Endphase eines Pontifikats

Papst Franziskus erscheint schwächer denn je. Benedikts ehemaliger Privatsekretär zerstört das Bild des „barmherzigen“ Pontifex, liberale wie konservative Kardinäle wollen einen weiteren Papstrücktritt verhindern. Überlegungen zum nächsten Konklave stehen offen im Raum.

IMAGO / Independent Photo Agency Int.

„Nichts als die Wahrheit“ – so heißt das Buch von Georg Gänswein, das nächste Woche in Italien auf den Markt kommen soll (Nient’altro che la verità). Der Anspruch ist hoch, war Gänswein doch Privatsekretär eines Mannes, der über den Begriff der Wahrheit so häufig nachgedacht hat wie über das Verhältnis von Glaube und Vernunft. Vorab hatte Gänswein, der Benedikt XVI. nach dessen Rücktritt näher stand wie sonst kein anderer, für Aufruhr in Italien gesorgt. Nach dem Tod des Papa emeritus sorgte er mit Interviews und Auszügen seines Buchs in den Tageszeitungen für so viel Trubel, dass ihn Papst Franziskus wohl auch deswegen zur Audienz zitierte. Danach wollte Gänswein sogar beim Buchverlag intervenieren – erfolglos.

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So gab es neuen Diskussionsstoff um die Rücktrittsgründe des an Silvester verstorbenen Pontifex. Benedikt habe die Endzeit des Pontifikats von Johannes Paul II. erlebt und wollte nicht, dass die Kurie in Unordnung falle, sollte er handlungsunfähig sein. Schon im September 2012, fast ein halbes Jahr vor dem Rücktritt, unterrichtete er Gänswein über diesen Schritt. Ob man die Präsenz des Teufels im Vatikan in diesen Tagen im Vatikan gespürt hätte? Diese Frage der linksliberalen Repubblica bejaht der ehemalige Privatsekretär Joseph Ratzingers.

Nicht nur der Repubblica gab Gänswein Interviews, sondern auch RAI3, dem dritten Kanal des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Titel: „So hat Ratzinger sich entscheiden, zurückzutreten“. Ein weiteres Interview gab es mit der deutschen Tagespost. Dort erklärte Gänswein, das apostolische Schreiben „Traditionis custodes“ von Papst Franziskus, das Benedikts Motu proprio „Summorum pontificum“ zurückdrehte – und damit die Rehabilitierung des traditionellen römischen Ritus –, habe Benedikt „das Herz gebrochen“. Das Zitat zirkulierte in internationalen Medien, nicht zuletzt, weil der zweideutige Satz in englischsprachigen Medien als Auslöser für Benedikts Dahinscheiden interpretiert werden konnte.

Kardinal Pell: Franziskus-Pontifikat „ein Desaster, eine Katastrophe“

Pikant stellten sich einige Äußerungen Gänsweins zum persönlichen Umgang heraus, den der aktuelle Pontifex pflegt. Der Kurienerzbischof berichtet von seiner Beurlaubung durch den Papst nach einer Querele um ein Buch von Kardinal Sarah zum Jahresanfang 2020, für das Benedikt ein Vorwort spendiert hatte. Franziskus zeigt dabei seinen gezielten Umgang mit fast einschüchternder Autorität. „Demütigungen tun gut“, sagte der Argentinier. Die Szene zeichnet eine Situation, das wenig von dem Bild des vermeintlichen Papstes der Barmherzigkeit übriglässt. Es sind womöglich Erzählungen wie diese, die einigen hohen Prälaten im Vatikan am wenigsten schmecken, weil sie den Alltag in der Kurie zeigen, und damit das Mediennarrativ konterkarieren.

Gänswein ist nicht das einzige Ärgernis. Am 10. Januar starb auch der australische Kardinal George Pell. Ihn überschattete jahrelang der Vorwurf des Kindesmissbrauchs – ein Vorwurf, der sich letztlich nicht erhärtete, aber Pell als wichtige Figur des Kardinalskollegiums jahrelang kaltstellte. Als Präfekt des Wirtschaftssekretariats hatte er einen Rang, der dem eines Finanzministers nahekommt. Bis heute existieren Spekulationen, dass die Kaltstellung Pells einigen Interessenten in der Kurie gelegen kam; sie sorgte jedenfalls für eine Handlungsunfähigkeit in den pikanten Finanzbelangen. Pell war einerseits damit tief in die vatikanische Politik verstrickt, stand aber Papst Franziskus in den letzten Jahren kritisch gegenüber.

Das wurde umso deutlicher, als nach der Trauerfeier für den verstorbenen Kardinal herauskam, dass ein bereits im Frühling kursierendes, anonymes Memo an das Kardinalskollegium von Pell stammte. Inhalt: die Demontage von Franziskus. Das aktuelle Pontifikat sei „in vielerlei Hinsicht ein Desaster, eine Katastrophe“. Konservative Katholiken würden verfolgt, Häresien nicht kommentiert und die zentrale Stellung Christi zugunsten der politischen Korrektheit geschwächt. Bei den jungen Seminaristen, die wieder traditionell tickten, besitze Franziskus keinen Rückhalt.

Kardinal Müller: Keine Institutionalisierung des Papstrücktritts

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Zugleich fresse das Defizit von 30 bis 35 Millionen Euro im Jahr den Vatikan auf – was letztlich zum Bankrott führen könne. Wegen Korruption und Inneffizienz seien dem Vatikan in den letzten 30 Jahren „150 bis 200 Millionen Euro verloren“ gegangen. Pell verdeutlicht, dass die Kräfte, die versuchen, den Augiasstall der Korruption und Misswirtschaft zu bekämpfen, kaltgestellt würden. Nachdem die Identität des Verfassers geklärt wurde, ist die These gerechtfertigt, dass er sich selbst zu diesen Kräften gezählt hat.

Um die Schwäche Bergoglios zu verdeutlichen, haben sich zusätzlich gleich mehrere Vertreter ganz unterschiedlicher Strömungen zu Wort gemeldet, die sich gegen einen erneuten Rücktritt eines Papstes wenden. Ein „Nebeneinander“ zweier Päpste will niemand mehr, ob sie dem konservativen oder liberalen Lager angehören. Der Franziskus nahestehende Kardinal Gianfranco Ghirlanda kritisierte, dass eine solche Situation von Gruppen „instrumentalisiert“ worden sei, um einen amtierenden Papst nicht zu akzeptieren. Kardinal Gerhard Ludwig Müller warnte vor einer Institutionalisierung eines Papstrücktritts. „Es kann immer nur einen einzigen Papst geben, der in seiner Person das sichtbare Prinzip sowie das Fundament der Einheit und der sakramentalen Gemeinschaft aller Ortskirchen ist“, so Müller.

Das sind sehr klare Vorstöße angesichts der durchaus auch von Franziskus selbst befeuerten Spekulationen, dieser wolle ähnlich wie sein Vorgänger nicht bis zum eigenen Tod auf dem Stuhle Petri verweilen. Es sind zugleich Ereignisse wie diese, die verdeutlichen, dass die Endphase des Pontifikats begonnen hat. Ratzinger und Pell mögen tot sein, aber die Gegenkräfte sind es noch lange nicht. Die Anmerkung, dass das Herz der jungen Priester weltweit wieder konservativer schlägt, ist keine reine Durchhalteparole.

Die „Generation Benedikt“ steht in den Startlöchern

Die derzeit regierende Generation, die jener der Alt-68er in der säkularen Welt entspricht, klammert sich noch an ihre Wünsche aus der Vergangenheit. Doch an die Türe klopfen nicht die Erben von Hans Küng, sondern die Vertreter der Generation Benedikt an. In der politischen Welt steht dafür stellvertretend die neue italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Aussichten wie diesen könnten noch Verzweiflungstaten wie weitergehende Repressionen im Stile von „Traditionis custodes“ folgen, um das Unvermeidliche hinauszuzögern.

Nachruf auf Benedikt XVI.
Benedikt: Der letzte seiner Art
Nicht nur medial, sondern auch innerkirchlich hatten sich „liberale“ Vertreter nach dem Tod des Papa emeritus Benedikt XVI. gesehnt. Zeitungen wie die Süddeutsche sahen den Moment gekommen, nun die Katholische Kirche umzubauen: Der Bremsklotz Ratzinger ist endlich weg, nun kann Franziskus durchregieren. Freilich funktioniert das nur, wenn man von der Verschwörungstheorie ausgeht, der zurückgezogene Benedikt hätte noch irgendwelche Ambitionen besessen, Einfluss auf die vatikanische Tagespolitik auszuüben.

So zerschlagen sich auch nach dem Ableben des bayrischen Papstes sämtliche Hoffnungen, das lang ersehnte „Reformprogramm“ könnte nun endlich beginnen. Eine langsame Ernüchterung macht sich breit. Zwar hat Franziskus mit dem Motu proprio „Traditonis custodes“ die traditionelle Messe des Römischen Ritus geächtet. Auch der Umgang der Kirche mit der Todesstrafe ist ein nennenswertes Novum. Doch ansonsten sieht es bislang enttäuschend aus, will man aus dem Pontifikat, das im März sein 10. Jubiläum feiert, langfristige Weichenstellungen zugunsten eines „Reformkurses“ hineininterpretieren, der sich von dem unterscheidet, was man außerhalb der Vatikanmauern darunter versteht.

