Unter dem Motto „Neustart für Deutschland“ nutzte die AfD Erfurt als Mobilisierungsparteitag. Die Gegner wollten gegen die verhasste Partei mobilisieren und lieferten ihr am Ende die Bilder eines politischen Erfolgs. Die Brandmauer und ihre medialen Mitstreiter arbeiten für die Alternative für Deutschland.
picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner-Pressefoto/Pia Schindler
Vier Bilder sind es, die für den Parteitag der AfD in Erfurt 2026 stehen. Bild Nummer eins zeigt die Fröhlichkeit, die Erleichterung und die Zuversicht der Delegierten, am Samstag gegen 7.30 Uhr in der Halle der Erfurter Messe angekommen zu sein, so dass die Mehrheit der Delegierten sich bereits am Versammlungsort befindet und der Parteitag pünktlich beginnen kann. Sie sind früh aufgestanden, manche um 3 Uhr morgens, um mit Bussen zu den Sammelstellen zu fahren und von dort im Konvoi von der Polizei eskortiert zur Messehalle geleitet zu werden. Doch dafür, dass sie trotz martialischer Ankündigungen der Demokratiefeinde pünktlich an Ort und Stelle sind und der Parteitag beschlussfähig ist, hat es sich gelohnt, so früh aufzustehen. Dass sie es mussten, um ordnungsgemäß ihren Parteitag abzuhalten, ist allerdings eine Schande.
Das zweite Bild zeigt die enttäuschten Blockierer, die zur Kenntnis nehmen mussten, dass ihre Blockaden nur noch die eigenen Genossen Protest-Touristen blockieren, nicht aber die Delegierten, die, als die Antifa und antifaähnlichen Gruppierungen endlich aus den Betten fanden, bereits am Ort des Parteitages, der doch unbedingt verhindert werden sollte, eingetroffen waren.
Dass dritte Bild zeigt rotgrüne, schwarztolerierte Protestler, die Journalisten jagen, auf sie einschlagen.
Das vierte Bild ist nun ein eher stilles. Als die Delegierten nach ihrem fulminanten Parteitag wieder in ihren Bussen saßen, um die lange Fahrt in ihre Quartiere nach einem sehr langen Tag anzutreten, fuhren sie nicht nur an einem Riesenaufgebot der Polizei vorbei, die zu ihrem Schutz aufgeboten werden mussten, sondern sie fuhren an Häusern vorbei, vor denen Menschen standen mit AfD-Plakaten in der Hand, die freundlich winkten. Vielleicht ist aber das letzte Bild das schönste, das stille, das unaufwendige, das bürgerliche, die unbestellte Zustimmung.
Der Parteitag der AfD in Erfurt kennt einen Gewinner und einen Verlierer, der Gewinner lautet AfD, verloren hat das Brandmauereinheitskomplott aus rotgrünen Parteien, NGOs, Gewerkschaften, die nicht für ihre Mitglieder, sondern für ihre Bonzen da sind, und natürlich die Antifa. Die Union, und auch der Bundeskanzler aus ihren Reihen, duckten sich weg, anstatt zu mahnen, das Demokratiegebot des Grundgesetzes und die Forderung des Parteiengesetz zu achten. Während in Erfurt Alice Weidel eine Rede für Deutschland und für die Bürger hielt, kanzelte Merz die Bürger in Düsseldorf ab und gab den Zitzewitz, als er auch noch schnarrte: „Wegtreten“.
Will der Bundeskanzler, dass der kritische Geist in Deutschland, die Aufklärung, Kants mündiger Bürger „wegtritt“ und dem Untertan, die Agora dem Kasernenhof Platz macht? Vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier hörte und sah man nichts, was einem stattdessen präsentiert wurde, war eine Sexpuppe im Amtssitz des Bundespräsidenten, auch das ein deutliches Zeichen. Was man von Steinmeier, der als Bundespräsident spaltet und versagt, hörte, war mitnichten die notwendige, die präsidiale Mahnung, die demokratischen Rechte und die Meinungs- und Versammlungsfreiheit auch des politischen Gegners zu respektieren, sondern die Aufforderung, dass Deutschland seine Zahlungen an die UN nicht reduziert, obwohl deutsche Rentner im Müll wühlen, um über die Runden zu kommen.
Doch eine politische Klasse, die sich vom Personenschutz von der Wirklichkeit schützen und sich mit einem 7er BMW durchs Land kutschieren lässt, wie die „Arbeitnehmervertreterin“ Fahimi sich zur DGB-Apparats-Demo nach Erfurt chauffieren ließ, um dort Klassenkampf im Luxus-Style zu zelebrieren, hat sich in absolutistische Höhen geschwungen und glaubt, in Neu-Versailles zu residieren. Fahimi wollte zur Arbeiterklasse sprechen, nur war die Klasse eben nicht da, die ist inzwischen bei der AfD.
Was wurde nicht seit Tagen aufgerüstet, propagiert, gehetzt, um viele Menschen dafür zu mobilisieren, nach Erfurt zu fahren, um den Parteitag zu verhindern. Ein Parteitag ist keine Kür, sondern laut Parteiengesetz eine Pflicht. Die eklatante Mobilisierungsschwäche der rotgrünen Fußtruppen und Funktionäre erstaunt indes alle, die Antifa-Trupps, die Parteien und die Beobachter.
