Am kommenden Freitag dürfen Menschen mit weißer Hautfarbe im teuren temporären Freibad der Berliner Volksbühne nicht schwimmen: Das „Volksbad" wird nämlich ausschließlich für schwarze Communitys öffnen.
picture alliance / Anadolu | Volodymyr Sindieiev
Mit dem Einsatz von 300.000 Euro Steuergeld hat die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ihr temporäres „Volksbad“ vor das Theater gestellt: Ein 25-Meter-Becken, gratis, ohne Ausweispflicht, angeblich „offen für alle“, die Abkühlung suchen. Die Schwimmbad-Aktion sollte ein Statement gegen marode Infrastruktur und kommerzialisierte öffentliche Räume sein, meint Volksbühne-Intendant Matthias Lilienthal. Doch am kommenden Freitag gilt dieses Versprechen für sechs Stunden nicht – da müssen Weiße draußen bleiben.
Von 12 bis 18 Uhr ist das Becken für den Verein Each One Teach One (EOTO e.V.) reserviert. Zunächst formulierte die Volksbühne unmissverständlich: „In diesem Zeitraum ist das Volksbad exklusiv für schwarze Communitys geöffnet.“ Man bat, „diese kollektive Selbstbezeichnung und die damit verbundenen Räume zu respektieren“. Nach sofort folgender Kritik verschwand die klare Formulierung, nun heißt es nur noch, das Bad sei für EOTO reserviert. Was aber nichts an der Faktenlage ändert, wie auf der EOTO-Seite nachzulesen ist: „Am 14.08.2026 haben wir ein Open-Air-Schwimmbad ganz für uns allein!“
Der Verein versteht sich als „Community-basierte Bildungs- und Empowerment-Organisation“, der sich für „die Interessen Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Deutschland und Europa“ einsetzt.
Ein öffentlich finanzierter Ort, der mit dem Anspruch „für alle“ antritt, schließt also nun explizit nach Hautfarbe aus. Die Frage, wie die Kontrolle vor Ort funktionieren soll, bleibt unbeantwortet: Kommt eine Farbtafel am Eingang? Reicht die Einschätzung durch die Security? Schafft auch ein gut gebräunter Weißer die Gesichtskontrolle?
Doppelmoral der linken Theatermacher
Rechtlich verstecken sich die Veranstalter hinter dem Passus „positive Maßnahmen“ des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, berichtet die WELT dazu: Das Gesetz verbietet Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft, erlaubt aber Ausnahmen, wenn bestehende Nachteile ausgeglichen werden sollen. Die Antidiskriminierungsstelle nennt sogar gesonderte Badzeiten als Beispiel.
Doch die Doppelmoral ist offensichtlich: Ein Badetag nur für Weiße wäre ein Skandal ersten Ranges, ein gewaltiger Shitstorm, Rücktrittsforderungen und juristische Interventionen wären gewiss. Hier wird die Ausgrenzung als Empowerment verkauft.
Das „Volksbad“ offenbart damit den Widerspruch einer Kulturszene, die unermüdlich gegen „Rassismus“ predigt und gleichzeitig Räume nach Hautfarbe sortiert. Matthias Lilienthal wollte mit dem Pool ein politisches Statement gegen den Verfall öffentlicher Infrastruktur setzen, nun liefert er ein irritierendes Beispiel für etwas anderes: die Normalisierung von Rassentrennung – solange sie in die „richtige“ Richtung geht.


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Nannte man früher Rassentrennung. War unter rechtskonservativem und liberalem Einfluss lange verpönt, feiert nun aber fröhliche Urständ.
Links bleibt Links, egal ob braun, rot, grün oder bunt: Zynisch, willkürlich, pervers.
Bitte auch noch extra Badezeiten für Queere, Muslim:innen, Rentner, Kinder, Männer, Frauen, Hunde, etc ausweisen. Danke