Brüssels „Kampf gegen Rechts“: EU-Nationen sollen Armut bekämpfen

Die Europäische Kommission will die Mitgliedstaaten stärker in die Pflicht nehmen, die wachsende Armut zu bekämpfen – ohne jedoch zusätzliche finanzielle Mittel bereitzustellen. Die neue Strategie, die diese Woche vorgestellt wird, soll den Aufstieg rechter Parteien bremsen.

picture alliance / empics | Sean Kilpatrick

Brüssel fordert die Regierungen der EU-Staaten auf, bestehende Fördergelder effizienter zur Armutsbekämpfung zu nutzen. Die Argumentation: Es sei ausreichend Geld vorhanden – allein im kommenden mehrjährigen Finanzrahmen seien 100 Milliarden Euro für soziale Maßnahmen vorgesehen. Doch dieses Geld werde vielerorts nicht zielgerichtet eingesetzt.

Laut Politico verfolgt diese Strategie ein politische Ziel: In vielen europäischen Ländern ist die Unzufriedenheit über extrem steigende Lebenshaltungskosten groß, Rechts-Parteien profitieren zunehmend von dieser negativen Stimmung – etwa die Alternative für Deutschland in Deutschland, der Rassemblement National in Frankreich sowie die FPÖ in Österreich, die in Umfragen bereits auf 35 % kommt.

Diese Parteien gewinnen deutlich an Zustimmung, in dem sie auf Themen wie Wohnungsnot, steigende Preise oder wachsende sozialer Ungleichheit eingehen. Nicht zu vergessen die für die Steuerzahler teure Alimentierung von Millionen von Migranten, die im Zuge der Massenmigration nach Europa drängen. Die Zahl jener, die einen Wechsel an der Staatsspitze wollen, wird größer.

Ob die Initiative der EU-Kommission von Erfolg gekrönt sein wird, ist fraglich. Erfahrungsgemäß werden weder Armut noch rechtskonservative Positionen durch noch mehr Steuerung und Lenkung beseitigt. Auch kommt die Gängelung von Wählern in Zeiten einer immer diverseren Presselandschaft abseits etablierter und staatlicher Medien, und nicht zu vergessen angesichts der unabhängigen Social-Media-Plattformen, vergleichsweise schnell an ihre Grenzen.

Zudem fehlt die finanzielle Grundausstattung, um tatsächlich so viel Geld in die „Aktion raus aus der Armut“ zu pumpen, wie für messbare Effekte notwendig wäre. „Es gibt keine Strategie ohne Geld“, meint dazu Juliana Wahlgren vom European Anti-Poverty Network.

Auch Abgeordnete des Europäisches Parlament fordern konkrete Maßnahmen statt bloßer Appelle: Die französische Europaabgeordnete Marie Toussaint (Grüne) betont etwa, dass gezielte Investitionen notwendig seien, um spürbare Veränderungen zu erreichen.

Tatsächlich zeigen aktuelle Zahlen, dass die bisherigen Fortschritte in der Armutsbekämpfung sehr gering sind: Die EU hatte sich das Ziel gesetzt, die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen bis 2030 um mindestens 15 Millionen zu senken. Doch laut den Daten von Eurostat wurde dieses Ziel bislang deutlich verfehlt: Bis 2025 sank die Zahl lediglich um 3,4 Millionen. Noch immer sind etwa 20,9 Prozent der EU-Bürger von Armut bedroht, also kaum weniger als vor mehreren Jahren.

Mehr armutsgefährdete Bürger in Deutschland

Die Entwicklung innerhalb der EU verläuft jedoch unterschiedlich: Während ärmere Länder wie Rumänien und Bulgarien Fortschritte erzielen konnten, hat sich die Lage in wohlhabenderen Staaten teilweise verschlechtert. In Deutschland etwa stieg der Anteil armutsgefährdeter Menschen zuletzt stark an. Parallel dazu erhielt die AfD deutlich mehr Zustimmung.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die praktische Umsetzung sozialer Hilfen: Viele Betroffene berichten, dass bestehende Unterstützungssysteme schwer zugänglich seien. Bürokratische Hürden und komplexe Antragsverfahren erschweren es den Schwächsten, Hilfe zu erhalten. „Auf dem Papier funktionieren viele Programme gut, aber in der Realität erreichen sie die Menschen oft nicht“, meinte eine Mitarbeiterin eines Sozialprojekts in Osteuropa gegenüber Politico.

Die EU-Kommission selbst betont, dass ihre Strategie nur ein erster Schritt sei. Sie solle den Mitgliedstaaten Werkzeuge an die Hand geben, um Armut wirksamer zu bekämpfen. Doch ohne verbindliche Vorgaben und ohne zusätzliche Mittel droht das Vorhaben an der Realität zu scheitern.

Der politische Druck wächst jedenfalls: Soziale Ungleichheit entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Konfliktthema in Europa. Das bisherige Scheitern der EU und der Regierungen in den EU-Staaten, die Lebenshaltungskosten und somit auch die Armut zu verringern, bringt selbstverständlich rechtskonservativen und rechten Parteien Rückenwind, die eine Ursache dafür klar definieren: die immensen Kosten der Folgen der unkontrollierten Massenzuwanderung seit 2015 und die beharrliche Verweigerung einer Rückführung der hunderttausenden Migranten ohne Asylgrund.

Und die EU-Kommission in Brüssel ergreift mit dieser Anti-Armutsstrategie sehr deutlich Partei gegen politische Kräfte wie AfD oder FPÖ, die sie nicht in Regierungsverantwortung sehen möchte – obwohl sich diese innerhalb der verfassungsrechtlichen Rahmen der entsprechenden Länder bewegen und auch auf EU-Ebene ohnehin präsent sind.