Der Parteitag arbeitete brav die Anträge ab, wirkte bisweilen sogar etwas langweilig in seiner Professionalität. Björn Höckes Antrag zur Veränderung der Unvereinbarkeitsliste wurde gar nicht erst zur Diskussion gestellt. Im Kern ging es darum, dass die AfD nicht mehr die Verfassungsschutzberichte zur Grundlage nimmt, um zu entscheiden, mit wem die Zusammenarbeit mit den Grundsätzen der AfD nicht vereinbar wäre. Natürlich kann man sich darauf hinausreden, dass die Partei ohnehin ein neues Grundsatzprogramm erarbeitet, das im nächsten Jahr verabschiedet wird. Doch man wollte sich wohl eher nicht in Details verlieren und Brandmauermedien keine Angriffsflächen bieten.
Der Parteitag diente einem anderen Ziel, unter dem Motto „Neustart für Deutschland“ wollte er ein Mobilisierungsparteitag sein, ein Parteitag, der den Machtanspruch der Partei, die im Bund nach der letzten Umfrage 29 Prozent der Wähler überzeugen kann und in fast allen Bundesländern auf Platz 2 oder 3 steht, in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen die Umfragen sogar anführt und alle anderen Parteien weit abgeschlagen hatte.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass in Sachsen-Anhalt mit Ulrich Siegmund und in Mecklenburg-Vorpommern mit Leif-Erik Holm zum ersten Mal AfD-Politiker zu Ministerpräsidenten ihrer Bundesländer gewählt werden. Vor allem geht die AfD davon aus, dass im nächsten Jahr vorgezogene Neuwahlen zum Bundestag stattfinden werden, und sie bereitet sich darauf vor.
Die AfD macht sich noch kampagnefähiger. Die Bereiche Grundsatz, Strategie, Medien, Wahlkampf und Kampagne werden zusammengefasst und einem operativen Leiter unterstellt. Da man in der AfD weiß, dass man im Falle der Regierungsübernahme möglicherweise die Beamten der Behörden und Ministerien gegen sich hat, schult man in der Schwarz-rot-gold-Akademie Mitarbeiter für die Bundes- und für die Landesebene für die zweite und die dritte Reihe. Wie berechtigt das ist, kann man am Habeck- und am Baerbock-Ministerium beobachten. Eine Arbeitsgruppe Regierungsbeteiligung wird gebildet, auch zur Abwehr von „Regierungssabotage“, die „konkrete Abwehrmaßnahmen“ entwickeln soll.
Vor Jahren, aber wieder und immer wieder wurde die CDU gewarnt, dass der Zeitpunkt irgendwann vorüber ist, dass sie die AfD als Juniorpartner einbinden kann. Die CDU liegt bereits bei unter 20 Prozent, dümpelt irgendwo zwischen 17 und 18 Prozent, Tendenz fallend, die Union insgesamt bei 21 Prozent, die AfD steht bei 29 Prozent im Bund. Weidel führt in ihrer Rede die CDU vor. Geschickt erinnert sie an die von Merkel gezeigte Verachtung für die Farben der deutschen Demokratie, der deutschen Republik, um die von der Union verachteten Farben zu den Farben ihrer Partei zu machen. Schwarzrotgold beansprucht Weidel für die AfD, Weidel: Schwarzrotgold – sind die Farben unserer Parie, Schwarzrotgold – das sind unsere Farben. Damit ist die Alternative gesetzt: Regenbogenfahne oder die Fahne der Republik.
Die Union hat das Momentum verpasst, sie kann keine Bedingungen mehr stellen. Übrigens immer weniger, denn Merz und Schulze entwickeln eine wahre Meisterschaft im Machen von Fehlern, im Regieren, im Reden und Schulze obendrein im banausisch geführten Wahlkampf, dass man schon aufpassen muss, nicht von Mitleidswellen überspült zu werden. Wo sie keine Abscheu, wie Merz in seiner Großspurigkeit, hervorrufen, entfesseln sie nur Spott, wie bei Schulze, der sein Heil in dem Spiel „Wer hat Angst vor dem blauen Mann“ sucht und vor einer AfD-Regierung damit warnt, dass Sachsen-Anhalts Abschlüsse in den anderen Bundesländern nicht mehr anerkannt werden würden, dass die „Mütter von Schulkindern“ Angst vor dem Frauenbild der AfD hätten und gerade eben als Schulzes neueste Schote, dass die AfD die Kirchen zerstören will. Was kommt morgen, Herr Schulze, dass die AfD kleine Enten in den Teich schubst?
