Salvini im TV: Schleuser in Libyen telefonieren mit NGO

Lampedusa und Italien generell, werden nicht nur von der EU, sondern auch von Deutschland und von den NGO wie Sea-Eye und Sea-Watch oder Mediterranea als Hotspot aller Einwanderer, nicht nur aus Libyen und dem Maghreb kommend, gesehen.

Screenprint: Rete 4, La Quarta Repubblica

Als gäbe es weder eine neue italienische Regierung noch einen sich klar artikulierenden Innenminister, und auch keine beschlossenen Gesetze. Italien ist stets das Hauptziel, wenn es darum geht den Fuß auf europäisches Festland zu setzen.

In Italien soll kein NGO-Schiff mehr anlegen, hat Innenminister Matteo Salvini die Küstenwache angewiesen. Das Sicherheitsgesetz wurde nochmals verschärft und ergänzt, wie jüngst mit der Segeljolle „Alex“, die in Lampedusa wegen angeblich untragbarer Zustände an Bord anlegte. (Anmerkung: skurrilerweise meinte ein Somalier, Sarim Karafae (19), der sich auf der „Alex“ befand, „Wie die Reise war? Alles ist nahezu perfekt gewesen…“; so berichtet Il Giornale)

Das Boot wurde beschlagnahmt, der Kapitän verhört und angeklagt, (ähnlich wie bei Carola Rackete, wegen Beihilfe der illegalen Einwanderung), es wird eine erhebliche Geldstrafe angestrebt. Seit neuestem Stand kann hierbei eine Strafzahlung von 250.000 bis zu 1 Million Euro verhängt werden. Das entscheiden die Richter. Ziel ist die Abschreckung für Nachahmer.

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Skipper Rackete kann noch eine Weile bis zum 18. Juli in Italien verweilen und sich dem „Dolce far niente“, dem süßen Nichtstun hingeben, denn ihre Anhörung wurde gestern vertagt. Zeit für Interviews oder sich von ihrem rechtlichen Beistand auf die Verhandlung vorbereiten zu lassen. Alles kann wichtig sein, jeder Satz gegen Salvini, den Rackete ja wegen Beleidigungen und Verleumdungen anzeigen und vor Gericht sehen möchte.

Druck und Anfeindungen der Linken und der gesamten Opposition bekommt Salvini seit Dienstantritt. Doch seit der Farce mit den NGO-„Rettungsmissionen” und dem Zwischenfall im Hafen, hat Salvini nicht nur die EU am Hals, sondern alle Feministinnen und auch Politiker, die den Innenminister nun auch als üblen Macho und beleidigenden Sexisten beschimpfen.

Andere wären längst eingeknickt, nicht so der Lega-Chef, der die Mehrheit der Bürger – und die der Wähler sowieso – hinter sich weiß – je mehr er attackiert wird, umso mehr steigen die Umfragewerte.

Nach einem kleinen verbalen Clinch mit der Verteidugungsministerin Elisabetta Trenta, Salvini fühlte sich politisch allein gelassen, was Trenta so nicht stehen lassen wollte, sieht die Einigung nun so aus: Massive graue Marineschiffe des Militärs sollen sich weit vor Lampedusa als Wall aufbauen und Durchfahrten unmöglich machen. Und Militärflugzeuge sollen nun doch die Route Libyen-Italien abfliegen und überwachen.

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Der Blick und die Spotlights auf die NGO, die Stilisierung von Carola Rackete zu einer Heldin für den gesamten linken Mainstream, und vor allem für die Medien (darunter auch DER SPIEGEL) auch im Ausland – Verkehrsminister Danilo Toninelli erwähnte speziell Deutschland – seien einfach lächerlich. Schließlich würden nebenbei weiterhin illegale Einwanderer unbemerkt an Land gehen. Verschweigen und eine Umdeutung der Realität sei das, die pure Truman-Show, äußerte Toninelli.

Nun aber ließ Matteo Salvini zur besten Sendezeit die Katze, oder eher ein „Geheimnis“ aus dem Sack – eines, was viele schon länger vermutet hatten.

