Deutschlands Wohlstand hängt auch am freien Seehandel. Doch beim Schutz der wichtigsten Route will Berlin nicht helfen. Während Merz die USA belehrt und einen amerikanischen Erfolg bezweifelt, eskortiert Indiens Marine Tanker durch Hormus. Glaubt der Kanzler, dass moralische Belehrungen und nichterbetene Ratschläge militärischen Schutz kompensieren können?
IMAGO / Bernd Elmenthaler
Deutschlands Export ist (noch) ein zentraler Pfeiler seiner Wirtschaft. 2024 exportierte Deutschland Waren im Wert von rund 1,5 Billionen Euro. Im Vergleich zu anderen Nationen ist die deutsche Wirtschaft stark vom Export abhängig. Das Land verkauft etwa 80 Prozent seiner produzierten Güter ins Ausland. Nicht ganz die Hälfte, Waren für 705 Milliarden Euro, dieser Exporte gehen in Länder außerhalb der Europäischen Union. Die USA, China und das Vereinigte Königreich sind dabei die wichtigsten Handelspartner außerhalb der EU.
Dabei ist der Schiffsverkehr eine zentrale Säule des deutschen Außenhandels, insbesondere für den Warenverkehr mit Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union. Über 90 Prozent des weltweiten Güterhandels werden per Schiff transportiert, was die Seeschifffahrt zur Hauptverkehrsader für den deutschen Export macht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind Seeschiffe beim Handel mit Drittstaaten außerhalb der EU das primäre Transportmittel.
Diese Seewege müssen, damit der Warenverkehr verlustfrei durchgeführt werden kann, gesichert werden. Im 16. Jahrhundert sicherten die Spanier, mit großem Aufwand und überschaubarem Erfolg, den Atlantik gegen englische, französische und holländische Piraten. Das Mittelmeer konnten sie gegen die islamischen Piraten, die im Auftrag des Osmanischen Reiches in der Sklavenbeschaffung unterwegs waren, nicht schützen.
Danach sicherten die Engländer ihre Schifffahrtsrouten. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie schrittweise von den Amerikanern abgelöst, die bis heute mit ihren sieben Flotten den Schiffsverkehr weltweit dominieren. Der Unterhalt dieser Flotten kostet viel Geld. Die Deutschen beteiligen sich an diesen Kosten, wenn überhaupt, nur in sehr geringem Umfang. Diesen mangelnden materiellen Beitrag glauben sie allerdings durch ungefragt erteilte Ratschläge, moralische Belehrungen und dem Vortragen von allerlei Bedenken wettmachen zu können.
Das neueste Beispiel deutscher Befindlichkeit gab dazu Bundeskanzler Merz zum Besten.
Laut boerse.de hat Merz einer deutschen militärischen Beteiligung am Schutz von Öltankern in der Straße von Hormus eine Absage erteilt und dabei in scharfen Worten den Kurs von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Er sagte bei einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten, dass die Nato ein Verteidigungsbündnis wäre und kein Interventionsbündnis. „Deswegen wünsche ich mir, dass wir auch mit dem notwendigen Respekt im Bündnis hier miteinander umgehen.“ Der Iran-Krieg sei keine Angelegenheit der Nato.
Trump hatte vorher die Nato-Verbündeten und die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der Straße von Hormus aufgefordert.
Merz antwortete darauf, solange der Krieg andauere, werde Deutschland sich nicht daran beteiligen, in der Straße von Hormus mit militärischen Mitteln eine freie Schifffahrt zu gewährleisten. „Bis heute ist uns auch kein Konzept bekannt, wie eine solche Operation überhaupt gelingen könnte.”
Das sind erstaunliche Worte, denn bisher haben die Amerikaner genau das getan, und Deutschlands Exportgeschäft konnte nur deshalb erfolgreich sein, weil die Amerikaner genau das taten, von dem Merz jetzt behauptet, dass bis heute kein Konzept bekannt sei, wo Vergleichbares je funktioniert hätte. Und einmal sich am eigenen Pathos berauscht, warnte er vor einem „ewigen Krieg”. In diesem moralisch belehrendem Ton geht es weiter: ”Wir teilen das Ziel: Dieses iranische Regime muss aufhören“, sagte Merz. „Es muss ersetzt werden durch eine demokratisch legitimierte Regierung. Aber das herbeizubomben, wird nach allen Erfahrungen, die wir auch in früheren Jahren und Jahrzehnten gemacht haben, aller Voraussicht nach nicht gelingen.”
