Keine Wende im Gelände

Die Klimahysterie zeigt Wirkung. Wie weit ist der Weg vom Klimanotstand bis zu Notstandsgesetzen? In fast allen Medien werden illegale Besetzer, Landfriedensbrecher und Straftäter als „Kohlekritiker“ und „Klimademonstranten“ verharmlost. Sie sitzen selbst in den Redaktionsstuben – die Aktivisten.

Till Rimmele/Getty Images
Counter demonstration against anti-coal activists blocking a railway used for transporting coal from the nearby Jänschwalde open-pit coal mine on November 30, 2019 near Jänschwalde

Einen Anlass gibt es immer. Diesmal ist es die Klimakonferenz in Madrid, die einige Öko-Krieger zum Anlass nehmen, ganze Landstriche wie die Lausitz und den Leipziger Südraum heimzusuchen.

Nach außen hin sprechen alle Seiten im Nachhinein von einem „ruhigen“ Verlauf. Sowohl die Organisatoren als auch die Polizei sind zufrieden, dass es keine härteren Zusammenstöße gab. Die Nachrichten im Ticker des Energieunternehmens LEAG bleiben nüchtern. Von drei verletzten Polizisten wird berichtet, verletzte Demonstranten gab es offenbar nicht. Auch keine Festnahmen oder Feststellungen von Identitäten. Anzeigen des Unternehmens dürften wieder im Sande verlaufen. Eine milde Staatsmacht ermutigt.

Die kühle Witterung leistete wohl ihren Beitrag, dass keine „Klimacamps“ errichtet wurden und der großflächige Landfriedensbruch über Tage anhielt. Sehr unangenehme Erinnerungen verbinden die meisten Menschen in der Lausitz mit den Vorfällen von Pfingsten 2016. Damals kam es zu umfangreichen Sachbeschädigungen, gefährlichen Eingriffen in den Bahnverkehr und zum Sturm auf das Kraftwerk Schwarze Pumpe:

Diesmal waren Polizei, Unternehmen und Politik anders vorbereitet. Eine breite Front öffentlicher Stimmen äußerte sich im Vorfeld besorgt und mahnte zur Besonnenheit. IHK, Handwerkskammer, Gewerkschaften, Kommunalpolitiker, der evangelische Kirchenkreis Cottbus, die LEAG sowieso, stimmten inhaltlich überein. In der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung verabschiedeten CDU, AfD, SPD, Linke, FDP und Bürgerbündnis eine gemeinsame Erklärung mit dem Aufruf zur Gewaltlosigkeit. Die Grünen waren dagegen (1*).

Der neue brandenburgische grüne Umweltminister Axel Vogel äußerte sich ebenso mäßigend im Vorfeld, dabei hätte er auch den kurzen Dienstweg nutzen können. Eine der führenden Köpfe von „Ende Gelände“, Ricarda Budke, ist die Tochter der grünen Landtagsabgeordneten Petra Budke. Diese sammelte ihrerseits erste Krawallerfahrungen schon in Wackersdorf und zog später nach Berlin, um den Osten zu vergrünen. Später als Landesvorsitzende in Brandenburg gewählt, ging eine ihrer ersten Äußerungen in die Richtung der Kohleunternehmen. Sie mögen doch keine Azubis mehr ausbilden, weil die keiner mehr brauche. Die Rückfrage, wo bei den „Erneuerbaren“ die Lehrstellen zu finden seien, blieb unbeantwortet.

Jeder Gewaltanfang ist gefährlich
Jänschwalde: Wissen "Klimaaktivisten", womit sie hantieren?
Ähnlich schlichten Gemüts äußerte sich nun Ricarda Budke im Interview (2*). Sie schwadroniert vom zivilen Ungehorsam und will damit eine Grauzone für Straftaten öffnen. Selbst der Bezug zum zivilen Ungehorsam in der DDR ist ihr nicht zu schräg. Dabei ist sie es und ihre ideologischen Verbündeten, die Verbote, Strafen und eine „Klimajustiz“ fordern. Andernorts ließ sie verlauten: Wer Gewalt ausübt, gehört nicht zu uns. So einfach kann man es sich machen. Für die Bürger in Chemnitz würde das nicht gelten.

Die Besetzung von Tagebauen und Gleisanlagen zwang die Betreiber, die Kraftwerksleistung in Jänschwalde zu drosseln, um einen Kraftwerksausfall durch Kohlemangel zu vermeiden. Achillesferse der Versorgung war in diesem Fall die Fernwärmeversorgung von Cottbus und Peitz, die so lange wie möglich sichergestellt werden sollte und was auch gelang. Für eventuelle Einschränkungen am Kraftwerk Schwarze Pumpe hatte man sich schon vorbereitet und extern beheizte Turnhallen als Notunterkünfte für die Bürger in Spremberg und Senftenberg organisiert. Schwieriger wäre es für die dortigen Krankenhäuser geworden. An irgendwelche Entschädigungen für entgangenen Stromverkauf und die Kosten für die Vorsorgemaßnahmen ist nicht zu denken.

