Ein Jahr nach Kika und „Malvina, Diaa und die Liebe“

Malvina ist vielen noch bekannt aus der kontrovers diskutierten Sendung "Malvina, Diaa und die Liebe", die Anfang 2018 auf Kika ausgestrahlt worden ist und in der Malvina von ihrer Beziehung zu dem Geflüchteten Diaa berichtet. Ein Jahr später sorgt nun ein neues Video für Bestürzung und neue Fragen, aufgezeichnet während eines Poetry-Slams.

Screenprint: Youtube

Malvina Ewering macht jetzt Poetry-Slam. Das ist zunächst einmal bemerkenswert, weil hier eine junge Frau eine literarische Arbeit abliefert, die beispielsweise erinnert an die intensiven Satzkaskaden des dänischen Bestsellerautors Yahya Hassan, aufgewachsen im Migrantenviertel Trillegård im Westen von Aarhus/Dänemark, der seine intensiven und schrecklichen Erfahrungen mit einem gewalttätigen Vater verarbeitet hat, ebenso, wie er geschrieben hat über sein Nichtankommen in der dänischen Gesellschaft samt Hilfsangeboten dänischer Sozialarbeiterin, die in einem sexuellen Abhängigkeitsverhältnis zum Minderjährigen mündeten. Schrecklich.

Aber bevor wir einsteigen, kurz eine Erinnerung, um wen es hier eigentlich geht. Malvina ist jene Malvina, die Anfang 2018 als Minderjährige im Kinderkanal Kika vorgeführt wurde, wohl als so etwas wie eine Galionsfigur für die Vorteile einer Beziehung junger deutscher Mädchen zu jenen Migranten, die nach 2015 im Zuge der Massenzuwanderung nach Deutschland gekommen sind. Wir hatten damals darüber berichtet. Der Kinderkanal strahlte unter anderem folgende Passagen aus:

„Ich habe das Problem mit ihm, dass ich oft in eine Richtung gelenkt werde, in die ich gar nicht kommen möchte.“, erzählt Malvina auf dem Sofa zu Hause bei Diaa, der gerade Beuteltee serviert hat. „Ich darf keine kurzen Sachen anziehen, immer nur lange Sachen.“ „Ich kann sowas nicht akzeptieren, dass meine Frau so aussieht, das ist total schwierig“, erwidert Diaa erklärend. Er spricht von „seiner Frau“, nicht von seiner Freundin, wie es im Westen üblich wäre. „Für arabische Männer gibt es etwas Grenzen, zum Beispiel umarmen. Das geht gar nicht bei mir. Das geht gar nicht, dass ein Typ Malvina umarmt.“ „Du kannst mir aber auch nicht sagen, mit wem ich mich unterhalten darf und mit wem nicht“, erwidert tapfer das Mädchen mit aufgeregt roten Wangen.

Zunächst hatte der Sender das Alter des Mannes wohl deutlich jünger angegeben, und musste nachbessern. Auch die Eltern des Mädchens kamen zu Wort und zeigten auf verstörende Weise eine Naivität, von der damals viele dachten: Hoffentlich endet das nicht in der Katastrophe.

Heute lassen die literarischen Poetry-Slam-Arbeiten von Malvina Ewering den Schluss zu, dass die Katastrophe schon passiert war, während das Fernsehteam noch im Kinderzimmer den syrischen Mann und das Mädchen filmte. Nun ist solcher 15-Minuten-Ruhm der Traum vieler Teenager. Dafür nimmt man vieles in Kauf. Auch Serienvergewaltigungen? Wenn sich nämlich als autobiografisch herausstellen sollte, was Malvina Ewering in Frankfurt beim U20 Poetry-Slam vorgetragen hat, dann hätten die Eltern und der Fernsehsender auf eine Weise Schuld auf sich geladen, die mindestens ein juristisches Nachspiel, wenn nicht eine gesellschaftliche Ächtung nach sich ziehen muss.

Aber hören wir einmal kurz zu, was Malvina vorträgt, was zwar fast unerträglich ist, aber durchaus künstlerische Qualität hat und sich in der Art und Weise des Vortrags anlehnt, beispielsweise an die Arbeit der so erfolgreichen und preisausgezeichneten jungen Dichterin Julia Engelmann.

