Eine grüne Abgeordnete fordert das kommunale Wahlrecht für Drittstaatler in Frankreich. Im Rechtsausschuss der Nationalversammlung bekam sie dafür eine Mehrheit. Der Vorschlag klingt aberwitzig, entspricht aber dem zunehmend zerfallenden Charakter der Nation.
picture alliance / abaca | Jumeau Alexis/ABACA
„Frankreich den Nicht-Franzosen“, so hallt dieses Video im Nicht-allein-Echoraum von X wider. Ein anderer Nutzer kommentiert: „Sie verbringen ihre Zeit damit, über ausländischen Einfluss zu jammern, um am Ende das Wahlrecht an Ausländer zu vergeben.“ Einige finden den Beschluss unter gesuchten Gründen gut. Aber die meisten Reaktionen sind negativ. Der Rechtsausschuss der französischen Nationalversammlung hat in zweiter Lesung einen Vorschlag angenommen, der Nicht-EU-Ausländern für den Anfang das kommunale Wahlrecht geben will. Schon im Jahr 2000 hatte es eine Zustimmung des damaligen Rechtsausschusses gegeben. Im Parlament bekam der Vorschlag damals keine Mehrheit. Dort soll er am 12. Februar erneut diskutiert werden.
Eingebracht hat den Vorschlag die grüne Abgeordnete Léa Balage El Mariky, die es ungerecht findet, dass EU-Bürger in Frankreich schon nach kurzem Aufenthalt wählen dürfen, während das Marokkanern oder neuerdings Briten auch nach Jahren nicht möglich ist. Balage El Mariky, geboren 1990 als Tochter eines Autoverkäufers in der Pariser Vorstadt Évry, sitzt seit 2024 für die grünen Écologistes im Parlament. Den marokkanischen Nachnamen ihrer Mutter trägt sie erst seit 2016, aus Protest gegen ein Gesetz zur erweiterten Aberkennung der Staatsbürgerschaft für Doppelstaatler. Balages Prioritäten sind also gewissermaßen klar: für straffällige Ausländer, gegen Frankreich.
Nicht wenige sind nun die Stimmen, die hier einen Versuch linker Politiker sehen, sich Wähler und Kandidatur-Unterstützer für die Zukunft zu besorgen. Werden am Ende auch Zuwanderer mit fragwürdigem Aufenthaltsrecht in den Kommunen wählen oder gar das passive Wahlrecht nutzen? Wird es ihnen also möglich sein, Stadtrat oder Bürgermeister zu werden?
Migrationspolitik folgt derselben Logik
Das Journal du Dimanche kritisiert derweil eine „fast vollständige Gleichgültigkeit der Medien“ angesichts des Vorgangs. Das konservative Blatt sieht darin einen Ausdruck der „zunehmenden Infragestellung der französischen Nation“. Aufgelöst werde letztlich der Souverän der französischen Republik, die Schicksalsgemeinschaft der Franzosen, ein Vermächtnis der Revolution von 1789 (und so vieler anderer). Das JDD weist daneben auf die nicht gegebene Wechselseitigkeit (réciprocité) der Sache hin. In den meisten Herkunftsstaaten – von Marokko bis zu den einst französischen Komoren – gebe es keine derartigen Rechte für Franzosen. Aber natürlich ist es das souveräne Recht der Europäer, ihren Kontinent zum Ausverkauf freizugeben und Rechte wie Freibier zu verteilen.
„Die seit Jahrzehnten verfolgte Migrationspolitik und die Erweiterung der Wählerschaft folgen derselben Logik“, meint das Blatt. Der Historiker hatte die Nation selbst als „alltägliches Plebiszit“ definiert.
Die Franzosen selbst wurden freilich bisher nicht befragt, und ein Referendum wird auch nicht erwartet. Für die Wahlrechtsänderung haben, so versteht man aus dem JDD, neben Macronisten, Sozialisten, Ultra-Linken und Zentristen auch einige vorgebliche Gaullisten. Der General selbst würde sich wohl aus dem Grabe erheben, wenn er es könnte und von diesem Verhalten hörte.
