Von Berlin bis Teheran liegen die Chancen der Krise auf der Straße – wer hebt sie auf?

President Trump hat öffentlich mit Großbritannien gebrochen beim Iran, bei Energie und Einwanderung, während er Deutschland mit Kanzler Merz als zuverlässigeren Partner behandelt und den Handel mit Spanien über NATO- und Basisfragen kürzt. Wer nutzt die Chance der Krise?

Je mehr Staat, desto verheerendere Zustände. Je verheerender die Zustände, desto noch mehr Staat. Das ist der Zeitbefund. Seit der Corona-Politik stiegen die Preise deutlich stärker als Einkommen. Von 2020 bis 2025 die Verbraucherpreise um 21,8 Prozent und die Einkommen um rund 11 Prozent.

Allein 2025 wurden 205.000 neu in den öffentlichen Dienst übernommen. Mit noch höheren Steuern und Schulden wird die wahre dramatische Lage der Wirtschaft übertüncht. Die Classe Politique ist längst am Ende. Auch dort wissen es mehr, als die Regierungsmedien sagen.

Wie sehr oder wenig die Politik des Übertünchens aufgeht, wird auch der Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg an diesem Sonntag zeigen.

Der LNG-Tanker „BW Brussels“ sollte im Auftrag von TotalEnergies Gas aus Nigeria nach Europa liefern. Doch vor der Küste Nigerias änderte er seinen Kurs und steuert nun Asien statt Europa an. Nach Marktbeobachtern dürfte ein asiatischer Käufer einen höheren Preis geboten haben. So viel beispielhaft zum nun gängigen Polit-Narrativ, der Irankrieg sei schuld an höheren Spritpreisen.

Kanzler Merz wäre gut beraten, die Embargo-Pläne der EU gegen Russland zu stoppen. Präsident Putin erwägt, die Gaslieferungen in die EU vor dem Embargo einzustellen. 2025 kauften EU-Länder für 7,2 Milliarden Euro russisches Gas.

Den amerikanisch-israelischen Militärschlag als völkerrechtswidrig brandmarken, verlangt SPD-Klüssendorf (Funke). Bei Entwicklungen mit unabsehbaren Folgen müssten alle Beteiligten an den Verhandlungstisch gebracht werden: „Es braucht zwingend einen Plan für den Tag danach. Das iranische Volk verdient es, selbst über seine Zukunft zu bestimmen.“

Grünen-Hofreiter (RND) meint: „Der Angriff auf den Iran ist völkerrechtlich höchst fragwürdig. Aber das Mullah-Regime hat selbst völkerrechtswidrige Verbrechen begangen. Und dieses Völkerrecht beinhaltet unter anderem die responsibility to protect, also die Verantwortung, Menschen vor Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu schützen.“ Er könne deshalb nachvollziehen, dass sich „die Iraner“ über den Angriff freuten: „Und ich finde, dass das Völkerrecht selbst widersprüchlich ist und Dilemmata produziert.“

Hofreiter hat offensichtlich einen Blick in die Wirklichkeit erhascht, Klüssendorf nicht. Wie soll „das iranische Volk selbst über seine Zukunft bestimmen“, wenn niemand im Iran das Regime wegräumt, das die „völkerrechtswidrigen Verbrechen“ (Hofreiter) am Volk begeht? Wofür soll das Völkerrecht gut sein, wenn die UN als Hüter des Völkerrechts mit eben diesem nicht das Volk schützen, sondern den Gottesstaat vor dem Volk? Und mit dem Völkerrecht das Mullah-Regime der Verbrecher gegen das Völkerrecht vor Israel und den USA schützen wollen, die nicht länger warteten, bis das Regime Atomwaffen gegen sie „völkerrechtswidrig“ einsetzen kann?

Heute beginnt in Peking in der großen Halle des Volkes der jährliche Nationale Volkskongress mit rund 3.000 Delegierten, die Bühne, auf der die Kommunistische Partei ihre Entscheidungen verkündet und die Richtung für Wirtschaft, Militär und Technologie festlegt. – Das bietet sich doch als Rationalisierung des Abnickens im komplizierten und bürokratisch aufwändigen Parlamentsbetrieb Deutschlands an. – In Peking stehen dieses Jahr das Wachstumsziel für 2026, der Militärhaushalt und vor allem der Fünfjahresplan für 2026 bis 2030 zur Verkündung an. China steht unter Druck. Immobilienkrise, hohe Schulden vieler Provinzen, eine schwache Binnenkonjunktur und die alternde Bevölkerung bremsen das Wachstum. Peking dürfte daher noch stärker Maßnahmen setzen, um den Konsum anzukurbeln und die Wirtschaft zu stabilisieren. – Moment, sagt da der Beobachter, ist das wirklich China und nicht Deutschland in Europa? Geht es am Ende dort wie hier um Planwirtschaft und Zensur, also bloß die Frage, welcher Sozialismus macht das bürokratisch besser und schlechter? 

