Integration! Integration! Integration!

Integrationskurse überall. Integration - das neue Allheilmittel für einwandernde Asylsuchende. Alle sprechen davon, aber jeder versteht etwas Anderes darunter. Und ob die Einwanderer dies überhaupt wollen, bleibt ein großes Geheimnis.

© Chris McGrath/Getty Images
People celebrate the "Evet" (Yes) vote result

Für viele Deutsche bedeutet Integration, dass Einwanderer irgendwann deutsche Sitten und Gebräuche annehmen. Für den Bundesausländerbeaufragten bedeutet Integration vor allem Abbau von Diskriminierung von MigrantInnen, mit anderen Worten: Vor allem die Deutschen sollen sich anstrengen. Und was bedeutet Integration für die Einwanderer aus arabischen Kulturkreisen? Das ist das große Geheimnis, das bisher nicht gelüftet wurde.

Man fühlt sich zugehörig, wenn man Einstellungen der Menschen teilt

Eines ist klar: Menschen fühlen sich einer Gemeinschaft zugehörig, wenn sie wahrnehmen, dass ihr Denken und Handeln weitgehend mit den herrschenden Sitten und Werten übereinstimmt. Wie schnell und gut Integration funktioniert, hängt also vor allem von den kulturellen Normen ab, die die Einwanderer in ihrer Heimat gelernt haben. Aus diesem Grund können sich Einwanderergruppen aus demselben Kulturkreis natürlich schneller und besser integrieren als andere.

Bei Migranten aus Kulturen mit stark abweichenden oder sogar konträren Verhaltensnormen und Werten ist also die Wahrscheinlichkeit groß, dass es große Probleme bei der Integration gibt oder diese sogar scheitert. In der Folge fühlt sich die Mehrheitsgesellschaft nicht respektiert und die Einwanderer empfinden sich als Außenseiter und in ihrer Person nicht gewürdigt.

Von den Millionen Gastarbeitern, die in Deutschland Arbeit und Wohnung fanden, bildeten nur die Türken eigene Parallelgesellschaften. Von Spaniern, Italienern und Griechen ist das nicht bekannt. Sie haben sich problemlos in Deutschland assimiliert.
Als über 60 Prozent der türkeistämmigen Teilnehmer am Referendum über die Verfassung für Erdogan gestimmt hatten, fragten sich viele Deutsche: Wie kann man als Migrant in Freiheit leben und sie genießen, und seinen Cousins, Nichten, Freunden in der Türkei ein autoritäres Regime zumuten? Offensichtlich stellen sich die Deutschen die falsche Frage, denn bei den Einwanderern herrscht wohl mehrheitlich ein tiefes Bedürfnis nach dem Halt einer autoritären Verfasstheit. Ihnen, ihren Kindern und Kindeskindern ist also die moderne deutsche Gesellschaft fremd geblieben.

Die kulturelle Heimat bleibt meist das Herkunftsland

Die meisten konservativen Muslime in Deutschland verhalten sich zwar nicht so, dass sie in der Öffentlichkeit mit Grundgesetz und Hergebrachtem kollidieren. Die üblichen deutschen Sitten und Gebräuche zu übernehmen, was einer wahren Integration entspräche, erwägen sie dagegen nicht. Viele Türken und Araber, vor allem junge, fühlen sich kulturell in Deutschland nicht beheimatet und sie wenden sich zunehmend dem Islam und der orientalischen Kultur der Eltern zu, die sie als besser empfinden.

In der arabischen Kultur zählen vor allem autoritäre Werte bei gleichzeitiger Verachtung des Nichtautoritären. Dass türkische und arabische Parallelgesellschaften nunmehr in der 3. Generation in sich abgeschlossen in Deutschland leben, spricht für sich. Freunde findet man in der eigenen Gruppe, Ehen werden vorzugsweise untereinander geschlossen. So bleibt das eigene Milieu auch für die Zukunft erhalten.

