EU-Parlament beendet Zusammenarbeit mit Muslimbruderschaft-naher Jugendorganisation

Die EU machte FEMYSO zum Partner und förderte die Organisation mit Steuergeld. Nun beendet das Europäische Parlament die Zusammenarbeit wegen mutmaßlicher Verbindungen zur Muslimbruderschaft. Der Kurswechsel geht maßgeblich auf die französische EU-Parlamentarierin und Nichte von Marine Le Pen, Marion Maréchal, zurück.

IMAGO / ABACAPRESS

Während die islamistische Muslimbruderschaft in Ägypten, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Jordanien, Syrien, Russland und Kenia längst als terroristische Organisation gilt bzw. vollständig verboten ist, geht die EU einen anderen Weg – eine gefährliche Mischung aus Naivität, Feigheit, pervertierter Barmherzigkeit, ideologischer Verblendung und Hypermoral. In Deutschland wird die Muslimbruderschaft zwar vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich eingestuft, ein Verbot besteht jedoch nicht. Die USA haben immerhin drei Ableger der Organisation – jene in Ägypten, im Libanon und in Jordanien – als terroristische Gruppen eingestuft.

Nun hat das Europäische Parlament einen Schritt vollzogen, der als deutliche politische Distanzierung verstanden werden kann. Auf eine Initiative der französischen Europaabgeordneten Marion Maréchal hin wurde beschlossen, die Jugendorganisation Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO) von den Aktivitäten des Europäischen Parlaments auszuschließen.

Maréchal sprach von einem „Sieg gegen die islamistische Muslimbruderschaft“. Zuvor hatten 32 Europaabgeordnete eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sie den Ausschluss von FEMYSO forderten. Ihre Begründung: Die Organisation sei eine Frontorganisation der Muslimbruderschaft.

Besonders brisant ist dabei der Hintergrund. Die Europäische Union hatte FEMYSO in der Vergangenheit mit Zuschüssen in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro gefördert und die Organisation als offiziellen Partner anerkannt. FEMYSO vertrat bei Veranstaltungen der EU die Interessen junger Muslime in Europa.

Zur Begründung ihres Vorstoßes verwiesen die Abgeordneten auf einen Bericht des französischen Innenministeriums aus dem Jahr 2025. Darin wird FEMYSO als Jugendorganisation des Council of European Muslims beschrieben und als zentraler Bestandteil der Strukturen der Muslimbruderschaft in Europa eingeordnet.

Bereits 2021 hatte die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (ECR) in ihrem Bericht „Network of Networks: The Muslim Brotherhood in Europe“ auf enge personelle Verbindungen hingewiesen. Dem Bericht zufolge stammten Führungspersonen von FEMYSO aus Familien, die europaweit der Muslimbruderschaft zugerechnet werden. Zugleich wurde darauf verwiesen, dass FEMYSO beim Europarat einen partizipativen Status erhalten und einen Sitz im Beratenden Jugendrat eingenommen hatte.

Auch außerhalb der EU wurden Warnungen laut. Der britische konservative Abgeordnete Neil O’Brien warnte im vergangenen Jahr die damalige britische Innenministerin Shabana Mahmood vor der Eröffnung eines FEMYSO-Büros in Großbritannien. Er verwies darauf, dass französische Nachrichtendienste FEMYSO als Schlüsselakteur der Muslimbruderschaft identifiziert hätten. Daraus ergäben sich nach seiner Auffassung Fragen für die nationale Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Ähnliche Kritik äußerte der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate bei der Europäischen Union, Mohamed Al Sahlawi, in einer Rede vor dem Europäischen Parlament. Er erklärte, FEMYSO sei nur eine von zahlreichen Organisationen mit Verbindungen zur Muslimbruderschaft, die durch EU-Fördermittel finanziert und durch offizielle Partnerschaften politisch aufgewertet worden seien. Dadurch seien sie faktisch zu Ansprechpartnern für Muslime in Europa geworden.

Al Sahlawi verwies auf die Erfahrungen seines Landes. Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten vergleichbare Strukturen der Muslimbruderschaft verboten und beseitigt. Er appellierte an die europäischen Staaten, ebenfalls gegen entsprechende Organisationen vorzugehen, bevor deren Einfluss weiter wachse. Nach Darstellung der vorliegenden Informationen verfügt die Muslimbruderschaft dagegen weiterhin über wichtige Rückzugsräume in Katar, der Türkei und Großbritannien, von denen aus ein erheblicher Teil ihrer internationalen Aktivitäten organisiert werde.