KP-China hat den Mullah-Iran mit Kriegsgerät und Knowhow ausgestattet und könnte nun der größte Verlierer mittel- und langfristig sein.

President Trump hat öffentlich mit Großbritannien gebrochen beim Iran, bei Energie und Einwanderung, während er Deutschland mit Kanzler Merz als zuverlässigeren Partner behandelt und den Handel mit Spanien über NATO- und Basisfragen kürzt. Großbritannien hat die US-Nutzung von Diego Garcia und anderen RAF-Stützpunkten für erste Militärschläge gegen Teheran blockiert. Lloyd’s of Londons Entscheidung, die kriegsrisikoreiche Abdeckung für die Golfschifffahrt zu stornieren, wertet Trump als Waffe der verbliebenen britischen imperialen Macht. Seine Antwort ist, die US Development Finance Corporation anzuweisen, eine politische Risikoversicherung abzuschließen, und die Marine, Tanker durch die Straße von Hormus zu begleiten.

Venezuela. Mexiko. Iran. Drei Länder, drei Konflikte, und eine Frage, die niemand stellt. Mullah-Iran könnte die von ihm angegriffenen sunnitischen arabischen Länder einer Zusammenarbeit mit den USA und Israel näher gebracht haben als alle Deals davor.

„Irgendwann ist entweder Frieden oder ein Krieg ist eingepreist. Dann steigen die Märkte wieder.“ Heißt es im TE-Börsenwecker.

Ein gängiger Spruch ist: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das ist falsch. Die Hoffnung stirbt nie. Und Zuversicht gerade im Frühling zu pflanzen lohnt, der jetzt kommt.

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Kommentare ( 27 )

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Jatoh
39 Minuten her

China weiß ich nicht, aber dass die deutsche Regierung den privaten Konsum ankurbeln will?
Wahrscheinlich durch die Inflation.

Haba Orwell
41 Minuten her

> Der LNG-Tanker „BW Brussels“ sollte im Auftrag von TotalEnergies Gas aus Nigeria nach Europa liefern. Doch vor der Küste Nigerias änderte er seinen Kurs und steuert nun Asien statt Europa an.

Symbolisch bei dem Namen – sogar Brussels lässt westeuropäische Epsteinokratie mit dem Baal-Kult (laut Dugin) links liegen. Sehen wir bald Epsteinokratende:innen, die sich wie eins in Kabul verzweifelt an die Räder der startenden US-Flugzeuge Klammern?

Apropos Epstein: https://anti-spiegel.ru/2026/gates-und-lutnick-sagen-im-epstein-fall-aus/

Es zieht immer breitere Kreise… Sollte der Weltkrieg davon ablenken? (Häufige Überlegung)

Haba Orwell
49 Minuten her

Bewohner der Nachbarländer wissen, warum iranische Raketen dorthin fliegen: https://tkp.at/2026/03/05/6-tag-im-angriffskrieg-israels-und-der-usa-gegen-den-iran-ticker-0800-uhr/ > „… Der Iran hat bereits drei von den vier in Westasien installierten THAAD-Batterien zur Abwehr ballistischer Raketen zerstört, die vierte steht in der Türkei. Der von der USA und Israel angegriffene Iran hat das Recht sich gegen alle dem Angreifer gehörenden Installationen auszuschalten um sich zu schützen. Außer das beheimatende Land hat der USA die Verwendung der Basen untersagt, wie das etwa in Spanien geschehen ist. Auch Hotels, die aktive US-Soldaten beherbergen, sind daher ein rechtliches Ziel. Um Angriffe zu vermeiden müsste die Türkei das gleiche tun wie Spanien.… Mehr

Zhenmei Zutun
50 Minuten her

Um China müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die werden zusammen mit den USA die einzige Weltmacht sein. Nicht aufzuhalten

giesemann
56 Minuten her

Es gibt leider Verbrecher, die im Schutz des Völkerrechts ihre Verbrechen an der einheimischen Bevölkerung begehen. Als Göring in Nürnberg mal gefragt wurde, was denn mit den Verbrechen der Nazis an der deutschen Bevölkerung sei, blaffte der zurück: Was wir mit unserer Bevölkerung machen, das geht Sie gar nichts an. Amen.