Ob Kurienreform oder die anberaumte Weltsynode: Eine abschließende Bewertung dieser Vorgänge steht noch aus. Das Reformlager kann sie kaum als Sieg der eigenen Agenda verbuchen. Bisher hat Franziskus sich tatsächlich als Papst der Gegenwart gezeigt, der eher in den Alltag regiert und aktuelle politische Geschehnisse den langfristigen theologischen vorzieht. Besser als sein Vorgänger weiß er, wie die Massenmedien ticken – und mit ihnen zu spielen.

Franziskus hat die in ihn gesetzten liberalen Hoffnungen enttäuscht

Zu solchen Gesten gehört etwa der Umzug aus den päpstlichen Gemächern in das Gästehaus Santa Marta (Domus Sanctae Marthae), das als Bescheidenheitsgeste gedeutet wird, aber in Wirklichkeit ausspart, dass die eigentliche päpstliche Arbeits- und Schlafstätte weiterhin instandgehalten werden muss. Ob Klimaschutz oder Flüchtlinge – der Pontifex setzte bewusste Akzente. Doch private Handlungen oder Äußerungen eines Papstes sind keine bindende Lehre für alle Katholiken. Sie können Vorbild sein, sind aber ansonsten genau das, was wenig kostet, aber nach den Medien lechzen: Symbolpolitik.

Spekulationen um Papst Franziskus
Bereitet man im Vatikan die "Zeitenwende" vor?
Freilich wird das Argument hervorgebracht, die Kardinalskür der letzten Jahre würde den nächsten Pontifex mitbestimmen, der liberale Kurs der Kirche sei also vorherbestimmt – denn mittlerweile ist die Mehrheit des Kollegiums franziskanisch bestimmt. Allerdings übersieht dieser Holzschnitt, dass auch Benedikt Bischöfe zu Kardinälen erhoben hat, die heute im bitteren Konflikt mit ihm stünden, etwa seinen Münchener Nachfolger Reinhard Marx. Andersherum hat Franziskus wiederum Gerhard Ludwig Müller den Kardinalshut verliehen, der in vielen Belangen als geistiger Nachfolger Ratzingers gelten kann.

Die einzige „ideologische Linie“, welche die Kardinalsauswahl von Franziskus durchzieht, ist eine stetige Internationalisierung des Kollegiums, womit insbesondere die Kontinente Asien und Afrika gestärkt wurden. Deren Bischöfe gelten jedoch als deutlich konservativer als die europäischen Vertreter. Als kürzlich mit Giorgio Marengo der jüngste Kardinal des Kollegiums gekürt wurde – er ist 48 Jahre alt –, überschlugen sich die Medien mit Lob. Der gebürtige Italiener ist Missionar und Apostolischer Präfekt von Ulaanbaatar und damit ein mongolischer Kardinal.

Ein junger Kardinal verzückt die Medien – obwohl er konservativ ist

Der charismatische Marengo gilt einigen als Zeichen der Erneuerung und des Aufbruchs. Dass Marengo aber zugleich Exorzist ist und Christen wie Nichtchristen auf deren Bitten geholfen haben soll, Dämonen auszutreiben, hat zu Spekulationen geführt, ob der „junge Kardinal“ wirklich das liberale Idealbild sein könnte, für das ihn einige halten. Marengo missioniert in einem Land, das bis 1992 katholischen Würdenträgern den Zutritt verbot, und muss sich mit 1.500 Katholiken in einem nichtchristlichen Umfeld behaupten.

Die Una Sancta muss und wird in diesen Monaten daher mehr denn je auf die Zukunft, denn auf die Gegenwart sehen. In diesem Sinne hatte auch Kardinal Pell in seinem Memo vom Frühjahr 2022 agiert, als er eindringlich darauf hinwies, welche Anforderungen an einen zukünftigen Papst zu stellen seien:

