Syriens Aufbau – Deutschlands Abbau?

Das Bundesentwicklungsministerium schloss seit Anfang 2025 Verträge für Zuschüsse in Höhe von 119 Millionen Euro in Syrien. Das dürfte noch lange nicht die Stärke sein, die sich Außenminister Wadephul als „starke Rolle“ beim Wiederaufbau Syriens vorstellt.

picture alliance/dpa | Sebastian Christoph Gollnow
Außenminister Johann Wadephul mit Ahmed al-Scharaa, Berlin, 30.03.2026

Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, äußerte gerade in der WELT am Sonntag „Menschen zu unterstützen, die sich etwas aufbauen und die eigenen vier Wände erarbeiten wollen. Das gehört zum Aufstiegsversprechen unseres Landes.“ Er hat vergessen, hinzuzufügen: für die Menschen in Syrien, für die Menschen in der Ukraine, für die Menschen in Gaza.

Das Versprechen der Union für Deutschland hingegen lautet: Steuererhöhungen, weniger Krankengeld, Zuckersteuer, keine Mitversicherung der Ehepartner, Abschaffung des Ehegattensplittings, eventuell eine Mehrwertsteuererhöhung von 19 auf 21 Prozent. Hinzu kommt die Freude der Regierung, an steigenden Spritpreisen mitzuverdienen. Die deutsche Regierung hat beschlossen, Wirtschaftswachstum nach Syrien, nach Gaza und in die Ukraine zu exportieren. Und natürlich ist der Iran-Krieg schuld daran, dass die Institute das prognostizierte Wirtschaftswachstum nach unten korrigieren müssen.

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Nein, ist er nicht. Dass die Korrektur nach unten folgen wird, war schon klar, als die Prognosen getroffen und veröffentlicht wurden. Die Energie-Probleme, die Explosion der Spritpreis sind hausgemacht, von der Ampel, allen voran von Habeck verursacht und von der rot-schwarzen Regierung fortgesetzt. Deutschland könnte zu kommoden Preisen ausreichend Erdgas und Erdöl beziehen. Doch die Regierung scheint kein Interesse daran zu haben, schon weil ihr Interesse an Deutschland vermutlich nicht allzu sehr ausgeprägt sein dürfte.

Es kann aber auch an mangelnder Bildung liegen, die im neuen schönen Brandmauerdeutschland Karrierevoraussetzung ist. Wie hatte doch Baerbocks williger und treuer Nachfolger im Außenministerium vor kurzem zum Besten gegeben: Syrien sehe „schlimmer aus als Deutschland im Jahr 1945“. Nun besucht der syrische Übergangspräsident und frühere Dschihadistenführer Ahmed al-Scharaa Deutschland. Nun ja, was man so Übergang nennt.

Wadephul, der auf dem Weg ins Amt das Portemonnaie des deutschen Steuerzahlers gefunden hat, hat nicht nur Ahmed al-Scharaa versichert, dass er an der Seite Syriens stünde – und wahrscheinlich nicht Syrien, sondern al-Scharaa gemeint. Diskret blickt der Außenminister darüber hinweg, dass al-Scharaas Regierung vorgeworfen wird, die Minderheiten im Land nicht vor Gewalt zu schützen oder sich sogar an der Gewalt zu beteiligen. Die Autonomie der Kurden in der Region beendete al-Scharaa durch Militäreinsätze.

Wadephuls Kollege Klingbeil weiß sich nicht mehr anders zu helfen, als die akuten Haushaltslöcher dadurch zu stopfen, indem er die Megaverschuldung, die für Deutschlands Zukunft gedacht war, verfrühstückt, doch Wadephul gibt den spendablen Herrn und äußerst großspurig, dass Deutschland eine „starke Rolle“ beim wirtschaftlichen Wiederaufbau Syriens spielen will. Das heißt im Klartext eine stark finanzierende Rolle.

Al-Scharaa berichtete, dass Syrien seine Energieinfrastruktur wieder aufbaue und „große Investitionschancen im Bereich der Infrastruktur“ bestünden. Oh, große „Investitionschancen im Bereich der Infrastruktur“ existieren auch in Deutschland, wurde nicht deshalb gerade beschlossen, 500 Milliarden Euro zu pumpen, um sie in die Infrastruktur zu investieren. War eigentlich gesagt, in welche?

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das abgewickelt gehört, hat seit Anfang 2025 Verträge für Zuschüsse in Höhe von 119 Millionen Euro in Syrien abgeschlossen. Doch das dürfte bei weitem noch nicht die Stärke sein, die sich Wadephul als „starke Rolle“ beim Wiederaufbau Syriens vorstellt (Der gesamte Wiederaufbau Syriens wird von der Weltbank auf ca. 216 Milliarden US-Dollar, rund 185–200 Mrd. €, geschätzt).

