Arche-Chef fordert bei Islamismus klare Kante von Christen: „Schweigen macht schuldig“

Islamismus an sogenannten Brennpunkt-Schulen ist längst Alltag. Politik und Gesellschaft schauen trotz Warnungen seit Jahren weg, auch die Kirchen: Sie seien oft feige, mit ihrem Schweigen machten sie sich schuldig, sagt Arche-Sprecher Wolfgang Büscher. Er appelliert an Christen, für ihren Glauben einzustehen und klare Kante zu zeigen.

picture alliance / Schoening | Schoening

Wolfgang Büscher, der langjährige Sprecher des evangelischen Hilfswerks „Die Arche“, warnt bereits seit langem vor zunehmender Islamisierung und Radikalisierung unter Kindern und Jugendlichen – und spricht nun in einem aktuellen Interview mit der Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CSI) erneut Klartext. Darin warnt er vor einer wachsenden Bedrohung durch Islamismus in Brennpunkt-Vierteln und kritisiert, die beiden großen Kirchen würden diese Situation verharmlosen.

In Brennpunktschulen, an denen muslimische Schüler mit Fluchthintergrund häufig deutlich in der Mehrheit seien, würden Andersgläubige, Nichtgläubige, ja sogar muslimische Kinder, die aus ihrer Sicht nicht „richtig“ glauben, gemobbt. Gegenüber Focus Online hatte Büscher kürzlich gesagt, Schüler würden gedrängt, zum Islam zu konvertieren. Mitarbeiter der „Arche“ berichteten demnach, dass Schüler, die sich nicht der strengen Auslegung des politischen Islam beugen, „ausgegrenzt, bedrängt, eingeschüchtert“ würden. Die Aggressionen gingen zumeist von Schülern mit arabischem Migrationshintergrund aus.

In den rund 40 Arche-Einrichtungen bundesweit erleben Mitarbeiter täglich, wie sich radikale islamistische Haltungen unter Jugendlichen arabischer Herkunft verfestigen. Ein Phänomen, das sich seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 verschärft hat, so CSI. Auf die Frage, ob Deutschland den radikalen Islam importiere, antwortet Büscher ganz klar: „Das kann man eindeutig mit einem Ja beantworten.“ Er verweist dabei auf den „Motra-Monitor“, nach dem 45 Prozent der Muslime in Deutschland unter 40 Jahren „latent oder manifest islamismusaffin eingestellt“ seien. In den Arche-Einrichtungen erlebe man, dass Jugendliche und teils schon Kinder über „das Judentum, Israel, alles Westliche“ und das Christentum schimpften.

Betroffen sind auch christliche Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die in ihren Herkunftsländern Verfolgung erlebt haben und nun im deutschen Schulalltag erneut unter Druck geraten. Büscher erzählt von einem Mädchen, dessen Familie aus dem Irak stammt. Einige Verwandte seien dort von Islamisten getötet und geköpft worden. Nun treffe das Mädchen in der Arche auf zahlreiche islamische Jugendliche, auch aus dem Irak.

Büscher kritisiert, dass Politik und Gesellschaft diese Probleme lange verdrängt hätten. Verantwortlich dafür sind nach seiner Ansicht zu einem großen Teil Politiker der Linkspartei, aber auch Teile der Grünen und der SPD, die lieber über Islamophobie sprechen als über Christophobie. Er wirft ihnen vor, sich gemein zu machen mit den Islamisten: „Ich werde wohl nie begreifen, wie diese Politiker sich eins machen mit Islamisten, die Frauenrechte ablehnen, ja Schwule und Lesben töten wollen.“

Die katholische und evangelische Kirche in Deutschland nennt Büscher „ganz eindeutig“ blauäugig im Umgang mit dem Islam. Die beiden großen Kirchen seien „oft“ feige; mit ihrem Schweigen machten sie sich aus seiner Sicht schuldig. Er richtet deshalb einen deutlichen Appell an die christlichen Kirchen: Statt sich dem gesellschaftlichen Mainstream anzupassen, müssten sie zu ihrem Glauben stehen und klar Position beziehen.

Die Arche rede über das, was sie erlebe, so Büscher, das habe nichts mit Mut zu tun. Wenn man Dinge aus falsch verstandener Scham nicht mehr ausspreche, entstehe neue Schuld. „Schweigen erzeugt Schuld. Bewusstes Schweigen macht schuldig. Warum verlassen so viele Menschen die beiden großen Kirchen? Weil sie dem Mainstream verfallen sind“, sagt Büscher. „Die Menschen brauchen aber Kirchen, Gemeinden, die für ihren Glauben einstehen, die kämpfen.“ Sein Appell: Christen sollten klare Kante zeigen.

Bereits 2024 forderte die „Arche“ ein Stopp der Zuwanderung, da man die Probleme nicht mehr im Griff habe, darunter Gewalt, Kriminalität, Radikalisierung, Unterdrückung von Frauen. Eine Arche-Mitarbeiterin sprach davon, die Integration sei gescheitert. „Viele unserer Jugendlichen gehen in Moscheen, wo ein radikaler Islam gepredigt wird“, sagte Büscher damals. „Die gemäßigten Moscheen nennen sie hier ‚Weicheier-Moscheen‘.“ Vor allem arabischstämmige junge Männer radikalisierten sich schneller, als man es sich vorstellen könne, so Büscher damals.

Heute sagt Büscher: „Wir kämpfen in den Archen aber um jedes Kind, um jeden Jugendlichen. Das ist uns wichtig. Aber wer sich bei uns nicht integrieren will, hat bei uns nichts verloren.“

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