Für die Franzosen kommt es in diesen Wochen knüppeldick. Nach Marktturbulenzen, Schuldenkrise und Migrantenchaos fehlt nun an vielen Tankstellen das Benzin. Präsident Macron bereist den Nahen Osten, um für Abhilfe zu sorgen.
picture alliance / SIPA | Benoit Tessier-Pool
Frankreich droht in diesen Wochen ein historisches Scheitern. Im Land des größten Wohlfahrtsstaats der Welt, der Luxusrenten, der Staatswirtschaft und der fatalen Migrationsillusion ist man gegen die Stahlmauer der Realität geprallt. Zu Beginn der Woche zeichnet sich für die Franzosen ein weiteres Problem ab: An zahlreichen Tankstellen des Landes kommt es zu akuten Versorgungsengpässen bei Benzin und Diesel.
Die Erhebungen zeigen, wie die Lage an den Tankstellen tatsächlich ist. Am Dienstagmorgen waren landesweit mehr als 1.500 Tankstellen von Engpässen betroffen. Im Osten Frankreichs und in der Region Paris lag der Anteil inzwischen bei über 23 Prozent. Besonders brisant: Ein Teil der betroffenen Tankstellen konnte seinen Kunden gar keinen Kraftstoff mehr anbieten. Damit wird die Versorgungslage zu einem akuten Mobilitäts- und Wirtschaftsrisiko.
Präsident Emmanuel Macron ist vor dem Hintergrund der Mangellage zu einer dreitägigen Reise in die Golfregion aufgebrochen. Seit Montag folgen Besuche in Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Katar, um kurzfristige Lieferzusagen für zusätzliche Öl- und Dieselmengen zu erwirken. Begleitet wird Macron von Vertretern der Energiekonzerne TotalEnergies und Engie. Bislang konnten jedoch keine Lieferverträge abgeschlossen werden.
Vom Ende der fossilen Kraftstoffe über die Russland-Sanktionen bis hin zur Migrations- und Multikulti-Lüge und einem unbegrenzten Wohlfahrtswesen – wir erleben den Zusammenbruch der globalistischen Selbstgewissheit.
Es hat den Anschein, als wirbelten die multiplen Krisen zuerst Frankreich durcheinander und ließen den Traum von Staatswirtschaft, einem politisch kontrollierten Energiefluss und der von der Linken stets erträumten Zersplitterung der bürgerlichen Gesellschaft in kulturelle Teilidentitäten zerplatzen. Chaos ist kein dauerhaftes Herrschaftsmodell. Es ist bestenfalls der Nährboden für eine kurzfristige und fragile Tyrannis.
Hinter dem französischen Chaos schwelt noch immer die Staatsschuldenkrise, die zu einer Gefahr für die Eurozone geworden ist. Während Frankreichs Städte im Rauch der gewalttätigen Migrantenmilieus und aggressiver linksradikaler Milieus verschwinden, entwickelte sie sich vom Schwelbrand zum Lauffeuer.
Nein, Frankreich müsste sein Schuldenproblem durch Austeritätspolitik und Wachstumsorientierung lösen – die Zeit des sozialistischen Wohlfühlparadieses ist längst vorüber. Marine Le Pens Ankündigung, im Falle ihrer Präsidentschaft Deutschland über den CO2-Mechanismus und eine Verschiebung der Mitgliedsbeiträge einen Teil der Haushaltsrechnung zuzuschieben, ist unlauter und kündet vom Bruch der Partnerschaft der rechten Parteien Europas, bevor sie überhaupt Bestand hatte.
Ganz ohne Zweifel: Investoren trauen dem französischen Braten nicht mehr. Niemand versteht, dass es möglich ist, ein Haushaltsdefizit von 5,7 Prozent zu verantworten, ohne jede politische Regung. Auch die Finanzierung der Luxusrenten und des größten Wohlfahrtssystems der Welt bei einer offiziellen Staatsquote von 57 Prozent wird Investoren angesichts des Chaos im Land sicherlich zu einer Neubewertung der Lage zwingen.
Kopflos agieren sie bereits. Dies würde einen Systeminfarkt auslösen und das Ende des Eurosystems einleiten. Die zweitgrößte Säule des EU-Gebildes wäre weder durch Finanztransfers anderer Mitgliedstaaten noch durch die Kreditpumpe der EZB länger als einige Wochen zu halten.
In den Hauptstädten der EU spüren sie, dass eine entscheidende Phase an den Märkten begonnen haben könnte. Treibstoffreserven werden freigegeben. Verzweifelt klammert man sich an die Illusion eines Sieges im Donbass, stets mit dem Blick auf die Energie- und Ressourcenreserven Russlands und einem Regime-Change im Kreml gerichtet. Eine brandgefährliche Lage zieht herauf, da Politiker im Panikmodus nicht mehr rational agieren werden.





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