Erdogan führt die Türkei ins Aus

Die erdoganistischen Türken bieten sich historisch an, auf ihre Weise in die Nachfolge der deutsch-nationalistischen Sozialisten zu treten, während sie Deutschland und andere europäische Länder beschimpfen.

imago
Turkish President Recep Tayyip Erdogan speaks at Kocaeli city during a rally for the referandum, 12th of March, 2017.

Wenn der Psychopath einen anderen einen „Psychopathen“ schimpft, dann kann sich der Betroffene in aller Regel entspannt zurücklehnen. Ähnlich ist das mit den derzeit so beliebten Beschimpfungen „Faschist“, „Rassist“ oder „Nazi“. Wenn man genau darauf achtet, dann wird man schnell feststellen, dass diejenigen, die sich zu solchen Beschimpfungen hinreißen lassen, dabei tatsächlich nur mit einem Finger auf den Geschmähten zeigen, während mindestens drei auf sie selbst weisen.

So betrachtet könnte man sich also entspannt zurücklehnen, wenn die Vernichter von Rechtsstaat, Demokratie und Wohlstand in der Türkei rund um Erdogan derzeit wie die Rohrspatzen auf Nazi-Deutschland und die Deutschen sowie auf die Niederlande und die dortige Nazi-Regierung schimpfen. Denn das, woran sie derzeit arbeiten, ist nichts anderes als ihre Art Kopie jenes Deutschlands, das den Ruf der Deutschen zwischen 1933 und 1945 nachhaltig zerstörte. Was man dann eben auch getrost zum Anlass nehmen könnte, Erdogan sein Ding durchziehen zu lassen. Denn dann bestünde immerhin die Chance, dass diese derzeit schlimmsten aller Herabwürdigungen – „Nazi“ oder „Rassist“ – in absehbarer Zeit nicht mehr uns, sondern Erdogan und den Seinen gelten würden.

Die Türkei in schlechter deutscher Nachfolge

Die erdoganistischen Türken bieten sich historisch an, in die Nachfolge der deutsch-nationalistischen Sozialisten zu treten. Ähnlich erkenntnisresistent wie dereinst Hitler und Co., einer selbst erdachten Welterklärungsformel folgend und dabei in Jahrhunderten tradierten Volksaberglauben geschickt mit dem eigenen Phantasiebild vermengend, hatten die Türken schon vor 100 Jahren den christlichen Armenier zum Blitzableiter eigener Unzulänglichkeiten erkoren. Derzeit sind es – UN-amtlich bestätigt – innenpolitisch mangels weitgehend ethnisch „weggesäuberter“ Armenier nun die Kurden – und dann selbstverständlich die teuflischen Gülenisten.

Auch hier sind die Parallelen zu Hitlers Reich unverkennbar: Mit den Kurden hat sich Erdogan nun klassisch-rassistisch das Pendant zu den jüdischen Deutschen geschaffen, während die Gülenisten die ideologische Frontlinie innerhalb einer gemeinsamen islamischen Gedankenfamilie beschreiben – so wie dereinst die nationalistischen Sozialisten die internationalistischen Familienmitglieder aus Sozialdemokratie und Kommunismus auszumerzen suchten.

Zynisch betrachtet könnten sich Deutschland und Holland, diese Horte des „rassistischen Nazismus“, also tatsächlich zurücklehnen. Was interessieren uns innertürkische Angelegenheiten der gegenseitigen Selbstvernichtung? Was interessiert es uns, dass die dort herrschende AKP für ihre Propagandisten weltweites Propagandarecht einfordert, es aber bulgarischen Politikern untersagt, in der Türkei zur bulgarischen Minderheit zu sprechen? Was interessiert es uns, dass die AKP eigenes Recht bricht, mit dem sie vor einigen Jahren türkischen Politikern jegliche Wahlkampfauftritte außerhalb der Türkei verboten hatte? Was also interessiert es uns, wenn in der Türkei streng nach Orwell nun wieder einige gleicher als gleich sind? Ist doch Sache der Türken, sich selbst mit „allahu akbar“ in die Diktatur zu stürzen und sich nebenbei die Geldhähne abzudrehen.

