Zerstörung eines Kernkraftwerks: Niedersachsens Umweltminister feiert Niedergang

Der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Christian Meyer freut sich über die finale Rückbaugenehmigung für das stillgelegte Kernkraftwerk Grohnde. Zweifel kommen ihm und seiner Generation grüner Zerstörer nicht. Doch für die nächste Generation wird es knapp: Energiesicherheit schwindet, Arbeitsplätze werden vernichtet.

IMAGO / ANP

Da steht er, der grüne Abbruchminister Christian Meyer, und freut sich, dass es eine Art hat. Niedersachsens Umwelt- und Energieminister lässt sich vor den Kühltürmen des ehemaligen Kernkraftwerkes Grohnde ablichten und verkündet bei einem eigenen Pressetermin die finale Rückbaugenehmigung: Eine Absage an Energiesicherheit wird in Deutschland als Fortschritt bejubelt.

Feierte man in früheren Zeiten den Bau eines Kraftwerks und die Sicherung günstiger Stromproduktion, so gilt heute deren Abbruch als verdienstvoll. „Rückbau“ heißt das in der Sprache der Behörden. Das hört sich besser an als ein brutaler Abriss und klingt nach Ordnung, Verfahren, Aktenlage. Tatsächlich geht es um den industriell organisierten Abriss einer Anlage, die jahrzehntelang zuverlässig Strom geliefert hat. Natürlich fügt Meyer hinzu, alles geschehe „planmäßig“. Doch planmäßig heißt noch lange nicht „klug“.

Das niedersächsische Umweltministerium hat jetzt die zweite und letzte Rückbaugenehmigung für das Atomkraftwerk Grohnde erteilt. Nun dürfen auch zentrale Teile der Anlage zerlegt werden: Reaktordruckbehälter, biologischer Schild, weitere Gebäudestrukturen.

Der Primärkreislauf wurde dekontaminiert, Brennelemente wurden in Castor-Behältern eingelagert, das Reaktorgebäude gilt als kernbrennstofffrei. Alles technisch korrekt, genehmigt, sauber verwaltet, deutsch eben.

Zerstörung der Energieinfrastruktur

Verrückte deutsche „Energiewende“: Ein hochproduktives Kraftwerk wird nicht ersetzt, sondern entsorgt. Grohnde brachte eine Nettoleistung von 1.360 Megawatt. 2021 überschritt der Block die Marke von 400 Milliarden Kilowattstunden erzeugten Stroms; laut PreussenElektra gab es weltweit keinen einzelnen Kernkraftwerksblock, der mehr Strom erzeugt hat. Rein rechnerisch konnte Grohnde rund 15 Prozent der niedersächsischen Stromerzeugung abdecken.

Jetzt wird daraus ein Denkmal deutscher Zerstörungswut. Der grüne Minister nennt es Sicherheit, wenn eine sichere Stromquelle verschwindet, und redet von „Zukunft“, wenn anstelle eines grundlastfähigen Kraftwerks ein „Energiecluster“ mit Batteriespeichern, Freiflächen-PV und Umspannwerk entstehen soll. Nur ist ein Speicher kein Kraftwerk, und ein Umspannwerk erzeugt keinen Strom. Photovoltaik liefert nachts nichts, im Winter wenig und bei Dunkelflaute gar nichts. Doch Abbruchminister Meyer feiert die Demolierung wie ein Kind, das jauchzt, während es eine Sandburg zerstört.

Trotz immer höherer Energiepreise ruft Meyer immer neue Wind- und Solarziele aus, um Niedersachsen bis 2040 „klimaneutral“ zu machen. Er verweist auf Rekordgenehmigungen: 2025 seien 807 Windkraftanlagen mit über 5,2 Gigawatt genehmigt worden, das Wind-Zubauziel liege bei 1,5 Gigawatt netto pro Jahr. Das klingt imposant, solange man wie ein grüner Minister installierte Leistung mit verfügbarer Leistung verwechselt. Ein Kernkraftwerk liefert planbar; Windräder liefern nur dann, wenn der Wind weht, Photovoltaik, wenn die Sonne scheint. Die Differenz ist keine Kleinigkeit, sondern der Kern der Versorgungssicherheit. Und so schnell wurden noch nie Wälder in Deutschland abgeholzt wie jetzt für Windräder.

