... aber in deutschen Medien ist davon nichts zu lesen und von offiziellen Stellen wird es bisher nicht bestätigt. Welche Rolle spielt die Migration auf die Kanarischen Inseln dabei ?
picture alliance / Valery Sharifulin/TASS/dpa
Manche Zungen sprechen über einen Zusammenhang zwischen den aktuellen finanziellen Versprechungen der EU, Spaniens und Deutschlands mit dem aktuellen Migrantenstrom aus Marokko auf die Kanarischen Inseln, der schon Hunderte Ertrunkener gefordert hat. „Es ist klar, dass das Land sehr unter der Pandemie gelitten hat, infolgedessen es die Grenzen seit Monaten weitgehend dicht machte. Der Tourismus und die Exporte sind zum Erliegen gekommen. Kein Wunder, dass die dortige Jugend jetzt raus will“, erklärt der spanische Ökonom und Maghreb-Experte Gonzalo Escribano vom Madrider Think Tank Real Instituto Elcano die aktuelle Situation. Der Chefredakteur der spanischen Online-Zeitung „El Español“ Pedro J. Ramirez lässt dagegen in einer Video-Botschaft wissen, dass er das für Erpressung hält: „Marokko öffnet immer dann die Grenzen für Migranten, wenn mehr Geld für Entwicklungshilfe oder Investitionen ins Land fließen soll.“ Auch Kritik an seiner autokratischen Führung und an seinem Umgang mit der in Teilen von Marokko annektierten Westsahara würden vom König meist mit dem Druckmittel Migration beantwortet.
Desertec zeigt, wie ineffizient Investitionen in Marokko sein können
Im Sommer hatten beide Länder ein Abkommen über die Produktion von grünem Wasserstoff für Deutschland beschlossen, darunter auch Desertec II. Aus dem Solarpark in der Wüste soll ein grüner Wasserstoff-Produzent werden. „Aber bis das Marokko etwas bringt, wird es noch lange dauern“, glaubt Escribano. Von Desertec I ginge bisher für das Land kein wirtschaftlicher Impuls aus, da die Energie wegen fehlender Infrastruktur und auch fehlendem Interesse von Spanien nicht exportiert werden könne. Bleibt abzuwarten, was nun nach den angeblich neuen Finanzspritzen aus Europa mit dem Migrantenstrom auf die Kanaren passiert, wo politische Vertreter bereits in den vergangenen Tagen gewarnt hatten, vor allem britische Reiseveranstalter hätten gedroht, ihre Vereinbarungen mit Hotels zu canceln, würden ihre Kunden dort mit Migranten untergebracht.



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