Holznagel: Entwicklungsministerium einsparen

Kassensturz mit dem Präsidenten des Bundes der Steuerzahler Reiner Holznagel: Der Ampel fehlt es nicht an Einnahmen, sondern ihre Milliardenausgabenwünsche sprengen jedes Budget. Deutschlands oberster Bürgeranwalt macht konkrete Sparvorschläge und warnt vor Wohlstandsverlust.

picture alliance/dpa | Joerg Carstensen
Reiner Holznagel, Präsident Bund der Steuerzahler Deutschland (BdSt)

Berlin. Der Bund der Steuerzahler sieht erhebliches Einsparpotential in der Entwicklungshilfe und hält es sogar für sinnvoll, dass Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in ein anderes Ministerium zu integrieren. Auf die Frage, ob man das Ministerium einsparen könne, antwortete Verbandschef Reiner Holznagel im Gespräch mit dem Monatsmagazin Tichys Einblick: „Ja. Eine Konzentrierung der Bundesregierung wäre auch ein wichtiger Beitrag zum Sparen.“

Holznagel sieht „ein großes Sparpotenzial in der Entwicklungszusammenarbeit“ und fordert, die Entwicklungshilfe stärker an wirtschaftlichen Interessen Deutschlands auszurichten. „Ich möchte in der Entwicklungshilfe generell Projekte sehen, die in unserem Interesse liegen und gleichzeitig konkret Menschen vor Ort helfen. Andere Länder verfolgen mit ihren sogenannten Entwicklungshilfen viel stärker konkrete wirtschaftspolitische Interessen. Auch das Thema Migration spielt hier eine Rolle. Dennoch darf es keinen Freibrief für immer weiter steigende Ausgaben geben.“


Das gesamte Interview in Tichys Einblick 07-2024 >>>

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Kommentare ( 44 )

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44 Comments
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Endlich Frei
1 Monat her

Würde man das „Entwicklungsminsterium“ in Berlin einsparen, würde das weltweit viel Trauer hervorrufen.

(Nicht nur…) in Afrika gibt es etliche Posten, die an der Existenz des EM in Berlin hängen und quasi in Standleitung mit NGOs und Vermittlern in Kontakt stehen – zum beiderseitigem Wohl: Denn erkläckliche Anteile der gelieferten Hilfen versickern als „Provisionen“ der Beteiligten für letztlich sinnlose Projekte, die nur entstehen, weil Berlin zur Zeit alles fördert, was nach „Solar“, „Wind“ oder sonstigem Gutmenschentum riecht. Die Afrikaner sind da besonders kreativ. Es ist ein riesiges Einfallstor für Korruption und die Beteiligten wissen es natürlich auch.

ketzerlehrling
1 Monat her

Nicht nur das Ministerium in seiner Gesamtheit, einschl. der derzeitigen Ministerin, auch die Entwicklungshilfe. Wenn bezahlt wird, dann zweckgebunden, das wird geprüft, vor Ort und nur an die Länder, die ihren Geburtenüberschuss behalten, oder zurücknehmen. Sind sie bockig und überheblich, gibt es nichts, und noch weniger als das.

P.Schoeffel
1 Monat her

Seit 1945 wurde insgesamt ein schätzungsweise vierstelliger Milliardenbetrag in „Entwicklungsländer“ gepumpt. Gebracht hat die Unmenge Geld, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nichts.

Es wird Zeit, das gesamte Thema „Entwicklungshilfe“ einzustampfen. Wenn es in begründeten Einzelfällen wirklich sinnvolle Projekte gäbe, könnten diese auch vom Finanzministerium abgewickelt werden.

Rosalinde
1 Monat her

Armen Ländern sollte man nur dann helfen wenn man dazu auch das Geld hat. Aber das haben wir nicht bei zweieinhalb Billionen Euro Schulden. Das was hier abläuft ist doch, dass diese Regierung weitere Schulden macht, die wir später mit Zinseszins zurück zahlen werden.

Last edited 1 Monat her by Rosalinde
Mindreloaded
1 Monat her

Dr. Krall Fragen, der hat da konkrete Vorstellungen von Einsparpotenzial.

Apfelmann
1 Monat her

Es liegt wohl am perfiden politischen System das solche Menschen nur noch auf ökonomische Interessen fokussiert sind. Die Menschlichkeit gebietet es schon arme Länder zu unterstützen, viele Länder benötigen dringend Hilfe und sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Sogar mehr denn je. Ich denke nicht das dieser Mensch im ernst das Entwicklubgsministerium einsparen will, so wenig Geist traue ich ihm nicht zu, wahrscheinlich wieder eine gezielte Provokation um in die linken Medien zu kommen. Widerlich!

Julischka
1 Monat her
Antworten an  Apfelmann

WER kontrolliert denn ob die „Entwicklungshilfen“ auch dort ankommen wo sie benötigt werden?