Was genau? In der beliebten Talkshow, „La quarta Repubblica“, die vierte Republik, auf dem Programm von Rete 4, bremste sich der Innenminister zwar nochmals, aber Moderator Nicola Porro ließ nicht so schnell locker. Matteo Salvini hatte en passant erwähnt, es gäbe eindeutige Beweise, dass aus Libyen Leute telefoniert und präzise Angaben gemacht hätten, „Hallo, Leute, also, wo seid ihr, wir sind hier“, erzählte der Innenminister recht bildlich, er wolle aber der ermittelnden Staatsanwaltschaft und Justiz nicht vorgreifen.

Moderator Porro fragte etwas schauspielernd nach, scusi, ihm sei da wohl etwas entgangen, wer habe bei wem angerufen? Salvini entgegnete, ja, sicher keiner bei „ihnen oder bei mir“. Der Moderator erklärte dann selbst: also wurden die NGO angerufen.

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Salvini wiederholte noch einmal ganz klar, dass es eindeutige Erkenntnisse der Justiz durch abgehörte Telefongespräche gäbe, libysche Schleuser telefonieren leutselig, sie würden jetzt losfahren, und fragen, wo befinden sich die anderen? Und wo man sich treffen könne? Unglaubliches, und doch irgendwie auch Logisches schildert Salvini live im Fernsehen, mehr könne er jedoch nicht sagen. Es muss was dran sein, denn als Innenminister sich sonst so weit vorwagen?

Der Vize-Premier schloss dann damit, dass er es auch nicht normal findet, dass auf dem Boot „Alex“ sich sogar linke Parlamentarier als Skipper betätigten. Oder dass italienische, spanische und deutsche NGO stets so gut informiert und an Ort und Stelle gewesen seien, schon in der Vergangenheit.

Moderator Porro gibt zu bedenken, dies seien ja gravierende Fakten. Einige Personen, nicht nur Rackete, könnten ihn anzeigen und verklagen. Salvini schaute in die Kamera und sagte ruhig: „Glauben Sie mir, das macht mir keine Angst. Null. Ich freue mich, meine Gegner vor Gericht zu treffen. Ich habe ein gutes Gewissen, weil ich zum Wohle und zur Sicherheit aller Italiener täglich arbeite …“. Größer hätte der Applaus im Fernsehstudio wirklich nicht ausfallen können.

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Kommentare ( 121 )

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Mittlerweile fährt die Alan Kurdi in nordwestlicher Richtung durch das Mittelmeer und hat bald Tunis querab ( alles sehr schön zu beobachten bei marinetraffic.com ). Wo sie wohl hin will? Hat sie einen Tipp bekommen? Ich werde ihre Fahrt weiter verfolgen.

Sie fährt laut Kursangabe von einer Position wenige Seemeilen nordöstlich von Malta nach Palma de Mallorca (620 sm) um „Diesel und Kraft“ zu tanken. Warum das nicht in Valletta (20 sm) oder Cagliari (340 sm) geht, wurde nicht kommuniziert. Die Alan Kurdi kam auch aus Palma de Mallorca als die jetzt endende Mission begann.

Aktuell bereitet „Mission Lifeline“ den nächsten Einsatz mit einem neuen Schiff vor:
https://www.evangelisch.de/inhalte/157931/09-07-2019/mission-lifeline-plant-neuen-rettungseinsatz

Das verrückte an der Sache ist ja das Salvini nichts anderes macht als Höcke, beides sind Nationalisten beiden wird im Grunde Faschismus vorgeworfen, da in Italien sowie in Deutschland Faschisten die Macht hatten. Jedes Land braucht einen gesunden Nationalismus, es gibt ein in jedem Menschen ein tief verwurzeltes Gefühl zu seinem Land u. zu seiner Nation zu stehen, das soll Deutschland von den Linken verboten werden, weil wir Hitler hatten. Warum verbieten die Italiener ihrem Volk nicht das Nationalgefühl, die hatten doch Mussolini auch ein Faschist, dort gibt es dieses Haß eines Teils der Bevölkerung auf den anderen scheinbar nicht.… Mehr

Danke Danke – es beruhigt mich ein wenig

Mille grazie, Signor Salvini!

