Helmut Markwort: Minderheiten tyrannisieren Mehrheit

Die Medien seien mitverantwortlich dafür, dass Minderheitenthemen eine so große Aufmerksamkeit haben. Gleichzeitig sieht Markwort eine politische Schlagseite in den Medien. Inzwischen gebe es in den öffentlich-rechtlichen Medien keine konservativen Journalisten mehr.

© Julian Metzger

München. Der Journalist und Focus-Gründer Helmut Markwort sieht eine Mitverantwortung der Medien, dass Minderheitenthemen eine so große Aufmerksamkeit haben. „Die Deutschen sind eigentlich ein normales, vernünftiges Volk, sie verkrampfen sich aber wegen der vielen Vorschriften und Minderheiten, die uns tyrannisieren“, kritisiert Markwort im Gespräch mit dem aktuellen Monatsmagazin Tichys Einblick.

„Die Diskussionen, die wir in den vergangenen Monaten um das Wort ‚Indianer‘ und die ‚Winnetou‘-Bücher geführt haben: Das sind selbst gemachte Krisen, die von aggressiven, tyrannischen Minderheiten unters Volk getragen werden. Das regt mich schon sehr auf.“ Daran seien die Medien nicht unschuldig. „Auch Medienleute tragen dazu bei, wir verbreiten das. Und plötzlich hat jeder Schiss, zu sagen, dass er sich als kleiner Junge als Indianer verkleidet hat.“

Gleichzeitig sieht Markwort eine politische Schlagseite in den Medien. „Die Grünen genießen Welpenschutz und Artenschutz aller Art, insbesondere bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten. Die Aussagen eines Habeck zu Firmen, die nicht pleite sind, nur nicht mehr produzieren, hätte man keinem anderen Politiker durchgehen lassen. Das war unfassbar. Wenn das der Lindner gesagt hätte, hätte ihn die ganze Medienwelt tagelang gejagt und bis zum Rücktritt getrieben. Der Geist in diesen Anstalten ist links und grün.“

Und das mache sich im Programm bemerkbar. „In der Nachrichtenauswahl, in der Gästeauswahl, welche Zuschauerkommentare in Talkshows präsentiert werden.“ Inzwischen gebe es in den öffentlich-rechtlichen Medien keine konservativen Journalisten mehr. „Kollege di Lorenzo von der ZEIT hat kürzlich gesagt, dass es in den Öffentlich-Rechtlichen keine profilierte konservative Stimme mehr gebe. Man hat sie offensichtlich weggebügelt.“


Das ganze Interview in Tichys Einblick 12-2022 >>>

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Kommentare ( 67 )

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67 Comments
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Cimice
8 Tage her

Herr Markwort, mit Ihren Feststellungen haben Sie selbstverständlich recht, aber für uns ist das nichts Neues. Wir kennen das seit vielen Jahren. Es verwundert, dass Sie als BR Rundfunkrat das erst jetzt bemerken. Die ÖRR sind für freiheitlich demokratisch denkende Menschen in unserem Lande schlichtweg ungeniessbar geworden. Wäre der Rundfunkbeitrag („GEZ“) keine Zwangsabgabe, wäre der ÖRR schon lange pleite oder so in Finanznöten wie Süddeutsche oder Spiegel, deren Haupteinnahme wohl inzwischen Annoncen der Bundesregierung und Sponsorengelder der Bill Gates Stiftung sind. Noch etwas: Wer selber im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, Herr Markwort. Habecks Aussagen sind unglaublich. Das… Mehr

Nachdenklich
7 Tage her
Antworten an  Cimice

Danke für Ihren Kommentar!
Nur noch zum Bayerischen Rundfunk – er ist inzwischen zu 90 Prozent ergrünt und links gestrickt. So sind für mich nur noch wenige Sendungen genießbar und ich schalte weg, inzwischen meist ganz aus. So ein undifferenziertes und wenig kenntnisreiches Gelaber beleidigt meine grauen Zellen!