Wie man so etwas zulassen konnte …

Einmal abgesehen davon, dass einen die Entdemokratisierung der Türkei spätestens dann nicht mehr kalt lässt, wenn man Türkei-stämmige Deutsche oder moderne Türken in seinem Freundeskreis hat, haben gerade wir Nachkriegsdeutschen, denen keine Mitschuld an den Verbrechen zwischen 1933 und 1945 zuzuweisen ist, bereits in der Schule gefragt, wie es unsere Eltern zulassen konnten, dass die jüdischen Nachbarn über Nacht verschwanden. Und nicht nur die Holländer, die seinerzeit von Deutschland überfallen worden waren und zu den Opfern des Nationalsozialismus gehören, fragen sich bis heute, wie ein Hitler überhaupt geschehen konnte.

Nun berkommen wir die Antwort. Der Umgang mit der Türkei liefert sie uns frei Haus. Es ist das alte Lied einer Gemengelage aus Wirtschaftsinteressen, schlechten Beratern und falschen, illusionären Hoffnungen, vermeintlichen Abhängigkeiten und schlichtem Desinteresse. Also darf Erdogan machen und die Welt schaut mit einer Mischung aus Faszination und Ekel zu. Aber eben auch nicht mehr. Wird dann mal ein Deniz Yücel eingekerkert, gibt es ein paar Krokodilstränen – aber nicht für die bald in die Hunderttausende gehenden türkischen Staatbürger ohne deutschen Ersatzpass, die von den AKPisten abgeräumt wurden und werden. Ansonsten: Business as usual. Bloß nicht zu hart auftreten – das könnte am Bosporus sonst noch zu irrationalen Handlungen veranlassen. Wobei – irrational ist das Verhalten längst. Wissenschaftlich spannend sind derzeit nur die noch zu erwartenden Steigerungsformen: Die Türkei als Experiment des sich real entwickelnden Totalitarismus am lebenden Objekt.

Das Gift in uns

Leider aber ist diese schon arrogant wirkende Larmoyanz, die sich nicht nur beim Kotau der Bundesregierung gegenüber den Cheftürken tagtäglich zu beweisen scheint, so hilfreich nicht. Es ist nicht nur, dass Erdogan wie ein ungezogenes Kind mit jedem Entgegenkommen zwei neue Forderungen präsentieren wird. Es ist vielmehr das Gift, das der Muslimbruder aus den Armenvierteln von Constantinopel überall gezielt verbreitet. Es fließt längst durch die Adern zahlreicher Nachbarn und Mitbürger in Deutschlands Straßen und Deutschlands Politik. Erdogan vergiftet nicht nur die Atmosphäre zwischen den Türken aus dem Erdoganistischen Fanblock und jenen Türkei-Stämmigen, die von einer säkularen, modernen Türkei träumen. Er trägt die Feindschaft auch mit Vorsatz hinein in die europäische Politik, möchte den Goldenen Apfel, wie dereinst Wien von den Osmanen als Synonym für das christliche Europa genannt wurde, von innen heraus verfaulen lassen und als derjenige in die türkischen Geschichtsbücher einziehen, der das Werk des 1683 vor der deutschen Reichshauptstadt gescheiterten, islamischen Sultan Mehmed IV vollendet hat.

Übernahme statt Integration
Das Impulspapier zur Desintegration – Özoguz lässt die Maske fallen
Seine fünfte Kolonne hat er sich aus jenen türkischen Menschen rekrutiert, die dereinst als Gastarbeiter ihre Heimat mangels Arbeitsangeboten verlassen mussten. Erdogans Auftritte in Deutschland dienten dabei ebenso wie seine mit Diplomatenpässen versehene DITIB-Imamtruppe immer dem Ziel, die Integration Türkischstämmiger in die deutsche Kultur zu unterbinden. Flankiert wurde und wird er dabei von der bundesamtlichen Politik, wie sie beispielsweise der (Des)integrationsbeauftragte der Bundesregierung betreibt. Wer sich dafür interessiert, kann das bei TE nachlesen.

