Vor G7-Gipfel in Frankreich: Linksextreme Gewalt erschüttert Genf

Der Protest gegen den ab Montag stattfindenden G7-Gipfel im französischen Évian eskaliert. In Genf brennen Autos, Geschäfte werden eingeschlagen, Vermummte ziehen mit Gasmasken durch die Stadt. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz, um gewalttätige Ausschreitungen wie 2003 zu verhindern. Damals fand der G8-Gipfel ebenfalls in Évian statt.

picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Eskalierende linksextreme Gewalt in Genf, 14.06.2026

Vor dem am Montag im französischen Évian-les-Bains beginnenden G7-Gipfel sind am Sonntag im benachbarten Genf Tausende Menschen unter dem Motto „No G7“ zu Protesten zusammengekommen. Bereits kurz nach dem Start schlug die Demonstration in Gewalt um. Am Rand der Route wurde unter anderem ein Auto in Brand gesetzt, zudem wurden trotz Holzbarrikaden erste Geschäfte eingeschlagen.

Auf zahlreichen Plakaten waren profeministische und antikapitalistische Botschaften zu sehen. Außerdem hielten Demonstranten Schilder mit der Aufschrift „Free Palestine“ hoch und schwenkten Palästinenserfahnen. Unter den Protestlern befanden sich auch zahlreiche Vermummte, die mit Schutzbrillen und Gasmasken ausgestattet waren.

Die Demonstranten hatten sich zunächst im „Parc de la Perle du Lac“ am Genfer See versammelt und waren anschließend Richtung Innenstadt gezogen. Die Demonstrationsstrecke wurde großflächig mit Zäunen gesichert. Die Polizei ist in Genf am Sonntag und in den kommenden Tagen mit einem Großaufgebot im Einsatz, um mögliche Ausschreitungen wie im Jahr 2003 zu verhindern, als der damalige G8-Gipfel ebenfalls in Évian stattfand.

Damals zogen rund 100.000 Menschen zur Hauptdemonstration; in Genf und Lausanne kam es über mehrere Tage zu Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Der wirtschaftliche Schaden durch Störungen und Geschäftsausfälle wurde auf rund 50 Millionen Schweizer Franken beziffert. Die Polizei setzte damals Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse ein, in Lausanne wurden etwa 400 Menschen auf einem Aktivisten-Campingplatz festgenommen. Ein Demonstrant wurde schwer verletzt, als er von einer Autobahnbrücke stürzte, die Aktivisten blockieren wollten, um Delegationen den Weg nach Évian zu versperren.

Geschäfte verbarrikadiert – „Kleiner Familienbetrieb“

Zahlreiche Läden sind in Vorbereitung auf die Proteste bereits seit Tagen verbarrikadiert. In der Genfer Innenstadt wurden viele Schaufenster mit Sperrholz verkleidet. Auf manchen stehen Aufschriften wie „Kleiner Familienbetrieb“ in verschiedenen Sprachen, offenbar in der Hoffnung, gewaltsame Protestler würden diese Geschäfte verschonen.

Der Gipfel findet vom 15. bis 17. Juni 2026 statt und wird von Frankreich ausgerichtet. Zur G7 gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA; auch die Europäische Union nimmt an dem Treffen teil. Neben den Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten werden weitere eingeladene Regierungschefs erwartet.

Auf der Tagesordnung stehen internationale Krisen und wirtschaftliche Konfliktlinien. Nach aktuellen Berichten dürften vor allem der Krieg in der Ukraine, die Lage im Nahen Osten, Iran, Handelsfragen und globale wirtschaftliche Ungleichgewichte eine Rolle spielen.

Der G7-Gipfel wird zwar von Frankreich ausgerichtet, doch die 10.000-Einwohner-Stadtgemeinde Évian-les-Bains ist in mehrere Schutzzonen aufgeteilt und weiträumig abgeriegelt. Die Anwohner wurden mit Sonderausweisen ausgestattet. Die Proteste verlagerten sich deshalb wie schon 2003 in die Schweiz.

Neben Genf und Lausanne fanden am Sonntag auch in Zürich, St. Gallen, Bern, Luzern, Zug, Basel, Biel und Aarau Anti-G7-Veranstaltungen statt.

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Kommentare ( 7 )

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Querdenker_Techn
34 Minuten her

Wann geht die „Staatsmacht“ endlich mit der entsprechenden Härte gegen diese gewalttätigen Radikalen vor? Darunter ist kein friedlicher Demonstrant, der würde sich schnell separieren.
Es braucht bei diesem Terror endlich eine Gruppenhaftung und „Kontaktschuld“, so wie es die Linken bei der AfD vormachen.

imapact
41 Minuten her

Wen unsere Medien jetzt wohl dafür verantwortlich machen? Trump und Musk scheiden aus… ah, da wäre ja noch Putin.
Noch wahrscheinlicher allerdings, daß von „weitgehend friedlichen“ Protesten gesprochen werden wird. Falls überhaupt.

heinrich hein
47 Minuten her

Die RAF war links, die Nationalsozialisten waren links, die letzte deutsche Diktatur war links und weltweit existieren ausschliesslich linke Diktaturen. Aber unsere meines Erachtens zum Grossteil geistig behinderten Politiker „kämpfen“ dauernd gegen „rechts“

Michael W.
51 Minuten her

Da die Schweiz diese Proteste duldet, habe ich absolut Null Mitleid. Auch nicht mit den „kleinen Familienbetrieben“!
Wo sind denn die bewaffneten Schweizer? Haben da nicht alle Reservisten ihr Sturmgewehr zu Hause? Und haben die wirklich alle schön brav ihre Munition abgegeben?
Ich denke mal, wenn da 100000 Reservisten mit (wenn auch ungeladenem) Sturmgewehr auf der Straße wären, dann gäbe es keine Randale!
Allerdings gehe ich davon aus, dass die Randale von Seiten der schweizer Regierung erwünscht ist!

Marcel Seiler
58 Minuten her

Wir leben im einem Europa mit dem meisten Wohlstand, der höchsten medizinischen Versorgung, dem ausgefeilsten Rechtsstaat, in Demokratien. Wir leben in einer Welt, in der (jedenfalls prozentual) weniger Menschen des Hungers sterben als seit Menschengedenken, was nur dem wissenschaftlichen Fortschritt des Westens und seiner marktwirtschaftlichen Ordnung zu verdanken ist.

Und dennoch gibt es eine kräftige Minderheit, die eine ungeheure Wut auf dieses im Großen und Ganzen absolut wohltätige System hat und sich das Recht zur Zerstörung herausnimmt. Wie ist das zu erklären?

Haba Orwell
1 Stunde her

Weiß jemand, dass WEF sich zwar in Davos trifft, aber ständiges Büro in Genf hat? Ähnlich IPCC, die Typen:innen mit der Klimahysterie. Sitzt WHO nicht auch dort?
Da die Stadt von so etwas lebt, habe ich ähnlich viel Mitleid wie mit Sodom und Gomorrha.

Siggi
1 Stunde her

In den hiesigen korrupten und ideologisch versifften Medien, wird man nichts darüber lesen können.