Das ZDF, eine Sozialreferentin und die Geister, die man rief

Das ZDF ist der Sender, in dem eine deftige Migrationskritik der Marke Wolfgang Büscher auf keinen Fall vorkommen darf. Nun hat der ÖRR-Sender mutmaßlich selbst erlebt, was das dem Land bringt. In Berlin wurde eine Interviewpartnerin aus heiterem Himmel mit der Waffe bedroht, was man freilich keinem wünschen würde.

picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Jetzt ist die Gefahrenlage bei den Öffentlich-Rechtlichen angekommen. So könnte man meinen. Das wohlanständige, ganz hochglanz-bürgerlich-linksversiffte ZDF hat am Donnerstag, quasi verschämt, Anzeige gegen einen E-Scooter-Rowdy erstattet, der vielleicht mit einem schlimmeren Namen zu belegen wäre. Während ein Kamerateam auf dem Boxhagener Platz in Berlin-Friedrichshain den Versuch machte, die Fachreferentin einer Sozialorganisation zu interviewen, näherte sich der junge Mann auf dem Roller und fragte zunächst, für welchen Sender das Interview sei. Irgendwann nach dieser Frage soll er eine Schusswaffe gezogen und den Lauf auf die Interviewpartnerin gerichtet haben.

Aber „erst am darauffolgenden Tag“ ging die Schilderung des Geschehens per E-Mail bei der Berliner Polizei ein, wundert sich auch selbige in ihrer Pressemitteilung. Der Täter ließ sich dank der mitlaufenden Kamera leicht als ein polizeibekannter 19-Jähriger identifizieren. Was danach geschah, bleibt offen, ist hier auch ohne Belang.

Interessant wäre eher die Frage, ob die Referentin am Ende eine Mitarbeiterin der unweit zu findenden Filiale der „Arche“ war. Es könnte natürlich auch eine andere Organisation gewesen sein. Aber einen besonderen Sinn ergäbe diese mutmaßliche Bedrohung der Referentin im Zusammenhang mit der „Arche“. Deren Sprecher Wolfgang Büscher ließ erst diese Woche die Meldung platzen, dass er gewisse Dinge vielleicht noch öffentlich sagen kann, das aber nicht im gründlich links gewendeten ZDF, sondern nur bei den Privaten.

Integration muss und kann sein? Oder doch zu teuer?

Außerdem sagte Büscher im Talkformat Meinungsfreiheit auf Welt sehr klar: „Die arabische, die islamische Kultur ist nicht kompatibel mit unserem Land, nicht kompatibel mit unserer Demokratie. Wer was anderes sagt, lügt oder hat keine Ahnung.“ Und als die Welt-Journalistin Susanne Gaschke sanft Einspruch erhob, man müsse, könne doch alle irgendwie integrieren, erwiderte Büscher, nur einen halben Rückzug antretend, sinngemäß: Ja, aber mit sehr hohem Personalaufwand!

Schon zuvor hatte Büscher von Eins-zu-eins-Betreuung bei vielen migrantischen Jugendlichen gesprochen, und das ist, wie man wissen kann, längst die Realität in vielen Schulklassen, wo Problemkindern eine Sonderlehrkraft zugeteilt wird. Es geht also entweder in die personal- und geldintensive Betreuungsgesellschaft oder in eine andere Gesellschaftsform, die man sich nicht erst langwierig ausmalen muss, sondern die auf den Straßen Berlins – nur zum Beispiel – schon da ist.

Ein Blick in die Polizeimeldungen der umliegenden Tage zeigt, dass sich Schusswaffen in der Hauptstadt zunehmender Beliebtheit erfreuen:

Polizeimeldung vom 30.08.2026
Tempelhof-Schöneberg Nr. 1090

Mehrere Zeugen alarmierten heute früh die Polizei nach Schöneberg. Kurz vor 5 Uhr hörten mehrere Anwohner der Steinmetzstraße sowie der Bülowstraße Knallgeräusche von der Fußgängerzone der Steinmetzstraße. Im Anschluss soll sich von dort ein Kleinwagen mit hoher Geschwindigkeit in unbekannte Richtung entfernt haben. Die eingetroffenen Einsatzkräfte stellten auf der Steinmetzstraße mehrere leere Patronenhülsen scharfer Munition fest. Im Verlauf weiterer Ermittlungen sind in zwei Fensterscheiben zweier verschiedener Wohnungen an der Steinmetzstraße jeweils Beschädigungen festgestellt worden. Bei den Beschädigungen handelt es sich um je ein Einschussloch. Verletzt wurde niemand. Ermittlerinnen und Ermittler der Kriminalpolizei stellten die Hülsen und weitere Beweise sicher. Hinweise auf eine gezielte Schussabgabe liegen derzeit nicht vor. Die weiteren Ermittlungen übernahm ein Fachkommissariat der Polizeidirektion 4 (Süd).

