Nachdem bis vor Kurzem noch Markus Söder in der Kritik stand, verzerrt hohe Ungeimpften-Inzidenzen in Bayern verbreitet zu haben, werden dieselben Vorwürfe nun gegen den Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erhoben.
IMAGO / Bernd Elmenthaler
In Hamburg haben Anfragen der FDP und Linken an den Senat offenbart, dass bei über 80 Prozent der als ungeimpft neu infiziert Gemeldeten der Impfstatus tatsächlich unbekannt ist. Wie die Antworten der Landesregierung zeigen, waren in der 45. Kalenderwoche 22,5 Prozent der Neuinfektionen auf Geimpfte und 14,3 Prozent auf Ungeimpfte zurückzuführen. Bei 63,2 Prozent der Fälle war der Impfstatus unbekannt. Offenbar zählte auch Hamburg zu den Ungeimpften-Inzidenzen alle Fälle mit unbekanntem Impfstatus hinzu.
— Argo Nerd (@argonerd) December 16, 2021
Auf Anfrage der Welt am Sonntag erklärte Senatssprecher Marcel Schweitzer diese Datenlücken mit der zunehmend angespannten Corona-Lage. Schweitzer: „Wegen des erhöhten Infektionsgeschehens können die Angaben zum Impfstatus zum Teil erst mit erheblichem Zeitverzug eingegeben werden.“ Da die Gesundheitsämter zunehmend belastet seien und die Datenerfassung nicht mehr leisten können, sei die getrennte Ausweisung der Inzidenzen nach Impfstatus nun komplett eingestellt worden. Auf Anfrage des Linken-Gesundheitspolitikers Deniz Celik räumte der Senat zudem ein, dass auch in Kliniken der Impfstatus der Patienten in nur rund zwei Dritteln der Fälle erhoben werde.



Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein