Wenn etwas der politischen Linie widerspricht, heißt es: „Der Staatsschutz ermittelt“. Ramadan und der Islam werden staatlich umarmt und besonders geschützt, „Frohe Fastenzeit“ und christliche Festtage gelten als Störfall, Karnevalssatire wird geprüft, Deutschlandfarben und -fahnen sind Provokation. Ein Land wird per Polizei umgekrempelt.
IMAGO
Es gibt einen Satz, der inzwischen wie ein amtliches Knurren klingt: „Der Staatsschutz ermittelt.“ Früher war das einmal die Zone für Terror, für organisierte Gewalt, für echte Feinde einer freien Ordnung. Heute reicht oft ein Schild, ein Banner, ein Symbol, ein falscher Witz. Nicht weil Deutschland plötzlich voller Umstürzler wäre, sondern weil die politische Klasse nervös geworden ist. Sie will keine Debatten, sie will Ruhe. Und wenn Ruhe nicht freiwillig kommt, hilft man nach, mit Zuständigkeiten.
Das Prinzip ist simpel und längst erkennbar: Der Staatsschutz ermittelt besonders zuverlässig dort, wo klar ist, dass es „den Oberen“ und ihrer gewünschten Deutung zuwiderläuft. Die Message ist nicht „Wir klären eine Straftat“. Die Message lautet: Wir markieren das als politisches Problem. Und wer als politisches Problem markiert ist, muss nicht mehr widerlegt werden. Er wird geprüft.
Genau in dieses Klima passt, was Alexander Wendt als Diskursmechanik beschreibt: Erst hieß es jahrelang, „Islamisierung“ gebe es nicht, das Thema durfte nicht einmal in den „offiziellen Debattenraum“. Wer es trotzdem benannte, bekam das Etikett „Verschwörungstheoretiker“. Und wer zusätzlich unterstellte, Eliten hätten ein Interesse an dem Prozess, landete nach dieser Logik gleich in der sozialen „Isolationszelle“, weil Begriffe wie „Bevölkerungsaustausch“ lange Jahre als Bannwort funktionierten. Das Entscheidende: Diese Kontrolle läuft nicht nur über Medien und Moral. Sie läuft immer öfter über Polizei. Das ist die harte Kante der Zensur.
Schauen wir nach Freiburg. Da hängt Ramadan-Beleuchtung ebenso wie in Frankfurt im Main im öffentlichen Raum, sichtbar, gewollt, offiziös. Dann werden Kabel durchtrennt und der Staatsschutz ermittelt. Das kann man noch als naheliegend erklären, wenn die Polizei ein politisches Motiv vermutet. Aber im selben Vorgang wird auch die Gegenaktion zur Staatsschutzsache: Drei Männer hängen ein Banner an, das den Ramadan-Schriftzug verdeckt, und filmen sich dabei. Ergebnis: Banner sichergestellt, Ermittlungen der Staatsschutzabteilung.
Hier liegt die Schieflage offen auf dem Tisch. Der Staat dekoriert religiöse Symbolik als staatlich tolerierte Selbstverständlichkeit. Wer das spiegeln oder stören will, wird nicht politisch kritisiert, sondern polizeilich eingerahmt.
Andienung an Muslime, Unterordnung christlicher Prägung, und die Umerziehung der Mehrheitsgesellschaft, das alles läuft als neue Normalität. Den Muslimen wünscht man mit Lichtinstallationen und Stadtmarketing den „Frohen Ramadan“. Eine „Frohe Fastenzeit“ für das eigene kulturelle Fundament kommt nicht als staatlich gestützter Gruß vor. Wenn jemand diese Asymmetrie sichtbar macht, wird nicht diskutiert, sondern etikettiert. Genau so kippt Öffentlichkeit: Von Streit zu Verdacht.
Das nächste Beispiel der jüngeren Vergangenheit ist Nonnweiler im Saarland. Karneval, das letzte Ventil, in dem der Deutsche traditionell sagen durfte, was sonst nicht gesagt werden soll, solange es auf Pappe steht. Ein Bollerwagen fährt mit dem Text: „Kalifat, Scharia, Burka, Zwangsehe, Nikab, Kinderehe“. Das kann jeder finden, wie er oder sie oder x will. Man kann es politisch ablehnen. Aber es ist eindeutig eine Meinung, also ein Kernfall von Meinungsfreiheit. Und was macht der Staat: Der Staatsschutz prüft und ermittelt.