Heft 08/2017 - "Wunschtraum Integration"
Die neue Ausgabe Tichys Einblick 08/2017 ist da
Dies verhindert auf Generationen hinaus einen wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg in der Mehrheitsgesellschaft. Dadurch fühlen sich Migranten weiter abgelehnt, unverstanden und letztlich als Opfer. Nicht ganz ohne Ironie gibt es bei jungen Migranten die Redewendung: Du Opfer, du Looser! Die jetzt in Deutschland eintreffenden arabischen Asylbewerber kommen aus autoritären, von Gewalt geprägten, korrupten, und wie für jeden sichtbar ist, aus wenig produktiven Kulturen. (Das unterscheidet sie wesentlich von deutschen Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg.) Aus Afrika und dem Nahen Osten kommen überdies vor allem junge Männer mit einem konservativen Islam. Zwei Drittel haben keine Ausbildung und sprechen nur bruchstückhaft englisch, können nur arabische Schrift oder gar nicht lesen. Die wenigen Akademiker verfügen über meist mindere Qualifikationen.

Gesellschaftliche Folgen von Nichtintegration

Nichtqualifizierte Jugendliche mit Migrationshintergrund in der zweiten oder dritten Generation sind überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit und Kriminalität betroffen. Dazu kommen jetzt junge Flüchtlinge, die in der Mehrheit eine schlechte Schulausbildung und keine für Deutschland sinnvolle berufliche Qualifikation haben. Sogar der SPD-Arbeitsministerin Nahles ist klar, dass höchstens 10% der jungen Araber und Afrikaner in absehbarer Zeit in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Wenn also die bisherigen Integrationsprogramme der bereits hier geborenen Migranten die Probleme nicht lösten, dann wird dies mit den jetzt zuwandernden jungen Arabern noch weniger gelingen, ja die Probleme werden sich verschärfen. Und diese werden nicht, wie gerne verkündet, die Probleme der Rentenkasse lösen. Im Gegenteil: Da sie wenig oder gering bezahlt in Arbeit kommen, werden sie die Renten- und Sozialkassen langfristig belasten. Sie werden also die Altersarmut vergrößern. Dass bei solchen Perspektiven die europäischen Nachbarländer die Aufnahme der jungen Araber dankend ablehnen, verwundert nur die Kanzlerin.

Der Politikwissenschaftler und Experte für Islamismus Peter Neumann meint, dass Flüchtlinge, deren Integration scheitert, weil sie vom Leben in Europa enttäuscht sind, im fundamentalistischen Islam Antworten und Akzeptanz finden. Dabei werde ihre Enttäuschung vom Westen in Hass umgewandelt. Der Islam und die Werte der Familie und des Clans stehen weit über den Werten der fremden westlichen Kultur.

Ist Deutschland multikulti oder ein Zwei-Kulturland?

Eigentlich ist der Begriff schon eine Irreführung, denn er bedeutet ja, dass viele Kulturen nebeneinander leben. Aber wandern auch qualifizierte, leistungsorientierte Chinesen, Japaner, Koreaner, Australier ein? … Fehlanzeige. Faktisch kommen nur aus türkischen, arabischen und afrikanischen Kulturen Millionen nach Deutschland. Es gibt in Deutschland also gar kein multikulti, im Wesentlichen hat es sich zu einem Zwei-Kulturland entwickelt. Die westliche Kultur steht neben einer islamisch-türkischen oder arabischen Kultur.

Durch die einseitige ungesteuerte Einwanderung wird Deutschland in seinem Wertesystem entsprechend der archaischen Kulturen geprägt werden, die diese Menschen mitbringen. Zwangsläufig wird langfristig eine Veränderung der gesellschaftlichen Zusammensetzung und damit einhergehend eine Verschiebung der Werte weg von Liberalität, Toleranz und Offenheit stattfinden.

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Da im deutschen Bildungssystem der Einfluss der Eltern auf ihre Kinder besonders ausgeprägt ist, wird Deutschland das Erbe dieser Kulturen noch für Generationen mit sich tragen. Die arabischen Parallelgesellschaften in den französischen Vorstädten mit ihren eigenen kulturellen, religiösen und sprachlichen Normen liefern den Prototyp für diese Entwicklung. Sollte der IS militärisch niedergekämpft werden, ist natürlich davon auszugehen, dass sich die geschlagenen Islamisten als Flüchtlinge nach Deutschland absetzen.

