Ausgerechnet der Loser der Ampelkoalition, der den Niedergang Deutschlands entscheidend mitverursacht hat, soll nun bei Miosga den Niedergang Deutschlands kommentieren. Er schaue „vom Nordpol“ drauf, betont er immer wieder. Da hätte er gern bleiben können.
Screenprint: ARD / Caren Miosga
Anfang 2025 hatte Miosga den damals vermeintlichen Knuffelkanzlerkandidaten Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) angeschmachtet wie ein Schulmädchen auf Eierlikör. Heute wirken beide sehr viel ausgelaugter und fahriger.
Beide haben an Bedeutung verloren. Miosga wird sogar von der eigenen Sportschau-Kollegin als „Carmen“ Miosga angekündigt, die ehemalige Nachrichtensprecherin kommt in der intellektuellen Wertschätzung weiterhin auf keinen grünen Zweig.
Doch Habecks Vita immerhin kann sich sehen lassen. Seit seinem Abflug aus Berlin versucht er sich in der Rolle des Elder Statesman. Mit seinen 57 Lenzen und seinem Intellekt ein ziemlich kühnes Unterfangen. Auch heute zeigt sich: Sein Bohrer reicht nur für dünne Bretter.
Miosga will ihn als politischen Zeitzeugen mit Expertenstatus präsentieren. Doch dafür hat Habeck nach wie vor einfach zu wenig Substanz.
Es geht um die jüngsten Wahlergebnisse, um schwächelnde Altparteien und erstarkende Ränder, die Ukraine, Gaza, Trump und Putin. Zerbricht die politische Ordnung, Herr Habeck?“ lautet die große Frage. Und Habeck selbst zerbricht, zerfasert und zerfaselt sie mit der ihm eigenen Mischung aus treudoofem Beobachter-Blick und philosophischer Selbstgerechtigkeit.
Minderleister unter sich
So treffen sich heute einmal mehr zwei Akteure, die noch nie mit besonderen Leistungen aufgefallen wären. Dabei hat sich Habeck seit seinem Rückzug aus dem Bundestag 2025 ein recht beeindruckendes, internationales Portfolio geschaffen. „Ich brauchte ein bisschen Abstand“, sagt er. Der ehemalige Vizekanzler, Wirtschafts- und Klimaschutzminister (2021–2025) wurde in kaum mehr als einem Jahr zum Senior Analyst am Danish Institute for International Studies und Professor of Practice an der Copenhagen Business School. Seit August ist er Senior Advisor bei der 25 Milliarden Euro schweren, dänischen Investmentgesellschaft Urban Partners, die sich um „nachhaltige Immobilien“ kümmert. Die Viessmann-Connection im Hintergrund führte prompt zu einem „Gschmäckle“. Der Wärmepumpenhersteller hatte massiv von Habecks politischen Entscheidungen profitiert, jetzt beschäftigt er ihn. Das ist selbstverständlich kein Thema heute Abend. Habeck sagt ausdrücklich, er wolle „jetzt nicht immer über die bekloppte Wärmepumpe reden“.
Doch die Verlustigungs-Liste ist noch nicht zu Ende. Er doziert an der Haas School of Business der University of California in Berkeley, am Perry World House der University of Pennsylvania („Distinguished Global Leader“) und der Hebrew University in Jerusalem.
Seine Karriere-Explosion ist umfangreicher als das, was er in 60 Minuten Miosga zu sagen hat. Er kritisiert den Kanzler-Absturz: „Jetzt sind alle erstaunt, dass Friedrich Merz so ist wie Friedrich Merz.“ Der demokratischen Mitte fehle „ein eigener Zukunftsplan.“ Man müsse „Handlungsfähigkeit“ zurückgewinnen, und erkennen, dass die Mitte vor allem an zu wenig grüner Zukunftsvision kranke. „Die Grünen haben eine Tradition der Integration und Humanität.“ Er faselt und fabuliert, ohne dass die Moderatorin Habecks eigene Rolle als Mitverursacher des Desasters auch nur erwähnen würde.
Sein Sinnieren gleicht einer hilflosen Sinnsuche. Aber was will man erwarten von jemandem, der dauernd vom Nordpol zuschaut. Er hat ja schon nichts erkannt, als er noch direkt vor Ort war.
Handfestes ist Mangelware an diesem Abend. Dass der Außenministernde Johann „What a Fool“ Wadephul seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen hat, findet Habeck „ein gutes Signal“. Nein, eine neue Partei mit Volker Wissing (ehemals FDP-Justizminister, jetzt parteilos) werde er nicht gründen, solche Gerüchte seien falsch. Und ja, man dürfe in Israel die Opposition mit ihrer Kritik an Netanjahu nicht allein lassen. Es gehe um „die Frage, wie man mit Verbrechen oder, wie soll ich das sagen, mit Gräueltaten in Gaza umgeht“.
