Der Markt belohnt die kostengünstigste Produktion. Wer dieses Prinzip ausschaltet, prämiert das Teure und Sinnlose – und treibt die Kosten in unvorstellbare Höhen. Der neue Plan von Carsten Schneider passt exakt in dies Muster.
picture alliance / Flashpic | Jens Krick
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will die Energiewende mit einem besonderen Projekt vorantreiben: Bis zu 2000 neue Windkraftanlagen sollen nach seinem Willen bis 2030 entstehen, viele davon in besonders windschwachen Gebieten. Denn dort finden sich am ehesten noch potentielle Standorte. Die ertragreichen Gebiete, vor allem im Nordwesten sind bereits weitgehend von Windparks belegt. In Schwachwindgebieten, die vor allem im hügeligen und bergigen Süden liegen, lohnt sich der Betrieb trotz der staatlichen Einspeisevergütungen in aller Regel nicht. Schneiders Idee lautet deshalb, Investoren einen „Nachteilsausgleich“ zu bieten.
Nach dieser Regelung erhält ein Betreiber an einer Stelle mit einer „Standortqualität“, verglichen mit einem ertragsstarken Windrad, das 1,55-Fache der staatlich garantierten Einspeisevergütung. In Bayern beträgt der durchschnittliche „Gütefaktor“ der Standorte im Schnitt nur 55 Prozent. Das heißt: Viele Gebiete liegen noch darunter. Schon jetzt stehen 76 Prozent aller bayerischen Windkraftanlagen in Schwachwind-Gebieten. Selbst von den besseren der ertragsarmen Standorte stehen also schon etliche nicht mehr zur Verfügung. Schneiders Plan lässt sich so zusammenfassen: Dort, wo die Anlagen besonders ineffizient laufen, erhalten die Betreiber nach dem Willen des Umweltministers in Zukunft besonders viel Geld aus der Steuerkasse.
Die Überschüsse lassen sich allerdings nur zu einem Bruchteil später nutzen, denn Speicher stehen eben nicht, wie die DIW-Mitarbeiterin Claudia Kemfert behauptet, „noch und nöcher“ zur Verfügung, sondern nur in geringer Kapazität. Daran ändert sich auch in absehbarer Zukunft nichts Grundlegendes. Bei geringem Wind schicken gerade die besonders teuer geförderten neuen Anlagen kaum etwas ins Netz, bei Flaute sowieso nicht. Weht der Wind gut, müssen flächendeckend viele Anlagen entweder abgeregelt werden, wobei die Betreiber trotzdem ihre Vergütung kassieren – nur eben pro nichterzeugte Kilowattstunde. Oder die Überschüsse werden ins Ausland entsorgt – für Kosten von bis zu 500 Euro pro Megawattstunde. Unter dem Strich bedeuten mehr Windturbinen an eigentlich ungeeigneten Standorten deshalb an vielen Tagen entweder keinen zusätzlichen Strom, oder noch mehr Wegwerf- beziehungsweise Geisterstrom als bisher.
Dass der rasende Ausbau der Windkraft unabhängig von der Eignung der Standorte zu einem Mehr an Windstrom führt, gehört zu den längst widerlegten Energiewende-Legenden. Robert Habeck setzte als Schneiders Vorgänger bekanntlich höhere Einspeisevergütungen durch und räumte Naturschutz-Hürden für Windkraftanlagen beiseite. Durch seinen „Windkraft-Turbo“ entstanden zahlreiche neue Anlagen, der Windstromertrag wuchs trotzdem nicht. Im Gegenteil. Im Jahr 2025, als viele der dank Habeck genehmigten Anlagen ans Netz gingen, sank die Windenergieerzeugung sogar im Vergleich zum Vorjahr: Im Jahr 2024 lieferten die Anlagen an Land und auf See noch 136,4 Terawattstunden, 2025 produzierte ein deutlich gewachsener Rotorenpark nur 132 Terawattstunden. Ein Grund: Der Wind wehte 2025 weniger stark. Der zweite: Auch schon die Einspeisevergütungserhöhung durch den Grünen-Politiker führte dazu, dass viele neue Anlagen dort entstanden, wo sie sich mit der alten Vergütung nicht gelohnt hätten – nämlich in notorisch ertragsarmen Gebieten.
Schneiders Förderung von Windrädern in windschwachen Gebieten dürften diese Kosten künftig noch weiter nach oben treiben. Sein Vorstoß steht prototypisch für die deutsche Energiewende: Marktanreize bestehen in einer Belohnung für Effizienz. Derjenige setzt sich durch, der am kostengünstigsten produziert. Wer wie in der Energiepolitik den Markt weitgehend ausschaltet, erhält das exakt gegenteilige Ergebnis: Er belohnt das möglichst Teure und Unergiebige. Dieses Prinzip zieht sich mittlerweile durch die gesamte deutsche Energiepolitik. Bisher fördert der Staat auf Steuerzahlerkosten auch viele kleine Balkon- und Dachsolaranlagen über feste Einspeisegebühren über dem Marktpreis. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) will diese Subvention abschaffen – allerdings erst ab 2027. Und sie sieht sich dabei heftigem propagandistischen Widerstand der Grünen ausgesetzt, und auch ihr SPD-Kollege Schneider widerspricht: Dem weiteren Ausbau der Solarenergie, meint er, sollten „keine Steine in den Weg gelegt werden“.
