AfD-Kandidat Moriße ohne belastbare Beweise von Wahl ausgeschlossen

TE-Exklusiv: Der Verfassungsschutz beobachtet Thorsten Moriße nicht und hat ihn nicht einmal gespeichert. Trotzdem soll der AfD-Politiker nicht zur Wahl antreten dürfen. Der Fall zeigt, wie weit man in Niedersachsen beim Ausschluss politischer Konkurrenz zu gehen bereit ist.

picture alliance/dpa | K. Kausche; IMAGO - Collage: TE

Das Innenministerium der Genossin Behrens in Niedersachsen hat sich vollkommen verrannt – und bis jetzt entsteht der Eindruck, dass die Gerichte diesen Skandal des kalten Entzugs des passiven Wahlrechts und der Einschränkung des aktiven Wahlrechts in den anstehenden Kommunalwahlen decken sollen.

Man kann es auch so ausdrücken: die Ereignisse in Niedersachsen zur Kommunalwahl 2026 sind für ganz Deutschland von hohem Interesse, denn in Niedersachsen wird der Rechtsstaat getestet. TE hat bereits gezeigt, wie mithilfe von durchsichtiger Kasuistik und Sophistik das Grundgesetz unterlaufen wird, jetzt zeigt sich, dass man den Wahlausschluss der politischen Konkurrenz mit allen Mitteln durchsetzen will, auch wenn das Recht dabei gebogen und der Rechtsstaat beschädigt wird.

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Im Fall Thorsten Paul Moriße wird aus der Komödie eine Farce. Nachdem Morißes Anwalt die Verfahrensfehler aufgelistet hat, die man sich in Wilhelmshaven leistete, sah sich das Verwaltungsgericht Oldenburg gezwungen, bei Ralf Janßen in Wilhelmshaven anzufragen, um weitere Nachweise zu erhalten. Vertreten wird nun Janßens Gemeindewahlausschuss der Stadt Wilhelmshaven von Oldenburgs großer Kanzlei Wandscher und Partner. Das dürfte die Steuerzahler doch einiges kosten.

Janßen musste Verfahrensfehler bestätigen, wenn er zugab, dass die Wahlausschussmitglieder erst in der Sitzung in die Akte Moriße schauen durften, Thorsten Moriße und seine Vertrauensperson wohl auch, und dass die Zusammenfassung der Vorwürfe von Kommunalaufsicht und Verfassungsschutz verlesen und die Zitate von Thorsten Moriße an die Wand projiziert worden sind.

Schauen wir uns die Kenntnisse des Verfassungsschutzes einmal konkret an (liegen TE exklusiv vor). Im Schreiben vom 14.07.2026 wird eingestanden, dass dem Verfassungsschutz „verfassungsschutzrelevante Äußerungen bekannt“ seien. Aber, jetzt wird es spannend, sie wurden „mit herangezogen, um im Rahmen der Bestimmung zu einem Beobachtungsobjekt … die Verfassungsfeindlichkeit des Landesverbandes Niedersachsen der AfD zu belegen.“ Man lese das genau, der Verfassungsschutz des Landes Niedersachsen hat gegen den Bürger des Landes Niedersachsen Thorsten Moriße nichts in der Hand, ein paar Äußerungen, mehr nicht. Aber es kommt noch doller: Thorsten Moriße „selbst ist bei der niedersächsischen Verfassungsschutzbehörde derzeit nicht gespeichert und wird durch diesen nicht beobachtet.“ Der Verfassungsschutz gibt zu, dass er im Grunde nichts über Thorsten Moriße weiß, über den er Auskunft erteilt, aber dennoch bestehen erhebliche Zweifel an der Verfassungstreue, weshalb ihm das passive Wahlrecht entzogen wird. Wir wissen nichts, außer, dass Moriße der AfD angehört, aber da er der AfD angehört, ist er schuldig. „Die Sammlung der Äußerungen (von Moriße) erfolgte lediglich aufgrund ihrer Relevanz auf die Einstufung zum Beobachtungsobjekt.“

Dann schauen wir uns die Sammlung der Äußerungen einmal an. Koinzidieren wir, dass mehr als eine Äußerung, also zwei, schon einen „Sammlung“ sind, dann haben wir es in der Tat mit einer Sammlung von Äußerungen zu tun, nämlich mit genau zwei Äußerungen.