Weiß Merz nicht, dass er nur deshalb hier steht, weil die USA mit ihren Verbündeten in Deutschland genau das “herbeigebombt” hatten? Aber damit war Merzens moralinsaurer belehrender Bedenkenfuror noch nicht zu Ende. Die Region dürfe nicht in einen „ewigen Krieg“ mit unklaren Zielen hineinschlittern. „Eine weitere Ausweitung der Kampfhandlungen brächte große Risiken für unsere Partner im Nahen Osten und in der gesamten Golfregion.“ Gleiches gelte bei einem Zusammenbruch der iranischen staatlichen Ordnung, der territorialen Integrität, der Staatlichkeit und der iranischen Wirtschaft. „Dieser Krieg muss deshalb schnellstmöglich und mit einem klaren Plan, mit einer Strategie zu Ende gebracht werden.”
Beachtliche Worte des Kanzlers eines Landes, das in den vergangenen Jahrzehnten seine eigene Energieversorgung, und damit in Folge seine Industrie selbst vernichtet hat. Und, weil man vermutlich der Meinung war, das alleine würde nicht ausreichen, das Land mit illegaler Migration geflutet hat, die jetzt die Sozialsysteme, die Bildung und die öffentliche Sicherheit implodieren lässt.
Ist Merz wirklich der Meinung, dass Deutschland die USA auch in Strategiefragen belehren sollte?
Der Unterschied deutscher bellizistischer Wortmeldungen in den allerschärfsten Tönen gegenüber Russland und den jetzt im Iran-Krieg wieder zur Anwendung kommenden inhaltsleeren pazifistischen Versatzstücken aus dem „regelbasierten“ Textbaukasten sind in jedem Fall auffällig. Die amerikanische Regierung, die sonst alles für seine „Verbündeten“ erledigen soll, haben es in jedem Fall zur Kenntnis genommen.
Hier die gutbegründete Ansicht von Bryon Clarke des Hudson-Instituts:
Und Bemerkungen von Eric Daugherty von Floridas Voice:
Hier noch der Auftritt von Verteidigungsminister Pistorius vor der Presse zu diesem Thema, kommentiert von dem X-Nutzer Chaya’s Clan, man möge zwischen den Zeilen lesen:
Was Deutschland nicht will, erledigt Indiens Marine. Diese hat zwei LPG-Tanker der staatlichen Reederei SCI durch die von Iran blockierte Straße von Hormus eskortiert. Beide Schiffe befinden sich nun auf dem Weg nach Indien. Ein weiterer indischer Öltanker („Jag Prakash“) wird weiterhin von einem Kriegsschiff bewacht.
Die Einsätze geschehen im Rahmen der seit 2019 laufenden „Operation Sankalp“, die ursprünglich zum Schutz der indischen Handelsflotte vor Piraten und Huthi-Angriffen gestartet wurde, und inzwischen im Kontext der Spannungen im Nahen Osten an Bedeutung gewinnt. Insgesamt setzte Indien dabei bis zu 30 Kriegsschiffe, Überwachungsflüge und rund 5.000 Soldaten ein. Derzeit befinden sich etwa 24.000 indische Seeleute auf Schiffen in der Region.

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Herr Punzmann hätte vielleicht erwähnen sollen, dass die Mullahs indische Schiffe passieren lassen, die Begleitung durch die indische Marine daher eher dekorativen Character hat. Abgesehen davon lösen irgendwelche deutschen Kanonenboote vor Ort natürlich nicht das Problem fehlender Versicherungen für Handelsschiffe die dort rumfahren wollen. Ich mag Merz auch nicht, aber so völlig abwegig ist sein Verhalten in dieser Angelegenheit nicht.