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Kommentare ( 21 )

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joly
14 Tage her

Die wirksamste Methode wäre solche Politiker mit Berufsverbot, Pfändung der Bankkonten und Streichung der Pensionen zu belangen; gleichzeitig die renzen schließen und alles Remigrieren was keine Nett-Erträge zur Steuer und den Sozialstrukturen aufbringt.
Jedem Rentner der Flaschen sammeln muss, sollte ein Politiker zum Sammeln zur Verfügung gestellt werden.

Nibelung
14 Tage her

Jetzt wollen sie ihr neu entwickeltes EU-Pedant zu X in die Testphase bringen und gleich erklärt wird, daß die Nutzung nur mit Adresse und Gesichtskennung erfolgen kann und somit ist es von anfang an zum Scheitern verurteilt, denn dann kann man ja gleich die Antifa zum Kaffe trinken einladen oder sich dieser politischen Bande ausliefern und es somit zum Treffpunkt alle linken Gestalten wird und in seiner Einseitigkeit die Vielfalt untergräbt, die notwendig ist, wenn man die Meinung aller hören will, was unerläßlich ist um das rauschen im Wald nicht zu überhören.

Astrid
14 Tage her

Ich kann hierzu nur sagen ein sehr, sehr großer Einsparfaktor wäre, wenn der Laden EU dicht gemacht wird und das so schnell wie möglich. Den braucht im wirklichen Leben niemand! Die EU ist ein künstlich geschaffenes Konstrukt, das nur Geld aus den Ländern absaugt, vorzugsweise DE, und Geld in Rekordgeschwindigkeit verbrennt. Die EU hat für die Bürger Europas noch nie etwas Gutes getan, sondern den Bürgern immer mehr geschadet als geholfen. Die EU war und ist mit dem WEF eng vernetzt. Sie erinnern sich an das Buch von Klaus Schwab? Du wirst arm sein und dir wird nichts mehr gehören,… Mehr

Sonny
14 Tage her

Die EU.
Ha.
Eine Ansammlung von in eigenen Staaten gescheiterter Politiker maßt sich an, über das Leben eines ganzen Kontinents bestimmen zu wollen.
In der jetzigen Form ist die europäische Gemeinschaft obsolet geworden.

Haba Orwell
15 Tage her

> In Deutschland etwa stieg der Anteil armutsgefährdeter Menschen zuletzt stark an. Parallel dazu erhielt die AfD deutlich mehr Zustimmung.

Wenn man selber anspart und gegen drohende Altersarmut investiert, kommen sofort welche, die einen enteignen wollen.

Haedenkamp
15 Tage her

Es geht nicht um Armutsbekämpfung, sondern um den Unterschied zwischen ‚Eigen und Fremd‘. Und darum, daß wir die Regeln des Zusammenlebens eben nicht täglich aushandeln wollen.

RandolfderZweite
15 Tage her

Armutsbekämpfung bedeutet letztendlich immer Umverteilung….und wer da „umverteilt“ wird, ist und war klar! Dass die damalige AfD-Gründung ein Zeichen war, hat man gerne ignoriert!

Raul Gutmann
15 Tage her

Viele Menschen in diesem Land und Europa dürften den im Titelbild abgebildeten Personen eine ähnliche Zukunft wünschen, wie sie Erich Honecker ab 1990 erleben mußte.
„[Das SED-Experiment] wird fürchterlich enden, mit einem moralischen Katzenjammer und einer sittlichen Vernichtung derer, die einmal aus ehrlichen Absichten kommunistische oder sozialistische Vorstellungen solcher Art zu realisieren versucht haben.“ – Herbert Wehner 1964

Nibelung
14 Tage her
Antworten an  Raul Gutmann

Wenn es ganz schlimm kommt des eigenen Untergangs wegen den Rumänen nicht vergessen, mit dem sie auch nicht mehr lange gefackelt haben.

xweertz
15 Tage her

Wir allen wissen doch, wenn Pfizer-Uschi, von der Pinocchio-Partei CDU was beschließt oder zu verantworten hat, geht es schief. Ich bin mal gespannt, auf die neue Plattform, als Konkurrenz zu X. Das Handelsabkommen mit Trump, war ja auch ein voller Erfolg, den Sie zu verantworten hatte, bloß halt für die USA. Ein weiterer Meilenstein, der Atomausstieg, verantwortet von ihrer Genossin aus der Uckermark, mit Zustimmung von Uschi, ich meine 2011 war es.

Last edited 15 Tage her by xweertz
Deutsche
15 Tage her

Die Knete der EU kommt doch hauptsächlich aus den Steuermitteln der Bürger. Sprich: Einen Löwenanteil zahlt der deutsche Steuerzahler, der inzwischen die ganze Welt finanziert.
Die Deutschen werden von der Regierung und der EU (ein Klientel) schamlos ausgeplündert um dann Gutmenschenprojekte EINZUKAUFEN.
Die Leute müssen sich selber aus ihrer „Armut“ herausarbeiten oder das Geld „versickert“ bei den geneigten üblichen Abgreifern. Da spielt ganz gewaltig die Mentalität und der Fleiß eine Rolle und keine „Förderprogramme“.
Siehe 80 Jahre und mehr „Entwicklungshilfe“.
Prestigeprojekte wie den Kauf der Ukraine. Da spielt das durch Großmannssucht und Deindustrialisierung VERARMTE EUROPA dann keine Rolle.

Haedenkamp
14 Tage her
Antworten an  Deutsche

Wann retten wir die mit dem Hanta-Virus Infizierten auf dem Schiff vor den Kapverden? – Ich warte, Deutschland kann mehr.