Energie in der EU soll noch teurer werden

Millionen von Haushalten können Energierechnungen nicht mehr bezahlen, Unternehmen gehen pleite. Trotzdem will die EU die Preise für Energie weiter verteuern und insbesondere Konsumenten belasten und Unternehmen zur Produktionseinstellung oder Abwanderung bewegen.

dts Nachrichtenagentur
Industrieanlage

Leben und produzieren soll in der EU noch viel teurer werden – für Unternehmen und Private. Wobei insbesondere die Konsumenten belastet werden, da Unternehmen steigende Kosten überwälzen können. Das soll über Regeln für den Emissionshandel erreicht werden, die in der EU verschärft werden sollen. Darauf haben sich Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedsstaaten in der Nacht zu Sonntag geeinigt, teilten die tschechische Ratspräsidentschaft und der Europäische Rat mit. Unter anderem soll die Zahl der Verschmutzungsrechte im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems schneller verringert werden. Dahinter steckt die Absicht, Energiepreise unabhängig von den ohnehin steigenden Entstehungskosten weiter künstlich zu verteuern und Leben wie Arbeit in der EU massiv zu erschweren.

„die lage ist dramatisch“
Prognose 2023: Produktion und Umsatz im Sinkflug
Unternehmen müssen entsprechende Zertifikate kaufen, wenn sie CO2 auszustoßen. Das Instrument deckt derzeit etwa 40 Prozent der gesamten CO2-Emissionen der EU ab. Die Verhandler einigten sich jetzt auf eine Herabsetzung der Gesamtobergrenze für Emissionen. Damit verteuert sich die Produktion der Industrie weiter. Der Ausstoß von CO2 wird damit künftig auch in solchen Branchen teuer, die bislang von frei zugeteilten Ausstoßrechten profitierten. Das betrifft insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen, die zukünftig zur Kasse gebeten werden sollen. Auch Privatleute sollen in der EU künftig beim Tanken oder Heizen einen CO2-Preis zahlen, wie es in Deutschland seit 2021 bereits der Fall ist.

Auch kostenlose Zertifikate, die es in mehreren Sektoren gibt, sollen bis 2034 abgeschafft werden. Der Rat und das Parlament einigten sich zudem darauf, ein separates Emissionshandelssystem für den Gebäude- und Verkehrssektor zu schaffen. Es soll im Jahr 2027 anlaufen und Heizen und Tanken besteuern.

Sollten die Energiepreise außergewöhnlich hoch sein, werde der Start bis 2028 verschoben, hieß es in Brüssel. Die Hoffnung darauf, dass in den kommenden Jahren die Energiepreise wieder sinken, ist damit geplatzt, weil die neue Besteuerung dem entgegen wirkt. Damit haben jetzt viele Unternehmen wenigstens dauerhafte Planungssicherheit für den Abzug ihrer europäischen Produktionsstätten in die USA oder nach Asien. In Deutschland gilt der Emissionshandel aktuell bereits für die Bereiche Gebäude und Verkehr. Ein weiterer Teil der Beschlüsse ist ein „sozialer Klimafonds“.

Damit sollen „schutzbedürftige Haushalte“, Kleinstunternehmen und Verkehrsteilnehmer bei der Bewältigung der Preisauswirkungen des neuen Emissionshandelssystems unterstützt werden. Es ist die Einrichtung einer weiteren gigantischen Umverteilungsmaschine in der EU und der Aufbau einer weiteren Bürokratie. Der Fonds soll ab 2026 eingerichtet werden. Die neue Einigung ist Teil des „Fit for 55“-Pakets.

Das EU-Parlament sowie die Mitgliedsstaaten müssen noch zustimmen, was aber als Formsache gilt. Begründet wird das Vorhaben mit dem Klimawandel.

(Mit Material von dts)

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Kommentare ( 76 )

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Reini
1 Monat her

Leider muss man ehrlicherweise zugeben, dass diese „dümmste Regierung“ (Zitat S.Wagenknecht) sich nicht an die Macht geputscht hat, sondern von Wählern ins Amt gebracht wurden, die ganz offensichtlich auch nicht die hellsten Kerzen sind. Vermutlich wird Denken, falls dafür überhaupt Voraussetzungen bestehen, erst einsetzen, wenn sie hungrig und frierend im Dunkeln sitzen und bangen, wann die Plünderer die Tür eintreten werden.

1 Monat her
Antworten an  Reini

So einfach ist das dann doch nicht. Rot-Grün hat keine Mehrheit und die FDP-Wähler haben sicher nicht die FDP für mehr Steuern, mehr Bürokratie, weniger Freiheit und Energieplanwirtschaft gewählt. De facto gibt es keine Mehrheit für die gegenwärtige Politik, nicht im Parlament und auch nicht in der Bevölkerung. Aufgrund der „Brandmauer gegen Rechts“ wird aber trotzdem linke Politik gemacht.