„Schwarzer Boden
Ich liege halbnackt hier.
Vor Dir.
Die Ganzheit und Zerbrochenheit in eins gefasst.
Ist es das, was ich am meisten hass.
Denn ich weiß, was jetzt passiert.
Wie mein Leben auf schwarzen Boden klirrt.
Dein Ziel ist es, mich zu brechen.
Dich an Deiner Flucht zu rächen.
Deine Schleuser haben sich an Dir vergangen.
Und Deine Seele ist dort noch immer gefangen.
Du kannst nicht weiter mit dieser Last.
Weil es doch zu keinem starken Mann passt.
Und sie haben dich damals ausgezogen,
Deine Seele ausgesogen
und die Konsequenzen so einfach – zu einfach – abgewogen.
Haben ihren Penis schnell in Dich reingesteckt
Hast ihre Hoden mehrmals geleckt.
Du mit Deinem Körper auf schwarzem Boden
Weißt doch, es war doch schon damals verboten

Du findest Gefallen am vergewaltigen um Deine Vergangenheit zu bewältigen…“

Nun verlangt es der künstlerische Rahmen, den die Autorin gewählt hat, es ihr zu überlassen, darüber zu berichten, in wie weit ihre Dichtung autobiografisch ist oder sie hier auch als Vortragende als Ich-Erzählerin in eine Rolle schlüpft – allerdings hat Malvina Ewering eine Vorgeschichte. Und die beginnt im Kika-Kanal. Das weiß auch die junge Autorin. Und wenn sie hier von Vergewaltigung erzählt, dann muss man sich schon die Frage stellen, ob dass nicht ein besonders krasser Hilferuf ist und ob die Justiz hier nicht sogar verpflichtet ist, initiativ zu ermitteln.

Was Malvina Ewering da vorträgt ist schwer zu ertragen in diesem künstlerischen Rahmen. So etwas erwartet man in Therapiesitzungen, wenn Vergewaltigungsopfer ihre Qualen in einem langwierigen Prozess verarbeiten. Poetry-Slam als Therapiesitzung und Vergewaltigungen ins Internet gestellt für tausende Zuhörer zum Beiwohnen?

Wenn es autobiografisch verstanden werden soll, und vieles spricht dafür – natürlich vor allem und zu allererst eine schallende Ohrfeige für die Macher des Kinderkanals, für die diese Beziehung damals tolerierenden Eltern und zuletzt auch für unsere wehrlose Gesellschaft.

Es ist gruselig, eine Vergewaltigung beziehungsweise eine Reihe von Vergewaltigungen literarisch zu erhöhen, indem auch noch abgehoben wird auf das Leid des Vergewaltigers. Dabei gehört es doch zu den wichtigsten Maßnahmen der so schweren Verarbeitung von Vergewaltigungen, auch dieses Stockholm Syndrom entsprechend aufzubrechen. Hier wird es von der Gesellschaft der Zuhörer, der Veranstalter, der Filmer und der weiter schweigenden Eltern literarisch aufgenommen und ggf. auch noch mit einem Preis ausgezeichnet.

Malvinas Mutter hat sich jetzt doch geäußert. Aber anders als erwartet:

„Ich bin total begeistert und stolz auf meine Tochter. Malvina zeigt mir immer ihre Texte und hört sich meine Kritik an. Ich bin dann auch ehrlich und sage ihr, wenn ich etwas für verbesserungsfähig halte.“


Nachtrag 13:20 Uhr: HR-Fernsehen antwortet auf Nachfrage auf Twitter, man habe „mit Malvina Rücksprache in Bezug auf den Poetry-Slam gehalten. Sie hat uns gegenüber versichert, dass das Gedicht Fiktion und der Inhalt erfunden ist.“

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Kommentare ( 153 )

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Wenn das eine Fiktion ist, frage ich mich, warum trägt sie dann so ein Gedicht vor, zumal ihre Geschichte mit Kika eine große Veröffentlichung hatte.
Irgend etwas stimmt hier nicht und ich wünsche mir für sie, dass diese Geschichte sich nicht so ereignet hat.

Wie sehr mittlerweile links weichgekocht UND psych gestört unsere jungen (Schul-)Mädchen & Frauen sind, ist anhand mehrerer Beispiele auch in diesem Artikel zu erkennen…

Selin Gören(24), auch eine linke RealitätsVerweigererin!

> Von im ÖPNV begrabschte und schweigende Schulmädels(16-18) UND wie die linke Selin Gören(24) von 3(drei) arabisch aussehende Personen vergewaltigt wird UND dann LÜGT das es Deutsche waren.

