Alarmrufe vom Wohnungsmarkt – und ein Elefant im Raum

Das drohende "Desaster auf dem Wohnungsmarkt", vor dem der Mieterbund warnt ist nicht zuletzt eine Konsequenz der Migrationspolitik, die gerne von "Fachkräften" redet, aber Armutsmigration bewirkt.

dts Nachrichtenagentur

Mit drastischen Worten ruft der Präsident des Mieterbundes Alarm: Ein „ungeahntes Desaster auf dem Wohnungsmarkt“ drohe Deutschland, sagte Lukas Siebenkotten den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „So laut wie jetzt haben die Alarmglocken des Wohnungsmangels lange nicht mehr geschrillt: Die Situation auf dem Wohnungsmarkt wird immer dramatischer.“ Er erwartet für 2023 ein „sehr hartes Jahr“ für Mieter. Und klar, wie es sich für einen Verbandspräsidenten gehört, ruft er die „Politik“ zum Handeln auf. Neue Wohnungen sollen her. Der Staat soll die Bedingungen dafür schaffen.

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Der „Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen“ (vdw) verkündet nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen mit ähnlicher Dramatik: „Der soziale Wohnungsbau hängt am seidenen Faden.“ Nach der Umfrage bricht der Bau neuer Mietwohnungen in beiden Bundesländern um 62,2 Prozent ein. 74 Prozent der Unternehmen beurteilen die Geschäftslage als schlechter oder deutlich schlechter als im Vorjahr. Die größten Herausforderungen seien steigende Zinsen, die Forderung „nach Klimaneutralität ohne ausreichende Förderung“ und an erster Stelle die „Sicherung bezahlbarer Mieten bei anhaltendend steigenden Preisen“.

Näher an den Kern des Problems – nämlich die Rolle der völlig dysfunktionalen Einwanderungspolitik als übersehender Elefant im Diskussionsraum – kommt Harald Schaum, stellvertretender Bundesvorsitzender der IG BAU, der darüber klagt, dass ohne verfügbare Wohnungen keine Fachkräfte kämen: „Keiner wird kommen, wenn er hier nicht oder nur zu horrend hohen Mieten wohnen kann.“ Er bezog sich dabei auf eine aktuelle Studie des Hannoveraner Pestel-Instituts sowie des landeseigenen schleswig-holsteinischen Instituts „Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen“ (ARGE). Demnach ist der Wohnungsmangel so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Bundesweit habe das Wohnungsdefizit zum Jahresende 2022 die Größe von rund 700.000 Wohnungen erreicht, heißt es in der Studie: „Dies ist mehr als die doppelte Jahresproduktion an Wohnungen.“

Was in all den Alarmrufen meist nicht so explizit gesagt wird: Das Wohnungsmangelproblem ist natürlich in erster Linie eine Folge des extrem hohen Zuzugs und damit steigenden Bedarfs an günstigen Wohnungen, der auf die gestiegenen Investitionskosten der Wohnungsbauer trifft. Folge: „Ein aktuell frei finanziert errichteter Wohnungsbau lässt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Kaltmiete von unter ca. 16,50 Euro nicht mehr zu“, schreiben die Studienautoren.

Für Zuwanderer mit mittlerem Einkommen ist das ebenso unattraktiv wie für Einheimische. Nur für Armutszuwanderer ist es eher gleichgültig, da diese ohnehin zunächst auf eine sozialstaatliche Unterbringung angewiesen sind.

Auf dem Immobilien- und Mietmarkt offenbart sich so das Scheitern einer Migrationspolitik, die zwar gerne mit Vokabeln wie „Fachkräftestrategie“ um sich wirft, aber de facto vor allem den unbeschränkten Zugang für Armutsmigranten unter dem Asyl-Ticket in das soziale Sicherungssystem fortschreibt, aber wenig Verständnis für die Interessen von Steuerzahlern, ob nun heimische, zugewanderte oder zuwanderungsinteressierte, übrig hat.