Am Konzept des Multikulturalismus hat Historiker Egon Flaig schon vor einigen Jahren pointiert Kritik geübt: „Der Multikulturalismus wird nur von der so genannten Linken in den liberalen Gesellschaften vertreten. Außerhalb dieser Gesellschaften gibt es keinen Multikulturalismus und hat es nie einen gegeben.“ Da die linke Kulturelite aber die Medien und die Politik (noch) beherrschen, prägen sie mit ihrer Haltung auch die öffentliche Meinung.

Folgen dieser Entwicklung in der deutschen Gesellschaft

Diese Entwicklung droht auch zur Radikalisierung innerhalb der deutschen Gesellschaft zu führen. Es ist bereits eine soziale Polarisierung zwischen der herrschenden Kulturelite und der unteren Mittelschicht zu beobachten. Da sich letztere als sozialer Verlierer der Flüchtlingspolitik empfindet, konkurriert sie in Zukunft mit minder qualifizierten Einwanderern um einfache Jobs und Wohnungen. Da sie sich kaum noch in den Medien wiederfinden, entdecken sie für sich das Internet als Plattform. Mit selbstbewusster Ironie tönt es dort: Wir sind das Pack! (Sigmar Gabriel)

Eine zweite Sollbruchstelle ist in Deutschland zwischen Ost und West auszumachen. Ostdeutsche sind es gewohnt, weder der Regierung noch den Medien zu trauen, und sie reagieren allergisch auf vom romantischen Idealismus geprägte Belehrungen. Ein Grundsatzfehler der herrschenden Kulturelite ist zu glauben, die Menschen in der Dritten Welt seien halt schwarz, braun oder gelb, würden aber ansonsten bald so denken wie sie. Wenn man den Millionen muslimisch arabischer Asylbewerber nur liebevoll genug die westlichen Welt erklärte, würden diese vor Freude in die Hände klatschen und sich in ein paar Jahren dann an den Schwulendemonstrationen des CSD beteiligen oder zu Anhängern des Feminismus werden. Aber wer nicht unter völligem Realitätsverlust leidet, wird das Gegenteil erwarten.

Gründe für die Einwanderung nach Deutschland

Wie die aufstrebenden asiatischen Tigerstaaten mit ihrem Durchmarsch von der dritten in die entwickelte Welt zeigen, haben nicht Europa oder der Westen versagt, wenn sich Millionen Araber und Afrikaner auf den Weg nach Deutschland machen. Das Problem liegt in der Mentalität der Stammesgesellschaften, im Clandenken, dessen Ergebnis die korrupten Eliten Afrikas sind. Hinderungsgründe für Entwicklung liegen in einer anderen Vorstellung von Zeit, Leistung, Verantwortung und abstraktem Denken in die Zukunft. In afrikanischen Staaten existiert die Vorstellung eines Gemeinwohls jenseits des Clans so gut wie nicht.

Da es als politisch unkorrekt und rassistisch gilt, sich eine andere Mentalität inklusive deren Vor- und Nachteile auch nur vorzustellen, wird dies in den meisten Medien auch nicht thematisiert, ja, es ist ein Tabu. Nur der unteren Hälfte der deutschen Gesellschaft schwant es, dass die Dritte Welt nicht aus vom Westen geknechteten edlen Wilden besteht. Bei den Millionen Asylsuchender wird sich die Mentalität vielleicht in ein paar Generationen ändern, oder auch nicht, wenn sich diese in Parallelgesellschaften eingerichtet haben.

Auch westliche Auswanderer bilden Parallelgesellschaften

Ob in Thailand oder Afrika: Auch westliche Auswanderer bilden dort Parallelgesellschaften, und sie haben kein Interesse daran, in der dortigen Mehrheitsgesellschaft aufzugehen. Interessanterweise will dies die Bevölkerung dort auch nicht. Sie wollen unter sich bleiben. Beide Seiten sagen: Integration – Nein Danke! In Asien oder Afrika wird jeder Weiße immer Fremder und Außenseiter bleiben, der wegen seines Geldes geduldet wird. Während sich deutsche Auswanderer in westliche Länder perfekt integrieren, integrieren sich deutsche Auswanderer in die Dritte Welt so gut wie gar nicht.

