Warum die Bundesrepublik keine intelligenten Politiker braucht

Politik ist so einfach. Darum reichen Studienabbrecher, Plagiatoren und Narrativverwalter als politische Elite im Bundestag vollkommen aus. Für die richtige Haltung braucht es keinen klugen Kopf, sondern einzig ein starres Korsett.

IMAGO/photothek

Politik geht heutzutage ganz einfach. In fast allen politischen Themenfeldern gibt es simple Wahrheiten, die mittlerweile jeder Konfirmand rauf- und runterbeten kann:

„Impfen ist solidarische Bürgerpflicht.“
„Rechts ist schlecht und muss bekämpft werden.“
„Erneuerbare Energien sind nachhaltig, schaffen Arbeitsplätze und Wohlstand.“
„Die Ukraine kämpft für die westlichen Werte gegen den Kriegsverbrecher Putin.“
„Elektromobilität ist die Zukunft.“
„Die EU ist ein großartiges Friedensprojekt.“
„Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“
„Grenzenlose Willkommenskultur ist demographisch nötig und schafft eine bessere Gesellschaft.“
„Nur wer gendert, ist geschlechtergerecht.“
„Der Islam ist eine Religion des Friedens und gehört zu Deutschland.“

Politik ist so einfach. Darum reichen Studienabbrecher, Plagiatoren und Narrativverwalter als politische Elite im Bundestag vollkommen aus. Für die richtige Haltung braucht es keinen klugen Kopf, sondern einzig ein starres Korsett.

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Im letzten Jahrtausend gab es noch die Hochschätzung des methodischen Zweifelns und Hinterfragens nach dem Motto der SesamstraßeWahrheite: „Wer wie was, wieso weshalb warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm.“ Doch dieser offene Ansatz im Geiste der Aufklärung ist von der Geschichte überholt. Wo alles klar ist, da braucht es keine Fragen mehr. Sesamstraße als Bildungsideal – das war gestern. Das heutige Bildungsideal lautet „How dare you?!“

Selbst wenn bei den politischen Inhalten einmal ein grundlegender Paradigmenwechsel anstehen sollte, dann kann man das ohne mühselige intellektuelle Klimmzüge bewerkstelligen. Es braucht lediglich ein paar Minuten emotionaler Empfänglichkeit, die sich von den schrecklichen Bildern aus der Ukraine berühren lässt. Und schon steht der neue Kurs für die Bundeswehr: Ab jetzt wird im Militärhaushalt nicht mehr gespart. Ab jetzt wird geklotzt, mit Milliarden und mit einem üppigen 2-Prozent-BIP-Jahresbudget.

Sogar die Anhänger einer feministischen Außenpolitik stimmen reflexartig in diese Neuorientierung ein. Bisher war für sie allein „Abrüstung“ feministisch. Doch angesichts der leidenden Frauen und Kinder in der Ukraine ist nun „Aufrüstung“ zum Kennzeichen feministischer Außenpolitik geworden. „Wir bleiben uns treu. Hauptsache feministisch, der Rest ist flexibel.“

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Wie dieser Bundeswehr-Paradigmenwechsel finanziert wird, dafür braucht es ebenfalls keinerlei Intelligenz. Das Geld wird schlicht und einfach von der Europäischen Zentralbank gedruckt und dann als „Sondervermögen“ den Politikern zum fröhlichen Ausgeben zur Verfügung gestellt. Wer so einen Goldesel im Keller hat, der braucht keine finanzielle oder wirtschaftliche Kompetenz.

Fazit: Wir haben genau solche Politiker, die optimal für den deutschen Politikstil geeignet sind: Studienabbrecher, Plagiatoren, Narrativverwalter, Schuldenliebhaber und Haltungsakrobaten. Eigentlich könnten wir uns glücklich schätzen, wie harmonisch in unserem Land Politik und Politikpersonal zueinander passen.