Haba Orwell
57 Minuten her

> Mullah-Iran könnte die von ihm angegriffenen sunnitischen arabischen Länder einer Zusammenarbeit mit den USA und Israel näher gebracht haben als alle Deals davor.

Höchstens dortige Regimes, doch die Fußvölker wissen, wer die richtigen Angreifer sind. Ein Rutube-Blogger zeigte gestern ein Foto eines abgeschossenen US-Piloten umzingelt von wütenden Einheimischen – es sah nicht nach Zusammenarbeit aus.

Logiker
59 Minuten her

Putin droht mit Stopp der Gaslieferungen an die EU

Damit zerfliegt die EU endgültig.
Denn etlichen Ländern wird das eigene Hemd näher sein als der EU-Rock.

übrigens, die nächste EU-Keule lauert woanders.
Ich habe das lange schon mehrfach erwähnt – nur wenige wissen, dass es diesen Artikel 42(7) im EU-Vertrag gibt, der härter formuliert ist, als der Artikel 5 des NATO-Vertrages :

https://www.n-tv.de/politik/Irans-Attacken-auf-Zypern-testen-Beistandspflicht-der-EU-id30431757.html

Nun sollte auch dem Letzten klar werden, was eine von Brüssel und Kiew forcierte und schnelle EU-Mitgliedschaft der Ukraine zur Folge hat.

Last edited 55 Minuten her by Logiker
Haba Orwell
1 Stunde her

> Wie sehr oder wenig die Politik des Übertünchens aufgeht, wird auch der Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg an diesem Sonntag zeigen.

Laut Umfragen merkt der Michel nix – kein Wunder, wenn ich auch hier in den Threads zelebrierte exzessive Gedankenlosigkeit sehe. Der Verfall muss noch mindestens einige Generationen dauern.

Logiker
1 Stunde her

Mein bitterböses Fazit über den Staat, in dem wir leben, seine „guten“ Politiker und die in großen Teilen verblödete Wählerschaft im Westen: erstens: dieser Staat, d.h. seine Politiker sind ohne zu zögern bereit, in einem Krieg die junge Generation des Landes für fragwürdige „Werte“ sinnlos zu opfern, so, wie sie es seit Jahren in geradezu menschenverachtender Weise, noch dazu mit Anfeuerungsrufen und Endsiegparolen von außen der Ukraine zumuten. zweitens: dieser Staat, d.h. seine lobbyistischen Politiker vollziehen mit Einführung einer sinnlosen Pflegeversicherung, die es auf dem ganzen Planeten nur einmal, nämlich in Deutschland gibt, die systematische Enteignung des überwiegenden Teils der… Mehr

Stuttgarterin
1 Stunde her

Mir fehlt ein positiver Blick nach vorne, wie eine Zeit nach dem Konflikt aussehen kann. Das betrifft Russland wie Iran. Das beinhaltet, die eigenständige Kultur der Länder zu respektieren, aber nicht elementare Unterdrückung und terroristische Einflussnahme zu dulden.
Menschliche Wunden tragen sehr sehr lange. Das kann man bildhaft an der Corona-Zeit ablesen, das wird sich auch weiterhin im Nahen Osten zeigen. Diese Wunden werden in der schnelllebigen Politik zur Seite geschoben.
Apropos: China ist etwas klüger. Sie setzen auf langfristige Strategien, man könnte auch sagen, auf „vorsichtiges Einwickeln“, um ihre Interessen langfristig zu sichern.

Last edited 1 Stunde her by Stuttgarterin
Ohanse
57 Minuten her
Antworten an  Stuttgarterin

Die Chinesen sind sogar noch klüger: Wenn sich kurzfristig eine Chance ergibt, ergreifen sie diese auch.

Thomas
35 Minuten her
Antworten an  Stuttgarterin

Gib den Menschen eine gute Zukunftsperspektive und Wohlstand dann werfen die meisten ihre jeweilige Ideologie über Bord.
Allein schon weil sie vollauf damit beschäftigt sind sich Wohlstand zu erarbeiten.
Siehe West Deutschland 1949 ff. Das ist der Plan im Nahen- und Mittleren Osten.
In den Emiraten und Saudi Arabien läuft dieser Prozess
schon.

Last edited 33 Minuten her by Thomas