Machen wir ein Gedankenspiel: Stellen Sie sich vor, Merkel, Steinmeier und Sie, liebe Leser, würden wegen eines Bürgerkriegs in Deutschland mit ihrer Familie ins reiche Saudi-Arabien auswandern. Würden Sie das dortige Wertesystem übernehmen? Nein, denn Sie halten Ihre Werte ja für überlegen. Und Sie würden alles dafür tun, dass Ihre Kinder und Kindeskinder dies auch nicht tun.

Umgekehrt gilt dies auch für die Einwanderer, die aus den dortigen Gesellschaften zu uns kommen. Wie wir unser System, so halten die Menschen ihr Wertesystem für überlegen und wollen es deshalb behalten. So ist die deutsche Diskussion über arabische Integration in westliche Werte von einer großen Naivität und romantischem Wunschdenken geprägt.

Voraussetzung für Asyl ist heute meist die Lüge.

Das heutige Asylrecht ist zu einem Gesetz mutiert, das ungeregelte Einwanderung zur Folge hat. Der Einwanderer bekommt eine finanzielle Ausstattung, die im Vergleich zu seinem Herkunftsland märchenhaft ist, dazu erhält er die Aussicht auf einen Arbeitsplatz.

Als arabischer Einwanderer weiß ich, dass ich als Nicht-Kriegsflüchtling meinen Pass wegwerfen aber mein Smartphone behalten muss. Ich weiß, dass ich nicht um Einwanderung, sondern um Asyl ersuchen muss. Ich weiß, dass ich mir eine Geschichte ausdenken muss, die den Kriterien des Asylrechts gerecht wird. Und letztlich weiß ich, dass es auch nicht sonderlich schlimm ist, wenn man mir nicht glaubt.

Die deutsche Öffentlichkeit dagegen hat sich entschlossen, sich sehenden Auges lieber belügen zu lassen, als die Aura des heiligen Helfers aufzugeben. Es gibt also eine stillschweigende Übereinkunft zwischen Lügnern und Belogenen.

Der Westen ist schuld

Die deutsche Kulturelite weiß natürlich, dass die Einwanderer aus archaischen Kulturen kommen. Aber sie weigert sich wahrzunehmen, dass die Einwanderer genau diese mittelalterlichen Kulturen mit nach Deutschland bringen. Um dies nicht erkennen zu müssen, konstruiert der „Gute Deutsche“ eine Verschwörungstheorie, die besagt, dass die Zustände in Afrika kein Ergebnis erfolgloser Kulturen, sondern dass das Desaster eine Folge der Unterdrückung des Westens ist. Aus dieser Sichtweise heraus hat die Mentalität der Stammesgesellschaften mit dem Scheitern ihrer Kultur gar nichts zu tun. Sie sind nicht dafür verantwortlich.

Aus dem Zitat: „Wir bekommen Menschen geschenkt“ spricht die Vorstellung, es kommen quasi unbeschriebene Blätter und nach einem kurzen Integrationskurs schließen sich Araber und Afrikaner mit wehenden Fahnen den Vorkämpfern des Ökofeminismus an und feiern auf dem Kirchentag „Eine-Welt“-Verbrüderungsfeten. Dass Menschen dieser Kulturen eine ganz andere Vorstellung von Zeit, Leistung, Verantwortung und abstraktem Denken in die Zukunft haben, kann sich kaum einer vorstellen. Dass dies die Gründe sind Misswirtschaft und Fehlentwicklung sind, widerspricht der Verschwörungstheorie von Afrika als dem Opfer des Westens.

Umgang mit den Problemen der Integration

Um mit den Problemen der Integration umgehen zu können, dürfen die Probleme, die die deutsche Bevölkerung im Islam sieht, nicht tabuisiert oder lächerlich gemacht werden. Deutsche, die ihre Ablehnung oder ihre Vorbehalte zum Ausdruck bringen, dürfen nicht mit den üblichen Totschlagargumenten wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie zum Verstummen gebracht werden.

Keine Diskussionstabus gegenüber muslimischen Einwandern

Es darf weder in den Integrationskursen noch sonst gegenüber Muslimen verschwiegen werden, dass der Islam mit gutem Grund ein extrem schlechtes Image bei einem Großteil der deutschen und in der ganzen westlichen Kultur hat.