„Der neue Papst muss verstehen, dass das Geheimnis der christlichen und katholischen Vitalität in der Treue zu den Lehren Christi und der katholischen Praxis liegt. Sie entsteht nicht durch Anpassung an die Welt oder durch Geld. […] Die ersten Aufgaben des neuen Papstes werden die Wiederherstellung der Normalität sein, die Wiederherstellung der lehrmäßigen Klarheit im Glauben und in der Moral, die Wiederherstellung der gebührenden Achtung vor dem Gesetz und die Versicherung, dass das erste Kriterium für die Ernennung von Bischöfen die Annahme der apostolischen Tradition ist. […] Eine unmittelbare Priorität für den nächsten Papst muss es sein, eine solche gefährliche Entwicklung zu beseitigen und zu verhindern, indem er die Einheit im Wesentlichen fordert und keine inakzeptablen Unterschiede in der Lehre zulässt. […] Trotz verbesserter Verfahren und größerer Transparenz stellen die anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten eine große Herausforderung dar, aber sie sind weit weniger wichtig als die geistlichen und lehrmäßigen Gefahren, denen die Kirche insbesondere in der Ersten Welt ausgesetzt ist.“

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Kommentare ( 18 )

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Axel Fachtan
11 Tage her

Für alle Christen: 1) Du folgst einem jüdischen Rabbi. 2) Katholiken sind die christliche Sekte, die sich durchgesetzt hat (um 325 im Konzil von Nicäa) 3) die Christen insgesamt sind als Endzeitsekte gestartet, mitsamt jüngstem Gericht und Offenbarung des Jahrhunderts 4) Es ist merkwürdig, dass eine derartige Endzeitsekte Organisationsformen und Vermögen geschaffen hat, die schon seit bald 2000 Jahren Bestand haben. (etwa 23 % der Landesfläche Italiens sollen der katholischen Kirche und ihren Unterorganisationen gehören) Dies vorausgeschickt: das 20. Jahrhundert hat 2 herausragende katholische Theologen, die mir sofort einfallen. Hans Küng und Joseph Ratzinger. der eine erhielt Lehrverbot, der andere… Mehr

Salvian
14 Tage her

Ein interessanter Beitrag, den ich leider erst jetzt, mit vier Tagen Verspätung, entdeckt habe. Ich wünschte, Herr Gallina, ich könnte Ihre Hoffnung auf ein Revival des konservativ-traditionellen Katholizismus teilen. Aber zumindest in Deutschland ist davon praktisch nichts zu sehen. Vielmehr walzen die Wortführer des deutschen Synodalen Wegs, Gestalten wie Bätzing und Stetter-Karp, mit medialem Rückenwind alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Ihre Beschlüsse stehen zwar in radikalem Widerspruch zu dem, was von den Tagen Jesu bis gestern in der Weltkirche verbindlich gewesen ist, aber die meisten deutschen Bischöfe entblöden sich nicht, diese Beschlüsse den Gläubigen ab jetzt… Mehr

Nibelung
17 Tage her

In meinen Augen hat sich der sozialistische Geist der Politik eingeschlichen und nicht das Soziale, was auf den Lehren des Jesus von Nazareth beruft, der am Ende auch über die Fallstricke der Politik zum Opfer wurde. Noch gegensätzlicher wie diese beiden Päpste waren geht es nun wirklich nicht mehr und mit ihrer jeweiligen Einsetzung ist auch der der jeweils unterschiedliche Zeitgeist mit eingezogen, der eine hat ihn aus dem bewährten Traditionen und durchdrungenen Erkenntnissen mitgebracht und der andere über seine Sozialissation in Südamerika und das muß eine Institution wie die Kirche zwangsläufig zerreißen, denn es kann nur einen Heilsauftrag und… Mehr

doncorleone46
17 Tage her

Schon seit längerem ist Franziskus aus meiner Sicht ein Sozialistenpapst. Und Sozialisten sind nun mal keine ehrlichen Kämpfer für Menschenrechte und Freiheit sondern tolerieren nur das, was die Ideologie teilt. Dieser Papst kann nicht einmal im Ansatz eine Korrelation zwischen den Kirchenaustritten und seinem Verhalten herstellen.

Wilhelm Roepke
17 Tage her

Das Schöne ist, dass niemand weiß, wie es weitergeht. So wenig die „Linksprogressiven“ die ewigen Grundsätze des Christentums dauerhaft aus der Welt tilgen können, so wenig werden die überzeugten Gläubigen Wissenschaft, Aufklärung, technischen Fortschritt und den interreligiösen Dialog ins Mittelalter zurückdrehen können. Das Wissen einerseits um christlichen Glauben und andererseits um Wissenschaft ist in Milliarden Köpfen, Büchern, Filmen, Fotos, Gemälden, Kunstwerken, Bauwerken, Produkten, Dateien und Skulpturen niedergelegt. Einerseits verringert der wachsende Wohlstand der Welt überall den Glauben, andererseits verunmöglichen sich aufgeklärte Gesellschaften regelmäßig demografisch die eigene Zukunft. Zumindest in den nächsten 100 Jahren. Aber niemand weiß, was sich in den… Mehr

Peisistratos
17 Tage her
Antworten an  Wilhelm Roepke

so wenig werden die überzeugten Gläubigen Wissenschaft, Aufklärung, technischen Fortschritt und den interreligiösen Dialog ins Mittelalter zurückdrehen können.