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Kommentare ( 80 )

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Micky Maus
1 Monat her

Sind diese Blindgänger nicht vom deutschen Volk gewählt worden? Jeder einigermaßen Denkfähige hätte wissen müssen was das für Pfeifen sind und dass sich in allen Belangen dieses Pack gegenseitig deckt und einig ist, wenn es erst mal mit an der Macht ist. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Selbst der dümmste Deutsche sollte aufgrund der Geschichte wissen, was die Grünen für geistig Umnachtete sind, die Liberalen eine Gruppe von Rückgratlosen und Verräter der eigenen Meinung sind, und trotzdem erhielten sie bei der Bundestagswahl 16%. Aber wie schon mal erwähnt zeigen 16 Jahre Merkelsche Verblödungspolitik jetzt Erfolg. 16 Jahre… Mehr

Manfred_Hbg
1 Monat her

Zitat: „Fazit: Wir haben genau solche Politiker, die optimal für den deutschen Politikstil geeignet sind: Studienabbrecher, Plagiatoren, Narrativverwalter, Schuldenliebhaber und Haltungsakrobaten. Eigentlich könnten wir uns glücklich schätzen“

> Mhh, und könnte man diese „Politiker“ so drucken wie die EZB das Geld immer neu am drucken ist, dann würden auch die(se) „Politiker“ immer neu gedruckt damit sie uns ja nie ausgehen und uns noch weiterhin für lange Zeit „beglücken“ und „bereichern“ können. (Zynism/Iro off)

K. Sander
1 Monat her

Bevor jemand Politiker wird, sollte er mindestens 10 Jahre richtig arbeiten, um Lebenserfahrung zu erhalten. Das Bildungssystem sollte auch vollkommen geändert werden in das Prinzip des polytechnsichen Unterrichts. Das hatte schon etwa 1880 jemand erfunden und eine Schule in den USA gegründet. Heute ist es vollkommen anders. Deshalb hier noch ein Witz, den mir jemand vor einigen Wochen erzählt hat. Wenn Sie gesund bleiben wollen, dann lesen: Da geht jemand zum Arzt und sagt: „Ich studiere gerade, es dauert aber nur noch 1 Jahr. Ich muss soviel nachdenken, mir merken und in Mathe auch rechnen. Das ist extrem schwierig. Und… Mehr

Gerro Medicus
1 Monat her

Eine Kategorie fehlt mir in der Aufzählung noch, nämlich die der Igmoranz und Skrupel- und Charakterlosigkeit. Ohne diese Eigenschaften werden Sie nämlich nichts im Politikbetrieb.

Sabine W.
1 Monat her

Herr Zorn, ich wende mich gerade im Augenblick an Sie als einen Menschen, der möglicherweise ein wenig gottgläubiger ist als ich. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass der Liebe Gott einen echt schlechten Tag hatte, als er den Menschen erschuf. Er hat aus irgendwelchen Resten, die er für intelligentes Leben nicht brauchte, einfach mal im Sinne der (gutgemeinten) ‚Nachhaltigkeit‘ so’n Ding mit zwei Beinen, ’n Riesenplopp auf dem Hals (ohne Inhalt) und Sprachausgabe zusammengebaut – das nannte er dann M-E-N-S-C-H. Er muss ECHT einen sehr schlechten Tag gehabt haben… Kennen Sie ‚Der liebe Gott macht blau‘ von Arto Paasilinna? Ein… Mehr

achijah
1 Monat her
Antworten an  Sabine W.

Ich wage eine knappe Antwort, die meinen persönlichen Glauben widerspiegelt, der vom christlichen Bekenntnis geprägt ist: Der Mensch wird auf der einen Seite als Gottes Ebenbild gepriesen, auf der anderen Seite aber auch nüchtern in seiner Gebrochenheit (= Kategorie der Sünde) gesehen. Das hilft mir, nicht zu viel von mir selber und meinen Mitmenschen zu erwarten, sondern nüchtern inmitten dieser Welt mit ihren guten und schlechten Seiten zu leben. Mein großer Trost ist, dass Gott sich nicht enttäuscht von der Welt zurückgezogen hat, sondern in Christus sich trotz allem überraschend mit der Welt und mit mir persönlich verbunden hat. Das… Mehr

Sabine W.
1 Monat her
Antworten an  achijah

>’Ich hoffe, das hört sich für Sie nicht zu abstrakt theologisch an.'<

Doch, das tut es leider. *seufz*

Dennoch bleibt zumindest meine Buchempfehlung.
Eins der wenigen Bücher, die mir Gott insofern nah gebracht haben, dass er darin so menschlich wirkt. 😉
Fast so wie 'einer von uns'.

Nigella
1 Monat her
Antworten an  Sabine W.

Das denke ich auch immer, wenn ich meinen Hund und meine Katzen beobachte. Wir hätten noch zwei, drei wichtige Genmutationen gebraucht, die der HERR bestimmt schon geplant hatte, aber dann haben unsere Vorfahren gegen das Verbot vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen und den Verstand entwickelt, der zur charakterlichen Reife nicht gepaßt hat.