Es muss thematisiert werden, dass wenn islamische Symbole wie das Kopftuch in der Öffentlichkeit gezeigt werden, dies natürlich als Abgrenzung verstanden wird. Hier geht es nicht um Religionsfreiheit, sondern um eine symbolische Distanzierung von der westlichen Gesellschaft und ihren Werten. Das Kopftuch legt nahe, dass die Trägerin Anhänger eines autoritären Islam ist, der die Scharia über das Grundgesetz stellt. Dass dies der Realität weitgehend entspricht, zeigen die Umfragen, wonach 47% der befragten Muslime der Aussage zustimmen: „Die Befolgung der Gebote meiner Religion ist für mich wichtiger als die Gesetze des Staates, in dem ich lebe“.
Es muss offen diskutiert werden, dass dies die deutsche Bevölkerung mit Recht erschreckt. Dies darf nicht weggeredet und den Deutschen die Schuld dafür in die Schuhe geschoben werden.

Integration funktioniert über Identifikation

Integrationskurse allüberall, und dort wird vor allem das Grundgesetz vermittelt. Aber Integration geht über Identifikation. Identifikation ist ein Gefühl, eine emotionale Angelegenheit. Werden in Integrationskursen auch emotionale Angebote zur Identifikation mit Deutschland gemacht? Ist affektives Lernziel, dass die Einwanderer bald wie in den USA sagen: Ich bin stolz Deutscher zu sein. Wird die Nationalhymne feierlich zusammen gesungen?

Oder wird bloß blutleer über das Grundgesetz gesprochen. Das Grundgesetz ist wie das Regelwerk des Fußballspiels. Es ist nur auf der Theorieebene interessant. Die Faszination des Fußballspiels liegt in der Identifikation mit einer Mannschaft, nicht über die Identifikation mit Regeln. Der Verfassungspatriotismus ist ein theoretisches Konstrukt, mit dem sich linke Intellektuelle um den Begriff Nation herumdrücken.

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Letztlich brauche ich nicht einmal die Regeln des Fußballs genau kennen, genau so wenig, wie die meisten Deutschen das Grundgesetz auswendig kennen. Es geht um die Sitten und Gebräuche im Alltag. Es geht wie im Fußball darum, Freud und Leid zu teilen. Sich mit den Sitten und Gebräuchen des Vereins zu identifizieren. Wenn ich das tue, werde ich ein glücklicher Fan sein. Wenn ich mich davon abgrenze, helfen mir die Kenntnisse über das Regelwerk wenig und ich werde immer ein Außenseiter bleiben.

Wie das Wahlverhalten der Deutschtürken zeigt, wenden sich diese einfach jenen zu, die ihnen die Möglichkeit der Identifikation bieten. Und das ist Erdogan und nicht Deutschland, weil hier die meinungsbeherrschende Schicht eine Identifikation mit der Nation verhindert. Auf die Dauer wird sich das Deutschland nicht leisten können.

Die deutsche Bevölkerung befindet sie sich ein einem Dilemma

Von den Deutschen wird erwartet, dass sie sich gegen rechts positionieren (Maas‘ Kampf gegen rechts), gleichzeitig soll sie auf den Islam zugehen. In Ländern, in denen der Islam Staatsreligion ist, herrschen aber oft menschenverachtende Zustände. Jedenfalls gibt es keinen einzigen arabischen oder afrikanischen Staat, der in irgendeiner Weise vorbildlich ist. Vielmehr sind diese Staaten in ihrer Entwicklung (Bildung, Industrialisierung, Wissenschaft, Kultur, Gesundheitswesen) am Schluss der weltweiten Entwicklung. Gemeinsam ist ihnen auch, dass in vielen muslimischen Staaten Andersgläubige massiv unterdrückt werden.

Der Bürger wird von der politisch korrekten Leitkultur dazu gedrängt, eine Religion zu respektieren, deren Vertreter seltsamerweise die genau umgekehrten Werte der Political Correctness vertreten. Diese Schizophrenie ist zwar ein Tabu, der Bürger aber fühlt die Absicht und ist verstimmt. Dies wirkt wie eine ideologisch verordnete Doppelmoral.