Würde Meyer einen Blick über Deutschlands Grenzen hinaus riskieren, böte sich ihm ein anderes Bild. Auf der Weltklimakonferenz COP28 schlossen sich mehr als 20 Staaten einer Erklärung an, die globale Kernkraftkapazität bis 2050 zu verdreifachen; als Begründung nannten sie ausdrücklich Klimaschutz, Versorgungssicherheit und grundlastfähige saubere Energie. Frankreich, Großbritannien, die USA, Polen, Tschechien, Finnland, Südkorea und weitere Länder betrachten Kernenergie als strategische Infrastruktur.

Stolz berichtet Meyer, er habe schon viel gegen das Kraftwerk demonstriert – und damit nicht nur gegen sichere und günstige Energieversorgung, sondern auch gegen das, was sein eigener Vater mit aufgebaut hat. Der verdiente nämlich als Bauarbeiter noch am Kraftwerk sein Geld: Die Vätergeneration baute auf, die grünen Kinder bauen ab.

Der Traum der unwiderruflichen Zerstörung

Der Rückbau, sagt Meyer, sei „endgültig“. Das ist der Traum aller politischen Abrissminister, dem sich auch ein Jürgen Trittin hingibt: Einen Zustand zu schaffen, der nicht mehr korrigierbar ist.

Aber nichts ist endgültig. Nicht in der Technik, nicht in der Industriegeschichte, nicht in der Energiepolitik. Die nachfolgenden Generationen werden wieder Kernkraftwerke bauen. Denn sie benötigen Strom, gesicherte Leistung sowie industrielle Substanz, Rechenzentren, Stahlwerke, Chemieanlagen, Bahnnetze – all das, was mit Wetterstrom nicht zuverlässig zu betreiben ist.

Dann werden sie zurückblicken auf jene Jahre, in denen eine Industrienation ihre leistungsfähigsten Kraftwerke nicht modernisierte, sondern zerlegte. Und sie werden fragen, wer eigentlich auf die Idee kam, sichere Energieversorgung zu sprengen und das auch noch Fortschritt zu nennen.

Dann werden Namen bleiben: Trittin, der den Atomausstieg zum Glaubenssatz erhob. Kretschmann, der grüne Ministerpräsident aus dem einstigen Industrieland Baden-Württemberg, der die Kernkraft zersprengte. Und schließlich die kleineren Vollstrecker wie Christian Meyer, die vor Kühltürmen stehen und sich einbilden, mit einer Rückbaugenehmigung Geschichte geschrieben zu haben. Vielleicht haben sie das sogar – nur eben anders als sie glauben. Denn die Sprengmeister einer Industrienation werden nicht als Helden in die Geschichte eingehen.

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Kommentare ( 18 )

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Udo Zimmermann
19 Minuten her

Meyer ist nach meiner Meinung nicht nur zweitklassig im Umgang mit Mitarbeitern im Ministerium, sondern auch im Umgang mit Bundesgütern, die der nationalen wirtschaftlichen Sicherheit dienen. Ganz besonders, seitdem mehr oder weniger unwidersprochen Analysen bekannt geworden sind, dass viele scheinbare Kennnisse im weiten Bereich des Klimas anlassbezogen getätigt wurden, aber aus heutiger Sicht sachlich nicht zu halten sind.
Meyer gehört der politischen Gruppe der Grünen an, die weiterhin den Ruin Deutschlands als Ziel sehen. Sie sind auf einem guten Weg dahin.

MarkusF
20 Minuten her

Dieses jederzeit wieder in betrieb nehmbare Kraftwerk stellt einen enormen Wert dar. Es gibt keinen Grund das Kraftwerk zum jetzigen Zeitpunkt abzureisen; im Gegenteil, es wäre günstiger zu warten bis die Radioaktivität innerhalb der Reaktors aufgrund der Zeit abgeklungen ist und dann ggf. abzubauen.
Die Entscheidung ist daher in jeder Beziehung falsch und kostet Steuergelder. Für derartige Entscheidung sollte daher eine Klagemöglichkeit gegen die Verantwortlichen Politiker geschaffen werden. Bei nachweisbaren Verschulden müssen sie in vollem Umfang privat haften.
Aus meiner Sicht sollte das auch rückwirkend möglich sein da es sich um eine offensichtliche Verfehlung handelt.