Doch bevor man die Äußerungen von Thorsten Moriße, die später Ralf Janßen an die Wand projizieren wird, lesen kann, bemühen sich die Schlapphüte in Hannover, Morißes markerschütternde Äußerungen „einzuordnen“. Es könnte ja sonst jemand auf die Idee kommen, dass diese Äußerungen zwar hemdsärmelig formuliert, aber noch innerhalb der Grenzen der Meinungsfreiheit und mithin nicht verfassungsfeindlich sind.

Bevor also jemand Morißes Kommentar zum Asylmissbrauch eines Nigerianers liest, verbunden mit der Ankündigung, dass die AfD das ändern will, wird streberhaft erklärt, dass das „Ethnopluralismus“ sei. Einer wissenschaftlichen Debatte halten die bemühten, wichtigtuerischen Sätze der Beamten in Hannover zwar nicht stand, aber wen kümmert es, seitdem wir „Die Wissenschaft“ haben, haben wir ja keinen Wissenschaftspluralismus mehr.

Verfassungsschutz mit Kommunalaufsicht
Stephan Bothe (AfD) wird das passive Wahlrecht entzogen
Peinlicher wird es allerdings, wenn die Beamten von Behrens Verfassungsschutz über das Demokratieprinzip reden und dabei gleich zweimal gegen die Verfassung verstoßen, nämlich gegen das Demokratieprinzip und gegen die Meinungsfreiheit. Wenn die Hannoveraner Beamten von „schwerwiegender Verunglimpfung des politischen Systems und der politischen Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland“ fabulieren, klingt der Tonfall einem Kenner von Stasi-Akten doch sehr vertraut. Können die Herrschaften vom Verfassungsschutz in Hannover belegen, dass ihre Denkfigur der „schwerwiegenden Verunglimpfung des politischen Systems“ nicht dem Strafbestand des Strafgesetzbuches der DDR § 106 „Staatsfeindliche Hetze“ entspricht, denn dort heißt es: „Wer mit dem Ziel, die sozialistische Staats- oder Gesellschaftsordnung der Deutschen Demokratischen Republik zu schädigen oder gegen sie aufzuwiegeln… Repräsentanten oder andere Bürger der Deutschen Demokratischen Republik oder die Tätigkeit staatlicher oder gesellschaftlicher Organe und Einrichtungen diskriminiert…. wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren bestraft.“

Es scheint den SPD-Regierungs-Schützern von Hannover nicht klar zu sein, dass sie das Grundgesetz nicht verstanden haben, auch nicht die Demokratie, denn es gehört zur Meinungsfreiheit und zur Demokratie, dass man „Verunglimpfen“, dass Kritik auch in herber Form geäußert werden darf, dass in der Vielfalt der Meinungen, Vergleiche angestellt werden dürfen und das Regulativ nicht Herr Lies, nicht Frau Behrens, nicht der Verfassungsschutz ist, sondern einzig und allein der freie Diskurs, in dem sich Meinungen, Analysen, Ansichten, politische Ideen bewähren müssen. Man nennt das auch die Substanz der Demokratie.

Was hat Thorsten Moriße so Verfassungsfeindliches geäußert, dass ihm das passive Wahlrecht entzogen wurde? „Echte Demokraten haben es nicht nötig, andere Parteien zu verbieten. Steht zusammen für die Meinungsfreiheit und gegen die Demokratie.“

Stoff für Staatsaffäre
Im Fall Sichert bleiben Daniela Behrens nur Rücktritt oder Entlassung
Was ist an diesem Satz verfassungsfeindlich? Wie rechtfertigt dieser Satz einen so fundamentalen Eingriff in die Grundrechte? Wenn das Vorgehen, das man in Niedersachsen beobachten muss, in Deutschland Schule macht, dann haben wir keine Demokratie mehr. Unterstellt sie wollen in Hannover nicht nur ihre Macht sichern, sondern das Beste, dann setzen sie das Schlimmste ins Werk, sie schwächen die Demokratie und schaffen die Werkzeuge für jeden Demokratiefeind – ganz gleich, ob er von links oder vorn rechts kommt.