Was Salvini anbelangt, finde ich seine Aktionen gegen die Asylmafia nur insoweit hervorragend, weil er dieser und den Extrem-Medien als einer der Wenigen die Stirn bietet.
Im Grunde genommen macht er nur das, was eigentlich die Pflicht eines jeden Staatsbürgers ist, auf sein Land als erstes zu schauen. Aber das macht er hervorragend. Zurzeit warscheinlich einer der gefährlichsten Jobs eines ital. Politikers. Insofern ist er einer der größten Lichtblicke auf dem europ. Politparkett.

Nach dieser weiteren (erwartbaren) Enthüllung hinsichtlich der Telefonate, wird wohl immer offensichtlicher, daß hier keine Ruhe einkehren wird, ehe nicht diese Schleuserboote der sog. „NGO“ genannten Verbrecher versenkt werden wie mit Piratenschiffen üblich (gerne nach Aussteigen der Insassen).
Seit Menschengedenken ist es üblich und stand nie in Zweifel, daß Rechtsstaaten das Recht notfalls auch mit Gewalt zur Geltung verhelfen – ich denke, diese Selbstverständlichkeit sollten auch „Linke“ wieder lernen…

„… daß Rechtsstaaten das Recht notfalls auch mit Gewalt zur Geltung verhelfen …“
Was heisst denn da „notfalls“?
Wir alle haben das Gewaltmonopol an den Staat delegiert – damit er es einsetzt, um Recht durchzusetzen, ansonst müssen wir selbst nämlich wieder zur Waffe greifen.
Und sollten unsere zentraleuropäischen Staaten weiterhin derart trölerisch das Recht verschleppen, ist der Tag, wo das notwendig wird, nicht mehr fern.

“ … hierbei eine Strafzahlung von 250.000 bis zu 1 Million Euro verhängt werden.“
Ist zu wenig. Diese Schlepper und Sklaventreiber haben mehr als genug Geld !!! Soros zahlt !

Stimmt – so könnte man in Italien ganz schnell Schulden abbauen. Und Salvini könnte sich als INNENminister für die Sanierung der Staatsfinanzen feiern lassen. 😃
Wer braucht heute schon noch einen Finanzminister…..?

Wieder mal muss man fragen, warum es diesen „Wall“ nicht schon seit 2015, eigentlich aber spätestens seit dem 20.10.2011 gibt? Warum seit dann? Nun, das war der Todestag von Gaddafi. Und alle in Europa wussten, was die Anarchie in Libyen zur Folge hat, Gaddafi selbst hat die Europäer damit erpresst und dafür sogar einen Ehrenplatz im Elyseee bekommen. Für EU-ropa (zumindest mit UK) wäre es ein leichtes, jegliches Schleusertum auf dem Mittelmeer zu unterbinden. Luft-und Satellitenüberwachung, Fernaufklärung und im Fall der Fälle Menschen in Seenot retten, ans nächstgelegene Ufer bringen und das Tatwerkzeug versenken. Warum aber schafft man es nicht,… Mehr

Wer zählt eigentlich auf welche Weise die Toten im Mittelmeer?
Niemand weiß, wie viele die Überfahrt beginnen. Niemand weiß, wie viele zurückkehren (müssen). Niemand weiß, wie viele in Europa ankommen. Aber es gibt Leute, die meinen zu wissen, wie viele auf der Überfahrt ihr Leben verloren. Alle diese Zahlen sind doch nur grobe Schätzungen.
Wie groß schätzt man eigentlich die Fehlertoleranz dieser Todeszahlen?
Je nachdem, welche Sichtweise unterstützt werden soll, fallen die Zahlen hoch oder niedrig aus.

Interessanter Kontrast. Im dt. Fernsehen undenkbar (Fragen des Moderators, Aussagen des Innenministers, Applaus des Saalpublikums dafür). Jetzt fehlen eigentlich nur noch Interventionen aus Deutschland gegen die italienischen Medien.