>> WIE KRANK – und besonders für junge Mädels auch GEFÄHRLICH, sind diese Linken nur!??

https://www.welt.de/vermischtes/article156779199/Lieber-schweigen-als-Migranten-in-Verruf-bringen.html

Anderer Gedanke: Egal ob Fiktion oder nicht: In Diaas Milieu ist es wahrscheinlich ehrenrühriger homosexuell vergewaltigt worden zu sein, als eine „ungläubige“ Frau mit offenem Haar zu vergewaltigen. Egal ob Fiktion oder nicht, Diaas männliche Ehre dürfte schwer leiden, trotz dieses seltsamen „Verständnisses“. Was treibt Malwina, so oder so, an? Verständnis für vergewaltigende „Geflüchtete“, die gar nicht verstanden werden wollen ? Sucht nach Aufmerksamkeit ohne Rücksicht auf Verluste? Ein uneingestandener Hilfeschrei, weil man sich die bittere Wahrheit nicht eingestehen kann und sich im Gestrüpp der Gutmenschlichkeit verfangen hat? Weil man nur mit „Verständnis“ in ihrem Milieu das schreckliche Geschehen irgendwie… Mehr
Wow, nach Monaten hat TE diese Sache bekannt gemacht und nun ist plötzlich die Hölle los im Netz. Aktuell auf facebook: „Finn Holitzka Was wollt ihr eigentlich? Es wurde der Wunsch nach einem Statement geäußert. Dem sind wir nachgekommen und das lautet: Der Text ist fiktional, alles weitere ist nicht Gegenstand der öffentlichen Debatte. Punkt 1: Weil sich Frau Ewering einmal vom Kika hat interviewen lassen, gibt euch das nicht das nicht das Recht, hier wild über ihr Privatleben zu spekulieren. Punkt 2: Einem Menschen von der Ferne eine psychische Störung zu unterstellen steht euch nicht zu. Punkt 3: Wenn… Mehr

Ganz ehrlich sie tun mir sehr, sehr Leid. Kennen sie das Wort Emphatie? Was sagen Sie denn wenn Sie unrecht haben, dann verkriechen sie sich unter ihren Stein und wollen das immer noch nicht wahr haben und leben wieder in ihrer Seifenblase.
Ich kann ihnen nur folgendes Video empfehlen. Kognitive Dissonanz nennt man das:
https://www.youtube.com/watch?v=ak6JX-6SBJI&t=302s
Gute Besserung!

Hey, Denkerstirn!
Das war c&p aus facebook, hätte man mitbekommen können, daß Vogelfrei über diesen Bullshit konsterniert war und ihn exemplarisch gepostet hat.

Künstlerische Freiheit? Ach neh!
Man sollte doch nicht von Vergewaltigungen sprechen, sondern von „ERLEBEN“, war doch einst die Devise irgend eines halbdoofen Politclowns. Wer sich den Vortag anhört und dann noch immer noch der Meinung ist, es hätte nichts mit persönliche/eigener Erfahrung zu tun, sollte seine Menschenkenntnis bezweifeln. Mia ist keine Oscar-Preisträgerin für besondere schaupielerische Leistung, da wirkt sehr wenig „gespielt“!
Übrigens was hört man denn von ihrem Lover Dia?

Auf Nachfrage soll sie geantwortet haben, es sei reine Fiktion.

Die Dame scheint ganz gern im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen.

Wird das auch im sog. KiKa gesendet?
P.S. Müsste hier nicht von staatsanwaltlicher Seite wg. des Anfangverdachts einer schweren Straftat, bzw gegen den Sender/Eltern wg. Förderung, ermittelt werden? Oder auch wg. Verherrlichung von Gewalt-/Straftaten, etc.?

Die bedauernswerte Kleine ist doch ein Sinnbild für unser vergewaltigtes Land. Die Vergewaltigung findet seit Jahren statt, immer wieder aufs neue. Und genau wie Malvina hat das Land verstörend viel Verständnis, in Sozialarbeitermanier werden Ursachen gesucht, wird das Geschehen als unabänderlich eingestuft, eine trostlose Zukunft als alternativlos akzeptiert.

Ich kann mir nicht helfen, das klingt nach einem Hilferuf.

Der nicht gehört wird. Wenn wie kommuniziert, sie erst 14 war, als die Beziehung begann, handelt es sich mindestens um Kindesmißbrauch. Und wenn man sich diesen Typen anschaut, dann sieht er mit Vollbart und Wampe aus wie mitte 20, und niemals wie ein teenager.

Warum nur drängt sich mir der Gedanke auf, dass mit Marvinas Beitrag versucht wird zu erklären, dass Vergewaltigungen (von deutschen Frauen und Mädchen) gefälligst als notwendig zu erkennen, um die Herabsetzungen und Verbrechen an den Geflüchteten in ihren Heimatländern und auf der Flucht zu „heilen“.
Selten so viel Menschenverachtung, wie in diesem Schmierentheater, erlebt. Die junge Dame als völlig verblendete ** der politischen Korrektheit…. aber „Gutmenschen“ sind nicht gute Menschen, sondern haben ein idealisiertes Menschenbild. Die Realitäten werden sie bestimmt bald einholen. Evolution ist unerbittlich!