Das Erdoganische Gift wurde und wird beständig selbst auf kommunaler Ebene in die Adern der deutschen Republik geträufelt. So sind es in kommunalen Gremien fast immer Menschen mit islamisch-türkischem Hintergrund, die laut über Diskriminierung und angeblichen deutschen „Rassismus“ klagen. Die das immer noch wirkende, schlechte Gewissen der Deutschen angesichts der Verbrechen ihrer Vorväter erbarmungslos ausnutzen und die jüdischen Opfer für ihren eigenen „Rassismus“ instrumentalisieren, um darauf ihr desintegratives Süppchen zu kochen.

Die Verbündeten in der Sozialindustrie

Verbündete findet die fünfte Kolonne Erdogans dabei häufig bei jenen Deutschen, die als Nutznießer der Sozialindustrie ihr persönliches Wohlergehen von der „Rassismus“-Mär abhängig gemacht haben, und die als „Integrationsbeauftragte“ von Bund, Land oder Kommune auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen sind, dass sich bestimmte Teile der Zugewanderten eben nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren – denn dann wären sie automatisch arbeitslos.

Das übrigens macht deutlich, weshalb es ein politischer Fehler der Sonderklasse ist, so etwas wie „Integrationsbeauftragte“ dafür zu schaffen, dass sich Integrationsunwillige integrieren. Denn wirklich daran interessiert sind weder die Integratoren noch die nicht zu Integrierenden. Da hilft dann auch kein aufgedrückter Doppelpass – denn wie Erdogan ganz richtig erkannt hat: Der „wahre“ Türke kann nur einem Staat dienen. Und das ist seiner. Der Deutsche hingegen kann selbst dann, wenn er türkeistämmigen Ursprungs ist, nicht mehr Türke im Sinne des nationalislamischen Rassismus eines Erdogan sein. Das zu begreifen, würde jedoch nicht nur die dank „Flüchtlingssturm“ gerade noch vor Stellenabbau und schrumpfenden Einnahmen bewahrte Sozialindustrie in ihren Grundfesten erschüttern.

Auch der ideologisch begründete, scheinbare Antirassismus einer narzistischen Politik der Selbstkasteiung, der selbst so rassistisch ist, dass er die Neudeutschen wie unmündige Kinder ständiger Sozialbetreuung unterwirft, statt sie ihr Leben als Erwachsene selbst in die Hand nehmen zu lassen, würde sich in seinem Wahn selbst erkennen und seinen fundamentalen Grundirrtum eingestehen müssen.
Was also wäre zu tun? Wie umgehen mit Erdogan und seinen Undemokraten? Wie umgehen mit jenem Teil der Türkei-stämmigen Wohnbevölkerung in Deutschland, der seinem Idol zujubelt und nicht begreifen möchte, dass Demokratie nicht das ist, was ihr Erdogan-gesteuerter DITIB-Imam ihnen in der Moschee predigt?

Es ist an der Zeit zu verstehen, dass Erdogans Türkei niemals vorhatte, im christlich geprägten Europa anzukommen. Es ist auch Zeit zu verstehen, das Europas Länder souverän sind und sich den absurden Allüren eines anatolischen Despoten nicht zu unterwerfen haben. Vor allem aber ist es Zeit zu verstehen, dass für Europa Grundwerte von Menschenrecht und politischer Kultur gelten, die Meilen von dem entfernt sind, was die Erdogan-Gang derzeit in der Türkei installiert. Deshalb ist es an der Zeit, endlich konsequent zu sein. Und den Türken, die dem Rückfall in ihre nationalislamische Tradition frönen, klare Grenze aufzuzeigen. Nach Außen wie nach Innen.

Will Erdogan zu seinen Fans sprechen – soll er sie zu sich in die Türkei einladen. Europa ist nicht das Feld Erdoganscher Anti-Demokratie-Propaganda. Hier geht es nicht, wie das Dummgeschwätz von Merkel und Sprecher ihrem Volk verkaufen will, um Meinungsfreiheit. Das hat nun sogar das Bundesverfassungsgericht festgestellt. Hier geht es um Souveränität eines deutschen Staates und eines deutschen Volkes.

Güle güle

Da nun aber weder dieser deutsche Staat noch das deutsche Volk „Nazi“ oder „rassistisch“ ist, hat es auch keinerlei Ausreiseverbote in seinen Gesetzen stehen. Anders als in Erdoganistan, wo unbescholtenen Bürgern der Reisepass entzogen wird,  steht es jedem, dem es in Deutschland nicht gefällt, jederzeit frei, sich ein Land zu suchen, welches seinen persönlichen Vorstellungen eher gerecht wird.

Das gilt auch – allen ständig beklagten Diskriminierungen zum Trotz – für den türkischen Staatsbürger, der als Gast auf der Suche nach Verdienstmöglichkeiten nach Deutschland gekommen ist. Niemand wird ihn daran hindern, das „rassistische Nazideutschland“ zu verlassen, um in der erdogandemokratischen Türkei sein Glück zu finden.

Für die anderen, die den Unterschied zwischen einer Erdogan-Türkei und einer freien Gesellschaft erkennen können, hingegen heißt es nach wie vor: Herzlich willkommen!

Wer Deutschland liebt und nach unseren Regeln bei uns leben möchte, dem stehen alle Türen offen. Die anderen allerdings, die uns ihre nationalistisch-archaisch-pseudoreligiösen Zwangsjacken überstreifen möchten und uns mit ihrem irrationalen Diskriminierungsgejammer in den Ohren liegen – auf die können wir gemeinsam gut verzichten. Dann muss sich der bedauernswerte Herr Erdogan, dem die „rassistischen Nazis“ in Deutschland so gar nicht gefallen mögen, auch nicht mehr grämen. Er hat dann ja seine Fans endlich um sich herum versammelt und ist nicht länger gezwungen, in verhasste, „rassistische Nazistaaten“ zu reisen, um sein dort in der Sklaverei der aufgezwungenen Diaspora dahinvegetierendes „nazional-türkisches“ Volk zu erlösen.

Nur seinen osmanischen Traum, endlich das christliche Abendland unter die Knechtschaft Mohameds zu bringen – den wird er dann bis auf Weiteres zu den Akten legen müssen. Aber das ist auch besser so: Der von ihm verbockte Niedergang der Türkei wird aller seiner Kräfte bedürfen, um nicht in die Totalkatastrophe zu führen.

In diesem Sinne, liebe Erdoganisten: „Güle güle!“

Unterstützung
oder

Kommentare

Ihre Argumente, Gedanken oder Informationen bringen wir ganz oder gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und Verunglimpfung von Personen sowie Links, mindestens solche mit unklarer Herkunft. Hinweis

  • FräuleinBea

    Sicherlich wird China dem Islam noch einige Jahrzehnte oder auch Jahrhunderte länger als Europa standhalten können, aber in letzter Konsequenz wird diese Ideologie vor nichts und niemanden haltmachen. Denn alles gehört Allah, auch wenn dieser Umstand noch nicht überall gebührend gewürdigt wird. Deshalb teilen die Moslems die Welt ja auch in zwei Bereiche ein: den Dar al-Islam (Haus des Friedens) – Länder, in denen der Islam herrscht – und den Dar al-Harb (Haus des Krieges) – Länder, die noch für den Islam einzunehmen sind.

    Schauen Sie beispielsweise nach Indonesien, wo die Moslems mit fast 90% den größten Bevölkerungsanteil der etwa 256 Mill. Einwohner bilden. Dort hat die Verbreitung des Islam laut DW inzwischen eine neue Qualität erreicht: “Frauen ziehen den Salafismus in Südostasien groß“.

    Wenn sich diese Form der Radikalisierung, dass Frauen ihre Kinder praktisch mit der Muttermilch zu Salafisten erziehen, auch hier als probates Mittel eingebürgert haben wird, dann können die sogenannten Verfassungsschützer ihren Job endgültig an den Nagel hängen. Dann kann die schon jetzt nur halbherzige Überwachung radikaler Imame, Moscheevereine oder sonstiger Verbreiter des wahren Islams vollständig entfallen. Dann kann dieser ‘Krieg‘, der jetzt noch wider alle Vernunft gegen Allah den Allmächtigen geführt wird, konsequenterweise eingestellt werden. Das ist dann der Beginn des Friedens!

    Und warum sollte dieser Prozess auf lange Sicht nicht auch in China seinen Lauf nehmen? Wir werden es nicht erleben, was ein Trost sein mag. Aber der Islam wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit selbst an der Chinesischen Mauer nicht stehen bleiben.

    • N Schwalen

      Fräulein Bea, Sie berauben mich aller Illusionen! Obwohl ich den Chinesen da doch mehr Weitblick zutraue, diese Gefahr hat man dort schon lange auf dem Bildschirm! Ob das reicht, werden wir nicht mehr erleben.
      Heute Abend sehe ich mir den Vortrag ‚Hinter den Kulissen – was in Syrien wirklich passiert‘ von Daniele Ganser in Köln an. Er wird ja wohl nicht wieder behaupten wollen, dass Deutschland in Syrien nicht auf der Seite der Guten kämpft! Das kann er doch nicht tun! Ich bin gespannt!

      • FräuleinBea

        Von Ganser gibt es mehrere Internet-Videos seiner Veranstaltungen, wobei er immer Ross und Reiter benennt. Allerdings ist weder die Bundesregierung noch die Presse an so unangenehmen Wahrheiten interessiert.

        Und auch der Syrien-Experte Prof. Meyer von der Uni Mainz sagt schon seit langem, dass er noch nie eine derartige Verzerrung der Realität in den Medien erlebt hat, wie hinsichtlich des Syrienkonflikts. Aber das interessiert unsere ‚Eliten‘ natürlich nicht, und sie verbreiten nur jene Thesen, die zu ihrer Traumwelt passen.

        Nachfolgend ein Teil eines Interviews mit Meyer, das heute.de geführt hat. Man darf es wohl als einen der wenigen Lichtblicke im ÖR in Sachen Syrien-Berichterstattung bezeichnen. Bewirkt hat es allerdings auch nichts.

        Prof. Günter Meyer leitet das Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Seit fast vier Jahrzehnten hat Meyer wissenschaftliche Untersuchungen zur wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung in Syrien durchgeführt.

        heute.de: Die Hilfsorganisation World Vision vergleicht Aleppo mit Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen spricht von einem „kompletten Kollaps der Menschlichkeit“ in Aleppo. Und der UN-Generalsekretär gibt zu: „Wir alle haben die Menschen in Syrien bislang kollektiv hängenlassen.“ Herr Meyer, was hat die Welt in Syrien falsch gemacht?

        Prof. Günter Meyer: Die Welt hat in Syrien sehr vieles falsch gemacht, aber wir müssen auch sagen, wer was falsch gemacht hat: Und hier liegt die Hauptverantwortung bei den USA. Nach Aussagen des ehemaligen Oberkommandeurs der NATO, General Wesley Clark, begann die US-Regierung bereits unmittelbar nach den Terrorschlägen am 11. September 2001 mit den Planungen des Regimewechsels in sieben Ländern, die von den USA als Gegner angesehen wurden, darunter Irak, Libyen und auch Syrien.

        Um dort dieses Ziel zu erreichen, haben die USA seit 2005 die Rahmenbedingungen geschaffen. Dazu gehörte neben zahllosen medialen Propagandaaktionen gegen das Assad-Regime die Finanzierung und Ausbildung einer Armee von Terroristen gemeinsam mit Israel und Saudi-Arabien. Diese Truppen sollten für den Sturz der Regierungen in Damaskus und Teheran eingesetzt werden, wie der renommierte Journalist Seymour Hersh 2007 aufdeckte.

        heute.de: 2011 begann der Krieg in Syrien. Welche Fehler wurden da gemacht?

        Meyer: Der Westen, also insbesondere die USA, hat die aufständischen Dschihadisten mit Waffen versorgt und teilweise auch ausgebildet. Die materielle und personelle Logistik wurde vor allem von der Türkei abgewickelt, während die finanzielle Unterstützung zum größten Teil aus Saudi-Arabien und Katar kam. Saudi-Arabien hat dabei salafistische Extremisten gefördert, um in Syrien eine radikal-islamistische Regierung zu etablieren. Hier war die Eroberung von Aleppo 2012 für die Dschihadisten ein wichtiger Schritt.

        heute.de: Mal abgesehen von den USA. Was muss sich Russland an der Situation in Aleppo vorwerfen lassen?