Allein diese Prüfung ist die Drohkulisse. Sie sagt: Islamkritik ist kein normaler Streit mehr. Sie ist ein Risiko.
Parallel dazu läuft in Berlin-Kreuzberg der zweite Strang, der die Mechanik erklärt: der Staatsschutz als Sammelbecken „politischer“ Motive.
Eine 16-Jährige wird rassistisch beleidigt, mutmaßlich wegen ihres Palästinenser-Tuchs, auch hier übernimmt der Staatsschutz. Das sind reale Delikte. Das muss verfolgt werden. Aber es zeigt, wie breit das Netz gespannt ist: Politisch motiviert kann heute fast alles heißen. Und wenn fast alles politisch ist, dann kann der Staatsschutz überall auftauchen. Das macht ihn zum moralischen Schiedsrichter, nicht nur zum Ermittler.
Und dann Düsseldorf, Rheinpark: Eine Regenbogenbank wird mit Schwarz-Rot-Gold überstrichen. Sachbeschädigung, fertig. Früher wäre das eine Anzeige und gut. Heute: der Staatsschutz ermittelt. Warum? Weil die Farben nicht nur Farben sind. Regenbogen ist längst das offizielle Bekenntniszeichen eines politischen Milieus. Schwarz-Rot-Gold ist längst nicht mehr einfach Normalität, sondern wird in manchen Kreisen als „Signal“ behandelt. Die Konsequenz ist absurd und zugleich entlarvend: Deutschlandfarben gelten nicht mehr als selbstverständlich, sondern als verdächtig, sobald sie im vermeintlich falschen Kontext auftauchen. Das ist die Deutschland-Abschaffung im Kleinformat: nicht juristisch, sondern kulturell, durch Stigmatisierung.
Was der Kollege Alexander Wendt in seinem Text als „Neubewertung“ und „neues Image“ beschreibt, passt dazu wie ein Deckel auf den Topf: Die Geschichte wird islamfreundlich umgeschrieben. Kritik wird als Problem markiert, und am Ende entsteht ein Klima, in dem die Mehrheit sich rechtfertigen soll, während die Politik die eigene Verschiebung als Moral verkauft. Das ist kein Zufall, kein Versehen. Es ist eine Richtung. Und in dieser Richtung ist der Staatsschutz das perfekte Werkzeug: Er verbietet nicht offen. Er schafft ein Risiko. Und Risiko diszipliniert zuverlässiger als jedes Verbot.
Die Pointe ist bitter: Je häufiger der Staatsschutz wegen Symbolkram ausrückt, desto normaler wird die Ausnahme. Die Menschen lernen, was sie besser nicht sagen, nicht malen, nicht zeigen. Nicht, weil sie überzeugt wären. Sondern weil man eventuell keine Lust hat, mit dem Etikett „politisch motiviert“ herumzulaufen. So baut sich der Staat den Zwang zur Konformität, nicht durch Argumente, sondern durch Einschüchterung im Amtsdeutsch.
Deutschland braucht keinen Staatsschutz als Haltungsservice. Deutschland braucht einen Staat, der tatsächliche Gewalt gegen jeden Bürger gleich verfolgt – und den Rest als Meinungsfreiheit aushält. Wenn ein Land bei Ramadan-Bannern, Karnevalspappe und Banklackierung sofort den politischen Sonderapparat aktiviert, dann ist nicht „Hass“ das größte Problem. Dann ist es die politische Angst vor freier Rede. Und diese Angst frisst am Ende genau das, was sie angeblich schützt.


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Naja, muss man verstehen, das hat für die Justiz einfach Priorität; und wenn da für die Strafverfolgung von Vergewaltigern keine Zeit bleibt, dann ist das eben so:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-freilassung-eines-mutmasslichen-vergewaltigers-schwere-panne-am-berliner-landgericht-war-doch-kein-einzelfall-15287852.html
Durchweg lesenswerter Artikel, u.a. wegen dieses Absatzes:
Inzwischen wird in der Richterschaft und bei Strafverteidigern gefragt, ob Gerichtspräsident Christoph Mauntel, seit Dezember 2024 im Amt, zuvor 2017 von Ex-Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) zum Vizepräsidenten ernannt, die Lage noch im Griff hat.
