Sie lasen laut aus der Bibel vor: Touristen in Hagia Sophia festgenommen

Der Besuch in einem der bedeutendsten Bauwerke der Welt endete für ein russisches Ehepaar in Handschellen: In der Hagia Sophia, die seit 2020 wieder als Moschee genutzt wird, sollen die Touristen laut aus der Bibel vorgelesen haben. Die Polizei nahm die beiden wegen „Anstiftung zu Hass und Feindseligkeit" fest.

IMAGO / ZUMA Press Wire

Die beiden Touristen wurden im Besucherbereich der Hagia Sophia von Sicherheitskräften verhaftet, berichtet die Deutsche Presse-Agentur und die russische Nachrichtenagentur Tass. Die Polizei übergab das Ehepaar anschließend der Migrationsbehörde. Das russische Konsulat in Istanbul hat die Recherchen zu diesem Fall aufgenommen und steht in Kontakt mit den Betroffenen. Gegen das Ehepaar werde wegen Verstoßes gegen Artikel 216 des türkischen Strafgesetzbuches ermittelt wird – ein Paragraph, der die „öffentliche Anstiftung zum Hass“ unter Strafe stellt.

Der Zwischenfall ereignete sich bereits am vergangenen Dienstag: Laut Augenzeugenberichte hätten die Russen im oberen Galeriebereich – der für Besucher zugänglich ist – laut aus der Bibel vorgelesen. Ob dies eine bewusste Provokation oder eine spontane religiöse Handlung war, ist Gegenstand der laufenden Untersuchung.

Die Hagia Sophia ist kein reines Museum mehr, sondern eine Moschee. Laut türkischem Recht dürfen Besucher religiöse Handlungen anderer Konfessionen dort nicht ausüben.

Die Hagia Sophia zählt zu den beeindruckendsten Bauwerken der Weltgeschichte: Im 6. Jahrhundert von Kaiser Justinian als christliche Kathedrale errichtet, war sie fast ein Jahrtausend lang das größte Gotteshaus der Christenheit. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 wurde sie zur Moschee. Mustafa Kemal Atatürk wandelte sie 1934 in ein Museum um – ein Symbol der säkularen Türkischen Republik. Präsident Recep Tayyip Erdoğan sah das anders: Im Jahr 2020 wurde die Hagia Sophia wiedre zur Moschee. Dieser Schritt löste weltweit Proteste aus, vor allem in der orthodoxen Christenheit. Die UNESCO äußerte damals Besorgnis über den Erhalt des kulturellen Erbes.

Das russische Konsulat prüft derzeit die Lage der festgenommenen Staatsbürger, die in eine Internierungslager für Migranten gebracht worden sind. Russland und die Türkei pflegen enge Beziehungen, dennoch könnten derartige Vorfälle Folgen haben: In orthodoxen Kreisen wird der Fall als weiteres Zeichen gesehen, dass christliche Präsenz in der Hagia Sophia zunehmend eingeschränkt wird.

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Kommentare ( 21 )

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Beulenkopfmaulbrueter
3 Stunden her

Nun, man muss sie sicher nicht gleich in Handschellen abführen und in ein Internierungslager stecken, wobei dies vielleicht ohnehin nicht mehr nötig gewesen wäre, hätte der Vorfall während des Freitagsgebets stattgefunden. Prinzipiell haben die Türken da aber völlig recht, man provoziert einfach nicht auf diese Weise in religiösen Stätten gleich welcher Konfession. Wesentlich bedenklicher finde ich dagegen, wenn Menschen verhaftet werden weil sie still im öffentlichen Raum beten, wie mehrfach in UK geschehen, oder, wie vor einigen Wochen am Brandenburger Tor, von der Polizei vertrieben werden weil sie aus der Bibel vorlesen. Wogegen muslimische Massengebete in Parks oder auf Straßen… Mehr

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
3 Stunden her

Vollkommen in Ordnung. Was sollen solche Aktionen, in fremden Ländern die Bevölkerung zu provozieren, indem man in der Öffentlichkeit seine religiösen Psychosen ausleben muss?

