angeblich schutzsuchende, hilfsbedürftige Menschen, weil dieselben das Bundesgebiet zufällig auf dem Land- oder Luftweg erreicht haben. Aber die Bürger des Gastlandes dürfen keinen Respekt vor den landestypischen Regeln und staatlichen Gesetzen erwarten?

Was folgt aus Randale und Rechtsbrüchen? Sind mindere Gesetzesverstöße auch dann noch weniger gewichtig, wenn sie in offensichtlicher Verletzung des Gastrechts, noch vor Abschluss eines Asylverfahrens geschehen? Es bleibt – schon beim ersten Schritt der Asylbewerber in diesem Land – beim Scherbenhaufen der offenen Fragen.

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Kommentare ( 230 )

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AlpenLady
1 Monat her

Aus der heutigen Allgäuer Zeitung:
„Eine 85 Jahre alte Frau ist am Samstagmorgen in Weingarten (Landkreis Ravensburg) vergewaltigt worden. Nach Angaben der Polizei war das Opfer gegen 9 Uhr in einem dichten Gebüsch in der Abt-Hyller-Straße mit schweren Verletzungen aufgefunden worden. 
Nach ersten Erkenntnissen hatte der Täter die Frau zu Boden gestoßen und dann auf die Frau eingeschlagen. Im Anschluss verging sich der Täter an der Frau und ließ sie dann liegen. “
.
Frau Merkel dafür sind sie verantwortlich!!
.
Macht sie lächerlich, jeden Tag mehr…. streut Sand ins Getriebe, jeden Tag 1 Körnchen Wahrheit mehr….

Martin Mueller
1 Monat her
Antworten an  AlpenLady

Natürlich trägt die Merkel-Administration für dergleichen Straftaten an der eigene Bevölkerung eine Mitverantwortung: Beim Hunderttausendfachen Reinlassen von potenziellen Gewalttätern und beim Nicht-Anschieben von tatsächlich straffällig gewordenen Asylbewebern…

Eigentlich gehören die Herrschaften deswegen vor Gericht…

Den damit verbundenen Eidbruch mal gar nicht erwähnt…

zweisteinke
1 Monat her

Ausweg? Na ja vielleicht denken Sie Mal darüber nach, für welche Produkte Suhl weltberühmt ist!
Damit meine ich nicht die Kleinkrafträder.

fatherted
1 Monat her

In einigen Hochwasser-Gebieten formieren sich gerade „Bürgerwehren“ gegen Plünderer, die die leeren Häuser ausräumen und nach „wertvollen“ suchen oder die Sachen die zum trocknen draussen stehen „mitnehmen“. Polizei?….aber aber…die haben doch wichtigeres zu tun….sicher Masken-Streife fahren. Insofern…lieber Suhler….nehmt euch ein Beispiel….ist halt mühsam…tagsüber arbeiten….nachts in Schichten Streife gehen. Und wer „wacht“ tagsüber? tja….Polizei sicher nicht.

Christoph_Koehler
1 Monat her
Antworten an  fatherted

Und wer oder was sind diese Plünderer? Ja, genau! Letztens kam mir die Schilderung eines Ehepaares aus dem Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz zu Ohren, das quasi alleine im „Niemandsland“ ausharrt, um die kläglichen Überreste der eigenen Habe zu bewachen. Demzufolge fallen diese, im wahrsten Sinne des Wortes „finsteren“, Gestalten nachts zu Fuß über die Hügel und durch die Wälder mit Rucksäcken und Taschenlampen ein, da sämtliche Straßen nach wie vor unpassierbar sind. Sie durchwühlen die verlassenen Häuser der Nachbarschaft nach Wertsachen und werden dabei offensichtlich weder von Gewissensbissen noch von Ordnungskräften gestört. Die sorgen in den auf der Straße erreichbaren Gegenden… Mehr

Bert vom weit weit weg
1 Monat her

„Laut Knapp sind es etwa hundert alleinreisende junge Männer, die hauptsächlich für Kriminalität und Randale verantwortlich zu machen sind. Diese Gruppe möchte Knapp gerne in zwei Hälften teilen“
Warum, die passen bequem in ein Flugzeug mit Ziel Afghanistan. Und um Randale an Bord zu verhindern legen wir die Racker mit etwas Gas schlafen, bis die Schutzsuchenden wieder in Kabul wach werden.

zweisteinke
1 Monat her

Der will WAS??? Also ich finde die Methode des Zweiteilens nicht so ganz effizient, doch könnte ich dem eine gewisse „abschreckende Wirkung“ nicht absprechen. Auch der zweite Weg könnte noch optimiert werden. So zum Beispiel ist „Gas“ sehr, sehr negativ besetzt, wenn es in Verbindung oder gar zu Kontakt mit Menschen in geschlossenen Räumen kommt.

