IPCC: Der Weltklimarat steht vor der Pleite

Kein Geld, kein Zeitplan, kein Klimabericht und der heftige Vorwurf der „Blockadepolitik“. Turbulent war die jüngste Sitzung des Weltklimarats IPCC. Dem geht das Geld der Geberländer aus.

IPCC-Präsident Jim Skea. picture alliance / Anadolu | Mehmet Murat Onel
IPCC-Präsident Jim Skea.

Eigentlich soll er jetzt über seinem nächsten Sachstandsbericht sitzen, wieviel Geld dafür notwendig ist und wie sich denn das Klima derzeit entwickelt. Dazu saßen gerade in Addis Abeba nach dem offiziellen Verhandlungsbericht 334 Personen, darunter 225 Vertreter aus 115 Staaten, auf ihrer 65. Vollversammlung zusammen und sollten über den nächsten großen Weltklimabericht und dessen Finanzierung entscheiden.

Doch die Verhandlungen endeten am 16. Oktober ohne Einigung. Weder wurde ein verbindlicher Zeitplan für den siebten Sachstandsbericht beschlossen, noch gelang es, den Haushalt für 2027 zu verabschieden. Damit steht ausgerechnet jene Organisation unter erheblichem Druck, deren Berichte seit Jahrzehnten die Grundlage der internationalen Klimapolitik bilden.

Saudi-Arabien, Russland, China und Indien gehören jetzt zu den Staaten, die einen späteren Veröffentlichungstermin verlangen. Ihnen gegenüber stehen zahlreiche europäische Länder, kleine Inselstaaten und Entwicklungsländer, die sich besonders vom Klimawandel betroffen fühlen. Sie wollen den Bericht rechtzeitig zur nächsten großen Überprüfung des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2028 vorliegen haben.

Finanzreserven schwinden

Unterdessen schwinden die Finanzreserven des Weltklimarates. Die freiwilligen Beiträge der Mitgliedstaaten reichen nicht aus, um die bisherige Arbeitsweise dauerhaft zu finanzieren. So haben die USA ihre Zahlungen bereits eingestellt. Unter Präsident Donald Trump stellten die Vereinigten Staaten ihre Unterstützung ein. Am 7. Januar 2026 kündigte die US-Regierung den Rückzug aus dem IPCC und zahlreichen weiteren internationalen Organisationen an. Nach Berechnungen des Fachportals Carbon Brief finanzierten die USA seit Gründung des Weltklimarates 30 Prozent sämtlicher freiwilliger Beiträge, insgesamt etwa 67 Millionen Dollar.

Jetzt drohen auch Erdölproduzenten, dem IPCC seine Finanzierung zu entziehen und haben vorerst den Haushalt blockiert. Nach Angaben des IPCC-Sekretariats liegen die jährlichen freiwilligen Finanzbeiträge derzeit bei 3,5 Millionen Schweizer Franken. Für die Fortführung des siebten Berichtszyklus wären mindestens 5,8 Millionen Franken jährlich erforderlich. Das entspricht einer Finanzierungslücke von 2,3 Millionen Franken oder etwa 40 Prozent des Mindestbedarfs.

Seit 2024 übersteigen die Ausgaben die laufenden Beiträge. Bleibt es dabei, könnten die Reserven des IPCC-Treuhandfonds bis Ende 2028 erschöpft sein. Im Januar 2027 sollen sich eigentlich die Hauptautoren der Arbeitsgruppe über Klimafolgen und Anpassungsmaßnahmen treffen. Ohne verabschiedeten Haushalt fehlen die bewilligten Reisemittel für Wissenschaftler, die ihre Teilnahme nicht selbst finanzieren können.

Deutschland, Frankreich, Panama, Belize und die Niederlande beklagten laut Verhandlungsprotokoll, dass sogar bereits vereinbarte Haushaltsposten „als Geiseln genommen wurden“. Der Vorwurf richtet sich gegen Delegationen, die mit der Verweigerung des Haushalts drohten, sollten ihre Bedingungen nicht erfüllt werden.

Stephans Spitzen:
Die ganz große Klimaverlade
Worum geht es Saudi-Arabien, Indien und seinen Verbündeten? Offiziell argumentieren sie, Wissenschaftler und Regierungen aus ärmeren Ländern benötigten mehr Zeit, um Forschungsergebnisse zu prüfen und eigene Beiträge einzubringen. Die Wissenschaft schließe das Fachwissen des globalen Südens aus. Noch mehr Geld wäre erforderlich, wenn der IPCC die Vertretung der Entwicklungsländer verbessern wollte, heißt es aus IPCC-Kreisen. Die Finanzierung eines zweiten Delegierten könnte den jährlichen Mindestbedarf je nach Umfang auf 6,76 bis 7,17 Millionen Franken erhöhen.

Einerseits verlangen zahlreiche Staaten eine stärkere Beteiligung des globalen Südens, andererseits bleibt die Finanzierung dieser zusätzlichen Beteiligung ungeklärt. Saudi-Arabien, Indien und weitere Staaten wollen die Berichte über Klimafolgen und Emissionsminderung teilweise erst 2029 vorlegen lassen – also nach der entscheidenden globalen Bestandsaufnahme von 2028, wie ausdrücklich im Verhandlungsbericht vermerkt wurde. Am letzten Sitzungstag versuchte IPCC-Vorsitzender Jim Skea, wenigstens einen vorläufigen Etat für 2027 durchzubringen. Doch Saudi-Arabien und Indien widersprachen.