Wäre es da nicht klüger, statt an eine Mehrwertsteuererhöhung auf 21 Prozent auf 25 Prozent oder statt an 500 Milliarden an 1.000 Milliarden Schuldenaufnahme zu denken? Schließlich muss man den Finanzbedarf der Länder mitbedenken, in denen Deutschland beim Wiederaufbau eine „starke Rolle“ spielen will.

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Kommentare ( 15 )

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diereisende
34 Minuten her

Jeden Tag eine neue Meldung über den fortschreitenden Wahnsinn, der in Deutschland herrscht. Lernresistente Wähler wählen sich seit 20 Jahren in den absoluten Untergang. Wadephul übertrumpft die dämliche Baerbock, die die ganze Welt mit deutschen Steuern beschenkte, auch die Hamas, obwohl „wir zu Israel stehen“, an den bettelnden Kriegs Fürsten Selensky, an afrikanische Potentaten usw usw. Der Wadephul baut Länder im ganz großen Stil auf, Gaza, Ukraine und nun Syrien, wo er die Trümmer gesehen hat. Mein befreundeter syrische Arzt ging vor 6 Jahren zurück nach Syrien und beschreibt ein anderes Land und Leben, als was der Aufmerksamkeits defizitäre Wadephul… Mehr

Klaus Uhltzscht
40 Minuten her

Unvergessen die Afrikareise Angela Merkels 2019, als sie Geld für den Aufbau des Mittelstandes in Burkina Faso versprach.

U.M.
42 Minuten her

Wiederaufbau von Syrien = Abbau von Sozial- und Krankenkassenleistungen für steuerzahlende Bürger. Das schaffen wir auch noch locker.

Schwabenwilli
42 Minuten her

Mal anders herum gefragt, wieviel Geld schicken den die hier in Deutschland lebenden Syrer – mit oder ohne den verramschten deutschen Pass – bereits in ihr Heimatland?

89-erlebt
42 Minuten her

Man kann es abkürzen:
Die Mehrheit hat es so gewählt!
– Merkel,
– Energie Ruin
– Massen Islamisierung
– Griechenland / Euro / Target 2
– Ukraine
– Öko Lüge
– Kliiiima
– LQB Bla Bla
Der Parteienstaat ist das Ergebnis wählender Idioten.
Nun sollen diese bitte feiern, was sie gewählt haben, in ihrem größten Irrenhaus das je selbst geschafft wurde.

eifelerjong
43 Minuten her

Da sollte sich der feine „Syrien-„Übergangs“präsidident einmal die bundesdeutsche „Aufbauleistung“ nach der Ahrflut betrachten.

RandolfderZweite
44 Minuten her

Wenn es um direkte Reparationszahlungen an jetzt verbündete europäische Länder geht, duckt man sich weg, man „repariert“ lieber woanders und begleicht seine Schuld aus der Kolonialzeit!Der Umbau Deutschlands zu einer islamischen Republik schreitet voran, man lädt sich sogar ausgewiesene Experten ein, natürlich mit höchsten Ehren!
Dass ein Herr Merz von 80% Rückführung spricht, war auf dieser Veranstaltung nicht vorgesehen…die LTW’s sind erst im Herbst!

Haba Orwell
44 Minuten her

> Das dürfte noch lange nicht die Stärke sein, die sich Außenminister Wadephul als „starke Rolle“ beim Wiederaufbau Syriens vorstellt. Woanders grübelt man bereits, ob der Nahe Osten dem restlichen Planeten einen Nuklearkrieg beschert: >>>“Kommt es zum Atomkrieg zwischen Iran und Israel? Das wären die schrecklichen Folgen„<<< Dort sollte man sich so weit raushalten, wie nur möglich – zumindest wird man dann nicht zum direkten Ziel. > „… Israel hat zwischen 80 und 300 Atombomben aus von USA gestohlenem Uran gebaut. Der Iran kann etwa 11 Kernwaffen aus dem verfügbaren auf 60 Prozent angereicherten Uran 235 bauen. … Theodore Postol, Physiker… Mehr

Dirk Plotz
50 Minuten her

Das Problem ist nicht, wie der Staat das Geld verschwendet, sondern dass er es überhaupt nimmt. Mir als ausgebeuteten Arbeitnehmer ist egal ob er mein Geld an den Bürgergeldempfänger, Syrien, Peru oder Rentner gibt.

Es beschwert sich ja auch niemand bei Al Capone, dass er das abgepresste Schutzgeld nicht so verwendet, wie man es selber ausgegeben hätte.

Die Wegnahme ist das Problem, dadurch, dass Al Capone davon Schulen oder Straßen in Syrien oder Deutschland baut, habe ich nichts.

Die, die das toll finden, können ihr Geld ja freiwillig an Al Capone geben.

Karl Renschu
59 Minuten her

CDU&SPD verlieren jedes Jahr allein durch Demographie eine Million Wähler. Unwiederbringlich.