Olaf W1
1 Monat her

Naja, warum trennen? Wer sagt denn, dass Flüchtlinge ein Recht auf Freizügigkeit haben? Interessanterweise sind in der muslimischen Welt, wie z. B. in Jordanien, die Flüchtlings-Camps mit Sicherheitszaun, Stacheldraht und Militärbewachung samt Wachtturm ausgerüstet. Frei rumlaufen darf da kein Flüchtling. Aus gutem Grund wie man sieht. Wird randaliert, fliegen in die Zelte und in die Menge Tränengas und Gummigeschosse. Der Tumult hat auch zur Folge, dass es eben mal an dem Tag kein Essen oder Wasser gibt. Sollten wir auch so handhaben können in Europa. In Griechenland große Lager aufstellen, die Leute internieren, registrieren, prüfen und umgehend wieder abschieben. Sicherheitshalber… Mehr

Zonen Gaby
1 Monat her

Bisher gibt es eine strikte räumliche Trennung zwischen Verursachern und Leidtragenden der Willkommenskultur. Diejenigen, die sich ein gutes Gewissen leisten und Motive nicht hinterfragen, leben oftmals als Salon-Linke in den besseren Stadtvierteln und haben mit dem Prekariat üblicherweise im Alltag nicht viel zu tun, das sollte als erstes geändert werden. Asylbewerberheime, Erstaufnahme-Einrichtungen – egal wie diese heißen – sollten immer dort platziert werden, wo die meisten Wähler der Linken und Grünen wohnen, mit dem Argument, dass diese die Asylbewerber ohnehin besser integrieren können. Sehr zügig werden die Zustände etwas realistischer eingeschätzt, wenn nicht mehr nur die Busfahrer, Polizisten und Ladenbesitzer… Mehr

Thomas Grote
1 Monat her

So ganz verstehe ich den werten Herrn Knapp nicht. Er ist als Mitglied der CDU Teil des Systems, welches in einer Form des Alleinganges der Merkel dieses Desaster uns allen bescherte. Wenn er sein jetziges Beschweren ernst meinte, so könnte er sich dem Merkel-Mainstream widersetzen und Fakten schaffen. Schliessung der Einrichtungen und fertig. Kann er aber nicht, weil er sofort weg von Fenster wäre. Also lieber jammern und Nebelkerzen werfen.

Mertens
1 Monat her

Bitte verzeihen Sie mir, wenn ich das nicht zu Ende lesen kann, aber mein Blutdruck war bei „ der Rechtsstaat müsse handeln“ bereits im roten Bereich. Es ist einfach nicht mehr zum Aushalten: Sie werden immer mehr, es wird immer schlimmer und keine Abhilfe in Sicht, nicht einmal ansatzweise irgendwo wenigstens ein bisschen guter Wille zugunsten der schon immer Hiergewesenen zu erwarten Ich könnte ausflippen.,. Und wenn ich an Afghanistan denke, wird mir übel. Was kommt da auf uns zu?

AlpenLady
1 Monat her
Antworten an  Mertens

… weitere 10.000 Afghanen
lt. Interview mit Kanzlerkandidatin A.Bärbock,
bestätigt mit ca. 10.000 Afghanen lt. Interview mit Kanzlerkandidat Laschet.
.
macht sie lächerlich, immerwieder….. streut Sand ins Getriebe, jeden Tag 1 Körnchen mehr…

Martin Mueller
1 Monat her

Ab wann spricht man eigentlich von einem einer „verbrecherischen Regierung“?

Wenn Raub, Vergewaltigung, Mord an der eigenen Bevölkerung quasi zuhauf von der eignen Regierung toleriert wird, die Regierung faktisch so gut wie nichts zur Beendung diese Situation unternimmt, immer mehr zuhauf solch potenzielle Täter ins Land lässt , den Tätern immer wieder einen Persilschein ausstellt – ist das dann eine verbrecherische Regierung?

Ich denke, ja!

Brigittchen
1 Monat her
Antworten an  Martin Mueller

Ja, die haben wir bereits.

ketzerlehrling
1 Monat her

Eine zweite Einrichtung, die wird es brauchen. Denn mehrere Millionen Afghanen wollen nach Deutschland. Ein bisschen Geduld und sie bekommen mehr Flüchtlinge, als ihnen lieb ist. Ich denke, die Deutschen, die weder diese irre Massenmigration, die verkorkste Energiewende und den Corona- sprich Klimaterror nicht wollen, sollten entweder auswandern und/oder in DE Enklaven bilden, wo niemand sonst Zutritt hat und sich untereinander besser vernetzen.