Flächenbrand. Eine dramatische, ja historische Notlage. In düsteren Worten beschreibt ein kommunales Bündnis das finanzielle Ausbluten. Der Befund stimmt. Aber die Autoren unterschlagen die beiden wichtigsten Gründe.
picture alliance/dpa | Jan Woitas
Schwimmbäder werden dichtgemacht. Schultoiletten verfallen. Straßen bestehen überwiegend aus Schlaglöchern. Bibliotheken haben öfter geschlossen als geöffnet.
Kurz: Die Leistungen für die Allgemeinheit werden nach und nach gestrichen.
Der Bürger in Deutschland braucht keine finanzwissenschaftlichen Gutachten, die das Siechtum unserer Kommunen abbilden. Er sieht es jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit. Das Bündnis „Für die Würde unserer Städte“ unterlegt diese praktische Lebenserfahrung nun mit neuen Zahlen. Die Datenanalyse, die der Zusammenschluss von 73 Kommunen aus acht Bundesländern gerade vorgestellt hat, ist keine Gute-Laune-Lektüre.
Bundesweit haben die Kommunen allein im vergangenen Jahr Haushaltsdefizite in Höhe von knapp 32 Milliarden Euro angehäuft. Ganz besonders schlimm ist die Lage im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Allein elf Milliarden der Defizite entfallen auf das Land, dessen Ministerpräsident Hendrik Wüst von der CDU so gerne Bundeskanzler werden möchte anstelle des Bundeskanzlers.
Bund bestellt, zahlt aber nicht
In den Kommunen, in den Städten und Gemeinden, wird unser Staat überhaupt erst sichtbar. Hier zeigt sich, ob ein Land funktioniert – oder eben nicht.
Seit Jahren, eigentlich seit Jahrzehnten, betätigen sich Bund und Bundesländer als Zechpreller. Sie laden den Kommunen immer neue Aufgaben auf, geben ihnen aber nicht das Geld dafür. Bund und Länder beschließen Ansprüche, die die Kommunen bezahlen müssen. Sie erhöhen Standards, die die Kommunen erfüllen müssen. Sie erweitern soziale Leistungen, schaffen neue Rechtspositionen, formulieren politische Ziele – und all das müssen die Kommunen dann umsetzen, was teuer ist, und meistens auch finanzieren, was noch teurer ist.
Das ist seit Langem der Kern der kommunalen Krise: Bestellt wird oben, bezahlt wird unten.
Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Ganztagsbetreuung, Unterbringungspflichten, Integrationsleistungen, Klima-Vorschriften und überhaupt jede neue Form der Bürokratie: Die Rechnung landet am Ende im Rathaus. Der Bund schmückt sich mit sozialstaatlicher Großzügigkeit, die Länder mit politischer Gestaltungsmacht. Die Kommune darf dann den aufgebrachten Bürgern erklären, warum das Hallenbad schließt und der Marktplatz verfällt.
Schon bald werden Leistungskürzungen nicht mehr reichen. Das Bündnis „Für die Würde unserer Städte“ prognostiziert, was unweigerlich kommen wird: höhere Gebühren, höhere Parkkosten, höhere Grundsteuern, mehr Kontrollen mit Bußgeld, mehr Blitzer.
Der Bürger bekommt nicht nur immer weniger, er muss gleichzeitig auch immer mehr zahlen.
Opfer und Mittäter
Für überbordendes Mitleid mit den Kommunen gibt es trotzdem keinen Grund. Denn die Städte und Gemeinden sind alles andere als unschuldige Opfer. Sie haben ihre eigene Finanznot nach Kräften selbst mitverursacht.
Mitnichten konzentrieren sie sich auf kommunale Kernaufgaben: Sicherheit, Schulen, Straßen. Stattdessen leisten sie sich teure Projekte mit hohem Symbolwert und zweifelhaftem Nutzen. Großvorhaben der politischen Korrektheit, der Klimareligion und der identitätspolitischen Irrlehre werden großzügig finanziert, während die staatliche Substanz wegbröckelt.
Frankfurt liefert gerade ein besonders anschauliches Beispiel: Die hochverschuldete Main-Metropole hat ein mit vier Millionen Euro ausgestattetes Programm beschlossen, über das einkommensschwache Haushalte alte Haushaltsgroßgeräte gegen neue austauschen können.
Kostenlos. Also, für die Begünstigten. Natürlich nicht für die Stadt und ihre Steuerzahler.
Anspruch haben nicht nur Inhaber des sogenannten „Frankfurt-Passes“, sondern auch Empfänger von Bürgergeld, Wohngeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag und Asylbewerberleistungen. Abgedeckt sind Kühlschränke, Kühl-Gefrier-Kombinationen, Waschmaschinen, Herde sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch Geschirrspüler. Voraussetzung ist, dass die Geräte älter als zehn Jahre sind oder energetisch nicht mehr den Vorgaben entsprechen.
