Linksextremismus und SPD: Wenn sich linke Kreise schließen

Die SPD betrachtet Elif Eralps ehemalige Mitgliedschaft in der linksextremistischen „Roten Hilfe“ nur als marginales Problem. Der Partei fällt es grundsätzlich schwer, sich von Linksextremismus abzugrenzen.

picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Elif Eralp, die für die SED/Linke unbedingt Berlins „Regierende“ werden möchte, war bis 2025 Mitglied in der linksextremistischen „Roten Hilfe“. Für den potenziellen bzw. Möchtegern-Koalitionspartner SPD ist das offenbar nur ein marginales Problem. Wächst hier wieder einmal zusammen, was sich zusammengehörig fühlt?

Der innenpolitische Sprecher der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus, Martin Matz, glaubt jedenfalls nicht, dass Eralps frühere Mitgliedschaft in den Koalitionsgesprächen für Ärger sorgt: „Frau Eralp ist gerade noch rechtzeitig aus der Roten Hilfe ausgetreten. Weiteren Klärungsbedarf zu ihrer Mitgliedschaft sehe ich nicht“, sagte Matz der FAZ.

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Die “Rote Hilfe“ ist linksextremistisch und verfassungsfeindlich. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) führt die „Rote Hilfe“ mit rund 11.000 Mitgliedern und bundesweit etwa 50 Ortsgruppen in seinem aktuellen Jahresbericht als „die größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus“. Laut einer Antwort der vergangenen Bundesregierung verfolgt die Rote Hilfe „in ihrer Gesamtheit linksextremistische und mithin verfassungsfeindliche Ziele in unterschiedlicher Intensität“.

Die „Rote Hilfe“ unterstützt Straftäter moralisch, ideologisch und finanziell, wenn diese aus politischen Motiven mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. „Voraussetzung für die Leistung von Unterstützung durch die Rote Hilfe ist dabei unter anderem, dass der Betroffene kein Unrechtsbewusstsein im Hinblick auf das von ihm begangene strafbare Handeln zeigt, sondern dieses vielmehr als politisch legitimes Mittel im Kampf gegen den Staat verteidigt.“ Die Solidaritätsbekundungen mit inhaftierten terroristischen Gewalttätern sind ein weiterer Beleg für die Bereitschaft zur aktiven Umgestaltung der bestehenden Verfassungsordnung der „Roten Hilfe“
sowie deren extremistischen Ausrichtung.

Die SPD und ihrer Affinität gegenüber der linksextremistischen Szene

Die Äußerung des SPD-Manns Matz überrascht nicht. Eines von vielen Beispielen, bei denen die SPD gemeinsame Sache mit linksradikalen und extremistischen Gruppen machte, war bereits die „Unteilbar-Demonstration“ Mitte Oktober 2018 in Berlin. An dieser beteiligten sich zahlreiche SPD-Politiker.

Der damalige Außenminister Heiko Maas (SPD) rief im Vorfeld sogar zur Unterstützung der Demonstration auf. Und das, obwohl diese von mehreren linksextremistischen und gewaltbereiten Gruppierungen wie der IL (Interventionistische Linke) mitgetragen wurde. Für die CDU war die Beteiligung linksradikaler Gruppen ein Grund, dem Unteilbar-Bündnis fernzubleiben. Bei der SPD hingegen hatte man für solche Bedenken kein Verständnis und zog stattdessen gemeinsam mit Linksextremisten durch die Hauptstadt. Dort lauschte man dann Parolen, in denen gefordert wurde, „Schweine“ wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aus dem Amt zu jagen.

Die Regierung lässt demonstrieren
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  Ähnlich verhielt es sich im August 2019 bei einer weiteren „Unteilbar-Demonstration“ in Dresden. Während SPD, Grüne und Linkspartei die Proteste unterstützten und zur Teilnahme aufriefen, blieb die sächsische CDU der Demonstration unter dem Hinweis der beteiligten linksextremen Gruppen fern. Demgegenüber war in die sächsische Landeshauptstadt der damalige Bundesfinanzminister und heutige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zur Unteilbar-Demo gekommen. Als er von einer Journalistin gefragt wurde, wieso er in Dresden mit den gleichen Leuten demonstriere, die er als Erster Bürgermeister in Hamburg während des G20-Gipfels habe „niederprügeln lassen“, antwortete Scholz, das sei etwas anderes. „Hier geht es um etwas Gutes.“

