CDU stürzt in NRW ab – AfD erreicht Rekordwert und zieht mit SPD gleich

Die CDU von Ministerpräsident Wüst verliert weiter an Zustimmung. Sie fällt auf 32 Prozent. Die AfD steigt auf 17 Prozent und liegt erstmals gleichauf mit der SPD. Dabei ist Migration nicht mehr die größte Sorge der Wähler. Vorn liegen nun Infrastruktur und Verkehr, gefolgt von Bildung.

Im neuen NRW-Trend von Infratest dimap kommt die CDU nur noch auf 32 Prozent – drei Prozentpunkte weniger als im Februar. Es ist bereits der zweite deutliche Rückgang in Folge. Noch im Oktober 2024 hatte die Partei mit 40 Prozent ihren besten Wert der laufenden Legislaturperiode erreicht.

Profitieren kann die SPD von Herausforderer Jochen Ott davon allerdings nicht. Auch sie verliert drei Punkte und fällt auf 17 Prozent. Damit nähert sie sich erneut ihrem Rekordtief von 16 Prozent aus dem Juni 2025. Die einstige Regierungspartei des Landes liegt damit nur noch halb so stark wie die CDU.

Ganz anders die AfD: Sie gewinnt zwei Punkte hinzu und erreicht mit 17 Prozent ihren bislang höchsten Wert im NRW-Trend. Erstmals liegt sie in Nordrhein-Westfalen gleichauf mit der SPD und wäre gemeinsam mit ihr zweitstärkste Kraft. Die Grünen als kleiner Koalitionspartner der CDU steigen ebenfalls um zwei Punkte auf 15 Prozent.

Die FDP erreicht mit fünf Prozent erstmals seit April 2024 wieder die Schwelle für den Einzug in den Landtag. Die Linke käme unverändert auf sechs Prozent. Alle übrigen Parteien erreichen zusammen acht Prozent.

Auch die Bewertung der schwarz-grünen Landesregierung fällt deutlich schlechter aus. Nur noch 42 Prozent der Befragten zeigen sich mit ihrer Arbeit zufrieden, sechs Punkte weniger als im Februar. 53 Prozent sind unzufrieden. Auch Ministerpräsident Wüst verliert an Rückhalt: 42 Prozent bewerten seine Arbeit positiv, drei Punkte weniger als zuletzt. Der Anteil der Unzufriedenen steigt auf 40 Prozent.

Marode Infrastruktur wird zum wichtigsten Problem

Migration ist erstmals nicht mehr das politische Hauptproblem aus Sicht der Bürger. An die Spitze rücken Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr und Verkehr. 31 Prozent nennen diesen Bereich als eines der dringendsten Probleme – fünf Punkte mehr als im Februar. Auf Platz zwei folgen Schule und Bildung mit 24 Prozent. Migration fällt um sechs Punkte auf 20 Prozent zurück.

Wie stark die marode Infrastruktur den Alltag belastet, zeigt sich besonders bei den Brückenschäden. 26 Prozent der Wahlberechtigten geben an, an einem durchschnittlichen Wochentag stark oder sehr stark von entsprechenden Verkehrseinschränkungen betroffen zu sein. Unter den Erwerbstätigen trifft dies sogar auf jeden Dritten zu.

Soziale Ungerechtigkeit nennen unverändert zwölf Prozent als wichtiges Problem. Dahinter folgen gleichauf Wirtschaft, Wohnen, Rente sowie Umwelt und Klimaschutz.

Wirtschaftsstimmung auf Eurokrisen-Niveau

Obwohl die Wirtschaft nicht zu den drei meistgenannten politischen Problemen gehört, ist die Stimmung im Land düster. Nur noch 22 Prozent bewerten die wirtschaftliche Lage Nordrhein-Westfalens als sehr gut oder gut. Das sind neun Punkte weniger als vor einem Jahr. Drei Viertel der Befragten halten die Lage dagegen für weniger gut oder schlecht.

Ein ähnlich negativer Wert wurde zuletzt zu Beginn der 2010er-Jahre während der Eurokrise gemessen. Gleichzeitig wächst unter den Erwerbstätigen die Angst um den eigenen Arbeitsplatz. 16 Prozent äußern entsprechende Sorgen – sechs Punkte mehr als vor einem Jahr.

Auch beim angekündigten Bürokratieabbau erkennen die Bürger kaum Fortschritte. Lediglich sechs Prozent glauben, dass Deutschland dabei vorankommt. 49 Prozent sehen nur geringe Fortschritte, weitere 40 Prozent überhaupt keine.