Raimond
1 Monat her

Die Stadtwerke Greifswald fordern ab 01.01.2023 von uns 66,77 Cent/kWh.

drnikon
1 Monat her

Wäre es nicht so traurig…
Das alles kommt mit Ansage. Teure Energie, um Klima zu retten und die gierigen Energiekonzerne und deren Hauptaktionäre mit steigenden Gewinnen zu beglücken. Das Volk, nee, die steuerzahlenden Menschen waren noch nie so leicht zu framen und zu belügen, wie in den letzten 20 Jahren. Man kann denen alles erzählen.

Reini
1 Monat her

Ehrlicherweise sollte man dankbar sein, dass nicht die hellsten Kerzen die Politik dieses Landes bestimmen. Nicht auszudenken um wie vieles größer der Schaden wäre, wenn das Bemühen um den wirtschaftlichen Untergang unseres Landes von intelligenten Leuten betrieben würde. Die Absprache zwischen Kirche und herrschendem König im Mittelalter, das Volk dumm und arm zu halten, gilt auch heute noch zwischen grüner Sekte und Regierung.

Evero
1 Monat her

Ja, der Sozialhilfeempfänger-Import und der Arbeitsplatz-Export der Ampel floriert.

Mit der Überteuerung und Verknappung von Energie würgt man die Wirtschaft ab und macht die Endverbraucher schnell arm. Gratulation den grünen Kommunisten.

pcn
1 Monat her

Wie pleite müssen die EU-Länder sein, dass sie die Inflation brauchen wie der Fisch das Wasser zum atmen? Mit dem anthropogenen Einfluss auf das Klima hat all dieser Irrsinn wohl nichts zutun. Eher damit, dass Geld gedruckt wurde, bis „der Arzt auch nichts mehr zu heilen hat“.

Kassandra
1 Monat her

Was für Helden! Rechnen mit einer Klimaerwärmung – halten uns aber gleichzeitig an, mit der Heizung zu geizen! https://www.welt.de/wirtschaft/article242763913/Gasspeicher-Nur-noch-zu-88-Prozent-gefuellt-Darf-nicht-ganzen-Januar-und-Februar-so-weitergehen.html Der Müller weiß schon, dass die Rechnung gar nicht aufgehen kann – und das Szenario, dass er für 2023 an die Wand malt, einigen hier in Deutschland ob weiter Kostenerhöhungen samt Energiemangels das Genick brechen wird. Was meint er eigentlich mit „darf nicht so weiter gehen“? Sollte er den „Winter“ mit normaler Kälte im Auge haben, leidet er unter einer Krankheit – der Mann von der Netzagentur. Was sind eigentlich „Verbrecher“? Denn dass das geplante Chaos voraus nicht alle überleben werden,… Mehr

Donostia
1 Monat her

Wenn es den menschgemachten Klimawandel gibt, muss man sich zunächst fragen was das für Auswirkungen für uns in Deutschland / Europa hätte. In einem Land wie Deutschland indem man über ein halbes Jahr seine Wohnung heizen muss um nicht zu erfrieren wäre eine Erwärmung um 1,5 % zu begrüßen. Auf der anderen Seite müssten doch diejenigen Staaten die schon in den wärmsten Regionen leben selbst die höchsten Anstrengungen unternehmen um den Ausstoß von CO2 in ihren Ländern zu begrenzen. Genau das findet komischerweise nicht statt. Folglich haben diese Länder keine Angst vor dem Untergang durch die Erwärmung der Erde durch… Mehr

Evero
1 Monat her
Antworten an  Donostia

Es ist doch nur die globalistische, sozialistische Ideologie von findigen Geldeinsammlern, um Europas Bürger bettelarm zu machen.
Ich frage mich, wer bei diesem Zertifikatehandel (Megaschwindel!) die Milliarden absteckt?

PK110
1 Monat her

Die Erfahrung aus der Corona-Zeit dürfte die Politik nutzen, um weiterhin ihre Ziele radikal durchzudrücken.
Man muss den Menschen nur genug Angst machen, sei es vor einem Virus oder dem baldiger Klima-Tod, und schon lassen sie alles über sich ergehen.

Rasparis
1 Monat her

Die exhorbitanten Verschuldungsorgien unter Bruch aller sog.“Verträge“, die erforderlich sind, um das totgeborene „monstro simile €U“ als ein rein ideologisches, zentralistisches und überbürokratisiertes und noch dazu vollkorruptes Planungs- und Kommandokonstrukt – das nun wesensnotwendig in den im 20.Jahrhundert zigfach unter Hekatomben von Opfern gescheiterten (jetzt trotzkistischen) Marxismus abdriftet-permanent zu reanimieren, müssen ja irgendwie „gegenfinanziert“ werden – denn die Kredite gibt es von der kalt kalkulierenden Grossfinanz ja nicht umsonst oder aus „humanistischer“ Gefühlsduselei zur Erschaffung einer „besseren Welt“ (einen derartigen Narrativ kann man nur naiven und materiell seit 50 Jahren übersättigten „€U“ropäern auftischen). Und so sollen nicht nur die in… Mehr