        Meyer: Ohne die militärische Intervention Russlands im September 2015 wäre inzwischen nicht nur Aleppo komplett von den Dschihadisten erobert worden. Auch das Assad-Regime wäre längst zusammengebrochen. Damit hätten die Assad-Gegner unter Führung der USA ihr Ziel des Regimewechsels zwar erreicht. Die Macht hätten jedoch die stärksten militärischen Kräfte an sich gerissen. Und das wären die islamistischen Extremisten, wie die zum Al-Kaida-Netzwerk gehörende Nusra-Front und der von der internationalen Allianz unter US-Führung bekämpfte Islamische Staat (IS). Wem, wie israelische Politiker erklärten, eine solche Terrorherrschaft lieber ist als das Assad-Regime, der kann Putin vorwerfen, dass er dies verhindert hat.

      • N Schwalen

        Ganser hat einem Friedensnobelpreisträger gestern Abend einen Großteil der Verantwortung gegeben im Zusammenhang mit dem Krieg in Syrien! Der amerikanische Botschafter in der Schweiz nimmt Ganser deshalb immer mal heftig zur Brust! Stichwort: Verschwörungstheoretiker! Ein Mitschnitt von der Veranstaltung dürfte bald auf youtube zu sehen sein! Das Publikum hatte ich mir anders vorgestellt: Ich bin eher vom geballten Auftreten der Babyboomer ausgegangen und war positiv überrascht über den großen Anteil an Studenten! Es ist noch nicht alles verloren, auch wenn die träge Masse der Deutschen keinen Anlass zur Hoffnung gibt.

      • FräuleinBea

        Was meine Vermutung anbelangt, dass Salafistinnen auch in Deutschland mehr an Bedeutung gewinnen könnten, ist längst Realität, wie ein Bericht in der FAZ leider unmissverständlich bestätigt. Hier ein Ausschnitt, wenngleich man den Artikel unbedingt insgesamt lesen sollte (FAZ, 21.03.17, „Salafisten rekrutieren immer mehr Frauen“):

        >>Der Salafismus übt nach Einschätzung des NRW-Verfassungsschutzes auf Frauen eine „große Anziehungskraft“ aus. Die Vorstellung, den „wahren Islam der frommen Altvorderen“ zu verbreiten und damit als Teil einer auserwählten Gruppe zu agieren, deren Bemühungen mit dem Paradies belohnt würden, wirke „geschlechterübergreifend aktivierend“, sagte Jäger. Zudem erlebten sie Kleidung und Jargon der Szene als „eine Art identitätsstiftende Jugendkultur“.<<

  • Daniela Gmeiner

    Vielen Dank für die Info. 🙂

  • AlfredE

    Das war nur ein Theater-Putsch

  • Sabine W.

    Dieses dämliche Geblubbere von ‚Nazis‘ und ‚Faschisten‘ hat mir durchaus noch ein (wütendes) Lachen entlockt.

    Was mich mittlerweile nicht mehr auch nur im Ansatz lachen lässt, sind die inzwischen Drohungen, Religionskriege in Europa (wahrscheinlich vorwiegend Deutschland?) zu entfesseln und den europäischen Kontinent per Fertilitätsrate zu überschwemmen (kann man gerne Geburten-Djihadismus nennen).
    Zusammen mit den ‚Neubürgern‘ in diesem Land (spätestens der Masse nach September 2015) kann das eine hochexplosive Mischung ergeben, da sich zu den sich abgehängt gefühlten Muslimen der früheren Einwanderung noch Hunderttausende dazugesellen werden, die schnell realisieren werden, dass das gelobte Land, in dem angeblich das Geld auf den Bäumen wächst, für sie nur das Existenzminimum im Sinne von Hartz IV übrig hat.
    Wehe, wenn sich dieser Frust darüber nach außen drängt.
    Und wehe, wenn sich ein charismatischer ‚Führer‘ dieser dramatisch angewachsenen Zahl frustrierter Muslime in Deutschland annimmt.

