Paris wurde in seiner Geschichte oft erobert. Von Römern, Normannen, während des 100-jährigen Krieges, 1814 von den Alliierten in den Napoleonischen Kriegen und 1871 und 1940 von den Deutschen. Wurde es jetzt von nicht uniformierten Truppen des Kalifats erobert?
screenshot via X/ @hermanntertsch
Wer seine militärischen Absichten verschleiern will, aber auf Eroberungen nicht verzichten will, schickt Truppen ohne Uniform. Das Vorgehen ist weder neu, noch ist es originell. Zuletzt wurde es von Russland in der Ukraine praktiziert. Interessant ist dabei, wer wie darüber berichtet.
Der deutsche Medien-Mainstream berichtete über die Einnahme von Paris als wäre es ein Partyereignis junger, sozial benachteiligter junger Franzosen. Diese Erzählung erfreut sich im linken Mainstream größter Beliebtheit. Die offensichtlichen Täter gelten als unschuldige Opfer weißer, westlicher Gewalt, indem diese, rassistisch wie sie nun einmal ist, den moslemischen Underdogs jede gesellschaftliche Teilhabe versagt. Es ist das schlichte Denken noch schlichterer Menschen, das ihnen an westlichen Universitäten unter anderem in den Postcolonial Studies eingebläut worden ist. Eine “Wissenschaft”, die zu analysieren vorgibt, wie europäische Kolonialherrschaft Gesellschaften geprägt hat und wie diese Strukturen bis heute – etwa in Form von Rassismus, globalen Ungleichheiten oder Neokolonialismus – fortbesteht.
Das russische Staatsfernsehen hatte 2014 die Annexion, Übernahme, Eroberung, Befreiung der Krim (bitte je nach ideologischer Vorprägung den bevorzugten Begriff auswählen) als friedliche Rettungsaktion inszeniert. Die uniformierten russischen Kämpfer ohne Abzeichen wurden im staatlichen Programm als „höfliche Menschen“ oder „Selbstverteidigungskräfte“ dargestellt. Gar nicht unähnlich die Wortverdrehungen westlicher Mainstreammedien, die die Randale in Paris umdeklarieren: Die tagesschau etwa berichtet von ausgelassen feiernden Partygängern: “In Paris wurde der Champions-League-Sieg von PSG ausgelassen gefeiert.”
x-Nutzer Dani Lerer: Paris ist gefallen. Nach dem Sieg des PSG wurde Paris ein Kriegsgebiet verwandelt. Hier sieht man die Folgen der Feigheit der EU-europäischen Führer.
Die offiziellen Reaktionen der französischen Führung waren erwartbar großspurig und werden, wie alle großspurigen Ankündigungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, wie immer folgenlos bleiben. Denn er ist, wie der Großteil der westlichen Politiker, in einem Gespinst aus Naivität, Feigheit, historischem Nichtwissen und präpotenter Gefallsucht gefangen. Er gehört zu einer Generation von EU-Europäischen Politikern, die jetzt Russland vernichtend schlagen wollen, während sie ihre Städte längst nicht mehr vor jungen „Soldaten“ ohne Uniform schützen können. Deshalb ist die Frage der jetzigen amerikanischen Führung, ob Staaten, die unter die Herrschaft des Islam geraten sind, noch zuverlässige Verbündete in der NATO sein können, mehr als berechtigt. Die arabischen Staaten am Golf haben die Gefahr des Islamismus erkannt und die führenden Organisation dieser Ideologie verboten. EU-Europa träumt weiter und wird, wenn es vermutlich zu spät sein wird, aus einem Albtraum erwachen. Und das könnte schon jetzt während der Fussball-Weltmeisterschaft der Fall sein.
Zur Einstimmung einige Impressionen der Eroberung von Paris:
Hermann Tertsch: Multikulturalismus in Frankreich. Der Trieb alles zu zerstören, was nicht ihres ist.

Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Wann wird uns von wem erlaubt, diese „kulturelle Bereicherung“ abzulehnen?