Eines fehlt den Herrschaften in Hannover und Wilhelmshaven aber auf jeden Fall: das Vertrauen zum Volk. Zum Bürger. In einer Demokratie entscheidet, wer gewählt wird, nicht ein Verfassungsschutz, nicht eine Frau Behrens, nicht ein Herr Janßen, sondern einzig und allein der Bürger.

Weil Thorsten Paul Moriße, zitieren wir Verfassungsschutz und Kommunalaufsicht, weil Herr Moriße „Gründungsmitglied der AfD Niedersachsen…Kreisvorsitzender der AfD in Wilhelmshaven…seit den Kommunalwahlen in Niedersachsen 2016…Mitglied des Stadtrats von Wilhelmshaven und Vorsitzender der dortigen AfD-Fraktion“ ist, weil er 2017…bei der Landtagswahl in Niedersachsen 2017 und bei der Landtagswahl in Niedersachsen 2022 im Wahlkreis Wilhelmshaven“ kandidierte und weil Thorsten Paul Moriße 2022 als Abgeordneter „über Platz 12 der AfD-Landesliste in den Landtag“ einzog, bestehen so erhebliche Zweifel an seiner Verfassungstreue, dass er nicht für die Wahl zum Oberbürgermeister von Wilhelmshaven aufgestellt werden darf. Und weil er zwei, wie der Verfassungsschutz ganz sicher weiß, Posts formuliert hatte.

In Oldenburg steht der Rechtsstaat auf dem Prüfstand.

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Kommentare ( 20 )

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Schwabenwilli
41 Minuten her

Die Partei als Ganzes können sie nicht mebr verbieten, also kommt jetzt die Partisanen Taktik, mut einem willfährigen Verfassungsschutz, Stichwort, „gesichert Rechtsextrem“. Jetzt sind es noch die AfD Kandidaten und Mitglieder die es betrifft. Entzug der WBK, Verlust des Arbeitsplätze, öffentliche Ächtung. Wie lange dauert es dann noch bis Sympathisanten aufgrund ihrer Internet Aktivitäten ebenfalls herausgezogen werden. „Einen Staat, der seine Bürger komplett überwacht und unterdrückt, nennt man einen Überwachungsstaat oder einen totalitären Staat (oder eine Diktatur). In diesem System hat der Staat die volle Macht und schränkt die Freiheit der Menschen stark ein.Wichtige MerkmaleTotale Überwachung: Der Staat kontrolliert das… Mehr

Rainer Schweitzer
44 Minuten her

„Es scheint den SPD-Regierungs-Schützern von Hannover nicht klar zu sein, dass sie das Grundgesetz nicht verstanden haben, auch nicht die Demokratie,…“ Mir drängt sich da ein ganz anderer Verdacht auf: Die SPD hat das Grundgesetz und die Demokratie sehr wohl verstanden, aber sie wollen sie abschaffen. Die SPD in Niedersachsen, aber auch anderswo ist eben keine sozialdemokratische Partei mehr, sondern eine stramm sozialistische. Ihre Methoden ähneln denen der NSDAP, der SED u. dgl., indem sie gezielt Schlüsselbehörden sowie die Justiz „gleichschaltet“ und politisch instrumentalisiert. „In Oldenburg steht der Rechtsstaat auf dem Prüfstand.“ In Oldenburg, wie auch vorher schon in Ludwigshafen,… Mehr