Die Beschäftigten hatten selbst im Vorfeld durch zahlreiche Aktionen auf die zu erwartenden Probleme aufmerksam gemacht. Der Verein Pro-Lausitzer-Braunkohle hatte es sogar geschafft, eine große Podiumsdiskussion mit jungen Bergleuten und Vertretern von „EndeGelände“ an der Uni in Cottbus zu organisieren. Dennoch mussten sie sich vom Cottbuser Grünen-Fraktionschef Weißflog „aggressiver öffentlicher Auftritte“ bezichtigen lassen.

Die Bevölkerung der Region lehnt die Aktionen der Öko-Krawallos mit überwältigender Mehrheit ab. Befürchtungen, Aktionen von Selbstschutz und Selbstjustiz könnten zu einer Gewaltspirale führen, haben sich nicht bewahrheitet. Dennoch ballen immer mehr Menschen die Faust in der Tasche, der politische Schaden ist immens. Es dürfte feststehen, dass die aufgeputschten jungen Leute, meist aus abgesichertem großstädtischem Milieu stammend und ohne Migrationshintergrund, dafür mit schlechter werdendem Bildungshintergrund, wiederkommen werden.

Der Widerstand und der Wille zur Selbstverteidigung werden zunehmen. Die Spaltung des Landes geht weiter.

Ein Dank an die vielen Polizisten von Bund und aus mehreren Ländern, an Rettungskräfte, Feuerwehrleute und Wachschützer und alle die halfen, die Auswirkungen zu begrenzen – und dabei auf das Adventswochenende weitgehend verzichten musste. Gute Besserung den verletzten Politzisten.

Blockierte Blockierer: Ein Bus der Ökoextremisten wird von Kohle-Befürwortern auf dem Stadtring in Cottbus aufgehalten (Quelle: facebook)

1) „Lausitzer Rundschau“ v. 29.11.2019, S. 10
2) „Lausitzer Rundschau“ v. 30.11.2019, S. 19


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Kommentare ( 43 )

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43 Kommentare auf "Keine Wende im Gelände"

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Es ist „Öko-Terrorismus“, nur das keine Menschen getötet werden ABER Einschnitte ihn ihrem Leben vorgenommen wird.

Wichtig: bei Stromausfällen kann es zu Toten durch Ausfall von Signalanlagen oder anderen technischen Ausrüstungen kommen. Oder nochmal das Grüne Gewölbe ausgeräumt werden.

Sie schreiben es selbst: Tote durch Ausfall der Technik! Das ist Terrorismus der Dummheit-pur. Terror ist Terror und hat gleich behandelt zu werden. Solange das nicht so gesehen wird, solange man dem Gedöns glaubt, dass sie „nur“ die Welt, die Menschheit retten wollen, nur sie sähen, was gemacht werden müsse und deshalb hinderliche Gesetze und Verhaltensweisen niederreißen müssten, so lange können die stetig voranschreiten, genauso wie es kleine Kinder tun im Trotzalter, die austesten, wie weit sie gehen können. Ein solches Verhalten kennt keine Grenzen, des ist das Drachentöterprinzip, nach dem der Kämpfer schließlich, nachdem er alle getötet hat, eingebildeten… Mehr

Es wird noch richtigen Terror geben, und damit meine ich nicht harmlose Demonstrationen. Der Weg ist geebnet für ein totalitäres System, 80 % haben sich bei der Wahl dafür entschieden. Die RAF war nur ein Kindergeburtstag, wenn ich mir die Parolen der linksgrünen Nazis so anschaue. Die Unis und Schulen sind voll von geistig abgestumpften willenlosen Zombies. Diese „ Aktivisten“ werden auch vor Anschlägen mit vielen Toten nicht mehr lange zurückschrecken, dies zeigt uns doch die Geschichte von Stalin ganz genau.

Hatten die Grünen in Brandenburg und Sachsen nicht vor den Koalitionsverhandlungen groß getönt: Bei einer grünen Regierungsbeteiligung gibt es keine neuen Braunkohle-Abbaufelder, keine Dörfer, die geräumt werden müssen und schneller Ausstieg aus der Braunkohleverstromung? Ich gehe davon aus, das haben sie durchgesetzt. Warum dann also die Proteste gerade in diesen beiden Bundesländern mit grüner Regierungsbeteiligung?

Übrigens lese ich gerade, dass in Sachsen die Afghanistan-Koalition (Kenia enthält zusätzlich die „Farbe“ weiß in den Nationalfarben) ihren Koalitionsvertrag vorgestellt hat.

Die Grünen leiten künftig das Ministerium für Energie, Umwelt und Landwirtschaft sowie das Justizministerium.

Dann sind solche Aktionen prinzipiell nicht mehr nötig, denn dann werden die Abschalter mit Regierungskarossen ins Kraftwerk gefahren.

