Spaniens Premier Sánchez will Corona in Zukunft „wie eine Grippe“ bewerten

Premierminister Pedro Sánchez kündigt an, dass es einer Neubewertung der Erfassung von Daten und ihrer Bewertung bei COVID bedarf. Außerdem setzt er auf die neuen Anti-Covid-Pillen von Pfizer.

IMAGO / Agencia EFE
Pedro Sánchez, der Premierminister Spaniens, bei einer Pressekonferenz am 29. Dezember 2021.

Spaniens Premierminister Pedro Sánchez hat eine grundlegende Änderung in der nationalen Strategie gegen das Corona-Virus angekündigt. Am Montag bestätigte er Hinweise, dass die spanische Regierung ihre Pandemie-Politik ändern werde. Grund dafür sei die zurückgegangene Letalität von COVID-19.

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„Wir haben die Bedingungen, um die Debatte schrittweise und vorsichtshalber auf technischer und europäischer Ebene zu eröffnen, um die Entwicklung dieser Krankheit mit anderen Parametern als bisher zu bewerten“, sagte Sánchez in einem Interview mit dem Radiosender Cadena SER. Das berichtet die katalanische Zeitung El Periódico.

Zuvor hatte Spaniens größte Tageszeitung El País von solchen Überlegungen in Regierungskreisen berichtet. Dazu gehöre eine Neubewertung bei der Erfassung der Daten und ihrer Bewertung. Deswegen solle die Methode jener bei der Grippe ähneln: Nicht jeder Fall soll mehr aufgezeichnet, nicht jede Person mit Symptomen getestet werden.

Sánchez: Pfizers Anti-Covid-Medikamente verhindern Möglichkeit einer Hospitalisierung um 88 Prozent

Sánchez erklärte, die Regierung arbeite seit Wochen an einem Strategiewechsel. Man werde COVID nicht mehr als endemische Krankheit behandeln, sondern wie eine Grippe. Man werde COVID demnach „grippalisieren“. Gegenüber SER kündigte der Regierungschef zudem an, man werde die Preise für Antigenteste prüfen und 344.000 Einheiten des neuen Anti-Covid-Medikaments von Pfizer kaufen. Spanien ist damit nicht nur eines der ersten Länder, das auf die COVID-Pille setzt, sondern deutet damit auch an, dass es die Impfung nicht für das einzige Allheilmittel hält.

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„Es ist eine Debatte, die wir bereits auf europäischer Ebene zu eröffnen versuchen. Die Gesundheitsministerin selbst hat sie mit verschiedenen europäischen Gesundheitsministern angesprochen“, fügte Sánchez hinzu. Die Letalität sei von 13 Prozent in der ersten Welle auf 1 Prozent gefallen. Der Höhepunkt der gegenwärtigen Welle, so prognostizierte der Ministerpräsident, sei Mitte Januar erreicht. Dann würde die Kurve fallen. Die Omikron-Variante sei ansteckender, aber sie erscheine auch „milder“. Allerdings würde das neue System erst nach Ende dieser Welle eingeführt.

Zudem betonte der spanische Regierungschef die hohen Erwartungen, die er in die Pfizer-Pillen steckte. Sie reduzierten die Möglichkeit einer Hospitalisierung um 88 Prozent, betonte Sánchez im Interview. Die Regierung setze jedoch weiter auf Masken und Impfung. Bis zum 7. Februar sollten 70 Prozent der spanischen Kinder die erste Impfung erhalten haben, bis zum 18 April auch die zweite.

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