Gotthelm Fugge
7 Tage her
Antworten an  Cimice

@Cimice Helmut Markwort (Nestor des FOCUS): „Minderheiten tyrannisieren Mehrheit!“ ““Markwort sieht eine politische Schlagseite in den Medien. „Die Grünen genießen Welpen und Artenschutz ALLER Art, insbesondere bei den ÖRR. Die Aussagen eines Habeck zu Firmen, die nicht pleite sind, nur nicht mehr produzieren, hätte man keinem anderen Politiker durchgehen lassen.““   Die Einsicht kommt (leider erst) im hohen Alter!   Als einer der Altvorderen in der MSM-Landschaft trug auch ein Markwort (86) sehr wesentlich dazu bei, daß, wie gegenwärtig aktuell, brutal die ideologiegetriebenen Werte und daraus resultierenden Machtstrukturen & -proceduren vom Links-Rot-GRÜNEN-Sozialismus, getragen von der Journalismus-Doktrin (besonders in der Merkel-Dynastie… Mehr

Regenpfeifer
8 Tage her

Gerade weil er mit allem Gesagten Recht hat, sollte Herr Markwort auch erwähnen, dass sein FOCUS nicht wirklich besser ist: Die Ausrichtung dort ist ebenso linksgrün, bei Berichten über Gewalttaten fehlen die Angaben zur Herkunft der Täter genauso und kritische Forenkommentare werden ebenfalls vom linken Zensor wegredigiert.

Hannibal Murkle
8 Tage her

@„Die Medien seien mitverantwortlich dafür, dass Minderheitenthemen eine so große Aufmerksamkeit haben“

…Und Wählende:innen, die immer noch jedes Wort aus der Glotze glauben – und an dieser kleben. Heute kann man leichter an alternative Medien kommen als im Ostblock, nur ein paar Klicks im Internet – selbst dafür sind viele Michels zu faul. Zumindest im Westen, im Osten sieht es besser aus.

Ohne diese Hörigkeit haben woke Medien keine Macht mehr.

Nibelung
8 Tage her

Konservativ sein heißt beschützen und bewahren, das ist eine alte Tradition der katholischen Kirche mit ihrer daraus später erwachsenen Soziallehre, die dann auch auf ihre Gläubigen übergegangen ist, während die einen zu Revoluzzlern geworden sind und schon zweimal die Kirche gespalten haben und die anderen es als ihren privaten Lebenszweck beibehalten haben um darin ihre Erfüllung zu finden. Diese Anfeindungen von damals finden heute ihren erneuten Höhepunkt, weil man von linker Seite erkannt hat, daß das alte Element immer noch vorhanden ist und damit hat man der Gegenseite den Krieg erklärt und sie noch in aller Frechheit den braunen Sozialisten… Mehr

Andreas aus E.
8 Tage her

Die Grünen genießen Welpenschutz und Artenschutz aller Art, insbesondere bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten.“

Bei denen vielleicht, bei mir nicht.

HaSal
8 Tage her

JEDES Wort kann ich unterschreiben. Herzlichen Dank, verehrter Herr Markwort. Hoffentlich sehe ich sie mal wieder auf dem Schirm, aber vermutlich sind Sie da – mit Ihre EHRlichen Meinung – schon nicht mehr allen genehm.

Juergen P. Schneider
8 Tage her

Die naive und denkfaule Mehrheit hat ganz offensichtlich nichts dagegen, von radikalisierten, mikroskopischen Minderheiten genervt und tyrannisiert zu werden. Die bürgerliche Mitte ist eine willfährige Hammelherde und macht bei so ziemlich allem mit, was ihr per Mainstreammedien in die Köpfe gehämmert wird. Die links-grüne Rund-um-die-Uhr-Propaganda führt zu dem gewünschten Ergebnis, aus der Mehrheit im Land eine hypnotisierte Masse zu machen, der man jeden Schwachsinn als große Weisheit verkaufen kann. Die Mehrheit unserer Mitbürger scheint immer noch mit allem zufrieden zu sein. Die Wahlergebnisse lassen keinen anderen Schluss zu.

Epouvantail du Neckar
8 Tage her
Antworten an  Juergen P. Schneider

Wenn in der „Qualitätspresse“ geframt wird, kann ich als Einzelner etwas
dagegen tun-ich löse das Abonnement auf oder kaufe das Blatt nicht. Die Glotzkiste kann ich ausschalten oder das Programm wechseln.
Wenn aber JEDER Discounter unsere Gesellschaft in der Werbung zur Hälfte als „farbig“ (obwohl „schwarz“ ja keine Farbe sein soll) darstellt, bleibt mir nur der Ärger. Es gibt keinen Handel mehr, in dem dieser Schwachsinn nicht praktiziert wird.Ich will das nicht!