Nur ein Bruchteil der von jenseits der EU Zugewanderten kommen mit einem Arbeitsvertrag nach Deutschland. Tatsächlich ist Deutschland kein Fachkräfte-Zuwanderungsland, sondern eher ein Fachkräfteauswanderungsland. Im Jahr 2021 sind einerseits 1.323.466 Menschen nach Deutschland zugezogen, aber zugleich auch 994.303 ausgewandert, laut Zahlen von Statista. Nach einer im Dezember 2019 veröffentlichten Studie sind 76 Prozent der deutschen Auswanderer Akademiker. Wer auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen ist, hat in aller Regel keine Aussicht, sich im Ausland zu verbessern. In umgekehrter Richtung gilt das Gegenteil.

12 Thesen
Wir brauchen eine neue Migrationspolitik und dürfen die Silvester-Krawalle nicht hinnehmen
Das ist der eigentliche Kern des deutschen Wohndesasters, das ein Migrationsdesaster ist: Während die Regierenden von der die Lösung des wachsenden ökonomisch-demographischen Problems durch Fachkräfte-Zuwanderung versprechen, wird das Land tatsächlich offensichtlich immer abstoßender für Fachkräfte. Die einwandernden können die auswandernden längst nicht ersetzen. Ungebrochen attraktiv ist Deutschland dagegen für Armutsmigranten, die zumindest zu Anfang, oft aber auch langfristig die Überlastung des Sozialstaates noch verschärfen. Und für diese Zuwanderer werden Wohnungen benötigt, die diese selbst zum größten Teil auf absehbare Zeit nicht selbst finanzieren können. Die Zuwanderungswirklichkeit verschärft also nur die Probleme, die sie laut dem Wunschdenken der Regierenden lösen soll. 

(Mit Material von dts)

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Kommentare ( 62 )

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Delegitimierer
25 Tage her

Diese Panikmache ist vollkommen übertrieben. Bald wandern auch die letzten Steuerzahler aus, dann ist auch wieder Platz.

ktgund
25 Tage her

Bei uns in der Anlage bekommt man inzwischen als Deutscher keine Wohnung mehr. Wenn etwas frei wird, geht alles an Ukrainer, denn für die zahlt das Amt auch Mondpreise, renovieren muss man nicht und die Vermittlung kann man sich auch sparen. Den Einheimischen erklärt man dagegen, es müsste doch nicht jeder in der Stadt wohnen.

Menkfiedle
25 Tage her

Fachkräfteeinwanderung bringt nur etwas, wenn die eingewanderte Fachkraft einen WEITEREN Bedarf von Fachkräften von unter 1,0 auslöst. Die Fachkraft brauch ja Schulen für die Kinder, Krankenhäuser, Wohnungen – also Infrastruktur. Wenn diese nicht vorhanden ist und erst noch geschaffen werden muss, steigt der Faktor auf geschätzt 3-4. Dann verschärft Einwanderung den Fachkräftemangel noch. Politik könnte mal überlegen, dass die Energiewende, steigende Beamtenzahlen, EU-Bürokratie, Gendertoiletten, Coronamassnahmen, NGOs, steigender Bedarf an Sicherheitskräften, usw. unproduktive Massnahmen sind, die Arbeitskräfte binden und von wirklich produktiven Branchen abziehen. Politik will unsere Gesellschaft mit allerlei Gedöns bereichern und wundert sich dann, dass sich die Gesellschaft bzw.… Mehr

Britsch
25 Tage her

Die Baupreise sind Durch Preissteigerung und vor Allem Vorschriften dermaßen gestiegen, daß sich für Investoren Mietwohnungsbau nicht mehr lohnt, da es ja auch Vorschriften zur maximalen Miethöhen gibt. Auserdem kann bei den Baukosten und Vorschriften sowie Ansprüche an die Wohnraumgröße eine Kostendeckende Miete nur noch von Wenigen bezahlt werden. Dazu kommt noch wie die Rechte von Mietern ausgebaut wurden so, daß Wohnungseigentümer im Streitfall fast gar keine Rechte mehr haben

Endlich Frei
25 Tage her

Bei uns im Ort ist die Wohnungssuche hoffnungslos: Egal, wo etwas frei wird oder mit öffentlichen Mitteln fertig gestellt wird: Eine. Familie aus Syrien, Afghanistan oder der Ukraine sitzt schon drin.
Dieses Sozialsystem dient nicht mehr den Autochthonen, die es bezahlen, sondern dieses Sozialsystem wird finanziert für die Welt und Asyloptimierer.