Der deutsche Bürger weiß natürlich, dass nicht alle Muslime Terroristen sind, aber er weiß eben auch, dass heutzutage nahezu alle Terroristen Muslime sind. Terror geschieht heute im Namen des Islam, wie im Mittelalter gewaltsame Missionierungen im Namen des Christentums und des Islam geschahen.

Probleme diskutieren und nicht verschweigen

Grundlage für die Aufarbeitung von den Problemen ist, mit den in Deutschland lebenden Muslimen genau diese Probleme ganz offen zu diskutieren. Zur Problem-Lösung trägt bei, den Muslimen klar zu machen, dass sie sich selbstverständlich in einem Rechtfertigungsdruck befinden, wie sich jeder in einem Rechtfertigungsdruck befände, dessen Religion oder Ideologie in der Welt für solche Zustände verantwortlich ist. Auch ein Verfechter des kubanischen Kommunismus muss heute auf bohrende Fragen gefasst sein.

Wenn ich als Frau in Indien mit dem Minirock herumlaufe, brauche ich mich nicht zu wundern, wenn ich als moralisch verlottert angesehen werde und unsittliche Angebote erhalte. Genau das gleiche gilt umgekehrt hier im Westen für das Kopftuch. Wenn ich das Symbol autoritärer islamischer Kulturen auf meinem Kopf trage, die sich auch noch mehrheitlich gegen den Westen wenden, brauche ich mich über Ablehnung nicht zu beklagen. Da die political correctness diese Diskussion zu verhindern weiß, schwelen die Probleme eben einfach vor sich hin. Gelöst werden sie dadurch nicht, sondern verschärft.

Nun leben auf der Welt viele Millionen Muslime, die mit Terror nichts am Hut haben und die die westliche Kultur als erfolgreich bestaunen. Viele Muslime in Deutschland haben kein intensives Verhältnis zum Islam. Sie pflegen ihren Glauben eher beiläufig (wie viele Christen). Diese Muslime sind für den Westen von größter Bedeutung.

Deutschland muss muslimischen Einwanderern mit einem gesunden Selbstbewusstsein begegnen und ihnen emotionale Möglichkeiten der Identifikation bieten. Der normale Respekt vor ihrem Glauben als Privatsache ist ein wichtiges Mittel, einen friedlichen, weltoffenen Islam zu fördern, denn ob es uns passt oder nicht: Wir werden mit ihm leben müssen.

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Kommentare

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  • ZurückzurVernunft

    Sehr guter Kommmentar.

    Leider muss ich sagen, dass S.H. nach meiner Ansicht nach wirklich schlecht und irrational argumentiert.
    Gegen Provokation hätte ich nichts einzuwenden – im Gegenteil, aber sie müsste schon grundsätzlich intellektuell anspruchsvoller sein.

  • Lothar Finger

    Ganz genau so ist es!

    Gruß
    L.J. Finger

  • Lothar Finger

    Richtig- aber vergessen Sie bitte Aldus Huxley nicht!
    Die „Schöne neue Welt!“ Kein Zwang mehr – die Bürger geben alles gerne freiwillig her! Weil es schön sinnvoll und sicher ist!
    Das kommt auch viel besser rüber!

    Die Toleranten werden so lange gegen die Intoleranten Toleranz üben bis die Intoleranten die Mehrheit haben!

    Dann hat sich das mit der Toleranz erledigt!

    Gruß

    L.J. Finger

  • Martin Venator

    Es gibt viele Artikel, speziell zu afghanischen „Flüchtlingen“, die diesen Sachverhalt relativ offen schildern.
    Als Beispiel habe ich Ihnen mal diesen herausgesucht:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/haben-afghanische-fluechtlinge-versagt-14370519.html

    Die Schleppertour nach Deutschland kostet zwischen 5000 und 10000 Euro pro Person. Sie können sich ja mal informieren, wie hoch der durchschnittliche Monatslohn in Afghanistan oder im Irak ist. Und wie hoch dieser durchschnittliche Monatslohn im Vergleich zum deutschen ist. Und dann vielleicht mal die guten alten Gehirnzellen eine Runde rotieren lassen.

    P.S. Der Nahe Osten ist jetzt auch nicht unbedingt ein Idyll.

  • DasFrageIchMichSchonSeit2015

    Was steckt denn dahinter? Das frage ich mich schon seit 2015.