Polizeimeldung vom 03.09.2026
bezirksübergreifend
Neukölln/Treptow-Köpenick Nr. 1115

Einsatzkräfte des Polizeiabschnitts 48 fanden und beschlagnahmten gestern Abend im Zusammenhang mit der Überprüfung eines 38 Jahre alten Mannes im Ortsteil Baumschulenweg insgesamt neun scharfe Schusswaffen. Gegen 19:15 Uhr hatten Einsatzkräfte in ziviler Kleidung einen mutmaßlichen Drogenhandel in Gropiusstadt beobachtet und sich daraufhin entschlossen, den Transporter des Erwerbers anzuhalten und zu überprüfen. Bei der Kontrolle des Fahrzeugs im Bereich Johannisthaler Chaussee / Fanny-Zobel-Brücke konnte der 38-jährige Fahrer keinen Ausweis und ebenso keinen Führerschein vorlegen, außerdem nahmen die Einsatzkräfte starken Cannabisgeruch wahr. Einer freiwilligen Durchsuchung stimmte der Mann nicht zu, stattdessen wollte er in eine im Auto liegende Tasche greifen, was die Einsatzkräfte verhindern konnten. Dagegen leistete der Mann Widerstand. Nachdem er zu Boden gebracht und ihm Handfesseln angelegt worden waren, begannen die Kräfte auf richterlichen Beschluss mit der Durchsuchung. Dabei fanden sie insgesamt drei scharfe Schusswaffen, eine davon griffbereit, Munition sowie weitere Beweismittel. Im Zuge der weiteren Ermittlungen geriet eine Parzelle in einer Kleingartenanlage an der Johannisthaler Chaussee als Aufenthaltsort des Tatverdächtigen in den Fokus. Bei der freiwillig gestatteten Durchsuchung der Laube fanden die Kräfte sechs weitere scharfe Schusswaffen mit dazugehöriger Munition. Der 38-Jährige wurde für eine Blutentnahme und die Feststellung seiner Personalien für das zuständige Fachkommissariat des Landeskriminalamtes eingeliefert. Er soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, unerlaubten gemeinschaftlichen Handels mit und Fahrens unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte dauern an.

Man würde sagen: Vor zwanzig Jahren gab es so etwas nicht. Man kannte derlei Szenarien nur aus US-Filmen und aus Berichten aus Mexiko, Kolumbien oder den Banlieues von Paris. Heute gehören sie zum Berliner Alltag, an dem sich auch Fernsehteams jener Sender erfreuen können, bei denen auf die Darstellung ebendieser Zustände als Strafe Sendeverbot und Auftragsstopp folgen. Und bei denen ein Herr Büscher von der grundsozialen Arche nicht mehr seine Sicht der Realität ausbreiten darf. Aber so passt dann zumindest alles zusammen – auch die Tatsache, dass nun ein Kamerateam des ZDF mit der mangelnden Integration einiger Berliner Bekanntschaft machte und das Erlebnis nicht unbedingt via Anzeige öffentlich machen wollte.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 3 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

3 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
ceterum censeo
37 Minuten her

„…mit der Waffe bedroht, was man freilich keinem wünschen würde.“ Ganz ehrlich, Herr Nikolaidis? Meine Humanität diesbezüglich ist mittlerweile recht überschaubar geworden. Erstens scheint es unbedingt notwendig zu sein, daß diese „Grenzerfahrungen“ alle die „Gutmenschen“ mal gemacht haben müssen, um tatsächlich das tagtägliche Neuaushandeln mitzubekommen und zweitens: haben die Grün-Linken Mitleid mit den Opfern z.B. der Hammerbande? Sehen Sie!

Kassandra
44 Minuten her

Emrah Erken bringt welche in Bild und Ton. Ist jetzt vielleicht ein bisschen speziell – aber solche mit Sozialisation im Islam scheinen nur graduell anders – und nicht zu unseren Gunsten – wie auch Lehrerinnen aus Wien inzwischen öffentlich machen: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/wiener-lehrerin-warnt-vor-einem-weg-in-die-apartheid-sie-sehen-uns-als-unglaeubige/ „Die westlichen Linken, welche die Weiterfinanzierung der UNRWA fordern, damit an deren Schulen die radikalislamistische und genozidal-antisemitische Indoktrination fortgesetzt werden kann, befürworten neuerdings die Aufnahme dieser hirngewaschenen Kinder in westlichen Ländern. Hier 4 Videos mit Kindern aus Gaza. Anschauen, darüber nachdenken und nie wieder linke Parteien wählen!“ https://x.com/AtticusJazz/status/2089363308700647518 Wie holt man das aus solchen wieder raus? „Wenn UNRWA- Lehrer… Mehr

Franz Guenter
49 Minuten her

Die Realität ist jetzt auch beim ÖRR angekommen. Wer hätte das gedacht.