Der ehemalige FDP-Fraktionschef in NRW, Gerhard Papke, zeigt sich während der Sendung fassungslos: „Wie Habeck bei Miosga den gefährlichen Antisemitismus der Linkspartei verharmlost und verdrängt, um dann sofort Israel auf die Anklagebank zu setzen, zeigt, welch Geistes Kind dieser Mann war und ist. Habeck bleibt eben Habeck. Ein linker Blender und Opportunist ohne Rückgrat“, schreibt der Präsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft auf X.
Wenn Minderleister unter sich sind, bleibt Vieles auf der Strecke. Beim Thema Migration etwa fehlen Stichworte wie Messermorde oder Gruppenvergewaltigungen. In Habecks Augen fürchten die Menschen lediglich den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Oder „dass man es nicht so gut hat, wie man glaubt es haben zu müssen. Alle, „die keine Beamten sind, die nicht geschützt sind, die sind in Sorgen.“
Beim Thema Ukraine fehlen Stichworte wie Korruption, goldene Toiletten oder 140 Millionen Dollar Cash in drei Waschmaschinenkartons, wie sie gerade bei einem Regierungsmitglied gefunden wurden. Miosga fragt Habeck lediglich: „Warum verfängt das Argument nicht, dass die Ukraine unsere Freiheit verteidigt?“
Und bei Habecks Vermächtnis fehlt die ganze verbrannte Erde, die er hinterlassen hat. Sein Heizungsgesetz löste 2023 massive Verlustängste unter Hausbesitzern aus. Hinzu kamen legendäre Talkshow-Auftritte eines Wirtschaftsministers, der keine Ahnung von den elementarsten wirtschaftlichen Grundbegriffen hatte.
Reicht ihm aber nicht. Immer wieder betont er, er blicke jetzt „vom Nordpol“ auf Deutschland. Das Bild hat es ihm angetan. Dabei liegt Kopenhagen 3800 Kilometer vom Pol entfernt, fast so weit wie Berlin. Aber sehen wir es ihm nach: In einem Kinderbuch wären das natürlich ganze Honigkuchen-Galaxien.
Während hierzulande die politische Ordnung „zerbricht“, sammelt Habeck Lehraufträge, Beraterhonorare und Think-Tank-Titel. Die politische Ordnung mag zerbrechen, sein Terminkalender sicher nicht.
Aus Berlin, wo er als Minister – stöhn – mit dem Wäschewaschen nicht hinterher kam und sein Müsli – öchel – mit Wasser essen musste, aus Berlin hat es ihn also an den Nordpol verschlagen. Es hätte ihn auch gern bis an den A… der Welt führen können, hinter den Mond, dahin, wo der Pfeffer wächst, oder wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.
Hauptsache, ganz weit weg.






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Sowohl in der Politik als auch in den Medien herrscht infantiles Volksschulhofniveau, und der Bürger bezahlt letztendlich dafür.
Danke für die Berichterstattung. Da mein Bedarf an gestärkten Unterhosen nach dem Fußballspiel vollkommen gesättigt war, wollte ich mir den nicht auch noch reintun. Obwohl er bestimmt zumindest mit der Startelf und ihren drei Quotenweißen „etwas anfangen“ konnte.
Früher der sogenannte Joschka Fischer, heue Robert Habeck. Grüne Idole verblassen im ÖRR eben nie. Vielleicht versucht man ihn auch wieder aus der zweiten Reihe nach vorne zu bringen und doch noch einen Kanzler Habeck zu installieren. Die Umfragen deuten inzwischen auch in die diese Richtung. CDU kleiner als die Grünen und zusammen mit der SPD ab nach Kenia, ökonomisch, ethnisch und kulturell.
die Grünen haben die FDP vom Platz der Lobbyistenpartei verdrängt. Nur – die Grünen und Grüninnen sind geschickter im verstecken ihrer Lobbyisten- und Klientelpolitik.
Dem TV- Zuschauer wurde diese Sendung als Polit-Talk verkauft. Tatsächlich war es ein Date zwischen Miosga/Habeck. Habeck schaffte es trotzden ein Buch vorzustellen. Ein Buch, dass außer seiner Oma wohl niemand lesen wird.
Ich hatte Robert schon in meinem geistigen Papierkorb gehabt, jetzt ist er wieder präsent. Genau dieses halte ich dem ARD vor.
Wieso wurde er noch nicht geteert und gefedert, dann an einer Kette an einem Fahrzeug durch die Republik gezerrt ❓
Es muss an unserer „Tradition aus Integration und Humanität“ liegen.