Malte
25 Tage her

16,50 € Kaltmiete zur Refinanzierung – das ist die entscheidende Zahl. Statt die Anforderungen an den Klimaschutz zumindest bei Mehrfamilienhäusern zu senken, wird es nurmehr neue Subventionsrunden geben. Damit sind die kleinen Investoren raus, weil nur die Großen den Stab haben, sich durch die Vorschriften zu wühlen. Das Problem wird sich also weiter verschärfen.
Gut für die Halter von Bestandsimmobilien. Wenn der Neubau zurückgeht, bekommt man vielleicht auch endlich mal wieder einen Handwerker.

Britsch
25 Tage her
Antworten an  Malte

Ich kann mdas Wort „Klimaschutz“ nicht mehr hören, sowie auch ähnliches Gedöns
Das einzige was da geschützt wird sind die Behauptungen bezüglich „Klima, Klimaschutz“

Ulrich
25 Tage her

Wenn hier von 76% Akademikern unter den Ausgewanderten geschrieben wird, so sind darunter wohl sehr wenige Politikwissenschaftler und Fachleute auf dem Gebiet der neueren amerikanischen Literatur. Wohl eher Mediziner und Angehörige der MINT-Berufe. Und unter den „restlichen“ 24% auch eher Elektriker, „Gas-, Wasser-, Schei…“ Installateure und Vertreter anderer auch im benachbarten Ausland dringend gesuchter Fachkräfte. Deren Bedarf an westasiatischen Neurochirurgen und Nuklearphysikern ist weitgehend gestillt, weshalb die gerne nach Deutschland weitergeleitet werden.

Holger Wegner
25 Tage her

Man bräuchte doch gar keine Wohnungen für weitere Arbeitsmigranten, wenn die momentanen Wohnungsbewohner einfach diese Arbeit machen würden…

Manfred_Hbg
25 Tage her

Zitat 1: „Bundesweit habe das Wohnungsdefizit zum Jahresende 2022 die Größe von rund 700.000 Wohnungen erreicht, heißt es in der Studie: „Dies ist mehr als die doppelte Jahresproduktion an Wohnungen.“ > Gestern am frühen Abend wurde irgendwo in den Nachrichten gesagt das im letzten Jahr nur 20.000 Sozialwohnungen gebaut wurden. NUR 20.000 Sozialwohnungen gebaut – und selbst wenn es doppelt so viele Wohnungen gewesen wären. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen wenn man mal bedenkt, dass zum Beispiel JÄHRLICH um die 200.000 (inkl Reseetle-/UN-Programme, Fam.-Nachzüge usw) vor allem muslimische und afrikanische „Fachkräfte“ ins Land fluten und… Mehr

thinkSelf
25 Tage her

Die Einwanderungspolitik ist zwar eine Katastrophe, ist aber gerade im Immobilienbereich keineswegs der „Elefant im Raum“. Der ist da weiterhin ausschließlich die Klima- und Gaia-Religion, also der suizidalen Grundhaltung der hier schon länger Wohnenden. Wohnraum ist in Deutschland auch nicht „knapp“. Die Fläche pro Kopf steigt seit 1945 ununterbrochen an und hat sich selbst seit den 90er Jahren (ich kann mich nicht erinnern, das damals in Deutschland großflächige Slums existiert haben) um ein Drittel erhöht. Und das trotz erheblicher Ausdehnung der Wohnbevölkerung. Auch die Leerstandsquote zeigt eine gesunde Balance von Angebot und Nachfrage (regionale Verwerfungen mal ausgenommen). Und woher kommt… Mehr