Mit dem Ausschluss von FEMYSO beendet das Europäische Parlament zumindest vorerst die politische Aufwertung einer Organisation, die über Jahre EU-Fördergelder erhielt und als offizieller Gesprächspartner auftreten konnte. Die grundsätzliche Frage, wie Europa künftig mit Organisationen umgehen will, denen Verbindungen zur Muslimbruderschaft vorgeworfen werden, bleibt damit jedoch offen.

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Kommentare ( 9 )

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HansKarl70
16 Stunden her

Ein guter Schritt aber das reicht noch nicht.

yeager
18 Stunden her

Das wäre ja eigentlich das richtige Thema für das Forschungszentrum globaler Islam. Schade, dass das letztes Jahr geschlossen wurde.

Mausi
19 Stunden her

Wie lautet das Sprichwort über die Schwalben….
Welche „Gesinnungstests“ gegen Rächts gibt es? Aber „politischer“ Islam ist ok. Das mag verstehen, wer will.

Last edited 19 Stunden her by Mausi
Schwabenwilli
19 Stunden her

„…… geht die EU einen anderen Weg – eine gefährliche Mischung aus Naivität, Feigheit, pervertierter Barmherzigkeit, ideologischer Verblendung und Hypermoral“.

Manche Parteien sind schon heute regelrecht islamistisch unterwandert das da auch nichts mehr zu erwarten ist.

In Deutschland streiten sich besonders rot-rot-grün um die Stimmen der Moslems und machen denen Zugeständnisse das einem die Haare zu Berge stehen.

Dorn
20 Stunden her

Es ist ein handfester Skandal und ein kollektives Versagen der demokratischen Mitte, dass europäische Institutionen über ein Jahrzehnt lang weggeschaut haben. Deutsche Sicherheitsbehörden und der Verfassungsschutz haben bereits vor über zwanzig Jahren unmissverständlich gewarnt, dass dieses Netzwerk strategisch von der Muslimbruderschaft dominiert wird. Dass die EU-Kommission und das Parlament diese Warnungen ignorierten und weiterhin hunderte Tausende Euro an Steuergeldern überwiesen haben, ist kein Kavaliersdelikt. Es ist die finanzielle und politische Mitversorgung einer Bewegung, deren erklärtes Ziel die schleichende Untergrabung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und die Spaltung unserer Gesellschaft ist. Dass es erst eine Marion Maréchal und den Druck einer rechtsgerichteten Fraktion… Mehr

Endlich Frei
20 Stunden her

Das sind erste gute Anzeichen einer Vernunft gesteuerten Einflussnahme rechtskonservativer Politik. Die Frage ist: Kommt das nicht alles viel zu spät?

Last edited 20 Stunden her by Endlich Frei
Lars Baecker
20 Stunden her

Die Muslimbruderschaft hat in den meisten Ländern Europas mittlerweile soviel Einfluss, dass die auf die Schlafmützen aus Brüssel gar nicht mehr angewiesen sind.

Deutsche
21 Stunden her

Interessant. Wird das veruntreute Geld jetzt zurückerstattet oder muss der europäische Bürger froh sein, dass der gegen Europa gerichtete „Jihad“ nicht noch mit mehr Hunderttausenden und Millionen an Steuergeldern finanziert wird. Wenn ich an die Palästinenserfinanzierung denke und deren „sinnvolle Anwendung“ in Anti Israel Lehrmaterial und Tunnelsysteme wird mir sowieso ganz schlecht. Ich finde wir sollten die Gutsherren Geldverteilung ganz einstellen und den Bürgern lieber mehr von ihrem selbstverdientem Geld lassen anstatt ständig grenzdebiler Erbonkel aus Deutschland zu spielen Da hat sich ganz gewaltig etwas verselbstständigt und zwar nicht zum Guten. Ebenso wie mit dieser Vorschriftenlawine für die Bürger, die… Mehr

hansgunther
21 Stunden her

Wissen die Spezialdeutschen schon davon, oder haben sie gerade wieder neue Gelder ausgeschenkt an den am Ende tödlichen Feind, auch für sie selbst?