Anmelder bei der Berliner Demonstration im Jahr 2018 war ein Anwalt der
linksextremen „Roten Hilfe“. Doch das hat einige Vertreter von SPD und Grünen in der Vergangenheit nicht gestört, der „Roten Hilfe“ beizutreten oder sich mit ihr zu solidarisieren. Zu nennen wären da die einstige Juso-Chefin F. Drohsel, deren Mitgliedschaft in der Roten Hilfe 2007 für Schlagzeilen sorgte, oder die ehemalige Vorsitzende der Grünen Jugend, S. Doughan, die einen Austritt aus der linksextremen Vereinigung sogar öffentlich ablehnte.

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Als im Jahr 2018 Berichte aufkamen, wonach das Bundesinnenministerium die linksextremistische Gefangenenhilfsorganisation verbieten lassen wolle, stellten sich die Jusos hinter die „Rote Hilfe“. Chef des SPD-Nachwuchses war damals Kevin Kühnert, der die „Rote Hilfe“ in Schutz nahm. „Funktionierende Strafverteidigung ist eine Säule unseres Rechtsstaates“, erläuterte Kühnert. „Wer sie und ihre Unterstützung als verfassungsfeindlich hinstellt, hat weder unser Staatsrecht noch unsere Strafprozessordnung verstanden.“

Auch die frühere PDS-Abgeordnete Angela Marquardt bekannte sich nach ihrem Wechsel zur SPD dazu, Mitglied der „Roten Hilfe“ bleiben zu wollen. Diese sei in den neuen Bundesländern eine unverzichtbare Hilfe – unter anderem im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Das änderte sich auch nicht, als Marquardt sich in der SPD etablierte und als Mitarbeiterin der zeitweisen SPD-Chefin Andrea Nahles zum Umfeld des SPD-Machtzentrums gehörte. Nach den Protesten und Demonstrationen von Chemnitz im Jahr 2018 rief sie ihre Partei im SPD-Verbandsorgan „Vorwärts“ auf, im „Kampf gegen Rechts“ nicht auf die Antifa zu verzichten. Widerspruch erntete Marquardt für ihre Aussage nicht. Letztlich sprach sie nur aus, was in der SPD ohnehin viele denken. Wenn es gegen Rechts geht, ist jeder Verbündete recht.

Laut Bayerischem Verfassungsschutz ist der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) als „die bundesweit größte linksextremistisch beeinflusste Organisation im Bereich des Antifaschismus“. Er arbeite „mit offen linksextremistischen Kräften“ zusammen. Die VVN-BdA vertrete einen Antifaschismus, der in letzter Instanz auch die parlamentarische Demokratie als faschistisch betrachte und deshalb bekämpfe.
Noch im Juli 2021 – ein knappes Halbjahr vor ihrer Bestellung als Bundesinnenministerin schrieb Nancy Faeser (SPD) einen Namensbeitrag in einer Publikation des VVN-BdA, der bis 1989 von der DDR finanziert wurde.

Staatsknete und taz-Flankenschutz

Das in der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Jugend und Senioren liegende Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sowie Fördermittel des Bundesinnenministeriums waren in den Jahren 2021 bis 2024 insgesamt mit rund einer Milliarde Euro für die Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus dotiert. Kampf gegen Linksextremismus genießt keine Priorität: Seit einer gewissen Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (Kabinett Merkel 2013 bis 2017) wissen wir: “Linksextremismus ist ein aufgebauschtes Problem.“ Schwesig strich die „Extremismusklausel“. Ab sofort mussten Antragsteller nicht mehr ihre Verfassungstreue und ihre Distanz zu extremistischen Gruppen nachweisen.

Die Linke unter Druck
Verein zahlt Strafen für linksextreme Täter - Elif Eralp war Mitglied
Nicht zu vergessen die ewig gestrige und darbende taz: Sie titelt soeben: „Die Rote Hilfe ist wichtiger denn je.“ Wörtlich lesen wir dort: „Eine linke Juristin war Mitglied einer linken juristischen Organisation, wo ist der Skandal? Elif Eralp muss sich für nichts schämen – im Gegenteil.“ Das liest sich wie ein Bettelbrief an einen von der taz erhofften rot-grün-roten Berliner Senat.