In Berlin hat die Anschaffung einer „gendergerechten“ Toilette im berüchtigten Bezirk Kreuzberg 56.000 Euro gekostet. Zusätzlich fallen für die Anlage jährliche Betriebskosten in Höhe von noch einmal 56.000 Euro für Reinigung, Wartung und Reparaturen an.
Unzählige Kommunen geben Unsummen für die Elektrifizierung ihres ÖPNV aus – mit irren Investitionen für Lade-Infrastruktur, Depotumbauten, neuen Fahrzeugen und dem ganzen Folgeaufwand. Das alles ist nicht nur jenseits jeder wirtschaftlichen Vernunft, sondern auch jenseits jeder seriösen öffentlichen Haushaltsführung.
Dasselbe gilt für all die Klimaschutzkonzepte, Beteiligungsformate, Nachhaltigkeitsstrategien, Diversity-Stabsstellen, Aktionspläne und Imagekampagnen. Fördergeld verführt die Kommunen dazu, Dinge anzuschieben, die sie sich aus eigener Kraft nie leisten würden. Doch was als bezuschusstes Modellprojekt beginnt, endet als dauerhafte Verpflichtung mit Personal-, Betriebs- und Instandhaltungskosten.
Es hat sich eine Kultur des Mitnehmens und der Kurzsichtigkeit etabliert, in der nicht mehr gefragt wird, ob etwas notwendig und langfristig bezahlbar ist, sondern ob es kurzfristig förderfähig und politisch anschlussfähig ist.
Der Elefant im Raum
Folgerichtig verschweigt auch das Bündnis „Für die Würde unserer Städte“ aus Angst vor linker Kritik das inzwischen größte Kostenproblem vieler Kommunen: die Migration.
Die Datenanalyse beklagt kryptisch „gestiegene Sozialkosten“. Das ist nicht nur feige, sondern unehrlich. Ein erheblicher Teil der kommunalen Ausgabenlast hängt mit der Unterbringung, Versorgung, Betreuung und Integration von Migranten zusammen. Diese Last ist real und riesig. Sie betrifft Wohnraum, Unterkünfte, soziale Betreuung, Gesundheitsversorgung, Kita- und Schulplätze, Sprachförderung, Jugendhilfe, Verwaltungsaufwand, Sicherheit und Integration.
Sicher, die kommunale Finanzkrise ist nicht allein auf diesen Punkt zurückzuführen. Aber wer so tut, als spiele die Migration nur eine Nebenrolle, der verweigert sich der Wirklichkeit.
Man spricht lieber abstrakt von Soziallasten, als die politisch heiklen Bestandteile dieser Lasten offen zu benennen. Es ist die Sprache einer kommunalpolitischen Klasse, die sich vor einer ehrlichen Diagnose drückt – weil sie Angst vor der Therapie hat.
Der Staat als Inkasso-Unternehmen
Die Bürger spüren längst, dass der Staat seine Pflicht als verlässlicher Garant der öffentlichen Ordnung aufgegeben hat und nur noch als nimmersatter Geldeintreiber mit moralischem Sendungsbewusstsein auftritt.
Für die ideologischen Lieblingsprojekte der Berufspolitiker wird Kohle herbeigeschafft, notfalls über Schulden. Für die alltäglichen Bedürfnisse der Bürger ist kein Geld da.
Früher hieß es: Deutschland wird schlecht regiert, aber gut verwaltet. Die Zeiten sind vorbei. Es waren vor allem Grüne und Sozialdemokraten, die die Bürokratie bis hinunter in die Bürgerämter politisiert und Positionen lieber mit unfähigen Parteigängern und Gesinnungsfreunden als mit fähigen Beamten besetzt haben.
Jetzt wird geerntet, was da gesät wurde.
Nur zur Erinnerung: Es wäre gar nicht so übermäßig schwer, die Probleme in den Griff zu bekommen. Bund und Länder müssten erstens schlicht alles, was sie bestellen, auch selbst bezahlen. Und die Kommunen müssten zweitens wieder lernen, das Notwendige vom Wünschenswerten zu unterscheiden. Eine Verwaltung, die Sprachregelungen zum Gendern erlässt, während sie gerade pleite geht, sollte ein Fall für den Staatsanwalt sein. Ein Staat soll die Bürger nicht erziehen, sondern er soll funktionieren.
Die Finanznot unserer Kommunen ist nur vordergründig ein Haushaltsproblem.