    Hat die Bundesregierung immer noch nicht begriffen, dass ‚Deutsch‘ von vielen Menschen einfach nicht verstanden wird?
    Dass die Sprache, mit der man auf einen Justus-Constantin auf der ‚Stillen Treppe‘ einredet auf einen Mohammed noch viel weniger wirkt?
    Dass ein Ende des Kuschelkurses angesagt ist?
    Dass Diplomatie und die Reaktion eines demokratischen Staats einfach als Schwäche weiter ausgenutzt werden?

    Deutschland ist mittlerweile die Lachnummer der Welt.
    Nicht, dass es mich interessiert ‚was die Nachbarn denken‘ – aber es interessiert mich durchaus, wenn ich Tag für Tag als Welt-Zahlmeister zur Arbeit gehen muss, und mich gleichzeitig nicht nur für diese Rolle von jedem Dahergelaufenen verspotten lassen muss, sondern auch implizit noch von den eigenen ‚Volksvertretern‘, die diesen Hohnkreischenden auch noch den Bauch darbieten.

    Dieses Nichtstun (in vieler Hinsicht) dieser erbärmlichen ‚Volksvertreter‘ macht mir Angst – kurz-, mittel- und langfristig.

  • Gunnar Herbst

    Korrekt. Wenn ich das jedes Mal höre, denke ich dann schon immer vor Zorn automatisch „Es heißt: Allah ist größer !“.

  • Gunnar Herbst

    Eben wollte ich dies bei WO posten, nachdem ich mich vor ein paar Wochen von dort verabschiedet hatte, es aber nicht lassen konnte, mich doch wieder per Kommentar einzumischen. Heute Nachmittag konnte ich noch drei Kommentare absetzen. Jetzt eben kam dort die Einblendung „Fehler, Das Konto ist gesperrt“
    Das war der Text des Kommentars:
    „Eines Tages werden Millionen von Menschen der südlichen Hemisphäre in die nördliche Hemisphäre gehen. Und sie werden nicht als Freunde gehen, sondern um sie zu erobern. Und sie werden sie mit ihren Kindern erobern. Die Becken unserer Frauen werden uns den Sieg verschaffen.“ Diese Worte, die Houari Boumedienne, algerische Staatspräsident im Jahr 1974 vor der UNO-Generalversammlung sagte. Genau diese Politik des Geburten-Jihads wird seit Jahrzehnten durch den Islam verfolgt.
    Wer sich ein wenig mit Mathematik und Exponentialfunktionen auskennt, weiß das das eine mathematische Gewißheit bedeutet. Das ist wie mit den Seerosen auf dem Teich. Erst ist es nur eine, dann zwei, dann vier, dann 16. Eines Tages ist der Teich dann halb voll und am nächsten Tag ganz.
    Und das wars dann, wobei bei Erreichen bestimmter prozentualer Anteile an der Bevölkerung sich Szenarien in den Ländern Westeuropas abspielen werden, die ich mir nicht im Traum vorstellen möchte. Die Freiheit schafft sich besoffen ab. Und da wagen es diese ganzen kranken Typen, jeden Tag vor der „rechten Gefahr“, vor den „Rechtspopulisten“ wie Geert Wilders zu warnen, die angeblich das freie Europa abschaffen wollen. Es ist zum Ko…

  • Ghost

    Ob Erdogan ein Psychopath ist kann ich nicht beurteilen; man sollte mit klinischen Attributen sehr vorsichtig sein. Erdogan ist vor allem ein skrupelloser Parvenü. Aber er ist sich seiner Macht nicht sicher, weshalb er die Türken überzeugen will, ihn Dank des Referendums zum Diktator zu küren.
    Die Türken sind ein überaus nationalistisches Volk, zuweilen noch auf archaischer Stufe. Dagegen kann man nichts machen. Möglicherweise meinen Erdogan und seine Helfer, die deutschen Komplexe und dabei insbesondere Merkel ausnutzen zu können.

