Özdemir will auch Werbeverbote für Milch, Käse und Butter

Bislang war nur von einem Werbeverbot für zuckerhaltige Nahrungsmittel die Rede. Laut einem Entwurf aus Cem Özdemirs Ministerium für Verbraucherschutz sollen davon auch viele Milchprodukte, Brotarten und Säfte betroffen sein.

dts Nachrichtenagentur

Das von Bundesernährungsminister Cem Özdemir (Grüne) geplante Werbeverbot für zuckerhaltige Produkte ist offensichtlich viel weitreichender als bisher angenommen. Das berichtet Bild unter Berufung auf den Referentenentwurf. Danach sind auch Werbeverbote für Milchprodukte, Brotarten sowie Obst- und Gemüsesäfte vorgesehen. So dürfen Milch und Milchgetränke, Getränke aus Soja, Nüssen oder Saaten weder Zucker noch Süßstoff enthalten, um beworben zu werden. Käse und Quark dürfen nur noch 20 Gramm Gesamtfett und 1,3 Gramm Salz enthalten (pro 100 Gramm), zitiert Bild aus dem Entwurf. Bei Butter und weiteren Fettaufstrichen dürfen Produkte mit über 20 Gramm gesättigter Fettsäuren und 1,3 Gramm Salz (pro 100 Gramm) nicht beworben werden.

Bei Buttermilch, saurer Milch und saurem Rahm, Joghurt, Frischkäse, gesüßten Quarkzubereitungen etc. gilt diese Höchstgrenze bei 2,5 Gramm Fett und 10 Gramm Zucker (pro 100 Gramm). Ein Komplettverbot ist für die Bewerbung von Kuchen, süßen Keksen und ähnlichem Kleingebäck vorgesehen. Auch Teig zur Herstellung dieser Backwaren und gebackene oder gekochte Desserts sind davon betroffen.

Özdemirs Politik für nachhaltigere Ernährung
Grüne Ernährungsstrategie
Zudem sind Schokolade (auch weiße) und andere Kakaoprodukte, Müsliriegel und süße Aufstriche von einer an Kinder gerichteten Bewerbung ausgeschlossen, zudem Speiseeis und Energydrinks. Auch Knabberartikel dürfen keinen Zucker enthalten und nur noch 0,1 Gramm Salz (pro hundert Gramm), um nicht unter das Werbeverbot zu fallen. Säfte (100-prozentige Obst- und Gemüsesäfte, Säfte aus Saftkonzentraten) dürfen weder Zucker noch andere Süßungsmittel enthalten, um beworben zu werden.

Auch verarbeitetes oder haltbar gemachtes Obst, Gemüse und verarbeitete oder haltbar gemachte Hülsenfrüchte dürfen nur noch zehn Gramm Zucker (pro 100 Gramm) enthalten. Das geplante Verbot soll für Werbung gelten, „die ihrer Art nach besonders dazu geeignet ist, Kinder zum Konsum zu veranlassen oder darin zu bestärken“. Betroffen sind zwischen 6 und 23 Uhr alle Medienarten und Werbemöglichkeiten, darunter Werbung im Hörfunk, Internet, in Zeitungen, auf Videoplattformen.

Auch Außenwerbung und Sponsoring wird verboten. Vorgesehen sind Geldbußen von bis zu 30.000 Euro, heißt es laut Bild in dem Entwurf.

(dts)

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Kommentare ( 152 )

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caesar4441
8 Monate her

Solange nur ein Werbeverbot gilt ,es es noch auszuhalten .Aber dem Werbeverbot wird ein Verkaufsverbot folgen.

Gabriele Kremmel
8 Monate her

Fachfremde Politiker als Gesundheitsapostel empfinde ich als übergriffig. Die Bürger können alleine entscheiden, was sie essen und Özdemir weiß nicht, was gesund oder ungesund ist, und wie die Essgewohnheiten der Verbraucher sind.
Milchprodukte mit den natürlichen Milchfetten sind absolut nicht ungesund, zählen zu den hochwertigen Fetten und sind wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. Wenn es Leute gibt, die aus Gründen oder falschem Essverhalten fettleibig sind, dann ist es nicht Sache der Politik, allen eine Diät zu verordnen.
Wer fetthaltige Milchprodukte verteufelt, zum Drogenkonsum aber verschweigt, der sollte besser zum Thema gesunde Lebensweise schweigen.

kb
8 Monate her

Wann werden eigentlich die Wahlplakate der Grünen mit Ricarda Lang verboten?

ssasse
8 Monate her
Antworten an  kb

Ricarda ist body positiv. Ein Opfer der bisherigen Werbung. Mit Cem wäre das nicht passiert.

