Sachsen-Anhalt erlebt eine außergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung. Um 14 Uhr hatten bereits 54,4 Prozent gewählt – doppelt so viele wie 2021 zu diesem Zeitpunkt. Die Bürger des Bundeslands wollen heute eine Entscheidung treffen.
picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
In Sachsen-Anhalt geschieht an diesem Sonntag etwas, das weit über die Frage hinausgeht, welche Partei am Abend wie viele Prozentpunkte erreicht. Die Bürger gehen in einer Größenordnung wählen, die aus einer Landtagswahl ein politisches Ereignis von bundesweiter Bedeutung macht.
Um 14 Uhr hatten nach Angaben der Landeswahlleiterin bereits 54,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in einem Wahllokal abgegeben. 2021 waren es zum gleichen Zeitpunkt gerade einmal 27,1 Prozent. Die Beteiligung hat sich damit innerhalb von fünf Jahren zu diesem Zeitpunkt praktisch verdoppelt. Die Briefwahl ist in diesen Zahlen noch nicht enthalten.
Schon gegen Mittag hatte sich die Entwicklung abgezeichnet. Um 12 Uhr waren 34,7 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne gegangen. Fünf Jahre zuvor waren es zu diesem Zeitpunkt 22,4 Prozent gewesen. Rund 1,7 Millionen Menschen sind diesmal wahlberechtigt, etwa 2.130 Wahllokale haben bis 18 Uhr geöffnet.
Damit liegt die Beteiligung bereits vier Stunden vor Schließung der Wahllokale nur knapp unter dem gesamten Endwert der Landtagswahl 2021. Damals beteiligten sich einschließlich der Briefwähler am Ende 60,3 Prozent. 1,079 Millionen von knapp 1,789 Millionen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.
Die politische Mobilisierung in Sachsen-Anhalt erreicht ein Ausmaß, das mit einer normalen Landtagswahl kaum noch etwas zu tun hat.
Das passt zu einem Wahlkampf, in dem die zentrale politische Frage längst bundesweit gestellt wird. Die AfD ging mit Umfragewerten von mehr als 40 Prozent in diesen Sonntag. Die letzte Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen sah sie bei 41 Prozent, die CDU bei 23 Prozent. INSA hatte die AfD zuletzt sogar bei 43 Prozent gesehen, Infratest dimap bei 42 Prozent.
Schon vor dem Wahltag war die außergewöhnliche Aufmerksamkeit messbar. Der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl wurde bis Mittwoch mehr als eine Million Mal vollständig durchgespielt. Auch das war mehr als doppelt so häufig wie 2021 und bedeutete einen neuen Rekord.
Sachsen-Anhalt erlebt damit eine Mobilisierung, die ziemlich wenig zu den jahrelangen Klagen über Politikverdrossenheit passt. Wenn Bürger den Eindruck gewinnen, dass eine Wahl tatsächlich etwas verändern könnte, finden sie offenbar sehr zuverlässig den Weg ins Wahllokal.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung nach einem Wahlkampf, in dem die mögliche Stärke der AfD zum alles überlagernden Thema gemacht wurde. Parteien, Verbände und Aktivisten mobilisierten bis unmittelbar vor dem Wahltag. Noch am Samstag versammelten sich in Magdeburg Tausende zu einem sogenannten Demokratiefest von linken Bündnissen und Demonstrationen gegen rechts.


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Ein Großteil der Wähler hat es endlich verstanden:
lieber Aufbruch für Deutschland, als Grüner Sozialismus.
„zu einem sogenannten Demokratiefest“ genau mein Humor.
Es gibt nur eine richtige Entscheidung.
Weg mit den Klatschhasen aus Politik und Wirtschaft.
Es lebe die Freiheit.
Weg mit den Zwangsgebühren, ÖRR Chefetage aktiv oder im Ruhestand wegen sittenwidriger Verträge und krimineller Abzocke hinter Gitter bringen.
Dann darf der öRR gerne mit Werbung und Abomodell weiter existieren, Managergehälter dann entsprechend der wirtschaftlichen Lage. Bei dem top Programm sicher kein Problem.
Wie das alles miteinander verwoben scheint?
22:32 Uhr – Sonntag, 06. September
Journalisten-Verband verteidigt MDR gegen Vorwürfe von SiegmundDer Deutsche Journalisten-Verband weist die Vorwürfe des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund gegen die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zurück. Siegmund sprach am Wahlabend von „wahnsinnig vielen Vorurteilen“ sowie von „vielen Fake News“ und „viel Desinformation“ im Wahlkampf, zu der Teile des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einen Beitrag geleistet hätten. Deswegen wolle er die „Rundfunkzwangsabgabe“ beenden und den Medienstaatsvertrag kündigen, wiederholte Siegmund am Sonntagabend in der ARD-„Tagesschau“ die Position aus dem Wahlprogramm seiner Partei.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a9555d4ec27d32fb526a8ea/wahl-in-sachsen-anhalt-weidel-nennt-regierungs-szenario-mit-bsw-sehr-interessant-liveticker.html?icid=teaser.liveticker.1#liveticker-6a9dcddb79455894d5920d4a
Heute in den Mainstream-Medien der am häufigsten gelesene Halbsatz:
…die als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei…
Damit sich alle vor dem Gang zur Wahlurne so richtig fürchten. Ob diese plumpe Rechnung wohl aufgeht? In einer Stunde wissen wir mehr. Ich glaube an die Blödheit der Schafsherde. Die Wahlschafe werden es wieder nicht schaffen, den Elfmeter ins leere Tor zu versenken.