Frankreich ist singulär gespalten
Allerdings wies die Republikanerin Elisabeth de Maistre den Vorschlag eindeutig zurück: Aus der „Vergessenheit“ hätten die Abgeordneten dieses „alte Thema“ herausgeholt, das sich einem „grundlegenden Verfassungsprinzip seit der französischen Revolution“ widersetzt: „Das Wahlrecht ist unlösbar mit der Nationalität verbunden.“ Thibaut Monnier, der als Unabhängiger der Fraktion des Rassemblement national angehört, bezeichnet das Projekt als „trojanisches Pferd der ausländischen Einmischungen“ und als „Schlag gegen unseren nationalen Zusammenhalt“. Die Linke von den Kommunisten bis zu den Grünen steht geschlossen hinter dem Vorhaben. Die Macronisten könnten im Plenum wohl ihre Opposition gegen das Projekt entdecken. Aber das ist keineswegs sicher.
Das Vorhaben ist vor allem in einem Land wie Frankreich heikel bis gefährlich. Denn die Bevölkerungsstruktur des Landes ist singulär gespalten in mittlerweile drei große Gemeinschaften, die man verharmlosend auch zur schwarz-weiß-arabischen („black-blanc-beur“) Mannschaft verklären kann, wie einst im Fußball. 1998 war das.
Aber viele werden lachen: Die französische Idee ist schon lange in vielen europäischen Ländern Usus, vor allem im Norden des Kontinents. So dürfen Ausländer in den skandinavischen Ländern und Benelux auf kommunaler Ebene wählen, jedenfalls wenn sie für eine bestimmte Zeit im Land leben. In Skandinavien hat dieses Recht mit der Gemeinschaft der nordischen Staaten zu tun; später wurde das Recht ausgeweitet. In Slowenien gibt es für Berufstätige sogar ein gewisses Wahlrecht auf nationaler Ebene. Aber dort hat man es auch noch mit einer deutlich homogeneren Bevölkerung zu tun. Und natürlich gibt es immer bestimmte Bedingungen. Trotzdem ist die Praxis eher fragwürdig, selbst wenn ein dann wahlberechtigter Ausländer etwa einen Treueeid auf die belgische Verfassung ablegen muss.

Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Tja. Es gibt welche, die haben „das Problem“ von Anfang an verhindert.
Polish Politican on Immigration: https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116021879778183157
Auch die Slowakei weigert sich: https://www.dw.com/de/slowakei-will-keine-muslime-mehr-ins-land-lassen/a-18966360
Der Sibirische Tiger leidet unter dem Klimawandel . Wir bringen ihn in die Serengeti , wo schon so viele seines Gleichen , die Katzen wohnen , und bringen jeden Loewen um , der das anders sieht . Schon ist alles geregelt , wenn man nur gruen genug ist .
Wo ist mein Kommentar? Zensur?
Es bleibt abzuwarten, wann hierzulande Ausländern umfassend zum Wahlrecht verholfen wird. Das BMI, 13.02.2025, zum „Ausländerwahlrecht“ in Deutschland: „Nach Artikel 20 des Grundgesetzes ist das Staatsvolk der Bundesrepublik Deutschland Träger und Subjekt der Staatsgewalt. Dieser Grundsatz gilt auch für die Länder und Kommunen (Artikel 28 Absatz 1 Satz 1 und 2 des Grundgesetzes). Das Grundgesetz schließt damit die Teilnahme von Ausländerinnen und Ausländern an Wahlen sowohl auf der staatlichen als auch auf der kommunalen Ebene grundsätzlich aus (vgl. BVerfGE 83, 37, 59 ff.). Eine Ausnahme gilt auf kommunaler Ebene für EU-Bürger. Nach Artikel 28 Absatz 1 Satz 3 des Grundgesetzes haben… Mehr
Ob sie als „Biden-Strategy“ in die Historie eingehen wird oder weniger personifiziert als Strategie der US-Democrats, mag gegenwärtig noch unentschieden sein, doch wird sie im angeblich freiheitlichen Westen vielfach verfolgt.