Der Ukraine-Krieg, ist nicht unser Krieg
Im Gegensatz zu manchen Kommentatoren, deren Aversionen gegen die USA und Israel immer wieder durchscheinen, stehe ich auf der Seite der Genannten und halte es geradezu für eine höhere Menschenpflicht, die Mullah-Bande auszuräuchern, die ihr Volk seit 1979 auf solch perverse Art und Weise gequält hat. Es gibt nichts Sadistischeres auf der Welt als sog. Gottesstaaten – und diese Turban-Brut in Teheran und sonstwo besteht nicht aus freundlichen alten Opas, wie hier manche zu meinen scheinen, sondern Schlächter-Naturen, die meinen, sie seien berufen, gnadenlos den angeblichen Willen ihres Gottes auf Erden zu vollstrecken und die sich am Blut und den… Mehr
Omg – schon wieder so ein Dummschwätzer und Sofa-General.
Na dann gehen Sie doch dorthin – für Idioten hat es immer Platz in den vordersten Reihen – den Reihen des Kanonenfutters.
Zu mehr taugen Leute wie Sie ja offensichtlich auch nicht.
So so, langer Fritze: Der Iran-Krieg ist nicht unser Krieg. Schön, aber weshalb sollten denn dann eigentlich der Ukraine-Krieg der unsrige sein?Fällt dem Mann denn gar nicht auf, was er für wirres Zeug redet oder sagt ihm das keiner von seinen Paladinen?
Ist doch egal, was Merz sagt. Nächste Woche hat er eine andere Meinung und die bunte Wehr zieht in den Krieg. Ist nur die Frage ob gegen Russland oder den Iran.
Der Ukraine-Krieg ist auch nicht der unsere. Und trotzdem veruntreuen Sie Milliarden deutscher Steuergelder in dieses korrupte Moloch Herr Merz!
Falls die USA diesen Krieg nicht überzeugend gewinnen sollte, „die trauen sich ja jetzt schon nicht iranische Tanker mit Öl für China anzugreifen (…)“, dann zahlen auch alle anderen Weißen die Zeche. Eine Spirale, für die nächsten 2 bis 300 Jahre, nach unten täte sich auf. Unsere Nachkommen würden die ängstliche Tatenlosigkeit ihrer Vorfahren noch bitter beklagen!
Gibt es im Golf von Basra nicht noch 44 Schiffe, die im Besitz deutscher Reedereien sind? Ob Trump die jetzt auch rausholen soll? Sancta Simplicitas!
Die jüngsten großmäuligen, belehrenden Töne von Merz, Wadephul, Pistorius gegenüber den USA und Israel sind dermaßen daneben und beschämend, daß einem schlicht die Worte fehlen. Ich denke, die gepfefferte Antwort von Donald Trump wird nicht lange auf sich warten lassen! Wie kann man nur sein Ansehen und seine Vertrauenswürdigkeit auf derart primitive Art und Weise immer weiter verspielen? Eine solch nutzlose, ja beängstigende Regierung, wie unsere derzeitige, ist wirklich einzigartig…
Das MAG zwar nicht „Unser Krieg“ ( was wäre denn ein „Unser Krieg“ ? ) sein, aber die Auswirkungen bekommen UNSERE deutschen Bürger und UNSERE deutsche Wirtschaft mit voller Wirkung zu spüren…
Ähm, hüstel-räusper: zu Beginn der Bombardierungen des Iran’s, hatte es da nicht auch große Worte von unseren -vor lauter „Rückgrat“ stocksteif gehenden- Merz’ke Frederick (CDU) zum iranischen „Terror-Regime“, auf wessen Seite bei diesen Kämpfen und Krieg Deutschland stehen und was doch alles tun würde da auch Deutschland und EUropa von dem Terror-Regime betroffen wären?(s. Link) Doch nun ist der Prima-Klima-Super-Kanzler Merz wieder den Schwanz am einklemmen. – – – – – Nur ausschnittsweie: -> „Pressestatement Friedrich Merz zum IranZum laufenden Konflikt mit dem Terrorregime im Iran gab Bundeskanzler Friedrich Merz am 1. März 2026 vor der Presse folgende Erklärung ab:… Mehr