Ja, Landwirtschaft an die Grünen. Das ist meiner Ansicht nach eine Verhöhnung der Bauern in Sachsen! Noch mehr Windmühlen! Und Justiz an die Grünen, um Rääächtz noch konsequenter zu verfolgen? Wird dann ganz Sachsen ein Connewitz werden sollen? Fraglich, ob sich die Sachsen das bieten lassen. Irgendwo, besagen Gerüchte, haben schon Bundschuhe gestanden. Die CDU hat die Wäbler in Sachsen *********** (was hier stehen könnte, mag jeder selbst aussuchen), die Rechnung ohne den Wirt (Kretschmer bedeutet eben Wirt) machen lassen.

Am besten fand ich aber doch die Parole des Pro-Kohle-Bündnisses „Blackout Lausitz“:

„ Wir sind eure Steckdose – bei jedem Wetter“.

Das ist nicht nur witzig und fachlich korrekt, sondern auch dem technischen Sachverständnis des Gegenübers angemessen – eine Grundvoraussetzung gelingender Kommunikation ;-).

Das sind keine Aktivisten, das sind Kriminelle, und so sollten sie auch behandelt werden. Oder würde jemand auf die Idee kommen, islamistische Terroristen als islamische Aktivisten zu bezeichnen? Schon diese verharmlosende Bezeichnung dieser Figuren, ob sie in der Lausitz oder am Mittelmeer zugange sind, zeigt die Mildheit, mit der ihr verbrecherisches Handeln seitens der geneigten Obrigkeit und ihrer Lakaienjournaillie beurteilt wird. Und daß die Grünen gegen Gewaltlosigkeit waren, überrascht nicht. Immerhin liegen ihre Wurzeln bei den gewaltbereiten 68igern und ihrer RAF-Nachkommenschaft. Die Grünen sind der Wolf im Schafspelz, in gleichem Maße wie die kommunistische Linke.

Wenn die Presse genauso über ISIS berichten würde, wie über die Grünterroristen, würde auf einmal überall stehen, dass ISIS vielleicht irgendwo ein kleines bisschen übertrieben hat, aber es doch alles tolle Leute sind, die nur die Welt davor retten wollen, dass wir alle als falschgläubige in der Hölle landen…

Hat die LEAG eigentlich keinen Werkschutz? Da es sich dabei um ein privates Unternehmen handelt, ist das doch keine Lappalie, einfach deren Stromproduktion zu unterbrechen: Man stelle sich vor, demnächst werden die Werkhallen der Autohersteller gestürmt.

Diverse Autohüser brannten schon, und auch Immobilieninvestoren werden Opfer von Brandanschlägen.

Können die Deindustrialisierungs-Betreiber genügend Geld in die semikriminellen Strukturen, die sich höhnischerweise als „Zivilgesellschaft“ bezeichnen, und damit sympathisierende Stellen im Regierungsapparat sowie die grünfauligen MSM pumpen, um gegen den Widerstand der Bevölkerungsmehrheit die Zerstörung der Infrastruktur über den „point of no return“ hinaus zu treiben? Ohne Zweifel, es ist ja nicht allzu schwierig. Ödön von Horvath („Jugend ohne Gott“) hat das Rezept beschrieben: Man mülle die Geister der Teenager mit genügend Propaganda zu, dann träumen sie von der Selbstvernichtung im Dienst der edlen Sache.

Die weit überwiegende Mehrheit wählt Parteien, die die „Aktivisten“ direkt oder indirekt unterstützen.

Vielen Dank für die Bilder von „Blackout Lausitz“-Gegenprotest. Ich hätte mir ein wenig mehr Informationen darüber gewünscht.

Man muss die Linken mit ihren eigenen Mitteln schlagen. Dazu gehört auch die Darstellung der Gegenwehr in den Medien. Nur so kann man mehr Unterstützer sammeln. Ein Prinzip, welches Rotgrün verinnerlicht hat.

Wer vor einer Gewaltspirale warnt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Nun ca. ein dutzend Gegendemonstranten kann man kaum als Gegenwehr bezeichnen, kein Wunder, dass die niemand zur Kenntnis nimmt. Hier liegt das Hauptproblem, selbst wenn es dunkel und kalt wird, wählen die beim nächsten mal die Roten und Grünen und demonstrieren kommt schon gar nicht infrage.

Politische Straftaten von links werden schon lange nicht mehr geahndet. Bundes- und Landesregierungen signalisieren stillschweigende Zustimmung. Drohungen von links mit Gewalt oder Verlust der sozialen Stellung zerstören die Meinungsfreiheit zusätzlich. Straftaten von Einwanderern oder vom Islam werden verharmlost, Kritiker davon als „rassistisch“ diffamiert.

Mein Gerechtigkeitsgefühl empört sich jeden Tag. Die meisten Wähler scheint es hingegen nicht zu stören.