Die angespannte finanzielle Lage wirkt sich inzwischen auch auf die Urlaubsplanung aus. Jeder vierte Befragte will wegen gestiegener Preise günstiger verreisen oder ganz auf eine Reise verzichten. 40 Prozent halten an ihren ursprünglichen Plänen fest. Ein Drittel hatte von vornherein keinen Sommerurlaub geplant, darunter überdurchschnittlich viele Menschen ab 65 Jahren.

Für den NRW-Trend befragte Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins „Westpol“ vom 22. bis 25. Juni insgesamt 1.139 Wahlberechtigte telefonisch und online.

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Kommentare ( 32 )

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DDRforever
11 Tage her

Die NRW BRD Bürger werden zuverlässig wieder die Roten von der CDU und die Grünen wählen, so wie immer. Das erklärt warum weiter gekämpft wurde als die Rotte Armee kurz vor Berlin stand. Es sind die überaus klugen BRD Bürger.

Mermaid
11 Tage her

Ich warte seit Wochen darauf, daß die AfD bundesweit die 30% knackt. Aber nichts davon! Mal heißt es, sie lege jetzt auch bei den Frauen zu, oder sie habe in diesem oder jenem Bundesland zugelegt. Erfolgsmeldungen zuhauf, aber immer noch kein Sprung über die 30%. Sie ist sicher schon ein Vierteljahr bei den 29% und ich habe damals schon darauf hingewiesen, daß der Sprung womöglich ausbleibt. Warum? Meiner Meinung nach ist es das Personal auf den unteren Ebenen. Nicht politikfähig, nicht tageslichttauglich, nicht satisfaktionsfähig. Jedenfalls, nach meinem Eindruck, in Schleswig Holstein. Die „falsche Fürstin“ hat hier sozusagen verbrannte Erde hinterlassen,… Mehr

Michael Theren
11 Tage her

die Wunschbürger in NRW haben schlicht die Kontrolle über die CDU übernommen, anders ist das Wahlverhalten nicht zu erklären….muß ´mal wieder „Unterwerfung“ lesen…..

joly
12 Tage her

Erstaunlich dass die CDU nicht deutlich mehr verloren hat. Wenn es irgendwo mehr Malocher gibt als in NRW und die Arbeiter längst „Blau“ sind und nicht mehr rot oder schwarz, dann müsste es stärker im Gebälk krachen. Könnte natürlich sein, dass momentan viele im Urlaub sind und nicht im Brückenstau. Hoffen wir, dass da noch weitere % verloren gehen. Die AFD sollte mal alle Bürger zum BLAU- machen aufrufen.

Kassandra
11 Tage her
Antworten an  joly

Wann waren Sie das letzte Mal vor Ort? Ich weiß ja nicht, wo genau die fragten, aber war es im Ruhrpott müssten sie um die 50% Neusiedler erreicht haben.

Llug
11 Tage her
Antworten an  joly

Es sind die Alten die die CDU am „kacken“ halten. Weiss es aus Erfahrungen – selber 68 – aber diese Klientel ist Tagesschau und Heute informiert, folgt Frau Hayali und Reschke aufs Wort und sieht ueberall Nazis. Sie denken sie bekommen noch die CDU von Kohl, kriegen aber den Kommunismus pur. Dicht gefolgt von den Beamten und den fetten oeffentlicher Dienst Gehaltsempfaenger. Diese werden den Teufel tun und sich selber abschaffen!!!!!!!!! Deshalb wird sich im Kalifat Wuest vorerst nichts aendern. Er wird selbst mit dem TEUFEL paktieren um sich und seiner CDU die Macht zu erhalten. Die AfD muss noch… Mehr

Manfred_Hbg
12 Tage her

Zitat; „Die FDP erreicht mit fünf Prozent erstmals seit April 2024 wieder die Schwelle für den Einzug in den Landtag“
> Na, und was bitte hat diese FDP nun großartiges vollbracht oder glaubwürdig angekündigt und versprochen um das der Wähler sie wieder ins Parlament wählt?
– – –
UND was den Stimmenaufschwung der AfD-NRW angeht, dieser ist natürlich auch erfreulich. DOCH verdamt, warum sind entsprechende Wähler nicht auch schon Ende letzten Jahres auf die Idee gekommen die AfD zu wählen und erst jetzt?

Kassandra
11 Tage her
Antworten an  Manfred_Hbg

Es erschien Kubicki – und dem trauen sie was zu – obwohl er nichts gemacht hat, als ein paar Worte, glaubhaft oder nicht, in Mikrophone zu sprechen.
Notfalllösung. Und genau so ist es auch gedacht.
Als 2. kommt dann noch Wagenknecht dazu.