Auf jeden Fall stellt sich die politische Abfolge wie folgt dar:
1. Linke Ideologie begründet eine Politik gegen die vitalen Interessen des Volkes.
2. Aufkeimender Widerstand wird primär mittels medialer Instrumenten bekämpft, um den Nutznießern dieser Politik wider Recht und Gesetz das Wahlrecht einzuräumen – das demoskopische Einfalltor der Wahldemokratie.
Einige Leser würden es vermissen, daher: Dafür wurde 1918 die Monarchie abgeschafft!
Es hat Gründe, warum Prof. David Betz Frankreich auf Platz 1 seiner Liste der bürgerkriegsgefährdeten Staaten gesetzt hat.
Da es zwischen uns und denen keine bewachte Grenze mehr gibt sind wir dann gleich mit dabei.
Und ob Spanien uns 500.000 oder 5 Millionen mit neuen Papieren ausgestattete junge Männer schickt – auch das werden wir nie erfahren: The invasion of Europe thanks to Pedro Sanchez https://x.com/NileGardiner/status/2019137679586418877
„Trotzdem ist die Praxis eher fragwürdig, selbst wenn ein dann wahlberechtigter Ausländer etwa einen Treueeid auf die belgische Verfassung ablegen muss.“
Das Schwert des Propheten wird alles hinwegfegen, das Heer steht schon in den Ländern, egal welchen Träumen sie noch nachhängen. Linke Dilettanten des Wahnsinns öffnen das Tor zur Hölle, nach unseren Maßstäben.
Die Linken wollen Europa gezielt zerstören! Sonst haben sie kein Programm. Dabei möchten sie noch so lange wie möglich von den Resten der Leistungsgesellschaft den Champagner und den Kaviar finanziert bekommen, bis der Ofen endgültig aus ist. Das Finale werden auch sie nicht überleben. Die Geister, die sie riefen, werden sich auch ihrer erinnern.
Ja. Im Iran baumelten sie an Bäumen, als sie ihre Schuldigkeit getan hatten: „Iraniens never wanted an Islamic Republic: I need ppl to know this. It was a left wing revolution that allied w Islamists. Once they won, the Islamists killed the socialist/communist leaders, hijacked the revolution, and called ist Islamic. Iranians have been fighting since day 1.“ https://twitter.com/YasMohammedxx/status/1585256666731524096 Dort auch: „Muslims have and still are ethnically cleansing the lands they colonized. Afghans used to be Buddhist. Iraq was Christian. What do you think happened to all the Jews from Yemen, Morocco, Syria, Egypt etc? How did the Hindu population… Mehr
Die Linken, ja. Aber die, die link sind, nicht die, die links sind. Solche Aktionen können mur Gruppen durchziehen, die es schon lange genug gibt, und die noch lange genug da sind, um dauerhaft davon zu profitieren. Das muss eine homogene Gruppe sein, heterogene würden früher oder später auseinanderfallen.
Die „linksen“ Linken in diesem Stück hat Stalin schon treffend beschrieben.
> Aus der „Vergessenheit“ hätten die Abgeordneten dieses „alte Thema“ herausgeholt, das sich einem „grundlegenden Verfassungsprinzip seit der französischen Revolution“ widersetzt: „Das Wahlrecht ist unlösbar mit der Nationalität verbunden.“ Kurz nach der Revolution haben die Franzosen die Macht einem Korsen abgegeben – geboren in etwa zur Zeit, als Korsika überhaupt nach Frankreich kam. Schon vor 220 Jahren wurde das flexibel gehalten. > Trotzdem ist die Praxis eher fragwürdig, selbst wenn ein dann wahlberechtigter Ausländer etwa einen Treueeid auf die belgische Verfassung ablegen muss. Ist schon was – sonst kann man in Westeuropa ganze Länder regieren und die jeweilige Verfassung ignorieren… Mehr
Die Linke tot?! Lachhaft! Die werden ihre Mehrheit bekommen, und sie werden zunächst von den Neuen unterstützt, aber sehr, sehr bald werden die zur Moslempartei wechseln, und da die nicht nur Zuwanderung erhalten, sondern auch viele Kinder gebären, tja, die Folgen sind bekannt und vielfach dargestellt.
Die Schlafmützigkeit und Dummheit ist grenzenlos, und ja, es ist durchaus eine Folge der Feminisierung.