Vor allem ist es aber der Parteitag der Alice Weidel. Ihre Rede war rhetorisch gut gebaut, aber sie setzte etwas zu stark auf Wirkung und dadurch zu wenig auf Inhalt. Der Vorstand, der gewählt worden ist, ist ihr Vorstand, das kann auch ein Manko sein, denn der neue Vorstand muss alle Strömungen miteinbinden. Es sollte und es wurde auch ihr Mobilisierungsparteitag, wo bisweilen das Pathos über der Mobilisierung schwebte, etwas zu perfekt durchchoreographiert, etwas zu sehr designt. Es fehlten die Ecken und Kanten. Hans-Christoph Berndt, Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Brandenburg, schätzte mit genauem Blick ein: „Die Partei ist erwachsen geworden. Jetzt muss sie darauf achten, nicht vor der Zeit zu altern.“
Die Macht der Bilder ersetzt nicht die Macht der Worte, das Pathos nicht die Ironie, die Nummer kleiner, die manchmal die Nummer größer ist. Die AfD muss aufpassen, dass sie nicht abhebt, bevor sie gestartet ist. Ereignisreiche Wochen und Monate liegen vor ihr.
Die Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien, dem Brandmauerfunk, war unterirdisch, und half ungewollt der AfD. In der ARD stanzte im Stakkato einer Propaganda-KI eine Frau mit starrem Blick Phrasen voller Hass. Inhalt? Fehlanzeige! Argumente? Fehlanzeige! Im ZDF bewies Dunja Hayali wieder einmal, dass sie nur ein rotgrünes Parteilehrjahr und einen Kurs für Framing besucht haben kann. Ihr ging es nur darum, „entlarven“ zu können, dass die AfD weiter nach rechts marschiert und Björn Höcke der eigentliche starke Mann ist.
Diese Etappe hat die AfD für sich entschieden. Ihre Gegner sollten ihre Strategie überdenken, allerdings setzt das Denken und nicht Haltung voraus, denn wie ein alter Schauspieler, der zur Zeit des Nationalsozialismus in England im Exil war, vor langer Zeit sagte: „Haltung haben nur Gartenzwerge.“






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Erstaunlich, dass nirgendwo vorab durchgesickert ist, dass sich die AFDler vorzeitig auf den Weg machen. Oder es war den Antifanten dann doch einfach zu früh.
Das vierte ihrer „Bilder“ hätte ich gern verlinkt,denn es ist immer schön,die Reaktion der Bürger zu beobachten,jenseits der medial gewollten Framingbilder.
Wenn es einen Link gibt,wäreich dankbar,ich fand naemlich nichts entsprechendes
Nicht zu vergessen, die zwangsfinanzierten Medien.
Phoenix hat diesmal anstelle des alten Knochens, der die AfD jeweils mit denselben penetranten Fragen belästigte, ein adrettes Mädchen delegiert, das Weidel die Kosten der Kernkraftwerke vorrechnen wollte und behauptete die gesprengten Kernkraftwerke wären nicht gesprengt worden:
https://www.youtube.com/watch?v=MPQmpJhN6sc
https://www.youtube.com/shorts/H9l8jFc9OzI
https://www.youtube.com/shorts/rmA_YbHnKqY
https://www.youtube.com/shorts/LwA8gvnemm8
https://www.youtube.com/shorts/4oQGQGUUTqQ
https://www.youtube.com/watch?v=d4JKWgFPAIg
https://www.youtube.com/watch?v=zsSswlxThqo
Man kann sich nicht erinnern, dass Phoenix Merkel mit der Frage behelligt hat, was es kosten wird, die von ihr zerstörten Kraftwerke wieder aufzubauen.
„Die Union, und auch der Bundeskanzler aus ihren Reihen, duckten sich weg, anstatt zu mahnen, das Demokratiegebot des Grundgesetzes und die Forderung des Parteiengesetz zu achten.“ Warum sollte die Union, übermächtig repräsentiert durch den Lügenkanzler, der so nicht genannt werden darf, das machen? Ist es doch die Union in Person des Pinocchio, der Öl ins Feuer der Entdemokratisierung der Parteienlandschaft Deutschlands gießt. Der ALLES dafür tut, seinen Amtseid mit Vollgas zu brechen. Man könnte meinen, die Kanzlersimulation sei nicht der Erfüllungsgehilfe der Untoten aus der Uckermark sondern der geistige Enkel der RAF, die ihr Heil im Kommunismus und Antiimperialismus suchte.… Mehr
Noch gehe ich davon aus, dass innerhalb und ausserhalb der Partei Menschen darauf achten und ggf intervenieren, wenn die Partei beginnt, zur reinen Systempartei zu mutieren. Eine Gefahr, die prinzipiell jeder Partei im Parteiensystem Schland droht. Und natürlich gibt es auch in der AfD “ Kandidaten“, die man im Auge behalten sollte. Allen voran, aber nicht nur die von der CDU Kommenden. Offensichtlich sund die liebgewonnenen “ Bonner (oder nun auch Berliner) Gewohnheiten“ schwer abzuschütteln. Das wird man sogar auf TE wissen. Wichtig ist und bleibt die Feinderkennung und die illusionslose Vorbereitung auf die Sabotage.
„ Ihre Gegner sollten ihre Strategie überdenken, allerdings setzt das Denken und nicht Haltung voraus, „
Denken wiederum setzt die Fähigkeit voraus, auch denken zu können. Haltung dagegen nicht