Russland warnte davor, über den Haushalt einen noch nicht beschlossenen Zeitplan festzuschreiben. Schließlich setzte Skea die Sitzung aus. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Auf die Warnung, dass der IPCC-Treuhandfonds bis Ende 2028 erschöpft sein könnte, antwortete Ko Barrett, amtierende IPCC-Sekretärin und stellvertretende Generalsekretärin der Weltorganisation für Meteorologie: „Aus dieser Krise können wir uns nicht einfach heraussparen.“

Die Marshallinseln klopften auf die angeblich drängenden Klimafragen und sprachen von einem beschämenden Zeitspiel: „Der Fortschritt wurde bis zum Schluss blockiert – ein beschämendes Spiel auf Zeit, obwohl keine Zeit zu verlieren ist.“ Also sprach Tina Stege, die „Klimabeauftragte“ der Marshallinseln, und passenderweise die Nichte von Tony deBrum, dem früheren Außenminister der Marshallinseln und einer Schlüsselfigur der Klimaverhandlungen von Paris 2015. Auch auf den Marshallinseln wird erstaunlicherweise angesichts bevorstehender Klimakatastrophen wie abschmelzender Polkappen und steigender Meeresspiegel kräftig in Flughafen und neue Infrastruktur investiert. Ähnlich wie auf den Malediven, wo im Mai 2026 die Aufschüttung von 21 Hektar für den neuen Flughafen für eine 2.800 Meter lange neue Startbahn abgeschlossen wurde.

Neuer Terminal für Insel-Flughafen

Am 3. März 2026 fand in Majuro, der Hauptstadt der Marshallinseln, der erste Spatenstich für einen neuen Terminal für den Inlandsflugverkehr statt. Präsidentin Hilda Heine nahm persönlich an der Zeremonie teil. Die USA finanzieren diesen Neubau, Japan hat Mittel für einen neuen internationalen Terminal zugesagt. Hinzu kommen Landaufschüttungen, neue Straßen und Parkplätze.

Besonders unterhaltsam ist also der Gegensatz zwischen der internationalen Warnung vor dem angeblich steigenden Meeresspiegel und den langfristigen Infrastrukturinvestitionen dieser Inselstaaten.

Wen wunderts, dass die Marshallinseln zu den Staaten gehören, die auf eine Fertigstellung des Klimaberichts 2028 drängen. Klar, sie wollen weiterhin Kohle vor allem aus Deutschland und zwar presto.

Immerhin verteidigte der IPCC-Chef die Arbeit der Wissenschaftler. Jim Skea erklärte zum Abschluss der gescheiterten Sitzung: „Der Maschinenraum des IPCC funktioniert, und er ist gesund.“

Die nächste Apokalypse kann kommen.

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Kommentare ( 15 )

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Rene 1962
21 Minuten her

Deutschland hilft da sicherlich aus.

Leroy
39 Minuten her

Ich dachte die Marshall-Inseln gehen 2030 unter. Lohnt sich ein Flughafen der in 3 Jahren überschwemmt ist ?
Und warum kaufte sich der liederlichste US-Präsident aller Zeiten (Obama)
ein 20 Millionen-Grundstück auf der Insel Martha´s Vineyard, wenn doch in wenigen Jahren der Meeresspiegel soooooo unglaublich ansteigt.

Klaus Kabel
44 Minuten her

Ist doch mal eine gute Nachricht.

Fralarovi
1 Stunde her

Das Geschäftsmodell „Klimawandel“ hat jedenfalls in Deutschland funktioniert und Unsummen an Gewinnen für die internationale Hochfinanz gebracht.
Wer entschädigt die Bürger für die Billionen-Verluste und Folgeschäden wegen ausgebliebener wichtiger Investitionen?
Die wahren Kosten der Klima-Kirche

WHO will Klima und Gesundheit verschmelzen
Die WHO: eine lebensgefährliche Gelddruckmaschine?
30-fache Investionsrendite bzw. 3000%??
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Haba Orwell
1 Stunde her

> Für die Fortführung des siebten Berichtszyklus wären mindestens 5,8 Millionen Franken jährlich erforderlich. Das entspricht einer Finanzierungslücke von 2,3 Millionen Franken oder etwa 40 Prozent des Mindestbedarfs.

Finanzheinis wollen Billionen scheffeln – alleine für Klima-Hüpfen zahlen die viele Millionen. Diese Kleinigkeit hier können die doch aus der eigenen Portokasse erübrigen?

jwe
1 Stunde her

Es wird nicht soweit kommen, dass der Weltklimarat mangels Geld dicht machen muss. Er dient gerade der deutschen Regierung als Begründung für den anstehenden Weltuntergang und den nötigen Schikanen gegen die Bürger. Dieser Zustand muss aufrecht erhalten bleiben und deshalb wird Deutschland jährlich große freiwillige Milliarden-Beträge zahlen, ähnlich der korrupten WHO, UN, EU, …. .

Chat noir
1 Stunde her

Die Welt überlebt auch ohne diesen Weltklimarat. Das wirkliche Problem ist nicht das Klima, sondern die Übervölkerung der Erde.

November Man
1 Stunde her

Der IPCC gehört schon lange als kriminelle Vereinigung verboten und alle verantwortlichen Klimalügner hinter Schloss und Riegel.  

ekki
1 Stunde her

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: fantastisch!

Hairbert
1 Stunde her

So geht’s völlig gewaltfrei zurück zu Freiheit und Wohlstand: Den selbsternannten Weltverbesserern, zutreffender: selbstermächtigten Weltbeherrschern, den Geldhahn zudrehen. Als nächstes bitte im Namen unserer Freiheit und Gesundheit der WHO den Garaus machen!
Und dabei aber nicht vergessen für Freiheit und Demokratie den Brüsseler Sumpf auszutrocknen!