Cimice
8 Tage her

Das hat tatsächlich pathologische Züge. Was soll damit erreicht werden, fragt man sich? Wenn man jeden Tag Schweinebraten mit Knödel serviert bekommt, hängt er einem irgendwann mal zum Hals heraus. Auch wenn man ihn noch so gerne mag.

bkkopp
8 Tage her

Herr Markwort ist immer gut. Das Interessante wäre aber nicht die Feststellung “ Man hat sie offensichtlich weggebügelt „. Das wußten wir schon. Wer bügelt wie und warum, und wie könnten wir wieder zurückkommen zu einem Zustand, bei dem weniger gebügelt wird. Wem muß man die Bügeleisen wegnehmen ? Man kommt dabei unvermeidlich zu den Strukturen, zu Rundfunkräten und zu Verwaltungsräten, zu Offenlegungspflichten, zu systematischen Berichtspflichten – oder das Fehlen derselben. Man kommt aber auch zu den Redaktionen. Wie könnte man Ausgewogenheit messen, vergleichen und entsprechend korrigieren ? Warum gibt es keine Richtlinie, dass in den Nachrichten und in allen… Mehr

Epouvantail du Neckar
8 Tage her
Antworten an  bkkopp

Kürzlich wurde bei SWR 1 im Rahmen der WIR-Woche das Freiwillig Soziale Jahr (FSJ) diskutiert. Jeweils ein jung klingender Mitarbeiter des Senders gab dazu ein Statement PRO und CONTRA ab. Der PRO FSJ brachte die Rentner und Pensionäre ins Spiel, dass diese „anstatt sich auf -ACHTUNG- „Kreuzfahrschiffen herumzutreiben“, ebenfalls zu diesem Dienst an der Allgemeinheit herangezogen gehörten.“ Ich reichte beim Sender angesichts dieser unsäglich freschen Aussage schriftliche eine Beschwerde ein aber man machte dort einen auf „Drei Affen“. Der Sachbearbeiter war nicht Willens zu recherchieren, wer im Hause Gniffke diese Ungeheuerlichkeit losgelassen hatte. Das Schlimme daran, scheinbar hat das außer… Mehr

Cimice
8 Tage her

Das freiwillige soziale Jahr finde ich gut. Für die jungen Schulabgänger:innen. Denn es geht doch wohl nicht um billige Arbeitskräfte sondern um Erweiterung des Horizonts. Als Senior habe ich das soziale Jahr, sogar eineinhalb Jahre, llängst abgeleistet, mit dem Wehrdienst nämlich. Und auf einem Kreuzfahrtschiff war ich noch nie.

Sonny
8 Tage her

„Aufsehen erregte Markwort am 12. Juni 2005 in der Sendung Sabine Christiansen, als er den politisch Linken generell und seinem Nebenmann Ottmar Schreiner (spd) vorwarf, ihre Wirtschaftspolitik sei nationaler Sozialismus.“ (Wikipedia) Kluger Mann. Und ja, ich bin der Meinung, Herr Markwort hatte und hat absolut Recht. Nur das heute nicht nur die linken und die spd politisch links sind. Überholt worden sind die von den grünen und feist unterstützt von den schwarzen. Danke für diesen Beitrag Herr Markwort. Habe den Focus unter Ihrer Federführung immer gern gelesen. Aber das ist nun schon viele Jahre vorbei, denn auch der Focus ist… Mehr

Last edited 8 Tage her by Sonny
HaSal
8 Tage her
Antworten an  Sonny

[email protected] Das geht mir auch so! Das Magazin Focus habe ich jede Woche verschlungen, aber inzwischen lese ich nur noch – kostenlos – online und vermisse Markwort`s Spirit sehr!

elly
8 Tage her

Das sind selbst gemachte Krisen, die von aggressiven, tyrannischen Minderheiten unters Volk getragen werden. Das regt mich schon sehr auf.“
doch nicht nur beim Winnetou Buch und Indianerverkleidung. Schokoküsse hießen schon mal anders, die LGBQT Clique ist eine Minderheit und jetzt werden unsere Kinder umoperiert.