Na ja, die Richtung ist klar … und mittlerweile sind wir auch dort angekommen.
Ob man hier von einer Angst des Regimes vor der freien Rede sprechen kann, ist rein semantisch zweifelhaft. Richtig ist, dass die Transformatoren die Renitenten qua Drohung und ggf Massnahmen der Kujonierung einschüchtern und dressieren und damit den “ Rest“ abschrecken wollen. Selbstverständlich reicht die Erziehung über das Verhalten hinaus in den Bereich des gewünschten “ richtigen “ Denkens, das sich mit der Zeit “ automatisch“ einstellt. Wer weiterhin nicht spurt wird anderen Massnahmen unterzogen. Liberalkonservative wollen es nicht glauben, wie immer und werden wie immer fragen, wie es soweit kommen konnte. Offensichtlich haben die meisten ( West) Michel immer… Mehr
Eine Bank in Regenbogenfarben anzumalen, und damit zu signalisieren das eine krankhafte Geschlechtsdystrophie, die auf kranken Modellen basiert, gesellschaftsrelevant sein soll, und sich wirklich jeder in der Öffentlichkeit von der Priorität dessen ständig überzeugen lassen soll, ist nicht nur eine obzöne Geste, sondern in seiner ideologischen Grundüberzeugung damit den gesellschaftlichen Frieden stören zu wollen, in Farbe gegossener Terror. Ebenso ist die Festbeleuchtung zu Ramadan eine Kapitulation vor der menschenverachtensten, frauenfeindlichsten, primitivsten, subkulturellsten, auf Sklaverei gründenden, wissenschafts- und naturfremdesten, bildungsfernsten, terroraffinsten und nicht zuletzt feindlichsten Welteroberungsideologie aller Zeiten. Genau so muß man sich zerfallene Staaten/Gesellschaften vorstellen, in denen weder Evolution noch… Mehr
„Ein Land wird per Polizei umgekrempelt.“
England hat den Weg gewiesen. Lautes islamisches Predigen in der Öffentlichkeit ist erlaubt, christliches Predigen verboten; führt ins Gefängnis, auch das Führen der nationalen Flagge. Palästinensische Flaggen sind erlaubt.
Früher stand Schwarz Rot Gold auf meinem Schreibtisch. Inzwischen habe ich es gegen Variationen von Blau Weiß Rot aus verschiedenen Ländern und mit verschiedenen Mustern ausgetauscht. Eines sieht skandinavisch aus, ist es aber nicht, und wehte ähnlich über über der Plaine d’Abraham. Das andere trägt 13 Sterne im Kreis, und wehte über Trenton und Saratoga.
Gerade lese ich im Beck Online Newsletter, dass die Staatsanwaltschaft Heilbronn das Verfahren wegen „Pinocchio kommt nach HN“ eingestellt hat. Es gibt da wohl noch den einen oder anderen Beamten, der seinen Verstand nicht an der Garderobe abgegeben hat.
Liebe Autorin, was anderes erwarten sie bitteschön von einem linken Gesinnungsstaat? Wir sind schon längst mittendrin in der EUdSSR & Orwell läßt grüßen. Haben sie bloß keine e i g e n e Meinung -das ist gaanz pöhse.
Das ist NUR mit kräftiger Unterstützung der sogenannten Qualitätsmedien, der Verbände, der Gewerkschaften, aller Parteien links der Firewall, der Justiz und Staatsanwaltschaften möglich…. also ALLEN außer den AfD Wählern.
Diejenigen, die oben nicht aufgezählt sind, denen ist es wurscht, wie bei Corona auch!
Es sind immer die rückgratlosen Mitmacher, die Unheil fabrizieren.
In 40 Jahren Kripo hat mich am meisten erschreckt, wieviele bereit sind, das Grundgesetz zu verraten und nicht Nein sagen können.
Mir wurde klar, sie sind so, wie sie 1933 auch waren: null Probleme KZ-Wachtürme zu bestücken. Befehl ist ja Befehl.
Und die „Wehrhafte Demokratie“ reine Science Fiction.