Deutschlands Industrie schrumpft weiter. Evonik streicht 1.850 Stellen und kürzt Ausgaben. Die Folgen einer wirtschaftsfeindlichen Politik tragen ausschließlich Arbeitnehmer.
IMAGO / Sven Simon
Die Beschäftigen von Evonik erfahren jetzt, was die tatsächliche und unschöne Bedeutung der Begriffe „Schlagkraft“, „Effizienz“ und “Abbau von Bürokratie” ist, die in den Vorstandsetagen von Evonik so gerne benützt werden. Der Essener Spezialchemiekonzern setzt seinen Sparkurs fort und will bis Ende 2026 weitere 1.850 Stellen streichen. Allein etwa 1.000 Arbeitsplätze sollen bereits in diesem Jahr wegfallen.
Vorstandschef Christian Kullmann präsentiert die Maßnahmen als notwendigen Umbau. Evonik müsse schlanker, schneller und schlagkräftiger werden. Gespart wird dabei nicht nur beim Personal. Auch Fortbildungen, Dienstreisen und Messebesuche stehen auf der Streichliste.
Stellenabbau, gekürzte Dividenden und weiter gehende Sparmaßnahmen werden als Teil einer umfassenden Neuaufstellung verkauft. Die Rechnung dafür fällt hoch aus. Nach Angaben von Personalvorstand Thomas Wessel kosteten Abfindungen und weitere Personalmaßnahmen im vergangenen Geschäftsjahr rund 97 Millionen Euro. Darin enthalten sind auch Rückstellungen für die Altersteilzeit.
Bereits im vergangenen Jahr wurden nach Unternehmensangaben Arbeitsplätze abgebaut. Die Begründung damals war dieselbe. Offensichtlich waren diese Entlassungen nicht genug, um den Konzern schlanker, schneller und schlagkräftiger zu machen. Deshalb müsse nun die nächste Stufe des Programms folgen.
Der Stellenabbau soll gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträglich durchgeführt werden und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Diese bleiben bei Evonik bis 2032 ausgeschlossen. Für die Betroffenen mag das ein Trost sein. An der Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze ändert es nichts. Für Menschen die jetzt ins Berufsleben wechseln sollten einen Katastrophe.
Kullmann kritisierte speziell die Verwaltung von Evonik. Sie sei Ineffizienz und zu groß. In der Vergangenheit habe es, so Kullmann, eine „zu ausgeprägte Gesprächskultur“ gegeben. Die Bereitschaft zum Dialog dürfe nicht mit einer „Sehnsucht nach Palaverei“ verwechselt werden. Das soll sich in Zukunft ändern. Weniger reden, mehr machen. Ob das Unternehmen dadurch tatsächlich schneller und erfolgreicher wird, bleibt abzuwarten. Fest steht bislang nur, dass die angekündigte Verschlankung sehr konkrete Folgen hat. Zunächst den Wegfall von weiteren 1.850 Stellen.
Evonik gehört zu den größten Industrieunternehmen in Essen und zählt weltweit zu den führenden Spezialchemiekonzernen. Das Unternehmen mit rund 32.000 Beschäftigten entwickelt und produziert Chemikalien für die Automobil-, Bau-, Pharma- und Konsumgüterindustrie. Größte Anteilseignerin ist die RAG-Stiftung. Der heutige Konzern wurde 2007 gegründet.
Auf der Hauptversammlung standen neben dem Sparkurs auch die gekürzte Dividende, ein neues Vergütungssystem für den Vorstand sowie Kritik von Aktionärsvertretern auf der Tagesordnung. Zudem äußerte sich das Management zur Zukunft der Hauptversammlung in Essen und zu personellen Weichenstellungen an der Unternehmensspitze.
Verschlankung bedeutet weniger Arbeitsplätze. Unternehmen agieren aber nicht im luftleeren Raum. Sie müssen mit den von der Politik bestimmten Rahmenbedingungen leben. Und die Politik tut seit Jahrzehnten alles, um Unternehmern das Leben schwer zu machen. Entlassungen im großen Stil sind die logische Folge dieser Politik.

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Jeder neue Arbeitslose ist ein Kreuz mehr in der Wahlkabine für eine bestimmte Partei, d.h., die Umfragen spiegeln gleichzeitig ein Zustandsbild der deutschen Wirtschaft.
Vorstandschef Christian Kullmann….wieder einer wo man sehen kann was das alles für ein irrsinn ist. Der mann ist SPD mitglied steht aber auch der CDU sehr nahe. Man hat also dazu beigetragen siehe auch spenden Enovik an die CDU und SPD. Man hat auch von der falschen politik profitiert. Man steht hinter der brandmauer gegen die AfD. UND jetzt jammert man rum und lässt die arbeiter dafür zahlen. Ich weiß gar nicht mehr wie ich diese leute nennen soll – dummdreist passt noch am besten für mich.
„ schlanker, schneller und schlagkräftiger zu machen.“ Die ganze Laberei – „Sehnsucht nach Palaverei“? – lässt natürlich den weißen Elefanten außen vor: der „großen Transformation“, aka Energieverteuerung! Grüße an den Herrn Vorstand Kullmann, der ja noch 2023 vor der AFD warnte, sie würde Jobs gefährden! Noch Fragen?
Die kommen sicher auch noch darauf zu behaupten, die würden die Jobs aus Angst vor der AfD abbauen.
Nur der 6. September in Sachsen-Anhalt kann der Anfang einer Änderung sein ❗
Man kann nur hoffen, dass das eine Initialzündung für das ganze Land ist! Der Untergang lässt nehmlich nicht auf sich warten!
Änderung in Richtung,
nach Braunkohle stinkende kleinkarierte 50er-Jahre-DDR-Welt !