Sie werden’s kaum glauben: Die meisten überzeugten Gläubigen wollen das auch gar nicht. Das beste Beispiel dafür ist Papst Benedikt gewesen.
Überzeugte Gläubige sind nicht so beschränkt, wie man sie gerne hinstellt.
Abgesehen davon: Auch das ‚Mittelalter‘ ist nicht so beschränkt gewesen, wie es in der Populärkultur hingestellt wird.

Last edited 17 Tage her by Peisistratos
EinBuerger
17 Tage her

Naja. Wenn man keine Papstrücktritte will, wäre der „Normalzustand“ in der heutigen Welt, dass der Papst dank moderner Medizin in einem sehr geschwächten Zustand am Leben bleibt.
Will man das nicht, darf ein alter und schwacher Papst nicht auf die moderne Medizin zurückgreifen. Dann hätte man einen Zustand wie früher.
Ob das die dauerhafte „Lösung“ des Papstwechsels in der heutigen Zeit ist?

AlexR
17 Tage her

Es ist mir so egal wie der berühmte Sack Reis in China. Oder wenn dort ein Radl umfällt. Benedikt, Franziskus oder wer auch immer.

Die katholische und auch evangelische Kirche haben in den letzten Jahrzehnten der flächendeckenden Weltreligion, nämlich dem Islam nichts entgegen gebracht. Außer Buckelei und mehr. Ganz vorne eine Frau Bärbock, die in Münster die Kreuze abhängen ließ. Was haben wir für Politiker? Scholz. Grüne! Getragen von 14% der abgegebenen Wählerstimmen. Es ist zum K…

Peisistratos
17 Tage her
Antworten an  AlexR

… der flächendeckenden Weltreligion, nämlich dem Islam …

2,3 Milliarden Christen, 1,5 Milliarden Muslime.

Es ist mir so egal wie der berühmte Sack Reis in China. (…)

Die katholische und auch evangelische Kirche haben in den letzten Jahrzehnten der flächendeckenden Weltreligion, nämlich dem Islam nichts entgegen gebracht.

Sie sehen aber schon Ihre Widersprüche? Mir klingt das danach, als seien Sie nicht kirchlich engagiert. Wenn ja: Beschweren Sie sich nicht. Sie sind ganz wesentlich mitverantwortlich dafür, dass die Kirchen in D aus dem letzten Loch pfeifen.
Ich halte es mit Scholl-Latour: Das Problem ist kein starker Islam, sondern ein schwaches Christentum.

Last edited 17 Tage her by Peisistratos
Christa Wallau
17 Tage her

Den bisherigen Kommentaren kann ich nur zustimmen. Es ist ein Trauerspiel, was sich im Vatikan abspielt. Mit den dortigen Intriganten schafft sich die Kirche selber ab. Dabei hilft ihr der „Synodale“ Weg“ in Deutschland auf seine Weise.Ich kann bisher nirgends Anzeichen dafür erkennen, daß sich die Lage in der Zukunft bessern wird. Wo es nicht mehr um den Glauben geht, sondern um Macht, Einfluß und Anpassung an den Zeitgeist, hat der Teufel längst das Ruder übernommen. Die Kirche Jesu Christi wird trotzdem überleben – aber nicht so wie bisher, und vor allem nicht in Europa.

Endlich Frei
17 Tage her

Nun ja, die Kirche braucht dringend Bilder vom leidenden Papst:

Immer nur Bischöfe und Kardinäle in schwarzen Edelkarossen, auf rot staffierten Flugzeug-Gangways oder in goldprotzenden Sälen sind auf die Dauer nicht Image fördernd. Und auch das neuerdings zugelegte Grün überzeugt die Schafe nicht.

Peter W.
17 Tage her

Franziskus hat sich von Anfang dem Zeitgeist angebiedert und hat einige dunkle Flecken* in seiner Vita.Warum er immer ausrechnet den Atheisten gefallen wollte habe ich nie verstanden. Ein Pabst muss nach meiner Meinung ein starker geistiger Führer sein, ein unabhängiger Mahner gerade in einer Welt voller politischer Spinner und Amokläufer, die jeglichen Kurs und Fokus vermissen lassen. Ein Fels in der Brandung (Petrus)
*Verrat seiner Mitbrüder an die Militärjunta in Argentinien.