Man stelle sich vor, türkische Touristen würden im Kölner Dom laut aus dem Koran vorlesen.

Genauso wenig will ich hier auf öffentlichen Straßen Leute sehen, die ihre Gebetsteppiche auf der Straße ausrollen und ihre religiösen Geisteskrankheiten als Machtdemonstration im öffentlichen Raum ausleben. Im Frankfurter Nordwesten wird regelmäßig eine Straße für so eine „Pop-up-Moschee“ blockiert. Im doofen Deutschland lässt man sich so etwas natürlich gefallen, aber woanders eben nicht.

ceterum censeo
3 Stunden her

Haben sich Kirsten Fehrs (Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche) und Bischof Heiner Wilmer (Katholische Kirche) in der devoten Haltung der christl. Kirche zum Islam schon positiv dazu geäußert?

na sowas
3 Stunden her

Die Türken wollen nicht, dass in ihrem Land, christliche Gebete gesprochen werden (ich beziehe diese Aussage nicht nur auf die Hagia Sophia, sondern auf die ganze Türkei), jedoch sollen islamische Gebete, in ganz Deutschland, akzeptiert werden. Genau das sind die Verhaltensweisen, die Unfrieden bringen. Abgesehen davon, mit welcher Vehemenz, diese Religionen, den Anspruch für sich geltend machen, die Beste zu sein

bfwied
3 Stunden her

Ich nehme als sicher an, dass in den deutschen Mainstreammedien kein Wort darüber verloren wird, denn es widerspricht ja dem Narrativ, dass der Islam so unendlich friedlich und offen wäre. „Wäre“, denn er ist es eigentlich bekanntlich nicht, man lese nur den Koran und beobachte in den STädten, was geschieht. Die Anhänger des unendlichen Gutmenschentums, die alles tolerieren, sogar die Verbrechen der anderen verstehen können und entschuldigen – durch Beschuldigen der weißen Bürger -, machen das autochthone Volk zu Prügelknaben. Sie erscheinen somit als schwach, was die durch die Religion vorgegebene Überlegenheit bestätigt und verstärkt. Bei uns können sie den… Mehr

Deutscher
4 Stunden her

Religiöser Aktivistenbullshit. Sie wussten genau, dass es eine dämliche Provokation ist. Festnahme korrekt!

Schwabenwilli
1 Stunde her
Antworten an  Deutscher

Festnahme nicht korrekt für ein Land das in die EU will und in der Nato ist.

PaulKehl
4 Stunden her

Dasselbe kann Leuten im Wertewesten passieren, wenn sie vor einer Abtreibungsklinik beten.

Supersilent
4 Stunden her

Ein Paradebeispiel was uns erwartet, geht die Islamisierung Europas so weiter. Wir sind schon jetzt fast Gäste im eigenen Land, müssen öffentliches beten von Mulimen ertragen mit der Begrüdung das gehört zur kulturellen Vielfalt, dürfen keine Kritik üben sonst sind wir Nazis. Schon jetzt sind linke Parteien von Muslimen unterwandert.Sie werden uns häppchenweise ihre Denkweise aufzwingen. Noch sind sie in der Minderheit, haben sie die Mehrheit werden sie bestimmen was in diesem Land erlaubt ist und was nicht und alle „Ungläubigen“ haben sich dann zu unterwerfen. Toleranz geht für mich genau so weit wie jene, die sie einfordern, selber bereit… Mehr

Last edited 4 Stunden her by Supersilent
Juri St.
4 Stunden her

Und hier beklatschen die christlichen Kirchen die muslimische Landnahme.

eifelerjong
5 Stunden her

Aber provokantes Benehmen der Mitglieder der angeblichen „Religion des Friedens“, im Besonderen der türkischen, muß ich mir hierzulande gefallen lassen?

Last edited 5 Stunden her by eifelerjong