Nur der Befreiungsschlag Neuwahlen hilft Kurz

Nach Neuwahlen ist Kurz in der Bildung einer neuen Regierung völlig frei. Das ist er jetzt in dieser Regierung nicht mehr.

© Ludovic Marin/AFP/Getty Images

Die Kronenzeitung beschreibt, welche Optionen es ihrer Meinung nach nach dem Rücktritt von Heinz-Christian Strache in Österreichs Bundespolitik gibt, „ob für Bundeskanzler Kurz die Rochade an der FPÖ-Spitze (von Strache zu Norbert Hofer) reicht und er mit dem Abgang Straches und Gudenus‘ weitermachen kann und will. Neuwahlen wären möglich – aber ein Risiko, auch für den ÖVP-Chef, der zwar als Wahlsieger triumphieren dürfte, aber dann vor die schwere Aufgabe gestellt wäre, mit wem eine Koalition möglich wäre: Mit der SPÖ ist man nach wie vor abgrundtief verfeindet, die Grünen sind nicht vorhanden, blieben also rein theoretisch die NEOS als Partner übrig. Aber ob sich das ausgehen würde, ist unklar.”

Bleibt Sebastian Kurz bei seinem Gespür für Macht, entscheidet er sich für Neuwahlen. Wie Strache sich – angeleitet vom intellektuellen Leichtgewicht Gudenus – öffentlich blamiert hat, ist nicht reparierbar. Auch seine FPÖ kann sich davon nicht so bald erholen. Welche wieder aufbrechenden Flügelkämpfe in der ganz und gar nicht homogenen Partei aufbrechen werden, ist nicht absehbar, aber unausweichlich.

Jedes Weitermachen mit der türkis-blauen Koalition würde eine endlose Verstopfung der Politik in der Sache mit dem Strache-Syndrom bedeuten – für die ganze Legislaturperiode. Nur der Befreiungsschlag Neuwahlen kann das verhindern. Ich zweifle nicht daran, dass Kurz das weiß. Er wird diesen Schritt mit den wichtigen Leuten in der ÖVP abstimmen und diese danach noch unangefochtener führen als bisher schon.

Nach Neuwahlen ist Kurz in der Bildung einer neuen Regierung völlig frei. Das ist er jetzt in dieser Regierung nicht mehr.

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Kommentare ( 169 )

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169 Kommentare auf "Nur der Befreiungsschlag Neuwahlen hilft Kurz"

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Sebstian Kurz muß keine Angst vor Neuwahlen haben. Anders die Parteien der Groko in Deutschland. Die haben schon Angst vor der Europawahl.
Und Österreich kann selbst bestimmen, wen es wählt.

Der etablierte Altparteiensumpf steht nicht wegen ein paar Personen hin oder her unter Druck, sondern wegen seiner Politik, welche zunehmend abgelehnt wird. Eine missliebige Person ist also noch noch lange kein Grund, seine Wahlentscheidung zu ändern. Zumindest dann nicht, wenn das Hirn entscheidet.

Das Video wurde drei Monate vor den Nationalratswahlen (Okt. 17) aufgenommen. Auftraggeber kann nur ein inländischer Nutznießer gewesen sein. Putin, Trump, Merkel?? Für wie bedeutend hält man Österreich? Eine kurzfristige Veröffentlichung des Videos, vor oder gleich nach den Wahlen, schien, für wen auch immer, nicht mehr opportun. Nun geht Kurz auf Neuwahlen – mit Risiko. Bis zu diesen Wahlen werden wir noch viel über Hintergründe und Hintermänner dieses üblen Stücks von politischer Agitation erfahren. Ob ÖVP und SPÖ dabei eine weiße Weste behalten? Ich bin gespannt.

Traue dem Kurz ja nicht so recht über den Weg, aber wenn man sich seine Erklärung vor der Presse zu den aktuellen Ereignissen ansieht, kommt man m.E. nicht umhin, ihm echtes Format zugestehen zu müssen, und zwar von einer Klasse die heutzutage ihres gleichen sucht.

wieso, der Hofer ist doch eh die bessere Wahl. Wenn er es gut anstellt kann er da schon punkten…

Heute kann Ich es mir leicht machen,der Regierungskollaps ist geschehen. Was im September an der Wahlurne geschieht kann man sich an fünf Fingern abzählen,Sebastian Kurz wird mit der ÖVP stärkste Partei mit sattem Zuwachs,denn die der FPÖ den Rücken kehren werden der ÖVP die Brust zeigen. Der erfolgreiche Kurs des Sebastian Kurz wird nur momentan langsamer,aber ab September wieder volle Fahrt aufnehmen! Die „Macher“ dieser Politposse werden auch gefasst werden,denn auch wenn es Profis waren,auch die hinter lassen Spuren,es wird nur nicht einfach aber trotzdem gelingen. Das diese kriminelle Energie nicht aus Russland stammt steht für mich fest,denn Putin möchte… Mehr

Ich denke auch das die FPÖ etwas verlieren wird, allerdings hoffe ich nicht zu viel. Denn man weiß was passiert wenn man auf einer Seite der ausbalancierten Waage etwas wegnimmt, kippt sie auf die andere. Das kann kein nicht-Linker Österreicher wirklich wollen.

Es ist wie an der Front, beim Angriff sucht man sich die schwächste Stelle und dies war Herr Strache. Der Angriff, von welcher Seite er auch erfolgte, ich tippe auf den „Westen“, was immer in Europa „Westen“ ist, zielt auf Hr. Kurz, welcher vielen Regierungschefs scheinbar unangenehm ist. Das Deutsche Zeitungen dieses konstruierte Video veröffentlicht haben, ist vielleicht kein Zufall????

Wenn die Wähler in Österreich schlau sind, geben Sie Sebastian Kurz die Mehrheit.

Zu Heinz-Christian Strache fällt mir nur ein, ein … weniger.

Für einen Kommentar von Ihnen, recht enttäuschend.

Politischer Darwinismus. Damit ist klar das Strache es nicht drauf hat. Aber Kurz ist auch nur ein Interimsmann. Viel zu glatt.