  • Ralf Pöhling

    Exakt so ist es, Herr Spahn.
    Erdogan eifert seinem großen Vorbild Hitler nicht nur nach, indem er dessen „Lehrbuch“ Schritt für Schritt auf türkische Verhältnisse angepasst abarbeitet, er begeht auch noch exakt die selben Fehler. Man denke z.B. an den kürzlichen Schulterschluss mit den Russen. Wie der Schulterschluss zwischen den Sowjets und Nazideutschland ausging, ist hinlänglich bekannt. Bei der Türkei dürfte es über kurz oder lang ähnlich laufen. Weitere Parallelen zwischen Nazideutschland und der Türkei erkennt man auch bei der schwächelnden Finanzlage, aber dem dafür sehr stark ausgebauten Militär. Bedenkt man nun noch das Getöse, was vom Bosporus zur Zeit zu hören ist, wird eine militärische Auseinandersetzung nur eine Frage der Zeit sein. Erdogan kann nun nicht mehr zurück, ohne sein Gesicht zu verlieren. Daraus ergeben sich nur zwei mögliche Folgen: Entweder geht die Türkei in einem Rüstungswettlauf pleite oder sie wird langfristig militärisch geschlagen und das Land zerschlagen werden. Es ist irrsinnig, sich mit dem kapitalistischen Westen auf einen Krieg einzulassen, wenn der kapitalistische Westen doch so massiv von Zerstörung und Wiederaufbau profitiert. Krieg ist nun mal ein durchaus willkommenes Konjunkturprogramm. Nazideutschland hat dies seinerzeit auch nicht begriffen und ist in die selbe Falle getappt.

    Vollkommen blamiert steht nun auch die deutsche Gutmenschenindustrie dar, die nationalsozialistische Politik nur dann zu verurteilen und zu bekämpfen gedenkt, wenn Deutsche die treibende Kraft sind. Wie kann man nach über 70 Jahren Auseinandersetzung mit dem 3. Reich nur zu so einem banalen und infantilen Schluss kommen? Es fehlen einem die Worte…

    Bei all dem Drama, was sich gerade abspielt, ergeben sich aber auch Chancen. Und zwar für die EU. Eine bessere Gelegenheit, die EU durch einen gemeinsamen Feind zu einen und dabei die Wirtschaft auch noch durch ein gemeinsames Rüstungs- und Verteidigungsprojekt anzukurbeln, wird sich so schnell nicht mehr ergeben. Erdogan könnte dem Westen nun genau das liefern, was der Euro nicht vermochte: Eine den gleichen Werten verpflichtete und sicherheitspolitisch geeinte EU.

  • Schwabenwilli

    Es wird noch schlimmer kommen(müssen).
    Neuster Aufruf an seine Kämpfer*innen in Europa, „bekommt nicht drei sondern fünf Kinder“.

    Ich persönlich glaube immer noch an Spanien 1492, allerdings denke ich nicht das auch nur eine deutsche Partei im Stande ist diese von Erdogan geplante Übernahme durch Massenhafte Infiltration und Vermehrung des Westens zu stoppen, geschweige den umzudrehen. Hilfe, wenn an es so nennen will, ich würde es eher „die Übernahme der anderen Art“ bezeichnen wird entweder von ganz Westen oder ganz Osten kommen.

    Das jedenfalls was sich gerade in Deutschland hochschauckelt wird auch nach Erdogans sicherer Wahl nicht verebben.

    Wie gesagt noch schlimmer, bevor es besser wird, war schon immer so.

  • Camperking

    „Macht fünf Kinder, nicht drei, denn ihr seid Europas Zukunft“, sagte Erdoğan bei einem Wahlkampfauftritt im westtürkischen Eskişehir.

    Damit hat er recht. Und bei der dummliberalen Einwanderungspraxis Europas, wird man dagegen auch nichts unternehmen können.

    Interessant finde ich die immer währenden Vergleiche mit dem dritten Reich. Viele scheinen die geschichtlichen Hintergründe nur aus dem (Z)entrum (D)er (F)insternis zu kennen.