Ob die Subvention also tatsächlich wegfällt, muss sich noch zeigen. Die kleinen Privatanlagen sind nicht nur ineffizient – große Solarparks arbeiten etwa dreimal wirtschaftlicher, obwohl auch sie meist feste Einspeisevergütungen benötigen –, die Mini-Produzenten lassen sich zudem anders als die großen nicht abregeln. Selbst dann, wenn im Sommer schon Stromüberfluss herrscht, speisen sie also munter weiter in das Netz ein, dem die Überlastung droht. Das einzige Mittel dagegen lautet, die noch vergleichsweise effizienten Solar- und Windparks zugunsten der leistungsschwächsten Anlagen vom Netz zu nehmen.
Die Pläne der Regierung sehen auch vor, einen Teil der geplanten Gaskraftwerke, die einspringen sollen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, „wasserstoff-ready“ auszulegen. Das treibt schon die Baukosten der Anlagen, und bedeutet außerdem, sollten diese Vorstellungen Wirklichkeit werden, den besonders teuer hergestellten Wasserstoff in Kraftwerken zu verbrennen, um daraus Strom herzustellen, der wiederum beispielsweise Wärmepumpen antreiben soll. Mit jedem Umwandlungsschritt reduziert sich die Energieausbeute. Dieser aus Wasserstoff gewonnene Strom wäre voraussichtlich so teuer, dass er gemäß dem oben beschriebenen Prinzip ebenfalls mit Milliarden subventioniert werden müsste.
Vor vielen Jahren prognostizierte der damalige Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), die spezielle und im internationalen Vergleich singuläre deutsche Energiewende werde insgesamt eine Billion Euro kosten. Vor allem die Grünen warfen ihm damals vor, eine „Horrorzahl“ zu verbreiten. Heute steht fest: Bis 2035 reicht die veranschlagte Billion hinten und vorn nicht. Sämtliche Regierungen wären heilfroh, wenn die Schlussrechnung wenigstens nur doppelt bis dreimal so hoch ausfällt. Und schon das wäre die günstigste Variante.




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Umwelt, Natur? Diejenicgen die sich lauthals selbst als Schützer bezeichnen schadern der Umwelt und der natur doch mit Ihren Maßnahmen eher als daß sie Umwelt und Natur schützen.
Die rot-grünen Jünglinge, innerhalb der schwarzen Garde haben schon längst das gelddruckende Gewerbe namens Wind -und Solarpark übernommen um sich gemeinsam die Nüsschen zu teilen und das Opfer ist der Verbraucher, den man doch gerne über den Leisten zieht und der dumm genug ist auch noch die Subventionen aller Art mit seiner Rechnung übernimmt, was an Idiotie nicht mehr zu toppen ist. Einen Posten den man nicht speichern kann und ihn durchlaufen lassen muß oder das Gerät zum Stillstand bringen muß, wegen fehlender Kapazitätsaufnahme, hat doch das eigentliche Ziel der voll umfänglichen Effizienz verfehlt und ist wie bei meinem neuen… Mehr
… und der Schneider und seine Gesellen tragen weiter Licht in Säcken in das Haus ohne Fenster und ohne Strom.
Da gibt es keine Schlussrechnung im wörtliche Sinne, denn die Differenz zwischen deutschen und externen Strompreisen muss weiterhin bezahlt werden, im Zweifelsfalle durch kontinuierlichen Wohlstandsverlust.
„Schon jetzt stehen 76 Prozent aller bayerischen Windkraftanlagen in Schwachwind-Gebieten“
Es war und ist auch ein Schwachsinn im windarmen, dafür sonnenreicheren Süden Windkraftanlagen zu forcieren. Geschuldet ist dies aber dem Geplärre der NGOs, den Grünen, sowie den MPs Daniel Günther von SH und Stephan Weil von Niedersachsen, der immer wieder für Bayern einen teureren Strom forderte, weil da weniger Windräder rumstehen. Der Länderfinanzausgleich genügt denen ja nicht.
Man kann eben mit zusätzlichen Solarmodulen nicht zusätzliche Sonnenstunden erreichen, auch wenn mancher Energiewendefan immer noch daran glaubt. Und es geht ja noch munter weiter. Wir bauen jetzt (wahrscheinlich) viele sündhaft teure subventionierte Gaskraftwerke, die aber im Idealfall so gut wie nie laufen sollen. Weil sie ja so teuer produzieren, dass man zuvor erst Strom importiert und Speicher leert oder schlicht keinen Strom abnehmen will (bei flexiblen Tarifen). Mit dem Ergebnis, dass dadurch die kWh aus diesen Kraftwerken noch teurer wird…. Und wenn dann mal dort Strom aus Wasserstoff erzeugt werden kann, wäre dieser nochmals viel teurer, so dass erst… Mehr
„Dort, wo die Anlagen besonders ineffizient laufen, erhalten die Betreiber nach dem Willen des Umweltministers in Zukunft besonders viel Geld aus der Steuerkasse.“
Das Gesamtprinzip deutscher Staat in einem Satz zusammengefasst. Das geht schon lange nicht mehr gut und bald geht gar nichts mehr. Leider endet der Kommentar ohne „April April“.
Und, nicht vergessen, alles der Mehrheit der Wähler und allen Nichtwählern sei Dank. Soviel Schwachsinn, was in der BRD abgeht, schlicht der absolute Wahnsinn. Und die fühlen sich auch noch alle als Superschlaumeier. Der Untergang ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Wind schwache Gebiete aber wenn der Wind die Windräder sieht kommt er schon
Die Vernichtung der Wirtschaftskraft ist offensichtlicher denn je das Ziel, andere Motive scheiden zunehmend aus.
Also gilt doch der Spruch: Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.
Wie auch, wenn Ochs und Esel sogar aktiv mittun….