Die Freiheit der Kunst und politischen Aggression dürften doch nicht grenzenlos sein, wie Hausdurchsuchungen beim linksextremen Zentrum für Politische Schönheit zeigen: Die Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Chemnitz bezogen sich auf ein im Oktober 2025 in Chemnitz aufgestelltes Plakat.
picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Das „Zentrum für Politische Schönheit“ wurde 2008 von Philipp Ruch gegründet und versteht sich laut Eigendefinition als „Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit“. In der Praxis hat diese Gruppe mit äußerst aggressiven Aktionen bundesweit für Aufsehen gesorgt, dazu setzte es immer wieder scharfe Kritik an den auch geschmacklosen Projekten.
Nun kam es aktuell zu fünf Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern dieser Gruppierung: Ermittelt wird wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§ 86 StGB), übler Nachrede und Beleidigung. Die Polizeibeamten beschlagnahmten bei den Razzien in Berlin mehrere Computer und andere Datenträger. Das Zentrum für Politische Schönheit sieht dies als „Kriminalisierung von Kunst“ und als einen „Angriff auf die Demokratie“.
Wie der MDR berichtet, geht es um ein Plakat, das vom Zentrum für Politische Schönheit am 16. Oktober 2025 in Chemnitz aufgestellt worden ist: Es zeigt den Chemnitzer Polizeihauptkommissar Ringo S. gemeinsam mit AfD-Bundeschef Tino Chrupalla auf einem Polizeimotorrad. Im Hintergrund weht die Reichskriegsflagge mit deutlich angedeuteter Hakenkreuz-Symbolik. Der Beamte ruft Chrupalla zu: „Klaro Tino! Nazis haben bei mir immer Akteneinsicht!“ Die Gruppe begründet die Darstellung mit dem Vorwurf, sächsische Polizeibehörden hätten interne Daten an Rechtsextreme weitergegeben – die Daten seien im Zusammenhang mit der vorübergehenden Beschlagnahme ihres Protestbusses „Adenauer SRP+“ in Döbeln im September 2025 geleakt worden. Das Landgericht Chemnitz erklärte diese Beschlagnahme des Busses später teilweise für rechtswidrig.
Die Staatsanwaltschaft Chemnitz sieht in der Plakataktion keine reine Satire: Das Hakenkreuz-Symbol sei strafbar, auch wenn ein Verweis auf die Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG) angebracht sei. Zudem lägen Strafanträge des betroffenen Polizeibeamten und von Tino Chrupalla wegen übler Nachrede und Beleidigung vor. Ermittelt werde derzeit gegen eine Person, obwohl fünf Objekte durchsucht wurden. Das Landgericht Chemnitz hatte in einem Beschluss klargestellt, dass Meinungs- und Kunstfreiheit ihre Schranken in den allgemeinen Gesetzen finden.
Viel kritisierte Aktion mit Asche von toten Juden
Zu den größten bisher provozierten Skandalen des Zentrums für Politische Schönheit zählt das Aufstellen der „Widerstandssäule“ Ende 2019 gegenüber dem Reichstag: Das ZPS stellte eine Stele auf, die angeblich Asche und Knochenreste von Holocaust-Opfern enthielt – als Mahnung vor einer Zusammenarbeit mit der AfD. Jüdische Verbände, der Zentralrat der Juden und der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein kritisierten die Aktion massiv als pietätlos und als Verletzung der Totenruhe. Nach breitem Protest verhüllte das ZPS die Stele, entschuldigte sich öffentlich und übergab die vermeintliche Asche. Viele sahen darin eine Instrumentalisierung historischer Traumata für mediale Aufmerksamkeit.
Insiderwissen bei Österreichs Ibiza-Affäre
In Österreich wurde die Gruppierung im Mai 2019 durch die mutmaßliche Mitwisserschaft bei der Ibiza-Affäre 2019 bekannt: Zu dem heimlich in einer Finca auf der Urlaubsinsel gedrehten Video, das den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache nicht wirklich vorteilhaft zeigte und die österreichische ÖVP-FPÖ-Regierung stürzte, hat das Kollektiv bereits Stunden vor der offiziellen Veröffentlichung Hinweise getwittert und war erster Follower eines dazu relevanten Accounts. Offiziell wurde eine Beteiligung an der Produktion stets dementiert, die genaue Rolle blieb ungeklärt. Doch die Affäre passt nahtlos in das Muster dieser Gruppierung: hochprovokative Interventionen gegen den politischen Gegner.

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Ruch hat eindeutig ne mächtige Schramme auf der Festplatte. Das trifft man in der links „antifaschistischen“ Szene (z.B. auch sehr unterhaltsam in diesem Sinne: Böhmermann) häufig an.
Diese Charaktere hätten sich vor 1000 Jahren sehr wohl gefühlt.
Jetzt muss unbedingt die „Zivilgesellschaft“ mobilisiert werden. Eine „überzogene“ Polizeiaktion mit direktem Einfluss auf das Zentrum „unserer Demokratie“. Wo ist, verdi? Wo sind die Omas gegen Rechts? Wo ist die Antonio Amadeu Stiftung? Wo sind die Grünen, die Linken und die SPD, wenn man sie braucht? Alerta Antifaschista – bekämpft den Polizeistaat, wenn er nicht mehr alleine gegen Rechts kämpft!
Das Zentrum hat in grenzenloser Selbstüberschätzung einen Polizeihauptkommissar verunglimpft und damit die staatlichen Organe herausgefordert. Die Hausdurchsuchungen sind unverhältnismäßig. – Ruchs Vater ist aus der Schweiz (!) in die Tätärä gezogen. Das muß man auch erst mal bringen. Klein-Philipp hatte wahrscheinlich im Pionierlager immer die beste Schokolade von der Oma und Butterbrote mit Gruyère. Was soll aus einem solchen Kind werden?
Dieses „Zentrum für politische Blödheit“ sollte man ruhig weiter machen lassen, die disqualifizieren sich immer wieder selbst.
„Freiheit der Kunst“ ist selbstverständlich nur vorgeschoben und wird, wie so vieles, von Links ins Groteske verzerrt. Gleichzeitig wird sich sicher ein Richter finden der wohlwollend urteilen wird.
Super Sache, dass auch Linksextremisten mal den Bademantel brauchen. Wird auch Zeit. Lebt übrigens Heinrich von Reuß noch? Oder wird informell die Todesstrafe durch U–Haft bis zum Exitus vollzogen?