AngelinaClooney
8 Monate her

Als erstes sollen alle Politiker, die diesem Gesetz zustimmen würden, sich einen gesunden BMI antrainieren.

dubium
8 Monate her

Demnächst mit Bildern von Adipösen (m.w.d.) auf den Produkten wie auf Zigarettenschachteln…..

Juergen P. Schneider
8 Monate her

Wer könnte besser wissen, was für die Gesundheit unserer Kinder gut ist, als ein Sozialpädagoge, der auf seinem Balkon Cannabis anbaut? 🙂

J. Braun
8 Monate her
Antworten an  Juergen P. Schneider

Sie haben außer seinen Hobbies und seiner Ausbildung noch seine Religionszugehörigkeit und seine Herkunft vergessen zu erwähnen. Und, wie viele ihn und seine maoistische Partei gewählt haben. Und dann sollte dabei auch nicht vergessen, wie viele es immer noch nicht begriffen haben und unverdrossen denen und ihren Steigbügelhaltern die Stimme geben. Solange sich das nicht ändert, ändert sich gar nichts.

Kuno.2
8 Monate her

Die Milchindustrie wirbt doch besonders gern im Fernsehen, auch im „öffentlich-rechtlichen“. Will also Habeck diese Einnahmen, die dann wegfallen würden, durch höhere Rundfunksteuern ausgleichen? Die sozialistische Planwirtschaft war letztlich eine Gewaltherrschaft, aber davon hat Habeck in seinen Kinderbüchern wohl nichts gelesen.

J. Braun
8 Monate her
Antworten an  Kuno.2

Was ist „Werbung“? Zählt dazu nicht auch der Supermarkt-Prospekt, der dann in Zukunft ziemlich eindampfen dürfte?

c0benzl
8 Monate her

Den einfachen Weg, Zucker/Glukosegehalt in Prozenten auf der Verpackung verpflichtend anzuschreiben, will man nicht gehen?

Da koennte ja der Konsument selbst entscheiden – so ohne Verbote und Bestrafungen und politisches Kleingeld. Wird also nicht passieren …

J. Braun
8 Monate her
Antworten an  c0benzl

Und was soll das bringen? Die Italiener gehen ja nicht ohne Grund gegen diese blödsinnige Ampel vor, die die Großindustrie auf ihre Verpackungen zu drucken pflegt. Was habe ich davon, wenn auf einer Tube scharfen Senfs zu lesen ist, wie viel Fett und Zucker die pro Kilo enthält? Wer so was braucht, der kauft auch Bio, das dann nicht mit Pflanzenschutzmitteln, sondern Pflanzenschutzmitteln behandelt ist (das war Absicht), denn wenn die Ware nicht absolut einwandfrei ist, kauft die keiner und ohne Behandlung ist sie nicht einwandfrei. Dieses ganze Getue ist reine Schaumschlägerei. Manche Leute sind zu fett, weil sie zu… Mehr

dienbienphu
8 Monate her

Was für ein Unsinn… Sinnvoll wäre es aus meiner Sicht Alkohol aus Lebensmittelmärkten zu verbannen und in separaten Geschäften anzubieten. Das machen viele Länder so. Warum wir eigentlich nicht?

Juergen P. Schneider
8 Monate her
Antworten an  dienbienphu

Ich kann ihr Plädoyer verstehen. Aber Fakt ist auch, wer saufen will, besorgt sich das Zeug, egal wie schwer es zu bekommen ist.

sunnyliese
8 Monate her

Demokratie „Auf Wiedersehen“. Es wird nur noch Politik gegen den deutschen Bürger gemacht. Wann wird der „Michel“ endlich wach und schickt diese grünlackierten Stalinisten samt ihrer Hygiene-, Gender- und Ökodiktatur endlich auf den Mond?