Klimaaktivisten zerstören Äcker

Bauer Willi musste sich anhören, er solle sich wegen seiner Möhren nicht so anstellen, wo es doch um die Rettung der Welt geht.

David Speier/NurPhoto via Getty Images
Viel Flurschaden haben die Demonstranten von „Ende Gelände“ am vergangenen Wochenende wieder angerichtet. Die Folgen werden langsam sichtbar. Nicht nur Müllberge aus Plastik (!) der „Aktivisten“ mussten andere wegräumen. Hemmungslos trampelten sie auch über bestellte Äcker und Fluren. Auf denen stehen die Feldfrüchte fast erntereif. Bei Bauer Willi etwa zerstörten sie die mühsam angebauten und hochgezogenen Möhren. Kein Wunder, dass Bauer Willi entsetzt ist. Zumal er sich noch anhören musste, er solle sich wegen ein paar Möhren nicht so anstellen, wo es doch um die Rettung der Welt geht.

„Während der Ende-Gelände Demonstrationen ist es zu zahlreichen Flurschäden auf den Feldern ortsansässiger Bauern gekommen“, sagte die Polizei in Aachen. Sie rät zur Wahrung von Schadensersatzansprüchen den betroffenen Landwirten, Strafanzeige zu erstatten.

Die Demonstranten versuchen, sich zu rechtfertigen:

„Warum sind Aktivist*innen leider manchmal gezwungen die Feldwege zu verlassen? Weil ihre Sicherheit oberste Priorität hat. Sie müssen Polizeipferden & Polizist*innen ausweichen. Für Schäden auf den Feldern möchten wir uns lieb entschuldigen & werden entschädigen.“

An Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Denn Bauer Willi Krämer-Schillings ist nicht allein. Das ist nicht das erste Mal, dass die angeblichen Umweltschützer Natur niedertrampeln und Äcker zerstören.

5.600 Euro – so viel forderte im vergangenen Herbst ein Landwirt als Schadensersatz von Randalierern, die seinen Acker zerstört hatten. Mitglieder von „Ende Gelände“ wollten wieder einmal das Klima und die Umwelt schützen und protestierten am Rande des Tagebaues Inden bei Köln.

Damals hatte der Landwirt zusammengerechnet, was ihn die zweifelhafte Aktion gekostet hat: Bestellung des Feldes, vollständiger Ausfall der Ernte und schließlich die Neubestellung. Macht zusammen eben jene 5.600 Euro. Doch „Ende Gelände“ wollte sich davor drücken, weigerte sich, den Schaden zu ersetzen und erkannte nur einen Schaden in Höhe von 1.875 Euro.

Kollateralschäden – das ficht die Grüne Jugend nicht an, sie twittert:

„Wenn Regierungen versagen, müssen wir alle den Klimaschutz eben selbst in die Hand nehmen. Genau das hat #EndeGelaende heute einmal mehr getan – so geht #Kohleausstieg!“

Sie müsste allerdings der Ehrlichkeit dazu sagen, dass auch Unternehmen der Windkraft- und Photovoltaikindustrie teilweise die Busse gesponsert haben, mit denen die „Aktivisten“ herangekarrt wurden. Das erinnert sehr an die heftigen Kämpfe von NGOs gegen Glyphosat. Die wurden in den USA zum Teil von der mächtigen Bioindustrie bezahlt, die damit unliebsame Konkurrenten bekämpft.

Lesen Sie auch:

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 173 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Dieses Rumpeln in der Ferne… das muss der im Grab rotierende Heinrich Heine sein, der schon zu Lebzeiten nicht mehr schlafen konnte, wenn er an Deutschland dachte…
„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Felder zertritt, zertritt man am Ende auch…“

„Sie müssen Polizeipferden & Polizist*innen ausweichen.“ Hä??
Muss es nicht heißen: … Polizeipferd*innen & Polizist*innen…?

Da werden seichte Comics aus den 80ern sogar schon geradezu prophetisch, als da stand:
„Wir rennen durchs Getreide,
wir trampeln durch die Saat.
Hurra, wir verblöden,
für uns bezahlt der Staat.“

Wenn ich diese Gendersternchenschreiberei sehe, muss **…

Das sind die neuen Heuschrecken!

Die neuen 7 Plagen. Sie fallen ein und zerstören alles.

Sie nehmen für sich in Anspruch, allein entscheiden zu dürfen, was wichtig ist und was nicht; welche Regeln für wen gelten und für wen nicht. Sie zerstören Lebensmittel und behaupten die Menschen (aber nur ausgewählte) vor Schaden bewahren zu wollen. Sie besitzen keine demokratische Legitimation im Namen anderer zu handeln. Es ist kaum zu übersehen: Es sind eingebildete, verbohrte, heuchlerische Anmaßer, die über die Regeln von uns Normalsterblichen erhaben sind. Kann man solche Leute überhaupt noch mit friedlichen Mitteln dazu bringen, die Rechte der anderen zu respektieren?

Die Aktivist*innen (was für ein Wort..) wollen also die Landwirte entschädigen? Wovon denn? Oder gehen die sonst arbeiten?

Irgendwo stand neulich, dass ca. 90 % der linken ** noch zuhause bei Mutti wohnt! Ha ha ha

„Oder gehen die sonst arbeiten?“ Ich brüll‘ vor Lachen! Der war gut!!!

Nach N a z i heißt nun das neue Totschlag – Argument
“K l i m a“.
Klima? Da gelten keine Naturgesetze und gleich gar nicht Recht und Gesetz. Den Dummköpfen, Faulpelzen, Spinnern, Phantasten und Kriminellen ist in ihrem dümmlich – religiösen Kampf um`s Klima alles erlaubt.
Alles kein Problem in der immer stärker verblödenden bunten Republik.

Der nicht existente „Klimawandel“ wird nicht nur in Absurdistan sondern auf der ganzen Welt „hochgejazzt“ damit die neue Weltordnung durchgesetzt werden kann! Aber Vorsicht, Verschwörungstheorie…

Tolles Photo. Die Szene erinnert irgendwie an den italienischen Unabhängigkeitskrieg oder an Lawrence von Arabien. Doch da stimmt was nicht. Diese Kreische, die den langen Stock mit wehender Fahne in der Faust aufrecht hält. Die Windlast mit dem Moment am Ende müßten ihr den Stock aus der Faust drehen. Gottseidank hilft da Photoshop.

Also für mich hat das eher was von Propagandabild aus der chinesischen Kulturrevolution.
Na, ja kann ja noch kommen.

‚Kollateralschäden‘ der links-grünen Politik überall. Mal trifft es einen Landwirt (der sich gefälligst nicht so anstellen soll), mal werden wieder ein paar Bäume für Windkraftanlagen abgeholzt, dazwischen auch gerne mal wieder einer von vielen Ackern für Mais-Monokulturen im Sinne der Biogas-Anlagen, sog. Klimaschutzflächen außerhalb der Großstädte, die für den frischen Wind dort sorgen sollten, werden zugunsten gigantischer Migrantensiedlungen bebaut (s. HH-Hummelsbüttel). Zwischendurch nimmt man in Kauf, dass immer mehr Wildvögel durch dieses gigantische Projekt ‚Windkraftanlagen‘ in ihre Einzelteile zerlegt werden, ehemals lebens- und liebenswerte Landstriche optisch bis zur Unkenntlichkeit versaut werden. Und dazu halt noch ein bisschen Frauenverachtung hier, ein… Mehr