Zur Erinnerung: Der damalige Berliner SPD/CDU-Senat unterstützte 2015/16 den Neubau des Verlagsgebäudes der taz in der Friedrichstraße durch Fördermittel sowie den Verkauf eines Grundstücks. Die taz-Genossenschaft erwarb das brachliegende Grundstück in der Friedrichstraße. Vermutlich unter dem tatsächlichen Marktwert. Für das Bauvorhaben erhielt die taz zusätzlich eine Summe von rund 3,8 Millionen Euro an öffentlichen Geldern. Diese Mittel stammten aus einem Fördertopf zur Unterstützung regionaler Strukturen.

Wie sich wieder einmal die linken Kreise schließen.



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Kommentare ( 8 )

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Noelender Noergler
14 Minuten her

Übereinstimmung Verteidigung Erhaltung Ausbau mit / von der FDGO ist für die Superlinken egal ob ex-SED, ex-Arbeiterpartei oder neu-BSW kein wesentlicher Faktor (mehr). Wichtig ist, nicht in Verdacht einer AfD-Nähe zu geraten, kein Vulgärdemokrat zu sein und last but not least unbeschränkten Zugang zu opulent ausgestatteten und nie versiegenden NGO-Futtertrögen zu erhalten. Eine dümmliche außerdem 2-erlei-Maß anlegende Medienlandschaft machts ihnen leicht.

Tom Engel
18 Minuten her

Meine Meinung: Ich mag zwar die Artikel des Herrn Kraus, aber was mich wirklich nervt, ist diese ständige Klassifizierung: Links,Linksextrem;Rechts,Rechtsextrem…blah blah blah…
Ich halte es eher mit Woody Guthrie: “Left wing, right wing, chicken wing.”
Die einen „Warnen“ vor Linksextremismus
die Anderen „Warnen“ vor Rechtsextremismus

Dabei muss man vor Politik(ern) warnen, die nicht im Sinne des Volkes handeln, sondern für ihr Parteibuch….

imapact
25 Minuten her

SED, Grüne und SPD sind im Prinzip drei Flaschen mit verschiedenen Etiketten und nahezu gleichen Inhaltsstoffen. Kann man getrost zusammenkippen. Und die Union ist eine Art Billigmarke dieses Gesöffs.
Sollen sich die Linken in der Siffkloake Berlin so richtig austoben. Vielleicht kostet sie das im übrigen Deutschland ein paar Stimmen. Worauf man angesichts des Geisteszustanded der Bevölkerungsmehrheit besser nicht wetten sollte.

Werner Brunner
26 Minuten her

Tja , süßer die Glocken nicht klingen ….
Es locken die Plätze an all den vollen Fleischtrögen !
Was interessiert da das Geschwätz all der Bedenkenträger !

hansgunther
31 Minuten her

Lässt man die Schönfärberei beiseite und blickt auf die harte Realität, dann offenbart sich ein erschreckendes Bild: SPD, Linke, Grüne, die Antifa-Strukturen, die Rote Armee Fraktion, die italienischen Roten Brigaden, die Schanze und die autonome Hausbesetzerszene greifen ideologisch ineinander. Die transnationale Realität zeigt sich heute aktueller denn je: Wenn militante, international vernetzte Gruppen in Ungarn Jagd auf politische Gegner machen, wird das von den etablierten linken Kräften verharmlost. Grüne, SPD und Linke relativieren diese organisierte Gewalt, indem sie den Fokus der Debatte lieber auf Haftbedingungen, Verfahrensmängel oder Identitätsfragen lenken, statt den linksradikalen Terror klar zu verurteilen! Hinzu kommt die tiefe… Mehr

Last edited 28 Minuten her by hansgunther
Endlich Frei
38 Minuten her

Da gibt es schon lange intensive Überschneidungen: Ich nenne nur Indymedia-Faeser und Antifa-Klingbeil.

Jens Frisch
41 Minuten her

Rote Hilfe – hin oder her – die Linke selbst gehört verboten:
„Wenn wir det ene Prozent Reiche erschossen haben, müssen wir immer noch heizen… “ Bernd Riexinger: „Ne, die erschießen wir nicht, für die finden wir nützliche Arbeit.“
Die Linke auf ihrer Strategie Konferenz in Kassel

Klaus Kabel
49 Minuten her

Worin unterscheidet sich Eralp und
Konsorten von Kingbeil und Konsorten. Die CDU wurde von Merkel auf SED Kurs getrimmt und ist der willige Steigbügelhalter für die reanimierte SED.

Last edited 47 Minuten her by Klaus Kabel