Frank1
1 Monat her
Antworten an  Apfelmann

Die Menschlichkeit gebietet es schon arme Länder zu unterstützen“
Sein Vorschlag ist nicht die Entwicklungshilfe einzusparen, sondern das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in ein anderes Ministerium zu integrieren. Man kann zur Entwicklungshilfe ja stehen wie man will, aber hier geben Sie ihn schlicht falsch wieder.

Sanijo
1 Monat her
Antworten an  Apfelmann

Die Menschlichkeit gebietet es schon arme Länder eben nicht zu unterstützen.

Autour
1 Monat her
Antworten an  Sanijo

So sieht es aus! EIGENVERANTWORTUNG! Die Asiaten hatten keine Probleme die Stufe der Entwicklungsländer OHNE Hilfe zu verlassen…

Kuno.2
1 Monat her
Antworten an  Apfelmann

Ist unsere Steuerlast also immer noch zu niedrig- oder wie ist Ihre Einlassung zu verstehen?

Regina Lange
1 Monat her
Antworten an  Apfelmann

Die deutschen Millionen für Radwege in Peru, die aus aufgemalten Linien auf schon vorhandenen Straßen bestehen, werden viele Menschen in Peru das Leben erleichtern, oder wie soll man es verstehen! Der springende Punkt ist, für was das Geld ausgegeben wird und ob es bei den Ärmsten überhaupt ankommt. Es ist Steuergeld und nicht das Privatvermögen linksverdrehter Ideologen!

Paroline
1 Monat her
Antworten an  Apfelmann

Haben Sie schon mal einen Kredit aufgenommen, um einem fremden Nachbarn einen großen Geldbetrag zu schenken? Noch dazu einem, der sein Geld für Pferdewetten ausgibt und sich, mangels Interesse, nicht um seine Kinder kümmert und sie zu Ihnen zum Essen schickt?
Wenn nein, warum nicht?

Paprikakartoffel
1 Monat her
Antworten an  Apfelmann

Die Menschlichkeit gegenüber den Eingeborenen gebietet es, den Geburtenüberschuß in aggressiven Bildungshasserkulturen nicht noch anzuheizen oder gar zu importieren.

AlNamrood
1 Monat her
Antworten an  Apfelmann

Die meisten der Länder die wir mit unserem Geld unterstützen verstehen keine Reziprozität. Deutsches Geld gern, Gegenleistung auf keinen Fall. Das fängt schon bei unseren direkten Nachbarn an.

Schwabenwilli
1 Monat her
Antworten an  Apfelmann

Sie sehen es ja an der Reaktion, ihr Beitrag wäre in der SZ, TAZ FF gut aufgenommen worden.

Selbstredend soll man ärmeren Ländern helfen, das wie ist entscheidend. Korruption ist meist allgegenwärtig dort. Viele dieser Staaten leben ja vorzüglich vom Entwicklungsgeld warum sich anstrengen? Ist wie Bürgergeld nur außerhalb der BRD.

Reinhold
1 Monat her

Sparen ist doch bei denen ein Fremdwort. Vielleicht könnte man noch einen Bundesbeauftragten für das Sparen ins Leben rufen. Ich hatte schon mal daran gedacht, mich als Beauftragtenbeauftragter zu bewerben. Meine Ansprüche wären bescheiden. 3 Beauftragtenbeauftragtermitarbeiter, 4 Diensträume und einen Dienstwagen. Ist doch bescheiden, oder?

Ron
1 Monat her

Leider wird über Dr. Milei und seine Beispiel gebenden Erfolge in Argentinien nur kaum berichtet. Wenn, dann über (ähnlich hier) links gesteuerte Demonstrationen. Klar, auch unzählige Beamte aus im wahrsten Sinne des Wortes „diverser“, gender gaga und sonstigen unnötigen Ministerien stehen plötzlich auf der Straße.
Recht so. Es lebe die Freiheit, verdammt! Viva la Libertad, carajo!

AlexR
1 Monat her

Da gibt es noch einiges mehr, was man einsparen kann. Aber eher werden Steuern erhöht, als über unsinnige Ausgaben nachgedacht. Ist ja auch viel einfacher.

Innere Unruhe
1 Monat her

Das Entwicklungsministerium muss Nachweise erbrigen. Wie wirken sich unsere Radwege in Peru auf die Atmosphere aus? Was lässt sich messen? Wie wirkt sich das Agieren des Bildungsministeiums auf das Bildungssystem aus? Wieso braucht Afrika noch Brunnen und Lebensmittel? Können sie selber keine Brunnen bauen und Landwirtschaft betreiben? Afrika hatte Zeiten, wo Bevölkerung und Ernte im Gleichgewicht waren. Warum ist es jetzt nach unserer Hilfe anders? Dieses Fühl-dich-gut-Ministerium muss gestrichen werden. Wer essen will, muss arbeiten. Sprich ein Land muss ein Programm haben, wie es alleine existieren will – Tourismus, Rohstoffe… Bloss Essen kaufen ist keine Entwicklungshilfe. Mehr als wirtschaftliche Kooperation… Mehr