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Die Bürger haben es in der Hand, was ihre Stadtväter so alles anstellen. Sie laufen täglich an den maroden und verrottenden Überbleibsel ehemaligen Wohlstands vorbei, sehen wie in meiner Stadt die Ausstattung eines Flüchtlingsheims mit schönen Gartenanlagen und Teakholzbänken zum Ausspannen und Genießen der sommerlichen Tage, natürlich nur für die Bewohner. Man kann auch die ca. 200.000 wehrfähigen Ukrainer sowie den Flixbustourismus in und aus der Ukraine nennen. Dafür ist genug Geld da, und die Bürger bekommen die Quittung per Grundsteuer-, Hundesteuer- und sonstigen Gebührenbescheiden frei Haus. „Unsere Stadt hat Platz – Queere Vielfalt statt Einfalt – Wie werden schneller… Mehr
Auch hier hat man als normaler Bürger fast keine rechtlichen Möglichkeiten gegenüber der Stadtverwaltung, dem gewählten Stadt, Gemeinde4rat
Das sind alles Investitionen für den bevorzugten Zugang in den größten Markt der Welt, den muslimisch-indischen. Größer als China, voller Rohstoffe zum Bezahlen unserer Produkte – ideal für ein rohstoffarmes Exportland. Wird sich sicher bald rechnen, denn blüh‘ im Glanze, dieser Tücken*, blühe deutsches Vaterland …. . Andere, zB GB und FR ticken nicht anders, aber DE hat die pole position, v.a. beim Muslim, aus Gründen; und mit Indien(&China) lag DE auch nie in Clinch, seine Kolonien sind sämtlich wech seit 1919. Da musste was draus machen, wa? Stimmung! *Inschrift an der Wand eines Pissoirs in Wien: Die Welt ist… Mehr
Leider ist das Empfinden unterentwickelt, wie gut es Deutschland gehen könnte, in welchem sprichwörtlichen Schlaraffenland wir leben könnten, hätten die politisch Verantwortlichen nicht eine Vielzahl von Entscheidungen gegen die vitalen Interessen des deutschen Volkes getroffen. – Als da wären…
Der Sozialismus kehrt alles um! Wer in der Schule nicht mitkommt, wird einfach mitgenommen, indem die Prüfung seinem Niveau angepasst wird. Wer vermag, viel zu leisten, muss bestraft werden, indem ihm der größte Teil der Entlohnung abgenommen wird (alle Abgaben u. Steuern einberechnet), was dem, der nur die Hand aufhält und schlicht fordert, gegeben wird. Der Sozialismus bestraft schon immer die Könner und Leistenden, was in der Ideologie heutzutage als gerecht gilt. Es versteht sich von selbst, dass die Hereinströmenden E-Bikes kostenlos erhalten, Smartphone, Kleidung, Wohnung …, alles, was Linke so als notwendig betrachten, während wir Kartoffeln gefälligst unsere Fahrräder… Mehr
Und Wie ist das Mit den Normalen Bürgern, den Steuerzahlern? Müssen im Grund die nicht alles zahlen? Derr Bund hat gewisse Euinnahmen wälzt das was 4err will aber großteils nach unten, Macht eine Vorschrift nach der anderen Quasi bis ins Bett eines Kindes. Länder geben die last an Kommunen weiter und zuletzt trifft es die Bürger. Die nüssen dann gerade stehen für das was zuvor von eigentlich ihrem Geld mehr oder weniger verprasst wurde? Immer mehr geben dann die Verantwiortung zurück arbeiten nichts und lassen sich von „der Obrigkeit die Alles zu verantworten hat verhalten. Die holern dadurch aber wiederum… Mehr
„…dass die Geräte älter als zehn Jahre sind…“ und die Steuerzahler müssen ihre alt Geräte länger laufen lassen weil sie sich wegen den Steuern keinen neuen Geräte leisten können, aber die die nichts Leisten und nur die Hand aufhalten bekommen neue Geräte finanziert.
Solange die Menschlein immer noch ohne zu murren diese exorbitanten Steuern für das Verschleuderungsvergnügen dieser vom Wahn befallenen Ideologen bezahlen, solange muss man sich nicht beschweren. Auch Kommunen können im Rahmen ihrer Möglichkeiten mal echt wehrhaft sein und z.B die Gäste einfach mal nach Berlin weiterleiten, erhobene Steuern einbehalten, Wünsche ignorieren und Bestellungen überhören, kurz sich einfach mal am Alerwertesten küssen lassen und für die eigene Kommune sorgen. Aber, dazu fehlt halt den Meisten Parteihörigen der A…. in der Hose!
Dresden: Statt für 10 Millionen die Verwaltung vollständig zu digitalisieren und soweit möglich auch zu automatisieren, wird über eine städtische Immobiliengesellschaft für 132 Millionen ein neues Verwaltungszentrum gebaut, dass 1.000 zusätzliche Schreibtische in städtischen Objekten schafft. Bei reichlich 6 Millionen Euro laufenden Kosten im Jahr.
Eine Entsozifizierung unserer Behörden ist dringend erforderlich.
Unser CDU Kandidat meinte, man dürfe kommunale Poltik nicht mit Landespoltik vermischen. Er hat keine Ahnung.