Raul Gutmann
12 Tage her

Dabei ist Migration nicht mehr die größte Sorge der Wähler. Vorn liegen nun Infrastruktur und Verkehr, gefolgt von Bildung.

Augenscheinlich haben die Einwohner von „Homeland“ NRW angesichts der islamischen Invasion resigniert.

Kassandra
12 Tage her
Antworten an  Raul Gutmann

Das kommt, wie überall, schleichend über uns – und seit Ramadan vermehren sich die wohl Verschleierten – und nutzen deutsche Cafes wie Eisdielen – wiewohl sie in Restaurants ungesehen bleiben.
Die schauen nicht (mehr) hin, die anderen. Oder können nicht mehr erkennen:
„Die Partei lehrte einen, der Erkenntnis seiner Augen und Ohren nicht zu trauen. Das war ihr entscheidendes, wichtigstes Gebot.“ Orwell, 1984
Und weiter:
„Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.“

EURO fighter
2 Tage her
Antworten an  Raul Gutmann

Ich befürchte, die unübersehbaren Mängel in der Infrastruktur sind – auch – eine Folge der genannten Invasion, die das ganze Land unermessliche Geldsummen gekostet hat.

Cethegus
12 Tage her

Man bekommt langsam aber sicher den Eindruck, daß die Regierungsparteien vor allem die CDU, keinerlei Anstrengungen mehr unternehmen, um in diesem Lande noch irgendetwas Positives zu bewirken! Stattdessen wird alles schleifen gelassen und höchstens noch mit Steuergeld zugekleistert. Das Motto lautet wohl, entweder wir verhindern die AFD im Notfall gerichtlich oder durch irgendwelche Taschenspielertricks oder es geht eben alles zum Teufel, denn den politischen Kampf gegen die AFD hat man schon lange, lange verloren.
Gnade uns Gott, dieses verantwortungslose Politpack erweckt inzwischen noch nicht mal mehr den Anschein vernünftige Politik zu machen, lohnt offensichtlich nicht mehr….

Kassandra
12 Tage her
Antworten an  Cethegus

Manchen kam der Gedanke schon 2015 – aber gut – langsam und sicher ist auch eine Möglichkeit.

P. Liesner
12 Tage her

Die Deutschland „zerstörende Partei“ der Grünen wächst um 2 Prozent. Ich begreife so etwas nicht mehr. Der Gedanke Deutschland zu verlassen wächst con Woche zu Woche.

Radebeul
12 Tage her

Die Infrastruktur in NRW ist inzwischen wirklich eine Katastrophe. Bahnausfälle, marode Brücken, Behördentermine erst nach Monaten, komplett bankrotte Kommunen und immer mehr Migranten…..
Und was macht der liebe Hendrik ?
Er will unbedingt Olympia nach NRW holen. Ein Politiker im Paralleluniversum oder Realsatire ?

Kassandra
12 Tage her
Antworten an  Radebeul

Hatte Schuster in Stuttgart in seinen letzten Tagen als OB auch als Alternativprogramm – ablenkend von S21-Debatten. Und Hochhäuser am Pragsattel.

Der blaue Klaus
12 Tage her

Zum Thema Bürokratieabbau, kann ich aus der realen Erfahrungswelt eine Anekdote zum Besten geben, obwohl sie nicht wirklich witzig ist: Ich bin ein Rentner und auf Grundsicherung angewiesen, weil ich mit meiner Rente nicht über die Runden kommen würde. Vor einigen Wochen wollte ich einen ausgefüllten Antrag bei meinem Sachbearbeiter persönlich abgeben, weil ein Punkt von meiner Seite aus nicht eindeutig geklärt werden konnte. Ich war kurz vor Acht im Amt und die Tür meines Sachbearbeiters stand offen. Da habe ich noch gedacht, so ein Glück. Ich klopfte an die offene Tür und wollte mein Anliegen vorbringen, aber mein Sachbearbeiter,… Mehr

Kassandra
12 Tage her
Antworten an  Der blaue Klaus

Nachbarin erzähle von einem Antrag auf Wohngeld – per mail abgegeben am 30.05.
Kam ein Schreiben von der Behörde per Post, unterzeichnet von einem mit arabischem Namen, dass zu früh eingereicht und erst am 30.06. angenommen werden könne. Also das Ganze dann nochmal.
Ich nehme an, die versuchen die Herbeigeeilten so in Arbeit und Brot zu bringen – wobei mir dann schon lieber wäre, die würden nichts tun – zumal man annehmen muss, dass sie dort irgendwann übernehmen werden.