Last edited 16 Minuten her by MarkusF
twsan
20 Minuten her

„Nichts ist entgültig“. ???!!!???

Was ist mit Photoindustrie, Unterhaltungselektronikindustrie, Kraftwerksbau, u.a. in Deutschland?
So wie die verschwunden sind, wird die Chemisch-Pharmazeutische Industrie und die Autoindustrie aus Deutschland verschwunden bleiben.

Und was den Wiederaufbau betrifft?

Mit einem Nachwuchs, der zu großen Teilen (viel zu großen Teilen) kaum Lesen und Schreiben kann, Texte inhaltlich nicht versteht, vom einfachstem Rechnen nicht zu reden.

Was will man mit solchen Leuten aufbauen?

Endlich Frei
21 Minuten her

Vielleicht könnte man dieses völlig intakte Kernkraftwerk ja auch an die Ukraine verschenken: Dort ist es – anders als in Deutschland – schließlich sicher und auch Herr Habeck fände das gut !

heinrich hein
21 Minuten her

Der Typ ist m.E. auch nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte, da braucht man nur einen Blick in seinen Lebenslauf zu werfen.

Aegnor
23 Minuten her

Es ist doch ganz einfach. Dann bauen wir halt wieder neue Kernkraftwerke. Und um die erhöhten Kosten dafür zu finanzieren, pfänden wir die Pensionen aller Politiker der letzten 50 Jahre die bei der „Energiewende“ und dem „Atomausstieg“ mitgemacht haben.

Axel Fachtan
25 Minuten her

Die Amis haben Nordstream weggesprengt.
Den Rest erledigen Bundesregierung EU Kommission Landesregierung Klima kleber und Vulkangruppe einvernehmlich und gemeinsam.
Grüne Landesminister sind inoffizielle Mitarbeiter der Vulkangruppe. Die schaffen das.
Industrie ist Faschismus. Also weg damit. Klimaneutral sofort.

Bernd Bueter
26 Minuten her

Dumm, dümmer, Grün.
Intelligenz, Kompetenz, KnowHow, Subventionsgeld, Technologie verlässt Deutschland immer schneller. Zurück bleibt die selbsterwählte Grüne Idiotie.
Sozialistische Projekte enden immer gleich, in grosser Schei…se.
Wobei das eigentliche Ziel dahinter angloamerikanisch ist: Deutschland Deindustrialisiert und Russlandgetrennt.
Einen Sinn muß der Grüne Unsinn ja haben.

Ich bin RECHTS
27 Minuten her

Nach seriösen Schätzungen belaufen sich die Kosten für die Sprengung von 17 völlig funktionsfähigen AKW seit 2011 auf eine Gesamtsumme von > 1.000 Mrd €.

Als „Gegenleistung“ für diese „Investion“ hat Deutschland Folgendes erhalten:
– Zusätzlich 1,5 Milliarden Tonnen CO2
– Zusätzlich 3.000 Tote durch Feinstaub aus Kohle- und Gaskraftwerke

Umfassbar, dass Politiker(innen) wie Merkel, Göring-Eckardt, Claudia Roth und Co. flankiert von der Ethikkomission um Experten“ wie Kardinal Marx derartige Entscheidungen treffen konnten.

Um derartige menschliche Blödheiten zukünftig zu vermeiden, habe ich mit Gleichgesinnten die Partei NIKI (1. Nicht Ideologische KI-basierte Partei Deutschlands gegründet.

santacroce
28 Minuten her

Deutschland mit der dümmsten Energiepolitik der Welt.
Wie viele Staaten folgen uns? Niemand. Keiner.
Kommt das beim nicht ganz so klugen Wähler an? Ich fürchte, zu langsam. Bis sich wirklich etwas ändert, haben die linksrotgrünschwarzen das Land zerstört.
Ja, die Schwarzen gehören auch dazu und sie sind die schlimmsten. Sie könnten es ändern, doch wider besseren Wissens unternehmen sie nichts.