Kraichgau
44 Minuten her

ich weiss es nicht genau,aber gilt für Landtagsabgeordnete nicht generell die Indemnität?
Das Alles ist so offensichtlich verfassungsfeindlich,das es einer gewissen Komik nicht entbehrt,das die ausstellende Behörde sich allen Ernstes „Verfassungsschutz“ nennt….

hansgunther
45 Minuten her

Die Kommunisten in Niedersachsen zeigen ihr wahres Gesicht! Justizia hat sich den 3 Affen gleich Augen, Mund und Ohren verschlossen – Systembüttel, so wie sie von den Mächtigen geliebt werden.
„Völker, hört die Signale! 
Auf, zum letzten Gefecht! 
Die Internationale 
erkämpft das Menschenrecht!“
Sozialismus und Kommunismus lebt von der Lüge und der Unterdrückung von Wahrheit und Freiheit!

Last edited 45 Minuten her by hansgunther
TomK11
46 Minuten her

Und das geht so einfach in einem Staat, der von sich behauptet ein Demokratischer Rechtsstaat zu sein? Ich bin entsetzt.

h.milde
46 Minuten her

Die linksGRÜN klassenkampfstarken niedersächsischen Genossen*-Hicks!-Innen „tun,was getan werden muß“. Nämlich „Rattenfänger & Demokratieverächter“ -vulgo Wähler- mit einer wirksamen „Schädlingsbekämpfung“ á la Didi, der mit zuviel Honig im Kopf, natürlich nur zum Schutz der bedrohten „unsereDemokratie“ zu vernichten.
Das sind jetzet sicherlich nochmals -1% für „c“DU & -2% für „s“PD, aber + 1-2% für die AfD & die „gefährlichsten Männer für Deutschland“.
Sind schon bei SPEI_GEL, Stern, Focus, FAZ, TAZ & SZ, „Siegmunds Tagebücher“ im Druck?
Frage für einen Freund, der mit von Ulrich Siegmund unterschriebenen Exemplaren sich noch etwas zur Rente unetrhalb des Existenzminimums, dazuverdienen will…..

Juergen Waldmann
57 Minuten her

Im Regierungskampf gegen die AfD wird das Recht mit Füssen getreten , Da sind sich die Altparteien einig , im Kampf um ihre eigenen Fressnäpfe , da werden keine Gefangene gemacht . Wenn die AfD endlich regiert , dann sind diese Linken Politiker bedeutungslos , arbeitslos und einkommenslos !

PK110
58 Minuten her

Wenn der Verfassungsschutz jemanden als Feind der Demokrtie bezeichnet
oder eine Kanzlerin von stattgefundenen Hetzjagden spricht, dann ist das so.
Und nicht anders.
Wer daran zweifelt, bestätigt seine Demoktatiefeinlichkeit und hat die Folgen zu tragen.

Werner Brunner
59 Minuten her

Welcher Rechtsstaat steht da auf dem Prüfstand ?
Wie kann etwas auf dem Prüfstand stehen , das gar nicht existiert ?
Bin ich inzwischen schon so “ verblödet “ , dass nur ich es so sehe ?
Was für ein Spiel spielen sie da , Herr Mai ?
Nochmal zum Nachdenken bzw. Mitdenken :
Glaubt denn irgendjemand , dass wir in einer Demokratie leben ?
Wo keine Demokratie existiert , da auch kein Rechtsstaat !?
Kann das stimmen ?
Ich bitte um Aufklärung !

Siggi
1 Stunde her

Und alle machen mit. Das ist das Übelste überhaupt. Was gilt es zu vertuschen, zu verschweigen, das diesen Rechtsbruch zumindest erklärt. Die Verbrechen der Altparteien müssen gewaltig sein, so groß, dass es der Normalbürger niemals erfahren darf.

Und das nennen die auch noch demokratisch und rechtstaatlich!

Per Definition lässt sich das Verhalten der beteiligten Parteien und der Justiz als kriminelle Vereinigung leicht subsumieren.

Wie weit wird diese Mafia noch gehen?

Schon deshalb AfD wählen, um zu erfahren, was die alles verstecken, dass die so giftig und rechtswidrig handeln.