Peter Pascht
1 Monat her

Beispiel: immer dabei, egal wie, nur ein Fall von vielen Saskia Esken, ist schon zum zweitenmal inm Folge am Direktmandat in den Bundestag gescheitert. Aber zum zweiten Mal in Folge dann trotzdem über die Parteiliste in den Bundestag eingezogen. De facto Doppelkandidatur. Kandidatur mit Direktmandat und auf der Parteiliste. Das ist nicht Bundeswahl-Gesetz widrig, aber verfassungswidrig. Beides, das passive und aktive Wahlrecht dürfen nur einmal ausgeübt werden, lt. Grundgsetz. Das Bundeswahlgesetz verbietet die Doppelkandidatur nicht. Es setzt die Parteilisten-Kandidatur als primär voraus. Also verfassungswidrig, ein Partein-Wahlsystem, denn lt. Grundgsetz können nur Personen gewählt werden, keine Listen. Wer dann zufällig ein… Mehr

Last edited 1 Monat her by Peter Pascht
EinDemokrat
1 Monat her
Antworten an  Peter Pascht

Da kann man sehr genau erkennen, dass wir in der Bundesrepublik nur noch eine defakto Demokratie haben. Die Politiker sitzen in ihrem Wolkenkuckucksheim und schauen missmutig und angewidert, besonders vor den Wahlen, auf ihre Untertanen. Sie lassen sich vom Pöbel wählen und wenn die Wahl nicht passt wird sie rückgängig (Thüringen) gemacht oder manipuliert (Berlin) Anschließend feiern sie sich selbst mit Standings Ovaeion

Last edited 1 Monat her by EinDemokrat
Peter Pascht
1 Monat her

Was in diesen stalinistischen Systemen besonders belastend war, war nicht die Unfreiheit, sondern die Überlebens-Pflicht ständig lügen zu müssen. Das wurde mit der Zeit zur psychologischen Belastung, zumindest bei den meisten, nicht bei Personen wie Merkel, die in zwei Wahrheit-Welten lebten. Das Lügen wurde zur Lenebsräson des Überlebens und auch Sicherheit vor politischer Verfolgung, vom einfachen Menschen bis in die Parteiführung, STASI-führung, Militärführung. Ja selbst Menschen wie Honecker und Mielke haben sich dem eigenen Lügensystem stalinistischer Prägung unterworfen, unterwerfen müssen. Mielke führte eine Akte über Honecker, falls snotwendig, so wie Putin dies nun über die Oligarchen und viele andere Personen… Mehr

RomyD
1 Monat her

Ich fürchte, Deutschland wäre ohne Politiker besser dran.

h.milde
1 Monat her

Das beste D€utschand das es bisher gab, mutiert zu „Verstehen Sie Spaß“, „Uuups, die Pannenshow“ & „Muppet Show“. Über Spanien lacht die Sonne, über D€utschland die ganze Welt. Finis Germaniae

Ananda
1 Monat her
Antworten an  h.milde

„Freizeitpark“ Deutschland. Nur das „Servicepersonal“, die durch ihre Leistungen den Laden am laufen halten, kommen zuletzt bzw. werden mit „Nazi“ und „Rassisten“ Sprüchen weichgeklopft wenn sie nicht spuren ohne zu murren.

Brando2014
1 Monat her

Die deutschen Rahmenbedingungen kenne ich nicht so genau, aber die österreichischen! Das Problem scheint das gleiche zu sein! Unsere Parlamente auf Bundes- und Landesebenen machen den Eindruck, als wären sie mit Wesen vollgestopft, die intellektuell nicht in der Lage wären, im normalen Wirtschaftsleben einem verantwortungsvollen Beruf nachzugehen. Das liegt, hierzulande jedenfalls, an diesem unseligen Parteienwahlrecht. Das macht es möglich, Gestalten aus den dunkelsten Mottenkisten der Parteien zu Abgeordneten aufsteigen zu lassen, die keine Ahnung davon haben, warum sie überhaupt die Hand heben sollen, höchstens davon WANN! Es bräuchte dringend ein Persönlichkeitswahlrecht, dort ließe sich absolute Unfähigkeit nicht mehr so leicht… Mehr

Nigella
1 Monat her
Antworten an  Brando2014

Finde ich auch. Nur noch Direktwahl in kleineren Wahlkreisen – fertig. Keine Listenwahl für Parteischranzen.